Natura contro - Antonio Climati (1988)

Grusel & Gothic, Kannibalen, Zombies & Gore

Moderator: jogiwan

Natura contro - Antonio Climati (1988)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 23. Sep 2011, 16:07

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Alternativtitel:
Cannibal Holocaust 2
Cannibal Holocaust II
Cannibal Holocaust II: Green Inferno
Green Inferno, The
Paradiso infernale

Originaltitel: Natura contro
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1988
Regie: Antonio Climati

Darsteller: Mario Merlo, Fabrizio Merlo, May Deseligny, Pio Maria Federici, Bruno Corazzari, u.a.

Natura contro - Antonio Climati

Bild

Italien 1988

Regie: Antonio Climati

Darsteller: Mario Merlo, Fabrizio Merlo, May Deseligny, Pio Maria Federici, Bruno Corazzari, Roberto Ricci,
Jessica Quintero, David Maunsell, River Fisherman, Sasha D'Arc

Gleich zwei Filmen wurde von skrupellosen Verleihfirmen die Ehre zuteil, als Sequel von Ruggero Deodatos CANNIBAL HOLOCAUST ausgewertet zu werden, zum einen Mario Gariazzos 1985 erschienener SCHIAVE BIANCHE: VIOLENZA IN AMAZZONIA wie auch dem drei Jahre später veröffentlichten NATURA CONTRO von Antonio Climati. Obwohl gerade Gariazzos angeblicher CANNIBAL HOLOCAUST 2 mit Deodatos Meisterwerk, mal abgesehen von einigen Takten seiner Filmmusik, die ganz offensichtlich von Riz Ortlonais sensationellem Score des Originals abgekupfert worden sind, rein gar nichts zu tun hat, führt er das Genre des italienischen Kannibalenfilms doch, ob nun bewusst oder unbewusst, an seine Ursprünge zurück, indem er sich in seinem Kern als Remake von Umberto Lenzis Genreinitialzündung MONDO CANNIBALE präsentiert. Hier wie dort gerät eine Person aus dem westlichen Kulturkreis, bei Lenzi ein Mann, bei Gariazzo ein junges Mädchen, aufgrund widriger Umstände in die Fänge eines Eingeborenenstamms irgendwo im südamerikanischen Dschungel, wo sie zunächst als eine Art exotischer Sklave gehalten wird bis sie in Rang und Ansehen steigt und sich schließlich gar in ein Stammesmitglied verliebt, sozusagen in der Grünen Hölle die wahre Liebe findet. Obwohl SCHIAVE BIANCHE rein inhaltlich sich somit eng an MONDO CANNIBALE hält, ist die Art der Umsetzung dann doch eine völlig andere und konträr zu allen in der Genrehochphase entstandenen italienischen Kannibalenfilmen, nämlich weder beklemmend noch besonders schockierend, ohne eine einzige Tiersnuff-Szene oder ausgiebige Menschenfressorgien, dafür angereichert mit einem naiven Kriminalplot und vielen schnulzigen Elementen, die vor allem gegen Schluss Überhand nehmen und das Ganze mehr in die Richtung eines kitschigen Liebesfilms wenden. Wo SCHIAVE BIANCHE indes eindeutig auf die Genreursprünge verweist, ist zum einen die Tatsache, dass der Film krampfhaft versucht, seine Geschichte als authentisch zu verkaufen, gar mit eingefügten pseudo-dokumentarischen Szenen, die so tun, als seien sie nicht inszeniert, sondern bildeten tatsächlich die Wirklichkeit ab, analog zu den das Genre seit MONDO CANNIBALE begleitenden Texttafeln zu Beginn, die mehr oder weniger glaubhaft versichern, das Folgende basiere natürlich vollkommen auf wahren Begebenheiten, wie auch die Kannibalen selbst, die bei Gariazzo wie auch bei Lenzi nicht mehr als eine vernachlässigbare Randerscheinung darstellen und sich in ihrem einzigen, für die Story kaum entscheidenden Auftritt nicht mal die Bäuche vollschlagen dürfen. Ein ähnlicher Fall liegt dabei auch in Form von NUDE E SELVAGGIO vor, von Michele Massimo Tarantini im Jahre 1985 inszeniert und gerne auch als CANNIBAL FEROX 2 betitelt, ein reiner, zuweilen äußerst trashiger Abenteuerfilm, in dem die Kannibalen ähnlich blitzlichtartig auftauchen, zwar kurz blutig diverse Organe aus ihren Opfern entfernen dürfen, zum Verzehr aber schlussendlich dann doch nicht kommen, da unsre Helden sie im entscheidenden Moment aus dem Hinterhalt heraus überfallen. Allein eine solche Szene unterstreicht überdeutlich, wie drastisch sich der Markt für (italienisches) Exploitation-Kino im Laufe der 80er geändert haben muss. Während Regisseure wie Umberto Lenzi noch zu Beginn des Jahrzehnts in Werken wie MANGIATI VIVI! ohne damit rechnen zu müssen, dass ihnen die Zuschauer ausbleiben, eine extreme Gewaltszene an die nächste reihen und selbst Tierschlachtungen in voyeuristischer Großaufnahme zeigen konnten, scheint das Publikum schon ab 1985 keinen gesteigerten Wert mehr darauf gelegt zu haben, sich mit solchen Grausamkeiten konfrontiert sehen zu müssen. Alle drei Filme, SCHIAVE BIANCHE, NUDE E SELVAGGIO sowie NATURA CONTRO, sozusagen die allerletzten Ausläufer der Kannibalenfilmwelle, eint dabei, dass ihre Optik etwas sehr Amerikanisches hat, etwas Glattes, Poliertes, ohne die kleinste Pore Schmutz, was keinen Platz mehr lässt für die geschmacklosen Ausschreitungen, die dem Genre noch ein paar Jahre zuvor seinen umstrittenen Ruf beibrachte.

