Der Tod zählt keine Dollar - Riccardo Freda

Helden, Halunken, staubige Dollars, Pferde & Colts

Moderator: jogiwan

Der Tod zählt keine Dollar - Riccardo Freda

Beitragvon Italo-West-Fan » 14. Apr 2011, 14:04

Servus miteinander,

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INHALT:
In Owell Rock geschehen einen Haufen Morde. Jahre später will Lawrence White (Mark Damon) den Namen seines Vaters reinwaschen, der damals als Mörder bezeichnet wurde. Als Lawrence in Owell Rock Sheriff wird, geht es dan wahren Mördern an den Kragen...

DARSTELLER:
Mark Damon
Nello Pazzafini
Stephen Forsyth
Pamela Tudor
Ignazio Spalla
...

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Was für ein unterhaltsames Filmchen ! Hier gibt es eine schöne, spannende Rache Story, mit schönen aufnahmen und einem wie immer coolen und lässigen Mark Damon. Der Film beginnt mit ein paar Morden, die Damons Vater zugeschrieben werden.
Damon will nun ein paar Jahre später diese Aufklären und mit den Gaunern in Owell Rock aufräumen. Eine sehr schöne Rolle für Damon.
Unterlegt ist alles mit einem sehr in Ohr gehenden Musik von Nora Orlandi. Die Titelmelodie ist dabei gar nicht das beste, sondern die Mukke, die während des Films läuft ! Leider wird diese zu wenig eingesetzt. Und der Soundtrack hier ist wirklich mehr als nur hörenswert !!
Nachteil des Films ist, das die Story nicht immer ganz schlüssig ist und man sich deswegen bei manchen Szenen fragt, was sie eigentlich soll.
Ein paar Schlägereien gibts auch, die aber nicht auf Spencer/Hill getrimmt sind. Nur die eine, in dem Gemischtwarenladen, als Mark Damon alls Kurz und klein schlägt. Und warum das ganze ? Der Kautabak ist um 10 Cent zu teuer :lol:
In der Mitte des Films gehts dann etwas ruhiger zu, aber am Ende gibts dann eine Hammer Schießerei in Owell Rock unterlegt mit der geilen Musik
Im ganzen Betrachtet ist der Film sehr sehenswert, schon allein wegen Mark Damons schauspielerisches Talent. Zudem schöne Aufnahmen aus Italien und Spanien vermischt mit ner tollen Rachestroy mit leichen Detektivanlehnungen. Ergebnis: Ein sehr unterhaltsamer Film den man sehen sollte.
7,7 von 10 Punkten.
Der braucht unbedingt eine deutsche Veröffentlichung. Bis lang kenne ich nur den deutschen Trailer, und wie's aussieht ist die dt. Synchro klasse.

Gesehen hab ich eine Kopie von einer Skandinavischen VHS.
Vorteile:
-Originalformat 2,35:1 (wenn man den TV manuell auf 16:9 umstellt. Bild ist gestaucht)
-Laufzeit 86:30 (Die meisten Fassungen sind kürzer z.B die Vollbild UK VHS)
-Szenen bei Tageslicht gehen Qualitativ in Ordnung
-Teilweise schärferes Bild als die UK VHS
-Englische Sprache
Nachteile:
-Die ersten 25 Minuten der VHS waren in einem nicht perfekten Zustand (Trotzdem nicht alzu schlimm)
-Einige Szenen zu dunkel
-Die VHS selbst war nicht mehr im besten Zustand
-Einig längere (5-10 Sekunden) Bildstillstände

Aber trotzdem ist diese Fassung momentan die beste Englischsprachige Version.
Die UK VHS ist doch größtenteils unscharf und auch noch um ein paar Minuten geschnitten.
Die beste Fassung momentan dürfte die grichische VHS darstellen, die leider nur italienischen Ton drauf hat.
Sehr schade, den Qualitativ wäre die echt nicht schlecht.
Hier wäre eine DVD Veröffentlichung mehr als angebracht.
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Re: Der Tod zählt keine Dollar - Riccardo Freda

Beitragvon DrDjangoMD » 12. Feb 2013, 17:07

Handlung:
Vor Jahren wurde ein Marshall von dem Klan der Lesters (angeführt von Spartaco Conversi und Nello Pazzafini) ermordet. Nun kommt sein Sohn Lawrence (Stephen Forsyth) zum Ort des Geschehens zurück. Doch trotz dem Drängen seiner Schwester Jane (Luciana Gilli) denkt Lawrence überhaupt nicht an Rache, sondern will diese augenscheinlich dem Gesetz überlassen. Nur einer scheint sich den Lesters entgegenzustellen und das ist der mysteriöse Fremde Harry Boyd (Mark Damon). Wer ist er und was hat er mit dem Mord an dem Marshall zu tun?

