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Luz - Tilman Singer (2018)

BeitragVerfasst: 27. Aug 2018, 08:30
von jogiwan
Luz

Bild

Originaltitel: Luz

Herstellungsland: Deutschland / 2018

Regie: Tilman Singer

Darsteller: Johannes Benecke, Jan Bluthardt, Lilli Lorenz, Julia Riedler, Nadja Stübiger

Story:

Die junge Taxifahrerin Luz wird von einem Körper bessetzenden Dämonen gestalkt, der offenbar in sie verliebt ist... (quelle: filmstarts.de)

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

BeitragVerfasst: 27. Aug 2018, 08:31
von jogiwan
sehen will!!! :shock: :o 8-)

filmstarts.de hat geschrieben:Das vor allem von Dario Argento („Rosso – Farbe des Todes“) und Mario Bava („Blutige Seide“) geprägte italienische Horrorkino der 1960er bis 1980er Jahre erlebt momentan ein kleines Revival. Neben dem aktuell heiß erwarteten „Suspiria“-Remake von „Call Me By Your Name“-Regisseur Luca Guadagnino gab es da in den vergangenen Jahren etwa auch die Giallo-Stilübungen „Amer“ und „The Strange Colour Of Your Body's Tears” von dem belgischen Regie-Pärchen Hélène Cattet und Bruno Forzani. Nun kommt einer der interessantesten Beiträge zu dieser Genre-Wiederbelebung durchaus überraschend aus dem sonst so genrescheuen Deutschland: Der Dämonen-Thriller „Luz“ ist die Abschlussarbeit von Tilman Singer an der Kunsthochschule für Medien in Köln und ist durch und durch vom Giallo-Kino inspiriert. Das audiovisuelle Feuer, das er in seinem Leinwanddebüt entfacht, lässt den Zuschauer zwar mit jeder Sekunde ratloser im Kinosaal zurück, entfaltet dabei aber auch eine Sogwirkung, der man sich – so abgegriffen diese Floskel auch klingen mag – einfach nicht entziehen kann.


kennt den wer? :???:

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

BeitragVerfasst: 20. Sep 2018, 13:13
von Arkadin
Der deutsche Hochschulabschlussfilm "Luz" ist ein zweischneidiges Schwert. Wunderschöne Ideen und eine einfallsreich mit den arg limitierten Ressourcen umgehende Regie nimmt einen sehr für den sympathischen Film ein. Das Drehbuch schlingert so herum und man merkt schon, dass da kein routinierter Profi am Werk war. Gerade die Dialoge sind doch größtenteils ausbaufähig. Wie generell die Figurenzeichnung oftmals auf übertriebene Klischees zurückgreift. Besonders schlimm bei der Figur der Kommissarin, die im schwarzen Abendkleid und Schulterhalfter rum rennt und Befehle brüllt. Da kippt der Film dann bedenklich in Richtung Schmierentheater. Zumal auch die Schauspieler nicht durchgängig gut sind. Sehr schlimm hier die junge Frau am Anfang. Das mag in dem Falle vielleicht so gewollt sein (sie ist immerhin von einem Dämon besessenen), wirkt aber wie Amateurtheater auf niedrigstem Niveau ("Bisssu Narzt?"). Doch dann punktet "Luz" wieder mit einer sehr guten Hauptdarstellerin, einer grandiosen Ausstattung und einem sehr gelungenen Soundtrack. Gedreht wurde wohl auch auf Film, was noch einmal Sympathiepunkte bringt. Und die Szene, in der eine Taxifahrt nur mithilfe von einigen Stühlen und der Tonspur nachgestellt wird, ist einfach brillant. Wie gesagt: Im Grunde zwiespältig, aber ich mochte den trotz aller Mängel sehr gerne.

