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Indien - Paul Harather (1993)

BeitragVerfasst: 31. Jul 2010, 12:01
von jogiwan
Indien - Paul Harather (1993)

Bild

Herstellungsland: Österreich / 1993

Regie: Paul Harather

Darsteller: Josef Hader, Alfred Dorfer, Maria Hofstätter, Roger Murbach, Ursula Rojek, u.a.

Story:

Heinzi Bösel (Josef Hader), ein kleinbuergerlicher Widerling, und Kurt Fellner (Alfred Dorfer), ein vom Yuppie-Zeitgeist gestreifter Streber, reisen als lnspektoren des Gast- und Hotelgewerbes durch die Provinz. Aus der anfänglichen Feindseligkeit entsteht eine Freundschaft, die am Schluss selbst der Intensivstation standhält. (Quelle: DVD-Cover)

Re: Indien - Paul Harather (1993)

BeitragVerfasst: 31. Jul 2010, 19:43
von Ringo aka Angelface
Sehr eigenwilliger Film, der auf einem Kabarettprogramm beruht. Der Schmäh ist sehr "Wienerisch" und für alle nördlich von Bayern wohl unverständlich. :mrgreen:
Danke, ganz lieb ;)

Re: Indien - Paul Harather (1993)

BeitragVerfasst: 17. Mai 2018, 07:32
von jogiwan
Eigentlich darf man es ja nicht laut sagen, aber ich habe „Indien“ gestern tatsächlich zum ersten Mal in ganzer Länge gesehen. Bislang haben mich ja die beiden Hauptfiguren eher abgeschreckt und das Zusammentreffen der beiden Gastro-Kontrollorgane ist ja gesellschaftlicher Spiegel doch auch etwas schräg. Der eine ist vom Leben bereits verbittert, der Zweite wird es im Verlauf noch werden und was als bitterböse Abrechnung auf österreichische Befindlichkeiten und Provinz-Gastronomie beginnt, wandelt sich nach der Hälfte zu einem handfesten Drama, was man sich vielleicht ebenfalls nicht erwarten würde. Lachen und Weisen liegt hier jedenfalls nah beieinander und Hader und Dorfer zeichnen zutiefst österreichische Figuren auf die Leinwand, die für Nicht-Österreicher wohl sehr sperrig erscheinen werden. Trotz aller Überzeichnungen auf den ersten Blick nimmt „Indien“ seinen beiden doch sehr unterschiedlichen Figuren aber durchaus ernst und immer wieder schwingt die Sehnsucht nach einem anderen Leben in der Ferne mit, das jedoch unerreichbar bleibt. Ein erwachsener Film, der sich zuerst bissig gibt, dann melancholisch wird und tragisch endet und den Zuschauer nachdenklich entlässt. Schön ist aber die Botschaft nach dem Motto, dass selbst in den ungewöhnlichsten Momenten Freundschaften entstehen können, wenn man die eigens geschaffene Komfort-Zone und einschränkende Denkmuster überwinden kann. Neben „Muttertag“, der im selben Jahr entstanden ist, wohl der österreichischste Film, den man sich vorstellen kann.