Reflections in black - Tano Cimarosa (1975)

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Reflections in black - Tano Cimarosa (1975)

Beitragvon jogiwan » 5. Aug 2010, 08:12

Reflections in black - Tano Cimarosa (1975)

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Originaltitel: Il Vizio ha le calze nere

Alternativtitel: Vice wears black hose

Herstellungsland: Italien, 1975

Regie: Tano Cimarosa

Darsteller: John Richardson, Dagmar Lassander, Ninetto Davoli, Magda Konopka, Giacomo Rossi-Stuart, u.a.

Story: -
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Re: Reflections in black - Tano Cimarosa (1975)

Beitragvon jogiwan » 23. Jan 2011, 11:37

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In Mailand geht ein mysteriöser Killer in Frauenkleidern um: zuallererst trifft es die hübsche Marylin, die eines Nachts von einem mysteriösen Besucher aus dem Schlaf geklingelt wird und danach unsanft die Kehle aufgeschnitten bekommt. Die Polizei steht vor einem Rätsel und doch ist das erst der Auftakt einer ganzen Reihe von Morden, die die High Society von Mailand erschüttern. Als das nächste Mädchen in einem Park ermordet wird, stoßen die ermittelnden Beamten Lavina (John Richardson) und sein Kollege Pento (Tano Cimarosa) auf den Schönheitssalon von Mario, in dem beide Mädchen gearbeitet haben. Dort ist auch die auch die Industriellen-Gattin Leonora (Dagmar Lassander) Kundin und pflegte mit Marylin mehr als nur eine geschäftliche Beziehung.

Die Polizei gerät durch ein Foto auf die Spur von weiteren potentielle Opfern und der Comtesse Orselmo (Magda Konopka) und ihrem drogensüchtigen Sohn, der von Mario mit Drogen versorgt wird. Schon bald geschehen weitere brutale Morde an Frauen und der mysteriöse Killer scheint der Polizei auch immer einen Schritt voraus. Als sich Mario jedoch überraschenderweise das Leben nimmt und Orselmos Sohn auf Drogenentzug zunehmend die Kontrolle über sich verliert, spitzt sich die Lage im Umfeld von Leonora und der Comtesse Orselmo weiter zu. Als Letztere wenig später ebenfalls tot aufgefunden wird, steht die Polizei vor einem Rätsel und Lavina hat alle Hände voll zu tun um weitere Frauen vor dem psychopathischen Killer zu beschützen…

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Den sympathischen Tano Cimarosa mit den zerknautschten Gesicht kennt der aufgeschlossene Genre-Freund ja vor allem durch seine grandiose Darbietung als „Kartoffel“ in Renato Polsellis unpackbaren „Das Grauen kommt nachts“. Aber auch zahlreiche andere Werke wie „Cinema Paradiso“ hat der knuffige Schauspieler mit seinem aufbrausenden, sizilianischen Temperament veredelt. Bis vor kurzen habe ich jedoch nicht gewusst, dass der 2008 verstorbene Schauspieler auch bei drei Werken hinter der Kamera Platz genommen hat und mit „il vizio ha le calze nere“ einen Giallo abgeliefert hat, der alle Vorgaben erfüllt und mit Dagmar Lassander auch noch eine der hübschesten Frauen der damaligen Zeit mit an Bord hat.

Leider ist " Il Vizio ha le calze nere" bzw. „Vize wears black hose“ zu Deutsch etwa „Die Lasterhaftigkeit trägt schwarze Strümpfe“ bzw. „reflections in black“ trotz jeder Menge Sleaze und der Mitwirkung von Frau Lassander, John Richardson und Giacomo Rossi-Stuart leider alles andere als ein guter Film geworden. Die Geschichte über den psychosexuellen Killer, der in Frauenkleidern Frauen mit lesbischen und bisexuellen Neigungen meuchelt, ist einfach katastrophal wirr ausgefallen und bietet so derart viele unwichtige Nebenhandlungsstränge, dass der Zuschauer auch bald einmal zur Langeweile neigt. Auch die zahlreichen sleazigen Szenen wirken eher aufgesetzt und sind größtenteils so gar nicht erotisch ausgefallen.