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

BeitragVerfasst: 21. Sep 2018, 09:48
von Salvatore Baccaro
Ich fand Singers Debut - zumal jetzt, im Nachgang - offenbar wesentlich anheimelnder und begeisterungswürdiger als mein mitschreibender Mitstreiter: Weder hat mich besonders das figuren- und stellenweise etwas "affektierte" Schauspiel unangenehm berührt noch die Tatsache, dass diese Dialoge figuren- und stellenweise quasi in "Zeitlupe" und ohne großartigen inhaltlichen Mehrwert ablaufen. Regelrecht verzückt hat mich indes, dass der Film tatsächlich auf 16mm gedreht worden ist, sowie, dass die Verantwortlichen aus einem Minimal-Budget - insgesamt "nur" acht Darsteller (wovon zwei, nämlich der Rezeptionist in der Klinik und der Barmann reine Requisiten sind), und insgesamt zwei Schauplätze (wovon einer im Grunde lediglich ein großer Raum mit ein paar Stühlen ist) - ein Maximum an Effekten herausgeholt haben. Was mich letztlich wirklich von den Füßen holte, ist eine der wohl unvergesslichsten Taxi-Szenen der Filmgeschichte: Vergesst NIGHT ON EARTH, TAXI DRIVER, TEHERAN TAXI oder Mario Bianchis SEX-TAXI! Der Versuchsaufbau ist folgender: Die offenkundig verwirrte und aus einem fahrenden Taxi gehüpfte Protagonistin soll von einem Psychologen hypnotisiert und dadurch in die Verfassung versetzt werden, den Grund für ihr ungewöhnliches Hüpfen preiszugeben. Ihr "Taxi" ist dabei ein bloßer Stuhl mit Rückspiegel, wobei jedoch das, was sich zunächst einzig in ihrem Kopf abspielt, mit der Zeit mehr und mehr die Diegese entert, d.h.: Wir als Zuschauer beginnen zu hören, was sie in ihrer Erinnerung hört, beginnen zu sehen, was sie sieht, wenn sie in den Rückspiegel guckt usw. Zusätzlich verkompliziert das Divergieren der Bild- und Ton-Ebene, dass Luz Spanisch spricht, ihr sie anleitende Hypnotiseur allerdings Deutsch, und für die Vermittlung ein Dolmetscher zuständig ist, den wir ebenfalls die ganze Zeit über simultan hin und her übersetzen hören. Hinzukommt die bereits von Arkadin erwähnte Kommissarin, die zusätzlich mit dem Hypnotiseur kommuniziert, oder aber, parallel zur sich akustisch/visuell entfaltenden "Geschichte", Anrufe bei ihren Kollegen tätigt: Haltet nach diesem oder jenem Indiz Ausschau etc. Das ist, was hochkomplexe Synchron-Asynchron-Spielchen mit sonorischen und piktoralen Film-Elementen angeht, durchaus nicht viel unter dem Niveau von Godard, nur eben deutlich unterhaltsamer, packender und ironischer. Ich werde mir diesen Film, sofern er denn eine Heimmedien-Auswertung erhält, zeitnah noch einmal gründlicher besehen!

(Ach ja, die in der von Jogi zitierte Notiz, nach der LUZ bis ins Mark vom Giallo-Kino inspiriert sei, kann ich so nicht unterschreiben. Mit seinen feinen Okkult-Horror-Spritzern, seiner konsequenten 80er Optik und der mäandernden Erzählstruktur wäre die erste Referenz, die mir für LUZ einfallen würde, wohl eher Lamberto statt Mario Bava.

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

BeitragVerfasst: 16. Apr 2019, 17:00
von karlAbundzu
Ein aufmüpfiges Mädchen in einer chilenischen Klosterschule, beschwört einem Dämon, wird Taxifahrerin in Deutschland, trifft ihre Vergangenheit wieder, hat mentale Kräfte. Ein Dämon wandert von Frau zu Mann. Eine Szene im Taxi in Hypnose im Verhörraum.
Schon in Oldenburg gesichtet, hier noch mal selbst gezeigt. Und der Film gewann: Er ist ein toller Mix aus Horror, Arthouse, Sound Design, Set Design. Mit einer hervorragenden Hauptdarstellerin. Der Sound bei uns war besser als in Oldenburg, dadurch wirkte er noch besser, also schön laut gucken zu Hause.
Beim ersten Mal schauen überzeugte mich das Over Acting Julia Riedlers ncht so sehr, doch insgesamt fand ich es diesmal passend. Und es gibt viele hübsche Details zu entdecken, ich sage mal: Werbespot.
Das alles auf 16mm gedreht und schön im 80er Look.
Ein Gewinn.

