Caligula - Tinto Brass (1979)

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Caligula - Tinto Brass (1979)

Beitragvon dr. freudstein » 6. Okt 2010, 19:02

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Originaltitel: Caligola

Herstellungsland: Italien / USA / 1979

Regie: Tinto Brass

Darsteller: Malcolm McDowell, Teresa Ann Savoy, Guido Mannari, John Gielgud, Peter O'Toole, Giancarlo Badessi u.a.

Story:
Rom im Jahre 37 n. Chr: Kaiser Tiberius (Peter O'Toole), ein 77-jähriger tyrannischer Alkoholiker, der schwer von Syphilis gezeichnet ist, will seine Nachfolge regeln. Seine Wahl fällt auf Gaius (Malcom MacDowell), auch genannt Caligula. Zunächst gewinnt der neue Imperator die Gunst der öffentlichen Meinung, doch schon bald zeigt er sein wahres Gesicht. Die meiste Zeit verbringt er mit ausschweifenden Affären und grausamen Gladiatorenkämpfen. Rom verkommt zu einem gewaltigen Sündenpfuhl, in dem Perversion, Gewalt und Willkür herrschen. Als Caligula sich zum Gott proklamiert und beginnt seine Senatoren selbst zu liquidieren, ist sein Ende besiegelt..

Quelle: ofdb.de
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Re: Caligula - Tinto Brass

Beitragvon dr. freudstein » 6. Okt 2010, 19:45

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Neuer Film - Kurier Nr. 268
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Re: Caligula - Tinto Brass

Beitragvon McBrewer » 7. Okt 2010, 00:15

Einer der ersten "Italos" die ich auf der großen Leinwand sehen durfte: Lief vor gut zehn Jahren bei uns im Provinz (ohne Gesetz) Kino um die Ecke und ich war einer der Vier(!) Besucher bei dieser "Sondervorstellung".
Eine der bleibenden Erinnerungen war neben der unglaublichen Performance von Malcolm McDowell auf jeden Fall die "Wein-Bauch-Aufschneide-Szene" :geek:
Ein Klassiker zum fremd schämen ohne gleichen...einfach nur toll :thup:
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Re: Caligula - Tinto Brass

Beitragvon Arkadin » 7. Okt 2010, 16:03

Oh, einer meiner Lieblinge! Und meine erste Begegnung mit dem "schlüpfrigen" Gewerbe.
Der Film war damals bei uns Kult... obwohl wir alle nur den ersten Teil (also das VHS-Tape mit dem ersten Teil des Filmes) kannten. Die war uns damals (da waren wir wohl 14) durch Zufall in die langsam pubertierenden Hände gefallen.
Und das kam so: Ein Freund eines Freundes eines Freundes wohnte damals neben einer Videothek. Und irgendjemand wollte den Film wohl spät nachts zurückbringen, und hat ihn (wieso auch immer) in den Briefkasten des besagten Freund-Freund-Freundes geworfen. Und von dort aus wanderte das Tape wohl einmal komplett durch Bremen. Den Film haben wir natürlich in großer Runde gesehen und konnte unseren Augen nicht trauen. Wie der immer extremer und extremer und am Ende in einer sehr expliziten Lesben-HC-Nummer endete. Atemlos saßen wir dann vor dem Fernseher und malten uns in wilden Fantasien aus, wie der 2. Teil des Filmes wohl weiter gehen würde.
Viele Jahre später habe ich ihn dann endlich komplett gesehen und ich muss sagen - ich mag ihn zwar sehr gerne, aber unsere Fantasie war besser ;) Übrigens war "Caligula" dann, noch einmal später, die erste DVD, die ich per Internet in den USA bestellt habe.
Es bleibt dabei, ein unglaublicher Film. Einer von der Sorte, wo man eigentlich nicht so recht glauben kann, dass der tatsächlich gedreht wurde. McDowell! Gielgud! O'Toole! Blut! Gedärme! Analverkehr! Hardcore! Sahne! Und das alles in einem Film!!!!!
Auch wenn ich heute der Meinung bin, dass die von Bob Guccione eingefügten HC-Szenen dem Film nicht immer gut tun. Egal… für mich ein Kultfilm par excellance. Ich mache jetzt erst einmal den Stiefelchen-Tanz quer durch's Büro. Arm ausstrecken, Daumen hoch und dann hop..hop…hop...
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Re: Caligula - Tinto Brass

Beitragvon dr. freudstein » 8. Okt 2010, 01:11

:lol:
Geile Story :thup:
und nur einmal Verleihgebühren ;)
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Re: Caligula - Tinto Brass

Beitragvon Onkel Joe » 18. Okt 2010, 21:15

Ein wirklich Kultiger Streifen den man lieben muss :thup: 8/10.
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Re: Caligula - Tinto Brass