Drei Jahre später in NATURA CONTRO sind die Kannibalen dann vollends verschwunden, haben nicht mal mehr einen Kurzauftritt, und was bleibt, sind einzig einige Genretopoi, die Antonio Climati auf eine Weise in seinen Film einbringt, dass dieser sich über weite Strecke schon fast den Anstrich einer bewussten Kannibalenfilmparodie gibt oder zumindest einer bewussten Umkehrung der bis dato geltenden Genreregeln. Zunächst klingt die Story, die uns hier aufgetischt wird, vollkommen vertraut. Wieder mal ist ein Professor spurlos im Dschungel verschollen, und vier junge Menschen mit Namen Fred, Mark, Pete und Jemma brechen auf, um diesem Verschwinden auf eigene Faust nachzugehen. Ironischerweise vergisst das Skript diese Prämisse in der Folge über weite Strecken, wenn unsre Helden von einem Abenteuer ins nächste geraten, sich im Dschungel mit böswilligen Goldsuchern, Kinderhändlern und ihnen feindlich gesonnene Eingeborenen auseinandersetzen müssen, aber auch mal gewisse Zeit bei einem Urwalderemiten verbringen, der sie in die Kunst des Schlangenfangs einweiht, oder sich selbst dafür engagieren lassen, für einen dubiosen Affenhändler neue Ware zu besorgen, indem sie diese mittels narkotisierter Pfeile von den Bäumen schießen. Das alles klingt exakt so aufregend wie es umgesetzt wurde. Größtenteils völlig zusammenhanglos klebt Climati seine kreativen Hochsprünge aneinander, ohne dass sich daraus auch nur so etwas Ähnliches wie eine Story entwickeln würde. Die Charaktere, blass wie man nur sein kann, stolpern durch die konfusen Handlungsstränge bis sie erst am Ende, während der Zuschauer sich längst nicht mehr an den eigentlichen Grund ihrer Reise erinnert, auf einmal doch zufällig auf den vermissten Professor stoßen, und der Film in einer wirklich abstrusen Pointe gipfelt. In seiner episodenhaften Machart erinnert NATURA CONTRO stark an NUDE E SELVAGGIO, allerdings ohne dass er jemals dessen Drive und Kurzweil erreichen würde. Zerstückelt, ohne rechten Bezugspunkt, dümpelt der Film stattdessen vor sich hin, setzt selten einen Fokus und verliert sich in uninteressanten Subplots oder in seinen etwas zu glatten Landschaftsaufnahmen. Zuweilen mag man gar daran glauben, keinen nominellen italienischen Kannibalenfilmen vor sich zu haben, sondern eine BBC-Dokumentation über die mannigfaltigen Weisen, wie man Schlangen, Affen und anderes Urwaldgetier haschen kann. Ich kann nur erahnen, was jemand nach Genuss des Films empfunden haben mag, der sich tatsächlich durch die irreführende Betitelung als CANNIBAL HOLOCAUST 2 hat übers Ohr hauen lassen.

