Die tödliche Maria - Tom Tykwer (1993)

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Die tödliche Maria - Tom Tykwer (1993)

Beitragvon jogiwan » 15. Dez 2018, 08:32

Die tödliche Maria

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Originaltitel: Die tödliche Maria

Herstellungsland: Deutschland / 1993

Regie: Tom Tykwer

Darsteller: Nina Petri, Katja Studt, Josef Bierbichler, Peter Franke

Story:

Maria ist schon seit jungen Jahren in einem Leben gefangen, dass stets andere für sie beschlossen haben und ihr Alltag ist geprägt von einem Ablauf der nach den immer gleichen Mustern und Regeln abläuft. Ihren Mann verachtet sie und dennoch tut sie alles was sie von ihm verlangt, während der pflegebedürftige Vater ihr ebenfalls mit Zorn begegnet. Der einzige Lichtblick ist der schüchterne Nachbar, dem sie heimlich Blick zuwirft und der die zaghaften Annäherungsversuche der zutiefst vereinsamten Frau zu registrieren scheint. Als dieser den ersten Schritt wagt und unter einem Vorwand mit Maria in Kontakt tritt, versucht diese langsam der quälenden Routine des Alltags zu entkommen und beginnt sich von ihren Fesseln und Schuldgefühlen zu befreien.
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Re: Die tödliche Maria - Tom Tykwer (1993)

Beitragvon jogiwan » 15. Dez 2018, 08:35

Tom Tykwers erster Langfilm aus dem Jahr 1993 ist ein sehr ungewöhnlich entworfenes Psychogramm einer gequälten Seele, das auf ruhige und subtile Weise eine Geschichte erzählt, die auf der einen Seite zwar wie eine typisch deutsche Geschichte erscheint, auf der anderen Seite aber wie ein fiebertraumartiges und entrücktes Drama ohne besonderen Zeit- und Ortsbezug daherkommt. Klingt jetzt zwar etwas widersprüchlich, aber „Die tödliche Maria“ erinnert jedenfalls tatsächlich mehr an Filme von Cronenberg und Lynch, als an sonstige Werke aus deutscher Produktion und überzeugt mit seinen sehr passend gewählten Darstellern, seinem heruntergekommenen Berliner Hinterhof-Look und einem streng durchkomponierten Erzählfluss, der langsam aber beständig seine Figuren mit vielen unausgesprochenen Konflikten auf einen unvermeidlichen Abgrund zusteuern lässt. Ich bin jedenfalls ganz überrascht, dass mir „Die tödliche Maria“ nicht schon früher empfohlen wurde bzw. nicht schon früher vor die Linse gekommen ist. Zwar ist Tykwers Streifen mehr Drama als Genre-Film und erst am Ende kommen surreale Momente ins Spiel, aber insgesamt betrachtet ist das schon alles sehr spannend inszeniert und die Figur und das Schicksal von Maria spukte deswegen auch nach dem Abspann noch weiter in meinem Kopf herum.
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