Seite 2 von 2

Re: When Alice broke the mirror - Lucio Fulci

BeitragVerfasst: 29. Aug 2012, 19:59
von DrDjangoMD
reggie hat geschrieben:Fulschis Schlechtester.... echt grauslig dieser Film :angst:


Immer diese Kommentare von den Menschen, die "Die Saat des Teufels", "Das Haus des Bösen" und "Sodomas tödliche Rache" nicht gesehen haben. :pfeif: Nein, ernsthaft, warum fandest du den so mies, mir hat er ja echt gut gefallen, der schwarze Humor wird ziemlich gut eingefügt und Brett Halsey liefert sowieso eine hervorragende One-Man-Show ab.

Re: When Alice broke the mirror - Lucio Fulci

BeitragVerfasst: 29. Aug 2012, 20:20
von jogiwan
da hat anscheinend jemand die allererste und oberste Deliria-Grundregel noch nicht beherzt: nimm nie an, dass du das Schlimmste bereits hinter dir hast... :kicher:

Re: When Alice broke the mirror - Lucio Fulci

BeitragVerfasst: 29. Aug 2012, 20:30
von horror1966
Da war ich ja mit meinen 3 Punkten noch richtig großzügig. :kicher:

Re: When Alice broke the mirror - Lucio Fulci

BeitragVerfasst: 30. Aug 2012, 12:50
von reggie
DrDjangoMD hat geschrieben:
reggie hat geschrieben:Fulschis Schlechtester.... echt grauslig dieser Film :angst:


Immer diese Kommentare von den Menschen, die "Die Saat des Teufels", "Das Haus des Bösen" und "Sodomas tödliche Rache" nicht gesehen haben. :pfeif: Nein, ernsthaft, warum fandest du den so mies, mir hat er ja echt gut gefallen, der schwarze Humor wird ziemlich gut eingefügt und Brett Halsey liefert sowieso eine hervorragende One-Man-Show ab.



Klar hab die alle hier stehen ;)

Ja sind auch nichts besonderes, das der Sodomas Rache vom Fulci ist hatte ich jetzt gar nicht auf dem schirm :D

Die alten Omas sind einfach nicht so mein Fall, zudem kommt der Film sehr Laienhaft daher, wie ein Amateurfilm...
Genauere details weis ich auch nicht mehr, warum sollte man sich von so nem Film auch etwas einprägen :?

Re: When Alice broke the mirror - Lucio Fulci

BeitragVerfasst: 30. Aug 2012, 12:53
von reggie
jogiwan hat geschrieben:nana reggschie, so schlimm ist der dann auch wieder nicht! :nixda: Da hat die Italo-Kiste sicher noch viel bedeutend Vergurgteres zu bieten...


Jup die Filme von "Joe D´Amato" :nick:

*duck und weg*


:mrgreen:

Re: When Alice broke the mirror - Lucio Fulci

BeitragVerfasst: 5. Dez 2014, 14:03
von buxtebrawler
„Ihr habt auch ein Recht auf euren Teil!“

Gegen Ende seiner Karriere drehte der italienische Filmemacher Lucio Fulci im Jahre 1988 mit dem Horrorfilm „When Alice Broke the Mirror“ noch einmal einen Film mit erhöhtem Splatteranteil, der nicht viel mit den unsäglichen Billigheimern gemein hat, die Fulci im selben Zeitraum für das italienische Fernsehen drehen sollte.

Lester Parson (Brett Halsey, „Die Rache des Ungeheuers“) hat seine Spiel- und Wettsucht nicht im Griff, die ihn in den Ruin zu treiben droht. Um der Pleite entgegenzusteuern, bändelt er per Videokontaktanzeigen mit alleinstehenden Frauen an, die er ausnimmt und anschließend umbringt. Doch sein psychischer Zustand wird immer desolater, die Pannen nehmen zu und schließlich gerät er an die Falsche…

Es ertönt die Radioübertragung eines Pferderennens. Lester macht es sich zum Essen bequem und verzehrt ein großes Steak. Als die Kamera ihm schließlich in den Keller folgt, wird ersichtlich, dass er es offenbar aus dem Oberschenkel einer weiblichen Leiche geschnitten hatte – einer Leiche, die er nun genüsslich mit einer Kettensäge zerlegt und sich dabei an klassischer Musik ergötzt. Die Leichenteile dreht er durch den Fleischwolf und wirft sie den Schweinen vor. Soweit zur ersten Charakterisierung Lesters als spielsüchtigem Psychopathen. Während die Polizei die Leiche identifiziert, redet er mit einem Kassettenrekorder, bevor er neue bizarre Kontaktanzeigen konsultiert und sich eine nicht unbedingt gängigen Schönheitsidealen entsprechende Dame ins Haus holt. Er verabreicht ihr schließlich Gift, erschlägt sie brutal und packt ihren Kopf in den Ofen, wo er zerfließt. Ja, Fulci holt für „When Alice Broke the Mirror“ noch einmal die Splatterkeule raus, bevorzugt dabei jedoch ein nicht sonderlich hysterisches Erzähltempo und fokussiert sich primär auf die Hauptrolle und ihre offenbar labile Psyche. So wird der Film aus Lesters Sicht erzählt, was bedeutet, dass der Zuschauer genauso wenig (oder noch weniger) als er zu unterscheiden weiß, was real ist und was sich lediglich in seinem Hirn abspielt. So führen Lesters eigenartige Gespräche mit einem Alter Ego und das Auftauchen eines Doppelgängers ein Stück weit ins Surreale, wird die strenge Logik von Lesters Gewalttaten nach und nach unterwandert und kontrastiert. Als ihn ein Berber dabei beobachtet, wie er die Leiche seines jüngsten Opfers verschwinden lässt, macht Lester kurzen Prozess und überfährt ihn mit seinem Auto. Dabei hat er leichtes Spiel, denn aus welchem Grund auch immer läuft das Opfer auf gerader Straße vor ihm weg, statt in den angrenzenden Wald abzubiegen. Doch in den Fernsehnachrichten heißt es im Anschluss, dass die Leiche gefunden worden wäre und der Berber ausgesagt hätte – was ist hier Realität?