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

BeitragVerfasst: 24. Aug 2019, 15:14
von jogiwan
ab 27.09.2019 von Bildstörung:

Bild

Während sich eine junge Taxifahrerin blutend in ein Polizeirevier schleppt, begegnet Polizeipsychologe Dr. Rossini in einer Bar der geheimnisvollen Nora, die ihn äußerst merkwürdig anflirtet: sie erzählt von ihrer alten Freundin Luz, die vor Jahren auf einer chilenischen Klosterschule das rebellische Potential von Teufelsbeschwörungen entdeckte. Mitten im eigenartigen Gespräch der beiden klingelt Dr. Rossinis Piepser. Die Polizei braucht dringend seine Hilfe. Eine Taxifahrerin wurde verletzt und ohne Erinnerung aufgegriffen. Der Name des mutmaßlichen Opfers: Luz.

Pressezitate:
- "Regie Newcomer Tilman Singer gelingt mit LUZ ein hochästhetischer Thriller, in dem sich die Musik, die Bilder und die betont lückenhafte Story zu einem beispiellosen Faszinosum zusammenfügen." - (FilmStarts.de)
- "Es ist so viel Energie zu sehen und mitzuerleben, dass man im Kino geradezu eingesogen wird in die diabolische Welt. Eine Hommage – nicht primär nur ans Horrorgenre, sondern an die cinephile Kunst des Filmemachens." (Filmdienst)

Bonusmaterial:
Audiokommentar mit Regisseur Tilman Singer und Szenenbildner Dario Méndez Acosta; Interviews mit Regisseur Tilman Singer, Szenenbildner Dario Méndez Acosta, Hauptdarstellerin Luana Velis; Kurzfilm "The Events at Mr. Yamamoto's Alpine Residence" (2014, ca. 10 Min.); Kurzfilm "El fin del mundo" (2016, ca. 17 Min.); Trailer; Booklet


quelle: amazon.de

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

BeitragVerfasst: 25. Aug 2019, 08:19
von purgatorio
ich liebe das Cover! Das gefällt mir auf so vielen Ebenen 8-)

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

BeitragVerfasst: 14. Jan 2020, 07:14
von jogiwan
Auch meine Eindrücke sind durchwegs positiv, auch wenn sich an „Luz“ die Geister sicherlich scheiden werden und ich einen giallo-esken Charakter des Films so nicht wahrgenommen habe. So wirkt die eigentlich nicht sonderlich originelle Geschichte doch nicht wirklich rund, sondern mit ihrer Zweisprachigkeit eher auf eine etwas bemüht erscheinende Weise sperrig erzählt. Doch die Optik und das Set-Design sind gelungen und der deutsche Streifen sieht nun einmal sehr gut aus und ist in der bereits erwähnten Szene mit der nachgestellten Autofahrt wirklich beeindruckend. Irgendwie habe ich aber im Nachhinein ein schlechtes Gewissen, da ich die Dame anfangs an der Bar darstellerisch wirklich sehr schlecht fand und sich der Eindruck später revidiert und auch wohl eher von der vom Regisseur angelegten Rolle geprägt zu sein scheint. An der Figurenzeichnung hätte man generell noch etwas arbeiten können und teils waren die Dialoge auch etwas sehr schlecht zu verstehen und ich hatte zu Beginn und am Ende Mühe zu verstehen, was hier eigentlich gesagt bzw. geflüstert wird. Das wirkt fast so, als wolle der Regisseur damit die vollste Aufmerksamkeit des Zuschauers erzwingen. Ansonsten gibt es aber nicht viel zu meckern und das mit 70 Minuten doch recht kurze und sehr unkonventionelle Langfilm-Debüt des deutschen Regisseurs Tilman Singer zählt für aufgeschlossene Zuschauer auch sicherlich zu den interessanteren Werken der letzten Zeit und ich bin gespannt, was da noch so alles kommt.

