Im Staub der Sonne - Bruno Corbucci

Helden, Halunken, staubige Dollars, Pferde & Colts

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Re: Im Staub der Sonne - Bruno Corbucci

Beitragvon reggie » 22. Feb 2012, 18:12

Lol hab mir das auch mindestens einmal in der Woche angehört :lol:

Es war mal das ende des Filmes in YT, genauso lange wie halt das lied geht... Habs noch in meinen Favoriten, ist aber nimmer schaubar ;)
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Re: Im Staub der Sonne - Bruno Corbucci

Beitragvon Nello Pazzafini » 22. Feb 2012, 19:17

es gibt ne CD Reggie, da müsst das oben sein.

Spara Gringo Spara - Rainbow (GDM Music 2074)

2006 erschienen, hier die trackliste:

1 Tema Del Maggiore: Peones
2 Tema Del Maggiore: Marcetta
3 Tema Del Maggiore: Peones E Morte
4 Tema Di Fidel: Beat E Fuga
5 Tema Di Stark E Fidel: Suspence E Frustate
6 Temi Del Maggiore, Di Fidel E Di Stark: Galoppate
7 Tema Di Stark: Titoli Di Testa
8 Tema Di Stark E Fidel: Sequenza Deserto
9 Temi Di Stark, Di Fidel E Del Maggiore: Galoppate
10 Stark E Fidel
11 Tema Di Fidel: Beat E Fuga (Extended Version)
12 Tema Di Stark: Titoli Di Testa (Alternate Version)
13 Tema Di Stark E Fidel: Col Fiato Sospeso
14 Tema Di Stark: Titoli Di Testa (Ripresa)
15 Tema Di Stark (Ripresa)
16 Rainbow Saloon
17 Tema Del Maggiore: Suspence
18 Tema Di Fidel: Suspence E Battaglia
19 Tema Di Stark E Fidel: Agguato

:rambo:
Bild

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Re: Im Staub der Sonne - Bruno Corbucci

Beitragvon buxtebrawler » 24. Feb 2012, 21:28

Der immer etwas im Schatten seines mächtigen großen Bruders Sergio stehende italienische Regisseur und Drehbuchautor Bruno Corbucci („Isabella - Mit blanker Brust und spitzem Degen“) drehte 1968 mit „Im Staub der Sonne“ einen seiner wenigen Western.

Pistolero Stark (Brian Kelly, „Flippers neue Abenteuer“ (!)) kann sich durch eine Finte aus dem Knast befreien und tötet einige Männer des reichen Mexikaners Quintaras (Folco Lulli, „Orientexpress“). Dieser lässt ihn unter der Bedingung am Leben, dass er dessen abtrünnigen Sohn Fidel (Fabrizio Moroni, „Vier Fliegen auf grauem Samt“), der nichts mehr mit seinem Vater zu tun haben will, zu ihm zurückbringt und wedelt außerdem mit einer Belohnung finanzieller Art. Fidel hat Unterschlupf bei einer Bande verbrecherischer Kriegsveteranen unter der Führung „Major“ Charlie Doneghans (Keenan Wynn, „Zotti, das Urviech“) gefunden, die ihn ebenso wenig kampflos herausrückt wie Fidel bereit ist, sich in sein Schicksal zu fügen...

Mit seiner Geschichte von zwei Männern, Jäger und Gejagtem, die bald eine Hassliebe füreinander entwickeln, sich gegenseitig zu respektieren lernen und letztlich sogar gegenseitig aus der Patsche helfen, erinnert „Im Staub der Sonne“ an die zwei Jahre zuvor erschienenen Meisterwerke „Der Gehetzte der Sierra Madre“ und „The Good, the Bad and the Ugly“, ohne jedoch deren Qualitäten zu erreichen. Da wären die beiden Hauptdarsteller, die durch ihr Schauspiel zwar nicht negativ auffallen, aber für einen Italo-Western dieser Sorte zu geleckt, zu schön aussehen – ob nun mit Dreitagebart oder ohne. Zudem nervt der Film nach seinem Auftakt ca. eine Viertelstunde lang mit nur bedingt lustigen komödiantischen Einlagen, um dann jedoch glücklicherweise die Kurve zu kriegen und nicht nur fortan wohldosierte Gags eher subtil und tatsächlich zum Schmunzeln anregend zu integrieren, sondern vor allem seine Handlung in sehr angenehmem Tempo zu erzählen und das Katz- und Maus-Spiel durch viele Nebenkriegsschauplätze hindurch ansprechend und unterhaltsam zu gestalten.

Als Genrefreund fühlt man sich sodann schnell wohl in einem von typischen Anti-Helden beherrschten und getragenen Plot, der immer wieder mit bemerkenswerten Details überrascht und eine liebevolle Handschrift erkennen lässt, die offensichtlich nicht einfach den x-ten Genrebeitrag dahinschludern wollte. Trotz vieler Toter wird auf verstörende, visuell ausgeschlachtete Gewaltexzesse verzichtet. Die vom schönen deutschen Titel suggerierte unbarmherzige, staubig-schwüle Atmosphäre stellt sich im Mittelteil auch endlich bei einem Marsch Starks und Fidels durch die Wüste ein, der von Durchhaltevermögen, Überlebenskampf und Solidarisierung gekennzeichnet ist. Ein sehr angenehmer Easy-Listening-Westernsoundtrack verwöhnt die Ohren und hilft der Entfaltung der gewünschten Stimmung auf die Sprünge, wenn die Regie an ihre Grenzen gerät.

