United Trash - Christoph Schlingensief (1996)

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United Trash - Christoph Schlingensief (1996)

Beitragvon jogiwan » 25. Nov 2018, 08:07

United Trash

Bild

Originaltitel: United Trash

Alternativtitel: Die Spalte

Herstellungsland: Deutschland / 1996

Regie: Christoph Schlingensief

Darsteller: Udo Kier, Kitten Natividad, Thomas Chibwe, Dietrich Kulhbrodt, Jones Muguse

Story:

In Ruanda gibt es ein UNO-Camp, in dem der deutsche UNO-General Werner Brenner sein Unwesen treibt. Der ist eigentlich mit Martha verheiratet, hat aber noch nie Sex mit dieser gehabt und steigt auch lieber mit dem alternden Bodybuilder Lund ins Bett und arrangiert sich mit gewaltbereiten Diktatoren. Als Maria ein schwarzes Kind namens Peter Panne gebärt, wird dieses als neuer Messias verehrt und zahlreiche Personen versuchen den neuen Heiland für ihre Zwecke einzuspannen. Einerseits Werner um seine Macht zu erhalten, der Priester Pierre um den Vatikan zu stürzen, sowie ein durchgeknallter Diktator um dem amerikanischen Präsidenten zu töten. Als Peter dann aber auch noch eine Vagina auf dem Kopf wächst, ist das Chaos endgültig perfekt und der kollektive Wahnsinn nimmt seinen Lauf.
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Re: United Trash - Christoph Schlingensief (1996)

Beitragvon jogiwan » 25. Nov 2018, 08:08

Provokateur Christoph Schlingensiefs Streifen über die UNO, Missionare, Pädophile, Diktatoren und sonstige schlechte Menschen nach einem Drehbuch von Oskar Röhler ist natürlich nichts anderes als ein Frontalangriff auf die Befindlichkeiten des Zuschauers, der hier ein Panoptikum an Absurditäten vor den Latz geknallt bekommt. Nach herkömmlichen Gesichtspunkten kann man „United Trash“ auch gar nicht bewerten und die Figuren und die bizarren Ereignisse sind natürlich völlig jenseitig und so gestaltet, dass sich im Verlauf auch wirklich jeder Zuschauer provoziert fühlen darf. Die künstlerische Abrechnung Schlingensiefs mit dem Genozid in Ruanda und die Rolle der UNO ist jedenfalls ziemlich herb. Dazu gibt es etwas Splatter, Körperflüssigkeiten, Kitten Natividad und deutsche Darsteller, die sich in Overacting überbieten, während die afrikanischen Laiendarsteller gute Miene zum scheinbar bösen Spiel machen und sich offensichtlich köstlich darüber amüsieren. Bei Schlingensief weiß man aber schon im Vorfeld auf was man sich einlässt und so ist „United Trash“ auch kein Unterhaltungsfilm im üblichen Sinn, sondern eher ein experimentelles Ereignis für Zuschauer mit Durchhaltevermögen und Hang zum Bizarren, die sich auch nicht so leicht provozieren lassen. Otto Normalzuschauer wird „United Trash“ einfach nur schrecklich furchtbar und unzumutbar finden, während der wohlwollendere Rest wohl ebenfalls ein bisschen froh sein wird, bis zum Abspann durchgehalten zu haben. Dennoch wird einem mit derartigen Werken erst wieder bewußt, wie sehr doch solche Menschen wie Schlingensief doch vor allem heutzutage der bequem gewordenen Gesellschaft fehlen.
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