Interessant wird NATURA CONTRO, den man im Grunde als harmlosen, uninspirierten Abenteuerfilm der drögeren Sorte abtun könnte, erst, wenn man ihn auf eine Metaabene hebt und ganz konkret in Bezug zu CANNIBAL HOLOCAUST setzt. Ins Auge sticht zunächst die Tierliebe, die hier gepredigt und geübt wird. Die Stoßrichtung ist ziemlich eindeutig, wenn einer der Protagonisten gleich zu Beginn des Films in einem Biologischen Institut eine Schwimmschildkröte aus ihrem Becken nimmt, und sie sofort danach mit einem beseelten Lächeln zurück ins Wasser setzt ohne ihr auch nur ein Haar gekrümmt zu haben. Das Schlimmste, was den Affen in NATURA CONTRO geschieht, ist, dass man sie betäubt oder in Kisten sperrt. Statt dass man ihnen die Schädeldecke abtrennt und ihnen das Gehirn auslöffelt, darf einer, der offenbar einen Kreislaufkollaps erlitt, gar von einem unsrer Helden per Mund-zu-Mund-Beatmung zurück ins Leben geholt werden. Nicht zuletzt ist auch ein Nasenbär zugegen, der zufrieden und unbehelligt an Bord eines Bootes herumtrollt und sich mit einer herumliegenden Trompete amüsiert. Ich weiß nicht, inwieweit Climati und sein Team, die ja sicher noch nicht ahnten, mit welchen Mitteln ihr Film später vermarktet werden würde, sich bewusst gerade diese drei Tiergattungen aussuchten, um ihren freundlichen Umgang mit Mutter Natur unter Beweis zu stellen, an einen Zufall kann ich aber kaum glauben, wenn man bedenkt, dass es eben diese sind, die in CANNIBAL HOLOCAUST die schlechteste Behandlung erfahren. Umso überraschender und womöglich auch heuchlerischer wirkt das Ganze unter Berücksichtigung von Climatis sonstiger Filmographie, immerhin zeichnete der Mann für einige Mondos verantwortlich, deren Highlights sich nicht selten aus breit ausgewalztem Tiersnuff zusammensetzen, und ist daher nicht unbedingt prädestiniert dafür, dass man ihm seine plakativ zur Schau getragene Tierliebe so vorurteilslos abkauft. Kurios indes ist, dass gerade Antonio Climati, seines Zeichens Kamermann sowohl bei MONDO CANE als auch bei AFRICA ADDIO und damit sozusagen Mondo-Filmer der allerersten Stunde, den allerletzten klassischen Italo-Kannibalenfilm inszenieren durfte, was in gewisser Weise, wie schon SCHIAVE BIANCHE, auf die Geburt des Genres aus dem Mondo-Film verweist. Noch ein weiteres Element hierbei ist freilich auch die Anwesenheit einer Reporterin, in unserem Fall Jemma, die weibliche Hauptperson des Films. Die treibt sich zwar schon seit geraumer Zeit im Dschungel herum, um dortige Kuriositäten zu photographieren und für die Nachwelt festzuhalten, darunter einen Hersteller von Schrumpfköpfen, nie verletzt sie allerdings ihren Berufsethos, bleibt stets in den Grenzen, die die Moral ihr steckt, und ist das leuchtende Gegenteil von Alan Yates und seiner Crew in CANNIBAL HOLOCAUST, wenn sie es für ihre Aufgabe hält, Eingeborenen, denen von anderen Weißen Schlechtes widerfuhr, in ihren persönlichen Schutz zu nehmen und ihnen ihre Hilfe anzubieten.