Diese Stimmung aufrechtzuerhalten, fällt hingegen schwer, wenn das den Süden der USA an der Grenze zu Mexico darstellen sollende Ambiente bisweilen keinen einzigen Kaktus zu bieten hat und viel mehr nach europäischen Laubbäumen aussieht. Noch schwerer wiegt allerdings die Unfähigkeit Corbuccis, spannende Momente auszukosten, mit Dramatik, Tragik und Pathos zu arbeiten, statt uninspiriert einzelne Szenen im Eiltempo aneinanderzureihen, wodurch sein Film wirkt, als wäre ein Drittel dem Schnitt zum Opfer gefallen. Gut tat man hingegen daran, bis zum Finale offen zu lassen, was genau der Grund für das Familienzerwürfnis ist und sich dadurch die Neugier des Zuschauers über die volle Distanz zu sichern. Das klärt sich dann in einem packenden Finale, das allerdings die Chance zu einem ordentlich pessimistischen Ende vergeigt.

Fazit: Unterhaltsamer, sympathischer Italo-Western mit internationalem B-Cast und einigen deutlichen Schwächen, der mir persönlich etwas zu distanziert erscheint und nicht dreckig genug daherkommt.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Im Staub der Sonne - Bruno Corbucci

Beitragvon Slim Naughton » 25. Feb 2012, 00:08

reggie hat geschrieben:Lol hab mir das auch mindestens einmal in der Woche angehört :lol:

Es war mal das ende des Filmes in YT, genauso lange wie halt das lied geht... Habs noch in meinen Favoriten, ist aber nimmer schaubar ;)
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Tja, den neuen Clip habe ich gemacht, weil ich's schade fand, dass der Song aufeinmal verschwunden war. Ich hatte glücklicherweise noch 'n mp3 von dem Teil, das ich dann mit ein paar meiner Screenshots kombiniert und wieder hochgeschoben habe ;-). Mal sehen, wie lange es jetzt verfügbar bleibt.

Der Streifen selbst ist wie eine Blechschale Cevapcici von Aldi - gibt's die eigentlich noch ? - : nicht wirklich klasse, aber irgendwie sättigend. Hier ein Auszug aus unserer Besprechung:

Diesen im allgemeinen gut beleumundeten Streifen des jüngeren Corbuccis, Bruno, empfand ich als gelinde Enttäuschung. Atmosphärisch ist der Film zudem uneinheitlich geraten: Solider Staub und Dreck wechseln ab mit sattgrünem Laubwald-Ambiente, was im mexikanischen Grenzland eher selten zu finden ist. Hier ist zu merken, dass Corbucci wohl einige Szenen in Italien nachschießen musste, was dem Ganzen nicht gut bekam. Schauspielerisch köchelt man ebenfalls eher auf Sparflamme. Während Keenan Wynn als Enten liebender Bandit durchaus gekonnt Chargieren vermeidet und Brian Kelly einen passablen Revolverschwinger abgibt, bleibt der Rest des Casts blass bis schwach. Hier ist zuallererst Fabrizio Moroni zu nennen, an dessen Performance lediglich sein knappes Leder-Bolerojäckchen und seine Hipsterfrisur bemerkenswert sind. Zudem fehlen mir persönlich Emotionen und Drama, Baby. Und schließlich, um das Gemoser hier mal abzuschließen, sind die wiederholten Fluchtversuche Fidels leider so unspannend wie unwitzig.
Der Film hat allerdings durchaus seine Qualitäten. Die Wüstenpassage beispielsweise ist atmosphärisch sehr stark und beinhaltet auch gleich eine der zahlreichen skurrilen Episoden: So beschwert sich der an den Händen gefesselte Fidel, dass er zu Fuß latschen muss. Stark hat daraufhin nichts eiligeres zu tun als abzusatteln und sein Pferd *lach* in die Wüste zu schicken, um fortan gemeinsam mit seinem Gefangenen durch den Sand zu stapfen. Ein schönes Beispiel für die aufkeimende Männerfreundschaft.
Auch die Humorismen des ja eher auf hemdsärmelige Komödien spezialisierten Corbucci gelingen, wie etwa der Tierarzt (Ignazio Leone), der einem kranken Schwein ein Bein fürs Abendessen amputiert oder eben der Major, der am liebsten mit seiner Ente Sydney schnäbelt. Dazu liefert Kameramann Fausto Zuccoli viele feine Einstellungen, wenngleich mir’s im Ganzen doch zu glatt fotografiert ist. Der gelungene Score von Romitelli bietet in erster Linie Orgel, elektrische Gitarre und Vibraphon zu kleinem Orchester.
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Re: Im Staub der Sonne - Bruno Corbucci

Beitragvon reggie » 27. Feb 2012, 23:14

Hey danke Slim für den Song!!!

Und nochwas "Fidel" und "Stark" sind doch die beiden Coolsten Typen des Italowestern ;) :lol: Ich mag ja den Film total gerne, da schau ich auch über die grünen Italienischen Wälder hinweg, die es in so vielen anderen IW auch gibt...

Emotionen brauchts in dem Film keine... Ausserdem als der Keenan ***** trauert seine Truppe ganz schön :cry:

Für Fidel gibts später ja nichts zu trauern, der ist Froh das er seinen Alten los ist...

Die Wüstenszenen im zusammenhang mit dem Genialen Score sind sowas von genial, da könnt ich Stundelang zusehen wie die durch den Sand stapfen!

Klar gibts wie in Fast jeden IW unlogische, dumme szenen, aber wie gesagt schaue ich da liebend drüber hinweg, bei so einer granate!
Allein der Anfang wie er sich mit dreck und staub irgendwie die Pest ins Gesicht zaubert :lol:

Hir wird gezeigt wie eine waschechte Männerfreundschaft entsteht!

Gefällt mir besser als seine Komödien, er hätte ruhig noch ein paar Ernste western abdrehen können!! ;)
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