Kritik:
Ich bin Quentin Tarantino so dankbar! Ich ärgere mich zwar immer noch ein wenig über die in meinen Augen total misslungene letzte Stunde von „Django: Unchained“, aber mittlerweile sind als cash-ins so viele wunderbare Italowestern veröffentlicht worden, dass ich mich vollkommen entschädigt fühle. So auch dieser kleine feine Film, bei dem niemand anderes Regie führte als Riccardo Freda, der zusammen mit Mario Bava wohl zu den Urvätern des italienischen Genre-Kinos zu zählen ist. Wogegen die Western von Bava mir aber eher nur mittelmäßig gefallen, konnte mich Fredas „Der Tod zählt keine Dollar“ richtig begeistern:
Die Action wurde im Vergleich zu einigen anderen Genrebeiträgen ein klein wenig zurückgeschraubt, aber nur um Platz zu schaffen für eine Reihe von Charakteren, die durch ihr ständig wechselndes Verhältnis zueinander den ganzen Film lang bei Laune halten. Am laufenden Band werden neue Identitäten aufgedeckt, Töchter haben plötzlich Väter, Väter plötzlich Söhne, Söhne sind plötzlich verlobt und diese Entwicklungen werden so geschickt gezeigt, dass es zu einigen überraschenden Twists kommt (auch wenn ein großer von der Inhaltsangabe auf der DVD gespoilert wurde :wart: ).
Die Darsteller, welche diese interessanten Figuren verkörpern sind alle bestens gelaunt, allen voran Mark Damon, der, bevor er in seinen üblichen Gentleman-Pistolero-Modus wechselt als ungehobelter Herumtreiber für einige Lacher sorgte. Besonders freut es, dass Nello Pazzafini anstatt irgendwo im Hintergrund erschossen zu werden, den großen Oberschurken geben darf, Luciano Pigozzi gewinnt in diesem Film in seiner Rolle als betrunkener Dorfrichter wieder mal den Peter-Lorre-Doppelgänger-Preis und Ignazio Spalla sorgt in einer kurzen Szene als gutmütiger mexikanischer Bandit mit einem Faible für Reinlichkeit für ein wenig Schmunzeln.
Dass Riccardo Freda sehr viel von der visuellen Komponente eines Filmes versteht, hat er schon oft bewiesen und „Der Tod zählt keine Dollar“ bietet da keine Ausnahme. Besonders im letzten Akt merkt man, was für ein talentierter Mensch (Kameramann war der Ungar Gabor Pogany, der selbige Aufgabe auch in Fredas "Das Gesicht im Dunkeln übernahm) hier hinter der Kamera stand. Der Showdown wird durch geschickt gewählte Einstellungen zu einem emotional äußerst ansprechenden Höhepunkt. Die Bilder des einsamen Luciano Pigozzis vor dem lehren Gerichtsgebäude werden wahrscheinlich unvergesslich bleiben. Ganz große Klasse war auch die Stelle, wo die Banditen plötzlich aus jedem Loch herauskriechen. Diese Szene erinnerte mich ein wenig an jene aus Corbuccis „Django“, in der Franco Nero mit seinem Sarg die Männer von Major Jackson erwartet, die plötzlich von überall kommen. Wogegen Corbucci in seiner Sequenz mehr auf den Schnitt setzt, zeigt uns Freda alles in einer einzigen beeindruckenden Kamerafahrt, die, auch wenn ich die Stelle aus „Django“ vielleicht noch ein klein wenig höher schätze, ungemein dramatisch erscheint. Diese emotionale Tiefe besonders in den letzten Szenen ist nicht zuletzt der epochalen Filmmusik von Nora Orlandi zu verdanken.
Fazit: Vor allem durch die interessanten Charakterentwicklungen und Fredas und Poganys Auge für die Kamera wird "Der Tod zählt keine Dollar" zu einem spannenden und mitreißenden Westernerlebnis. :thup:
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Re: Der Tod zählt keine Dollar - Riccardo Freda

Beitragvon Onkel Joe » 12. Feb 2013, 17:57

Danke für das Review Doc 2 :thup: .
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Wer tanzen will, muss die Musik bezahlen!
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Re: Der Tod zählt keine Dollar - Riccardo Freda

Beitragvon Arkadin » 13. Feb 2013, 12:09

Ich fand den eher durchschnittlich mit einigen interessantenen Momenten. Review ist schon fertig, aber ich warte noch händeringend auf "Zeit der Geier", damit ich die Reviews zu allen 10 "Western Unchained"-Veröffentlichungen endlich ins Netz stellen kann.
Früher war mehr Lametta
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Re: Der Tod zählt keine Dollar - Riccardo Freda

Beitragvon buxtebrawler » 13. Feb 2013, 12:15

Arkadin hat geschrieben:(...) damit ich die Reviews zu allen 10 "Western Unchained"-Veröffentlichungen endlich ins Netz stellen kann.