Lester hat keine Zeit, sich allzu lange damit auseinanderzusetzen: Geld muss ran und damit eine neue Frau. Er lernt die titelgebende Sängerin Alice (Ria De Simone, „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“) kennen, die zwar permanent singt, mit ihrem hohen C jedoch keinen Spiegel zum Zerbersten bringt. Zunächst schlagen sich beide noch aus Spaß gegenseitig, doch schließlich erdrosselt Lester sie, schnallt ihre Leiche auf den Beifahrersitz und gerät prompt in eine Polizeikontrolle. Szenen wie diese sind bestimmt von einem bösen schwarzen Humor, den manch Zuschauer als zynisch auffassen könnte, der letztlich dem Film jedoch eher etwas seiner Härte beraubt, andererseits die Absurdität des Gezeigten, insbesondere der kruden Vorgehensweise Lesters, unterstreicht. Nachdem er erneut beim Pokern verliert, telefoniert er gar mit seinem „Doppelgänger“, gleitet immer weiter in die Schizophrenie ab. Die Spaltung seiner Persönlichkeit vollzieht sich letztlich im Verschwinden seines Schattens, nachdem er die nächste Frau, Virginia (Zora Kerova, „Man-Eater“) ihr Name, kennengelernt hat. In der „Tagesschau“ taucht zu allem Überfluss auch noch ein (unglaublich schlechtes) Phantombild von ihm auf, bevor Fulci im Finale die Idee mit dem Schatten weiter ausbaut, indem er ihn zu Lester sprechen lässt. Ein interessanter Kniff, der einen gemessen an Fulcis Großtaten eher durchschnittlichen, etwas uninspiriert wirkenden Film besiegelt, der jedoch in Fulcis durchwachsenem Spätwerk durchaus noch positiv auffällt und mit Brett Halsey den chargierenden Damen einen passablen Schauspieler gegenüberstellt.

Re: When Alice broke the mirror - Lucio Fulci (1988)

BeitragVerfasst: 6. Dez 2016, 17:06
von buxtebrawler
Erscheint voraussichtlich am 16.12.2016 bei XT-Video als Blu-ray/DVD-Kombination im Mediabook:

Bild
Cover A, limitiert auf 666 Exemplare

Bild
Cover B, limitiert auf 666 Exemplare

Extras:
- 16-seitiges Booklet mit einem Lucio-Fulci-Text von Marcus Stiglegger
- Alternative 16:9-Fassung (Deutsch/Italienisch)
- Interview mit dem Regie-Assistenten (dt. UT)
- Trailer
- Slideshow

Bemerkung:
- HD-Weltpremiere - Lucio Fulcis später Splatterknaller vom neuen 2K-Master

Quelle: OFDb-Shop

Re: When Alice broke the mirror - Lucio Fulci (1988)

BeitragVerfasst: 2. Jan 2018, 11:20
von buxtebrawler
Erscheint voraussichtlich am 08.01.2018 bei XT-Video noch einmal auf Blu-ray im Schuber:

Bild

Extras:
- Alternative 16:9-Fassung (Deutsch/Italienisch)
- Interview mit dem Regie-Assistenten (dt. UT)
- Trailer
- Slideshow
- Wendecover

Quelle: https://ssl.ofdb.de/view.php?page=fassu ... &vid=83252

Re: When Alice broke the mirror - Lucio Fulci (1988)

BeitragVerfasst: 19. Aug 2018, 08:50
von jogiwan
Die Kombination von Horror und Humor ist ja etwas, dass viele Zuschauer so gar nicht mögen und “When Alice broke the Mirror” ist dann auch so ein Horrorstreifen mit satirischen Elementen, der augenscheinlich nicht unter idealen Bedingungen entstanden ist und auch von vielen Zuschauer nicht gemocht wird. Die schwarzhumorige Geschichte über einen alternden Gigolo mit finanziellen Problemen und einem hohen Verschleiß an Witwen erinnert entfernt an Filme wie „Scheidung auf italienisch“ oder auch „Hatchet for the Honeymoon“ und wirkt auch so, als hätte Fulci hier ausdrücklich kein jugendliches Zielpublikum im Sinn gehabt. Über das Humorverständnis in einem Streifen, in dem vorwiegend Frauen auf sehr drastische Weise ihr Leben lassen müssten, lässt sich ja sicherlich streiten, aber beim Punkto Gore werden wenig Gefangene gemacht und der rote Lebenssaft spritzt in der ersten Hälfte ja auch hübsch durch die Gegend. Trotzdem will die durchaus originell erscheinende Geschichte im Verlauf nicht so richtig zünden und der Versuch, dem Ganzen auch noch eine existenzielle Mystery-Note zu geben, dürfte wohl mangels Budget oder entsprechender Ideen irgendwann einmal ad acta gelegt worden sein. So wirkt Fulcis Versuch eines „erwachsenen“ Horrorfilms mit überspitzen Elementen auf mich auch so, als hätte man ihm (s)einer finalen Pointe beraubt und nicht so, wie er unter idealen Bedingungen vielleicht hätte ausfallen können.