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

BeitragVerfasst: 14. Jan 2020, 09:30
von Arkadin
Ich habe den Film ja tatsächlich jetzt 3x gesehen.

Hier meine Gedanken zur dritten Sichtung (nach 2xKino jetzt Blu-ray):

Seltsame Dingen gehen vor sich. Ein junge Taxifahrerin (Luana Velis) kommt verletzt in ein Polizeirevier. Sie leidet unter Gedächtnisverlust. In einer Bar begegnet der Polizeipsychologe Dr. Rossini (Jan Bluthardt) in einer Bar der geheimnisvollen Nora (Julia Riedler), die ihm seltsame Geschichten über ihre alten Freundin Luz erzählt, die vor Jahren auf einer chilenischen Klosterschule in Teufelsbeschwörungen verwickelt war. Dann wird Dr. Rossinis von der Polizei um Hilfe im Fall der mysteriösen Taxifahrerin gerufen. Wie sich herausstellt, hört diese ebenfalls auf den Namen Luz.

Mittlerweile habe ich den deutsche Hochschulabschlussfilm „Luz“ von Tilman Singer bereits drei Mal innerhalb eines Jahres gesehen. Anlässlich des ersten Males bei der Aufführung beim 25. Internationalen Filmfest in Oldenburg schrieb ich noch, dass „Luz“ ein zweischneidiges Schwert sei. Seine wunderbare Optik und sein grandioses Tondesign nahm mich bereits damals für „Luz“ ein. Ebenso einige wunderschöne Ideen und eine sehr einfallsreich mit den arg limitierten Ressourcen umgehende Regie. Ich bemängelte allerdings, dass das Drehbuch stark herum schlingern würde und man merkt, dass hier noch kein routinierter Profi am Werk war. Gerade die Dialoge fand ich doch größtenteils ausbaufähig. Und besonders stieß mit auf, dass die Figurenzeichnung oftmals auf übertriebene Klischees zurückgreift. Besonders schlimm erschien mit dies bei der Figur der Kommissarin, die im schwarzen Abendkleid und Schulterhalfter herum rennt und ihre Befehle brüllt. Da kippt der Film für meinen Geschmack dann bedenklich in Richtung Schmierentheater. Sehr hart ging ich mit der schauspielerischen Leistung von Julia Riedler ins Gericht. Ich schrieb: „Dies mag in diesem Falle vielleicht sogar gewollt sein (sie ist immerhin von einem Dämon besessenen und kann sich darum „anders“ verhalten), wirkt aber wie Amateurtheater auf niedrigstem Niveau („Bisssu Narzt?“).“

Trotz allem überzeugten mich die Stärken des Filmes mehr, als die Schwächen. Er überzeugte meinen Kollegen Stefan und mich sogar so sehr, dass wir ihn im April innerhalb unserer Kinoreihe „Weird Xperience“ zeigten. Und beim zweiten Sehen waren die Stärken des Filmes noch weitaus intensiver (was sicherlich auch daran lag, dass das Soundsystem im Cinema Ostertor und die Projektion weitaus besser waren, als im provisorisch zum Kino umgestellten Theaterhof mit seinem schwachen Beamer, der immer alle Schwarztöne verschluckt und grünlich abbildet und über einen miserablen Ton verfügt). Auch empfand ich die oben angemerkten Schwächen, als weitaus weniger störend. Ja, mit Julia Riedels, nennen es wir mal eigenwilligen, Darstellung habe ich noch immer meine Probleme. Akzeptiere aber – im Wissen um die weitere Handlung – dass sie sich dabei etwas gedacht hat und das dann konsequent durchzieht. Allein die Figur der Kommissarin liegt mir weiterhin schwer im Magen. Aber das verzeihe ich dem sympathischen – und ebenfalls sehr eigenwilligen – Film gerne.