Überhaupt ist von der Grünen Holle, wie einer der Alternativtitel von NATURA CONTRO lautet, nicht viel zu spüren, kommen doch alle Gefahren, denen unsere Helden ausgesetzt sind, von Eindringlingen in die friedliche, paradiesische Dschungelwelt, von dem Einbruch der Zivilisation mit all ihren geldgierigen, machthungrigen Auswüchsen in den Garten Eden, als der der Urwald von Climati verklärt wird. Deutlich wird das in der einzigen Szene, die unmissverständlich und direkt CANNIBAL HOLOCAUST kopiert. So wie Professor Monroe Zeuge wird, wie ein Eingeborener seine die Ehe gebrochene Gattin gemäß eines archaischen Stammesrituals dahingehend bestraft, dass er ihr einen mit Dornen gespickten Klumpen Schlamm in die Vagina einführt und sie danach erschlägt, dürfen unsere vier Protagonisten aus einer nahezu identischen Perspektiven einen Blick auf die grausame Behandlung eines Eingeborenensklaven werfen, der nach einem gescheiterten Fluchtversuch von seinen Herrn und Gebietern, die ihre Gefangenen dazu zwingen, unter unmenschlichen Bedingungen an einem Flusslauf nach Gold zu graben, mit dem Verlust seines Geschlechtsteil bestraft wird, das ihm von einer dressierten Schlange abgebissen wird. Was auf dem Papier noch einigermaßen brutal klingt, ist in der keuschen Inszenierung, die sich natürlich nicht traut, die Tat mehr als nur anzudeuten, schon eher unfreiwillig komisch, macht aber deutlich, wieweit das Genre sich seit 1980 wandelte. Hier sind es nicht mehr die Eingeborenen, die aufgrund ihrer spezifischen Lebensweise Gewalt als Tagesordnung praktizieren, vielmehr geht alle Grausamkeit von den Kolonialisten aus, die darum bestrebt sind, sich die harmonische Dschungelwelt Untertan zu machen. Sicher blasen auch Filme wie CANNIBAL HOLOCAUST oder CANNIBAL FEROX in ein ähnliches Horn, gestalten aber, was NATURA CONTRO völlig unterlässt, ihre Eingeborenen im besten Fall als ambivalent, friedliebend bis zu dem Punkt, wo man sie reizt und sie in eine beispiellosen Rachedurst verfallen, ein Punkt, der das Genre oft genug in eine rassistische oder zumindest westlich-überlegene Ecke schob. In NATURA CONTRO bietet sich stattdessen das einseitige Bild vom edlen Wilden, der Hilfe von außen bedarf, um sich überhaupt gegen die Invasoren zur Wehr setzen zu können, gegen die aufzubegehren ihm nicht mal im Traum einfallen würde. Das Schrecklichste, was Eingeborene in NATURA CONTRO begehen dürfen, schlägt sich in der wohl einzigen Szene nieder, in der der Film für ein paar Minuten vollends in Trash-Gefilde abdriften. Unsere Helden sind auf Affenfang gegangen. Noch während der Jagd werden sie von einem fremden Stamm überwältigt. Dessen Häuptling kann überraschenderweise fließend Englisch sprechen und macht den vier jungen Leuten klar, dass es ihm überhaupt nicht passt, dass sie ihm und seinen Angehörigen die Affen wegnehmen. Als Strafe müssen sie nun ebenfalls wie Affen behandelt werden. Es ist schon erstaunlich, wie ernst der Film sich gibt, wenn Jemma daraufhin gegen ihren Willen mit Bananen gefüttert und einer der Jungs dazu gezwungen wird, auf einen Baum zu klettern. Immerhin haben die Protagonisten scheinbar ebenfalls CANNIBAL HOLOCAUST gesehen und können sich aus der Affäre ziehen, indem sie sich mit ihrem Kassettenrekorder von dem Häuptling freikaufen, nachdem sie ihm weismachten, mit diesem sei er der Herr der Geräusche des Dschungels.

