War Flowers - Serge Rodnunsky

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War Flowers - Serge Rodnunsky

Beitragvon horror1966 » 24. Mai 2012, 14:57

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War Flowers
(War Flowers)
mit Brian Balzerini, Christina Ricci, Tom Berenger, Jordan Brun, Scott Michael Campbell, My-Ishia Cason-Brown, Cole Corey, Jason Echols, Bren Foster, Liotta Gabriel, Julian Gant, Jason Gedrick, Diane Hill
Regie: Serge Rodnunsky
Drehbuch: Serge Rodnunsky
Kamera: Andrew McIean / Serge Rodnunsky
Musik: Evan Evans
FSK 12
USA / 2012

North Carolina 1863, der amerikanische Bürgerkrieg überzieht das Land. In einer Welt, die von Angst und Hass geprägt ist, kämpfen drei Menschen um ihr zerrüttetes Leben. Eine junge Frau, deren Wille auf die Probe gestellt wird, eine Tochter ohne einen Vater und ein Vater, welcher seinen letzten noch am lebenden Sohn retten will. Drei Leben, die sich für immer geändert haben und die dennoch nicht den Glauben an das Gute verloren haben, kämpfen um ihr Schicksal.


Im Normalfall könnte man aufgrund der Inhaltsangabe leicht auf ein recht interessantes Bürgerkriegs-Drama schließen das dann auch mit zunehmender Laufzeit eine kleine Liebesromanze bietet, doch die Wahrheit sieht im Endeffekt leider vollkommen anders aus. Vielleicht liegt dies einfach in der Tatsache begründet, das Regisseur Serge Rodnunsky normalerweise seine Filme eher im Action-Bereich ansiedelt und nicht die ganz große Ahnung davon hat ein imposantes Drama in Szene zu setzen, anders kann ich persönlich mir dieses ziemlich missratene Endergebnis nämlich nicht erklären. Zuerst einmal stellt sich bei der Sichtung des Filmes die Frage, wo das Budget von geschätzten 5.000.000 $ geblieben ist, denn in die Ausstattung der Geschichte ist dieses Geld ganz offensichtlich nicht geflossen. Teils billig erscheinende Kulissen deuten vielmehr darauf hin das es sich um eine Billig-Produktion handelt, was man aber auch jederzeit auf die gesamte Produktion beziehen kann.

Am störendsten jedoch ist der ganzzeitig fehlende Erzählfluss, erweckt Rodnunsky doch viel eher den Eindruck beim Zuschauer, das hier einfach etliche Szenen aneinandergeheftet wurden, die größtenteils keinerlei Struktur erkennen lassen. Dadurch gerät das Geschehen fast schon selbstverständlich immer wieder ins Stocken, so das man phasenweise schon arge Schwierigkeiten bekommt, überhaupt einen roten Leitfaden zu erkennen. Auch die Ereignisse erscheinen zumeist äußerst zusammenhanglos und an manchen Stellen wird man gar das Gefühl nicht los, das einiges an Bildmaterial fehlen würde, was im Prinzip der absolute Todesstoß für diesen seltsam zusammengestückelten Film darstellt. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das sich beim Betrachter nach einiger Zeit die ersten Ermüdungserscheinungen andeuten, die mit zunehmender Laufzeit in die pure Langeweile übergehen. Diese wird vom sehr hölzernen Schauspiel sämtlicher Akteure noch zusätzlich gefördert, denn obwohl bekannte Mimen wie Christina Ricci und Tom Berenger mit an Bord sind, kann man die Darstellungen noch nicht einmal als mittelmäßig bezeichnen.

Ich schaue mir sehr gern Filme an, die sich thematisch mit dem amerikanischen Bürgerkrieg beschäftigen und auch eine eingefügte Romanze stört mich nicht weiter, doch was sich der Regisseur beim Dreh dieses zusammenhanglosen Szenarios gedacht hat wird wohl für immer ein gut gehütetes Geheimnis bleiben. Selten bekommt man ein derart unstrukturiertes Geschehen geboten, in dem sich zwar einige recht gute Ansätze erkennen lassen, von denen jedoch nicht ein einziger auch nur ansatzweise richtig ausgearbeitet wurde. Vom eigentlichen Kriegsgeschehen bekommt man außer einigen schlecht in Szene gesetzten Schießereien so gut wie gar nichts mit und auch die sich anbahnende Liebesgeschichte tritt so willkürlich in die Szenerie ein, das man sich ein Lachen nur schwerlich verkneifen kann. Zudem nimmt das Schauspiel in etlichen Phasen schon fast theatralische Züge an und ist außerdem noch extrem künstlich. So ungelenk wie die Darsteller präsentiert sich dann auch die gesamte Story, die ganz eindeutig unter dem scheinbar schlechten Drehbuch zu leiden hat, für das übrigens auch Mr. Rodnunsky verantwortlich zeichnet.

Zu allem Überfluss hat der gute mann sich dann auch noch teilweise an der Kameraarbeit vergriffen, was die ganze Sache nun nicht unbedingt besser macht, da gerade bei diesem Aspekt der Eindruck der zuvor erwähnten Billig-Produktion massiv in den Vordergrund rückt. Ich hatte mich nun wirklich auf diesen Film gefreut, umso größer ist nun natürlich die vorherrschende Enttäuschung über das Gesehen. Viel gewollt und nichts gekonnt ist wahrscheinlich die beste Bezeichnung für das, was sich einem hier in knapp 100 Minuten präsentiert, die größtenteils nicht mehr als quälende Langeweile parat halten, die man sich ehrlich gesagt auch sparen kann. "War Flowers" ist ein Film, der auf der ganzen Linie versagt und keinerlei Dinge beinhaltet, die man positiv anmerken könnte. Hier kann man wirklich fast jeden x-beliebigen und thematisch ähnlich gelagerten Genre-Kollegen empfehlen, der garantiert über einen höheren Unterhaltungswert verfügt als "War Flowers".


Fazit:


Natürlich bringt diese Kritik auch meine persönliche Enttäuschung zum Vorschein, doch Rodnunsky hat eine Geschichte vollkommen in den Sand gesetzt, die durchaus gute Ansätze beinhaltet. Fehlender Erzählfluss und schlecht agierende Darsteller sorgen jedoch dafür, das der Zuschauer ein zähes Geschehen zu Gesicht bekommt, das außerdem noch streckenweise so erscheint, als wenn man diverses Bildmaterial entfernt hätte. Der dadurch entstehende Eindruck zusammenhangloser Puzzle-Teilchen mindert das Sehvergnügen ungemein und lässt einen so zu einem ziemlich schlechten Gesamturteil gelangen.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 100 Minuten


2/10
Bild Big Brother is watching you
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