Beitragvon buxtebrawler » 3. Nov 2010, 15:21

Meine Güte, was war ich froh, als ich es nach drei, vier Anläufen endlich geschafft hatte, dieses 1979 unter der Regie von Tinto Brass entstandene Machwerk zu Ende zu sehen. Ich gebe es zu, ich habe mir „Caligula“ aufgrund dessen Skandalumwitterung angeschaut, bin normalerweise kein großer Freund von Historienfilmen und frage mich, warum diese immer gleich episch-monumentalen Ausmaßes sein müssen? So dachte man sich im Falle des hochbudgetierten „Caligula“ vermutlich, dass es auch hier mit einem einfachen 90-Minüter nicht getan wäre und blies die Geschichte um den irren, dekadenten römischen Cäsaren auf zweieinhalb Stunden Spielzeit auf, ohne außer reichlich nackter Haut, Sex und einigen brutalen, blutigen Szenen wirklich etwas zu bieten haben. Immerhin konnte man mit Schauspielern wie Peter O’Toole und Malcolm McDowell, der hier den Caligula gibt, aufwarten, deren Mitwirken sicherlich als Kuriosum zu werten ist. Letzterer entschuldigte seine Beteiligung später mit seinem Drogen- und Alkoholproblem und auch ich hätte besser Schnaps in rauen Mengen parat gehabt, um mir die Sichtung kurzweiliger zu gestalten… Denn was Brass hier innerhalb der pompösen, römisch-dekadenten Kulissen inszenierte, spottet jeder Beschreibung: Eine stringente, fesselnde Handlung sucht man ebenso vergebens wie ausgefeilte Charakterstudien oder politische Analysen zum Thema Machtmissbrauch und Totalitarismus. Stattdessen bekommt man Titten, Ärsche und Schwänzen sowie Erniedrigungen und Exekutionen en masse in einer Aneinanderreihung selbstzweckhafter, krampfhaft Tabus brechender Szenen geboten, die zudem im Nachhinein vom Produzenten noch mit expliziten Sexszenen aufgebläht wurden. So richtig etwas mit Budget und Filmlänge anzufangen wusste man anscheinend nicht, also folgt stets strunzlangweilige bis absurde Handlung auf recht bald ziemlich ermüdende Geschmacklosigkeit. Malcolm McDowells Rolle nervt schon frühzeitig so gewaltig, dass man sein möglichst baldiges Ende herbeisehnt, um seinem Treiben und damit dem Film endlich ein Ende zu bereiten. „Stiefelchen“, wie er liebevoll von der süßen Teresa Ann-Savoy genannt wird, die bis zu ihrem Ableben wenigstens sehr schön anzuschauen ist, zieht mit seinem Handeln den Film so dermaßen ins Lächerliche, dass jeder Anflug von Ernsthaftigkeit im Keime erstickt wird. Der Höhepunkt in dieser Hinsicht ist dabei sein obertuntiger Tanz, den er gleich zweimal aufführt und mich mehr schockierte als alles Gevögele und Gemetzele zuvor. Richtig interessant wird’s eigentlich erst, als Caligula inkognito den Palast verlässt und sich unters normale Volk mischt, doch leider landet er nach Bekanntschaft mit einer Art Ausnüchterungskerker alsbald wieder daheim, wahnsinniger als je zuvor, und das bekannte Spielchen nimmt seinen Lauf – bis es ihm endlich an den Kragen geht. Skandalfilm? Big-Budget-Trash? In jedem Falle in ultradreister, schundiger Rohrkrepierer, der manch einen Zuschauer die Hände überm Kopf zusammenschlagen lassen dürfte. Mit einem interessanten Drehbuch, das sich nicht nur auf Exploitation-Zugaben verlässt und einem fähigen Cutter, der ca. 50% ersatzlos herausgeworfen hätte, wäre „Caligula“ vielleicht ein ansehnlicher Film geworden. So aber bleibt mir eigentlich nur Tinto Brass und Malcolm McDowell für die unvergesslichen Tanzszenen Caligulas zu danken, die mir beim Gedanken an sie stets ein debiles Grinsen aufs Gesicht zaubern – wie mit etwas Abstand und in Verklärung der ausgewalzten Langeweile eigentlich der ganze Film, der im Prinzip ebenso protzig-dekadent, größenwahnsinnig und fragwürdig ausfiel, wie das Römische Reich, über das (nicht nur) in Asterix-Comics heute auch gern herzhaft gelacht wird - deren Lektüre ich im Zweifelsfall aber einer erneuten Sichtung vorziehe...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Caligula - Tinto Brass

Beitragvon buxtebrawler » 7. Nov 2010, 18:08

Arkadin hat geschrieben:Ich mache jetzt erst einmal den Stiefelchen-Tanz quer durch's Büro. Arm ausstrecken, Daumen hoch und dann hop..hop…hop...


Bitte beim nächsten Forentreffen aufführen! :thup: :D
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Caligula - Tinto Brass

Beitragvon Arkadin » 8. Nov 2010, 14:10

buxtebrawler hat geschrieben:
Arkadin hat geschrieben:Ich mache jetzt erst einmal den Stiefelchen-Tanz quer durch's Büro. Arm ausstrecken, Daumen hoch und dann hop..hop…hop...


Bitte beim nächsten Forentreffen aufführen! :thup: :D


Nach dem, was Du über den armen "Caligula" geschrieben hast, hatte ich spontan die Idee, eine andere Szene nachzuspielen. Ich organisiere dann schon mal die Sahnetorte... :twisted:
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Re: Caligula - Tinto Brass

Beitragvon buxtebrawler » 8. Nov 2010, 14:16

Arkadin hat geschrieben:Nach dem, was Du über den armen "Caligula" geschrieben hast, hatte ich spontan die Idee, eine andere Szene nachzuspielen. Ich organisiere dann schon mal die Sahnetorte... :twisted:


:shock: :? :oops:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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