Prophetisch, als sei Climati bewusst gewesen, dass es über ein Jahrzehnt dauern würde bis Bruno Mattei mit zwei Filmen den eher peinlichen Versuch unternehmen würde, das schon längst verstorbene und eingesargte Genre wiederzubeleben, lässt er NATURA CONTRO mit einer Bilanz ausklingen, die einer der männlichen Protagonisten, dessen rückblickend erzählende Stimme den Film schon die ganze Zeit immer mal wieder aus dem Off unterbrach, ein paar Jahre später zieht. Inzwischen ist er heimisch in einem italienischen Küstenstädtchen und berichtet mit sich selbst im Reinen davon, wie positiv sich die Abenteuerreise im Amazonasgebiet auf sein Leben und das seiner Freunde auswirkte. Sie alle, so klingt es, haben sich selbstgefunden, sind bessere Menschen geworden, wüssten nun, was ihre Bestimmung im Leben sei. Nach all den kulinarischen Schrecken, die der Kannibalenfilm seit MONDO CANNIBALE auf seine Zuschauer niederregnen ließ, so scheint Climati sagen zu wollen, sind wir jetzt am Ziel angekommen, noch in einem Stück, erwachsen und reif, und können unter das Genre, das seinen kathartischen Zweck mehr als genug erfüllte, für alle Zeiten einen Schlussstrich ziehen.
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Re: Natura contro - Antonio Climati

Beitragvon buxtebrawler » 23. Sep 2011, 16:32

Vielen Dank für die hochinteressante und ausführliche Filmvorstellung, Salvatore, aber...

Salvatore Baccaro hat geschrieben:Hier sind es nicht mehr die Eingeborenen, die aufgrund ihrer spezifischen Lebensweise Gewalt als Tagesordnung praktizieren, vielmehr geht alle Grausamkeit von den Kolonialisten aus, die darum bestrebt sind, sich die harmonische Dschungelwelt Untertan zu machen. Sicher blasen auch Filme wie CANNIBAL HOLOCAUST oder CANNIBAL FEROX in ein ähnliches Horn, gestalten aber, was NATURA CONTRO völlig unterlässt, ihre Eingeborenen im besten Fall als ambivalent, friedliebend bis zu dem Punkt, wo man sie reizt und sie in eine beispiellosen Rachedurst verfallen, ein Punkt, der das Genre oft genug in eine rassistische oder zumindest westlich-überlegene Ecke schob. In NATURA CONTRO bietet sich stattdessen das einseitige Bild vom edlen Wilden, der Hilfe von außen bedarf, um sich überhaupt gegen die Invasoren zur Wehr setzen zu können, gegen die aufzubegehren ihm nicht mal im Traum einfallen würde.


..."Cannibal Holocaust" westlich-überlegen? Die Aussage des Films war doch gerade, dass man es eben nicht ist. Was du im letzten Satz des obigen Zitats schreibst, hat doch viel mehr von westlicher Überlegenheit.

Salvatore Baccaro hat geschrieben:Das Schrecklichste, was Eingeborene in NATURA CONTRO begehen dürfen, schlägt sich in der wohl einzigen Szene nieder, in der der Film für ein paar Minuten vollends in Trash-Gefilde abdriften. Unsere Helden sind auf Affenfang gegangen. Noch während der Jagd werden sie von einem fremden Stamm überwältigt. Dessen Häuptling kann überraschenderweise fließend Englisch sprechen und macht den vier jungen Leuten klar, dass es ihm überhaupt nicht passt, dass sie ihm und seinen Angehörigen die Affen wegnehmen. Als Strafe müssen sie nun ebenfalls wie Affen behandelt werden. Es ist schon erstaunlich, wie ernst der Film sich gibt, wenn Jemma daraufhin gegen ihren Willen mit Bananen gefüttert und einer der Jungs dazu gezwungen wird, auf einen Baum zu klettern.