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Wenn man bedenkt, dass im Jahre 1975 auch das Meisterwerk „Profondo Rosso“ entstanden ist, dann wirkt die Inszenierung von „il vizio ha le calze nero“ gleich noch altbackener und ist bestenfalls System-erhaltend ausgefallen. Am ehesten erinnert mich der Streifen aufgrund seiner Sleaziness und der seltsamen Geschichte und seltsamen Charaktere noch an Bianchis „Die Nacht der blanken Messer“. Dass der Film auch in keiner guten Fassung zu bekommen ist, schmälert das Sehvergnügen noch einmal ein gutes Stück und auch die Auflösung der ganzen Slasher-Partie ist für den aufgeschlossenen Zuschauer mangels Alternativen trotz zahlreicher, falscher Fährten gleich einmal zu erahnen.

Umso mehr ist es verwunderlich, dass man für den eher billigen Streifen dann doch ein paar namhafte Darsteller gewinnen konnte. Allen voran natürlich die wunderbare Dagmar Lassander, die neben den zahlreichen untalentierteren Nebendarstellern wie eine Außerirdische wirkt. Den solide agierenden John Richardson hingegen kennt man ja bereits auch aus dem unterschätzen „Eyeball“ von Umberto Lenzi und hat hier abermals gegen ein schwaches Drehbuch und seltsame Einfälle zu kämpfen. Ihm zur Seite steht Tano Cimarosa als aufbrausender Polizei-Kollege, der sich seine Rolle wohl auf den Leib schreiben ließ. Giacomo Rossi-Stuart hingegen hat nur einen sehr kleinen Auftritt, den er dafür grundsolide absolviert.

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Unterm Strich bleibt ein kleines schäbiges Giallo-Filmchen mit kruder Story, viel nackter Haut und beschwingtem Soundtrack, das mich jedoch nicht so richtig überzeugen konnte. Die vollkommen unglaubwürdige Geschichte ist total wirr und verzettelt sich auch noch ständig in Nebensächlichkeiten. Insgesamt gesehen bestenfalls unteres Mittelmaß und auch eher nur für Dagmar Lassander-Fans interessant. Und obwohl ich das bin, bietet „il vizio ha le calze nero“ insgesamt einfach viel zu wenig, als dass man den unbedingt kennen müsste. Wer sein Herz für trashige Gialli der eher kostengünstigen Machart erwärmen kann ist sicher gut beraten, aber seine Zeit kann man sich auch sicher mit wesentlich unterhaltsameren Filmchen vertreiben: 4/10

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Re: Reflections in black - Tano Cimarosa (1975)

Beitragvon Onkel Joe » 23. Jan 2011, 21:15

Muss man also nicht gesehen haben, oder ??
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Re: Reflections in black - Tano Cimarosa (1975)

Beitragvon Canisius » 23. Jan 2011, 21:55

Onkel Joe hat geschrieben:Muss man also nicht gesehen haben, oder ??


Naja, der Film ist billig, dumm, sleazig UND er wurde von "der Kartoffel" Tano Cimarosa inszeniert...kann man sich schon mal angucken. :D
„Seine Stiefel aus frischem Krokodilleder knarrten. Er trug eine Jacke aus gegerbter Elefantenhaut und im offenen Hemd eine Kette aus Leopardenkrallen und Affenzähnen.
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Re: Reflections in black - Tano Cimarosa (1975)

Beitragvon Onkel Joe » 23. Jan 2011, 22:00

Canisius hat geschrieben:Naja, der Film ist billig, dumm, sleazig UND er wurde von "der Kartoffel" Tano Cimarosa inszeniert...kann man sich schon mal angucken. :D


He, he, he und dann auch noch ohne Krüppel-Karate :mrgreen:, ist dann wohl doch kein muss würde ich sagen.
:prost:
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Re: Reflections in black - Tano Cimarosa (1975)

Beitragvon Canisius » 23. Jan 2011, 22:17

Haha, nee...nix mit K(r)ampfsport hier. Natürlich ist der Film kein Muss aber er bietet schon ein paar sleazige Highlights... :)
„Seine Stiefel aus frischem Krokodilleder knarrten. Er trug eine Jacke aus gegerbter Elefantenhaut und im offenen Hemd eine Kette aus Leopardenkrallen und Affenzähnen.
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Re: Reflections in black - Tano Cimarosa (1975)

Beitragvon Reinifilm » 22. Okt 2012, 16:45

Hier noch das "schöne" italienische Video-Cover. :mrgreen:

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