Auch was das Drehbuch herum schlingern würde muss ich nach der wiederholten Sichtung zurücknehmen. Tatsächlich ist die Geschichte an sich recht gradlinig und nachvollziehbar, wenn auch Ansätze zur Interpretation bleiben. Die ganze Hintergrundgeschichte setzt sich erst nach und nach zusammen, wobei der Zuschauer die einzelnen Hinweise nicht chronologisch serviert bekommt, sondern erst nach Ende des Filmes im Kopf zu einem vollständigen Bild puzzeln kann. Das irritiert zunächst und sorgt für so manches Aha-Erlebnis, wenn man den Film ein zweites Mal sieht. Irritiert ist man wahrscheinlich auch, weil die Figur der Luz überhaupt nicht dem entspricht, was man erwartet. So geht man bei der Erstsichtung noch davon aus, dass Luz ein (wenn auch recht wehrhaftes) Opfer ist. So wird sie auch inszeniert. Tatsächlich verbindet sie aber weitaus mehr mit dem Dämon, als auf den ersten Blick ersichtlich. Was manche zunächst als „schräg“ oder schlimmstenfalls als „unlogisch“ empfundene Sprünge erklärt. Auch hier hilft es sehr, sich entweder im Vorfeld von jeglichen Erwartungen frei zumachen – oder sich mit dem Wissen der Erstsichtung offen einer Zweitsichtung zu nähern. Ein sehr lohnendes Erlebnis, in dem man den Film nicht nur mit anderen Augen sieht, sondern auch viele Details und Hinweise entdeckt, die einem beim ersten Mal entgangen sind.

Während im Vorfeld der Film immer in die „70er“ und „Neo-Giallo“-Ecke gesteckt wurde (und sogar Mario Bava als Reverenz herhalten musste), ist er doch meilenweit davon entfernt und erinnert mit seinem körnigen Bild und der grau-beige-blauen Farbgebung stattdessen sehr angenehm an die rauen, unbehauenen 80er Jahre Horrorfilme mit Underground-Wurzeln. Insbesondere punktet „Luz“ auch mit der sehr guten Hauptdarstellerin Luana Velis, der wirklich atemberaubend tollen Ausstattung, sehr gelungenen Soundtrack und einem Sounddesign, welches auf dem Punkt den Puls schneller schlagen lässt. Gedreht wurde auf 16mm-Film, was noch einmal Sympathiepunkte bringt.

Weiterhin absoluter Höhepunkt ist weiterhin die Szene, in der eine Taxifahrt nur mithilfe von einigen Stühlen und der Tonspur nachgestellt wird, Das ist schlichtweg brillant und zeigt, dass mit Phantasie, Kreativität und dem richtigen Gespür für Film aus ein paar hingeworfenen Requisiten ganz großes Spannungskino gezaubert werden kann. Dabei spielt sicherlich eine Rolle, dass Singer seit langem mit Set Designer Dario Mendez Acosta (der hier schier unfassbares zaubert) , dem hochtalentierten Kameramann Paul Faltz und Komponist Simon Waskow zusammenarbeitet. Dieses eingespielte Team kreativer Köpfe hat gemeinsam einen Film geschaffen, der sich sehr angenehm von dem abhebt, was man häufig als „Neuer Deutscher Genrefilm“ vorgesetzt bekommt: Nämlich ein Nachhecheln von US-amerikanischen Erfolgsmustern oder eine provinzielle Gaudi-Parodie derer. „Luz“ gehört daher eher in das von Tobias Haupts in dem empfehlenswerten Buch „Fantastisches in dunklen Sälen – Science Fiction, Horror und Fantasy im jungen deutschen Film“ neu definierte Gerne des „German New Weird“ und ist zusammen mit „Der Samurai“, „Der Bunker“, „Der Nachtmahr“ und „Wild“ zu den Beweisen, dass es nicht viel großes Geld, sondern Mut, Radikalität und Kreativität braucht, um einen Film zu drehen, der beeindruckt und sich langfristig ins Gehirn eingräbt.

Ich bleibe bei meiner Aussage nach der ersten Sichtung vor einem Jahr: Tilman Singer sollte man unbedingt im Auge behalten. Da kann noch Großes kommen. Ich freue mich jetzt schon drauf!