:lol:
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Re: Natura contro - Antonio Climati

Beitragvon Salvatore Baccaro » 23. Sep 2011, 16:50

buxtebrawler hat geschrieben:..."Cannibal Holocaust" westlich-überlegen? Die Aussage des Films war doch gerade, dass man es eben nicht ist. Was du im letzten Satz des obigen Zitats schreibst, hat doch viel mehr von westlicher Überlegenheit.


Wahrscheinlich habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt, aber das ist ja gerade der Punkt. Ein Film wie NATURA CONTRO möchte das Leben des gemeinen Ureinwohners im Dschungel romantisch verklären und degradiert ihn dafür wohl eher ungewollt in die Rolle eines unmündigen Kindes, das ohne Intervention "höher stehender" Gesellschaftsformen ziemlich aufgeschmissen ist, wohingegen CANNIBAL HOLOCAUST zunächst einmal zwei Gesellschaftsformen, die nicht viel miteinander verbindet, einander objektiv gegenüberstellt, wobei beide nach ihren spezifischen Regeln funktioniert, aber im Grunde unabhängig voneinander sind, sofern nicht die eine in die andere einbricht. Nichtdestotrotz finde ich, dass CANNIBAL HOLOCAUST einige Szene hat, in denen es möglich ist, hineinzuinterpretieren, dass der Blick, mit dem das Treiben im Dschungel beäugt wird, etwas von oben herab geschieht, vor allem im Zusammentreffen von Prof. Monroe und den Eingeborenen finden sich da einige Szenen, oder allein durch den Umstand, dass diese nicht, wie bspw. in CANNIBAL FEROX, erst durch die Grausamkeiten, die die Kolonialisten an ihnen verüben, zu Kannibalen werden, sondern es die ganze Zeit sind, das Fressen und Töten anderer somit zum festen Bestandteil ihres Alltags gehört, was auch durch die drastische Darstellung durchaus einen Nährboden dafür bereiten kann, das Ganze, wenn man unbedingt möchte, als eine Art Verunglimpfung oder Übersteigerung zu sehen.
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Re: Natura contro - Antonio Climati

Beitragvon buxtebrawler » 24. Sep 2011, 17:29

Salvatore Baccaro hat geschrieben:Wahrscheinlich habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt, aber das ist ja gerade der Punkt. Ein Film wie NATURA CONTRO möchte das Leben des gemeinen Ureinwohners im Dschungel romantisch verklären und degradiert ihn dafür wohl eher ungewollt in die Rolle eines unmündigen Kindes, das ohne Intervention "höher stehender" Gesellschaftsformen ziemlich aufgeschmissen ist, wohingegen CANNIBAL HOLOCAUST zunächst einmal zwei Gesellschaftsformen, die nicht viel miteinander verbindet, einander objektiv gegenüberstellt, wobei beide nach ihren spezifischen Regeln funktioniert, aber im Grunde unabhängig voneinander sind, sofern nicht die eine in die andere einbricht.


Alles klar, dann haben wir uns lediglich missverstanden. Sehe ich natürlich genauso wie du.

Salvatore Baccaro hat geschrieben:Nichtdestotrotz finde ich, dass CANNIBAL HOLOCAUST einige Szene hat, in denen es möglich ist, hineinzuinterpretieren, dass der Blick, mit dem das Treiben im Dschungel beäugt wird, etwas von oben herab geschieht, vor allem im Zusammentreffen von Prof. Monroe und den Eingeborenen finden sich da einige Szenen, oder allein durch den Umstand, dass diese nicht, wie bspw. in CANNIBAL FEROX, erst durch die Grausamkeiten, die die Kolonialisten an ihnen verüben, zu Kannibalen werden, sondern es die ganze Zeit sind, das Fressen und Töten anderer somit zum festen Bestandteil ihres Alltags gehört, was auch durch die drastische Darstellung durchaus einen Nährboden dafür bereiten kann, das Ganze, wenn man unbedingt möchte, als eine Art Verunglimpfung oder Übersteigerung zu sehen.