:thup:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der Tod zählt keine Dollar - Riccardo Freda

Beitragvon Arkadin » 13. Mai 2013, 10:23

Major White, ein einflussreicher Bürger des Ortes Owell Rock, wird von Doc Lester und seiner Bande getötet. Fünfzehn Jahre später kommt sein Sohn Lawrence White zurück in den Ort, um herauszufinden, was damals geschah. Zur gleichen Zeit erscheint auch der geheimnisvolle Harry Boyd auf der Bildfläche. Dieser tut sich mit der Bande von Doc Lester zusammen und wird von diesem beauftragt, Lawrence White einige Morde anzuhängen, und ihn entweder gefangen zu nehmen oder zu töten.

„Der Tod zählt keine Dollar“ ist der einzige Western des großen Riccardo Freda, der nicht nur für den ersten klassischen Horrorfilm Italiens verantwortlich ist (“Der Vampir von Notre Dame“), sondern auch Lehrmeister des legendären Mario Bava war. Ferner drehte er in den 60er Jahren einige der schönsten Gothic-Horror-Schauermärchen aus Italien. Wie sein Schüler Bava, scheint Freda vom amerikanischen und weniger vom italienischen Western beeinflusst zu sein. Sein „Der Tod zählt keine Dollar“ fühlt sich sehr viel amerikanischer und bodenständiger an, als vergleichbare Italo-Western aus dieser Zeit.

Wobei man andererseits aber auch deutlich Fredas Herkunft vom klassischen Euro-Horror und sein hervorragendes Auge für eine stimmungsvolle Inszenierung erkennt. Einige Szenen wirken wie aus einem Bava-Film. Sei es aufgrund einer intensiven Farbgebung und dem Spiel mit Licht und Schatten, oder weil man vom Killer nur seine schwarze Lederjacke (an Stelle der klassischen schwarzen Lederhandschuhe) sieht, wenn er des nächtens bei den Bösen einbricht. Was für diese dann auch meistens mit einem pittoresken Tod endet.

Die Story erlaubt sich ungefähr in der Mitte einen gehörigen Twist, welcher einen zunächst extrem verwirrt, weil mal glaubt, die deutsche Synchronisation hätte einen groben Fehler gemacht. Dies klärt sich aber schnell auf. Mit Mark Damon und Stephen Forsyth wurden zwei Amerikaner in der Hauptrolle gecastet, die sich sehr gut ergänzen. Der steife Forsyth passt hervorragend zu dem scherzenden, agilen Damon, der – wie eigentlich in allen seinen Italo-Western – durch zu stark aufgetragenes Make-Up irritiert. In Nebenrollen erfreuen beliebte Chargen aus der zweiten Reihe den Zuschauer. Wie der unvergleichliche Nello Pazzifino und der „italienische Peter Lorre“ Luciano Pigozzi alias Allan Collins. “Der Tod zählt keine Dollar” ist ein sehr solider Western, der zwischen amerikanischen B-Western und italienischem Gothic-Horror pendelt, wobei der amerikanische Anteil, nicht nur durch die beiden Hauptdarsteller, ungleich größer ist.

Auch „Der Tod zählt keine Dollars“ lief 2007 auf der Retrospektive in Venedig. Das Bild der DVD schwächelt am Anfang leicht, stabilisiert sich dann aber auf gutem Niveau. Zu den Extras: In „Nora zählt keine Dollar“ (17 Minuten) wird Filmmusikkomponistin Nora Orlandi interviewt. Dabei geht es nicht nur um die Musik zu „Tod zählt keine Dollars“, sondern auch ihre Rolle als eine der wenigen weiblichen Filmkomponisten und ihre Art zu komponieren. In „Johnny Dollar“ kommt Filmhistoriker Fabio Melelli zu Wort, doch seine Ausführungen werden wieder durch sinnentstellende und zum Teil einfach vollkommen falsche Untertitel sabotiert.

Screenshots: http://www.filmforum-bremen.de/2013/03/ ... ne-dollar/
Früher war mehr Lametta
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