Wenn man unbedingt möchte, ja... In "Cannibal Holocaust" gibt es ja verschiedene Stämme, die unterschiedliche Verhaltensweisen an den Tag legen. Das werte ich eigentlich schon als Beitrag zur differenzierten Betrachtung. Und Monroe und sein Team sind ja nun auch keine moralisch über jeden Zweifel erhabenen Gutmenschen, sondern halbwegs realistisch gezeichnete Charaktere, die letztlich auch das Produkt ihrer Sozialisation und somit auch nicht vor anerzogenen latenten Ressentiments gefeit sind.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Natura contro - Antonio Climati

Beitragvon dr. freudstein » 20. Jan 2012, 01:24

@Bux: misverstanden? Ich glaube, es heißt missverstanden oder mißverstanden :?

Nun mir lag lediglich ein giechisches Tape vor, englische Sprache mit griechischen UT und mir wäre bei weiten auch nicht so viel eingefallen wie meinem geschätztem Salavatore. Für mich doch eher ein belangloser Abenteuerfilm, der mich eher zum Einschlafen ermutigte.

Mit der bisherigen Filmographie hab ich auch noch nichts anfangen können
Dies ist jedenfalls sein letzter Film und gerade mal 5. Werk seit 1974 und zugleich auch sein letztes.
Anscheinend nichts wirklich berauschendes bisher oder ich sollte mir mal eines seiner anderen Werke antun. Angesichts dieses Spätwerkes vermag ich noch zu behaupten,warum :palm:

Entweder hab ich dieses Machwerk nicht verstanden oder aber ich hab es sehr wohl und dieses (bei der ofdb nicht eingetragenes und von mir gelöschtes) Stück verdient zu Recht seine Unbedeutsamkeit :roll:
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Re: Natura contro - Antonio Climati

Beitragvon dr. freudstein » 26. Jan 2012, 15:04

VHS Tape Griechenland

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Re: Natura contro - Antonio Climati

Beitragvon jogiwan » 6. Okt 2015, 07:56

Guckt man auf die Deliria-Kannibalenfilm-Liste ist „Green Inferno“ abgesehen von den beiden Mattei-Nachzüglern aus den Nuller-Jahren einer der letzten italienischen Kannibalen-Filme aus den Achtzigern, wobei sich die Kannibalen hier ja gleich gar nicht blicken lassen. Vielmehr handelt es sich um eine Mischung aus Abenteuerfilm und Mondo-Dokumentation und Herr Climati nimmt den Zuschauer nach einem etwas seltsamen Auftakt mit auf eine abenteuerliche Reise in den unberührten Dschungel und präsentiert mit Piraten, Menschenhändlern und anderen Verbrechern die wahren Gefahren, die Natur und das geruhsame Leben der Naturvölker an dieser Ecke der Erde bedrohen. Dabei ist der Streifen entgegen aller bösen Stimmen gar nicht mal so übel und lediglich etwas ungeschickt erzählt, wenn die turbulente Handlung doch etwas arg gestrafft wirkt und manche Szenenübergänge doch recht holprig wirken. Positiv ist jedenfalls anzumerken, dass die Hauptfiguren sich eher respektvoll dem Dschungel und seinen Gesetzen nähern und sich ausnahmsweise einmal nicht wie die Axt im Walde benehmen. Dennoch gibt es in „Green Inferno“ aber immer noch genug Schauwerte und haarsträubende Entwicklungen, dass man als Zuschauer aus der Exploitation-, Italo- und Trash-Ecke ebenfalls passabel unterhalten wird.
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Re: Natura contro - Antonio Climati (1988)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 22. Mai 2020, 21:36

Erst die kürzliche Zweitsichtung hat mir die Augen dafür geöffnet, wie sehr Antonio Climati offenbar tatsächlich mit NATURA CONTRO einen dezidierten Anti-Kannibalenfilm hat inszenieren wollen. Fast wirkt es, als wolle der ehemalige Kameramann der Mondo-Urväter Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi und spätere Kollaborateur Mario Morras bei drei der kontroverseren Mondo-Filme der mittleren 70er bis frühen 80ern – namentlich:ULTIME GRIDA DALLA SAVANA; SAVANA VIOLENTA; DOLCE E SELVAGGIO - sein zurückliegendes Oeuvre voller Erschießungen vor laufender Kamera (AFRICA ADDIO), als dokumentarisch ausgewiesener Kastrations- und Splatterszenen (ULTIME GRIDA DALLA SAVANA) und reihenweise Aufnahmen, in denen der Fauna äußerst übel mitgespielt wird (SAVANA VIOLENTA), reinwaschen von all den Tabubrüchen und Grenzüberschreitungen, die ihm auf ewig seinen Platz in den Annalen des Transgressions-Kinos sichern werden.

Bei meiner Zweitsichtung habe ich mich nämlich einmal mit Bleistift und Papier bewaffnet, und jeden einzelnen Moment aufnotiert, der auf mich gewirkt hat wie eine Subversion gängiger Kannibalenfilm-Topoi, und im Nachhinein bin ich selbst am meisten erstaunt darüber, wie präzise Climati seinen NATURA CONTRO gegen den Strich des Genres gebürstet hat, das knapp zehn Jahre zuvor zum Nonplusultra an Grausamkeiten im (nicht nur italienischen) Kino avancierte.

Auffallend ist natürlich zunächst einmal die Hundertachtzig-Grad-Wendung im Umgang mit Tieren. Bereits im US-Prolog hieven unsere (austauschbaren, weil eindimensionalen) Highschool-Helden eine Schildkröte aus ihrem Wassertank, - nur um sie sofort wieder unversehrt zurückzusetzen. Dass Climati in dieser Szene CANNIBAL HOLOCAUST seine Reverenz erweist, dürfte genauso klar sein wie kurze Zeit später, als ein kleiner Nasenbär – (also genau das Geschöpf, das in einer der heftigsten Tiersnuff-Szenen von Deodatos Film in Großaufnahme ein Messer quer durch den Hals getrieben bekommt) – putzmunter auf dem Boot unserer Freunde herumturnt. Sinnfälligerweise sind diese kurz zuvor in den Amazonas-Dschungel aufgebrochen, sprich: eben genau wie Professor Monroes Expeditionsteam in CANNIBAL HOLOCAUST, wo dieses ebenfalls erst wenige Meilen bzw. Filmminuten zurückgelegt hat, bevor es dem Coati an den Kragen geht.

Aber auch jenseits seiner animalischen Protagonisten ist NATURA CONTRO voll von Referenzen an das goldene Zeitalter der Italo-Kannibalen: Ein Kassettenrekorder hilft unseren Helden, das Vertrauen eines indigenen Stamms aufzubauen, (wie in CANNIBAL HOLOCAUST); ein Jaguar stürzt in eine Buschfalle, genau wie das arme Schwein in Lenzis CANNIBAL FEROX, wird aber nicht, wie es dort der Fall ist, unverzüglich abgemurkst, sondern sogleich wieder aus dem Erdloch gerettet und in die Freiheit entlassen; bei einer Festzeremonie wird von Eingeborenen zwar ein Schwein geschlachtet, doch geschieht das konsequent im Off, bzw. scheint die Tötung durch etliche Liter von Kunstblut lediglich simuliert zu werden.

NATURA CONTRO besitzt wenig überraschend kaum herbe Gewaltszenen. Als unsere Helden einmal in die Fänge eines etwas ruppiger auftretenden Naturvolks geraten, (das indes aus gutem Grund und nicht per se ruppig ist, denn man zeigt sich erbost darüber, dass unsere Freunde zuvor Jagd auf Äffchen gemacht haben, die den Nahrungsgrundstock des Stammes darstellen), erweisen sich die Folterqualen, denen sie ausgesetzt werden als regelrecht unfreiwillig komisch: Beispielweise wird der Brustkorb eines Mannes mit Ameisen bestreut, (offenbar ein Verweis auf eine ähnliche Szene in Deodatos ULTIMO MONDO CANNIBALE, wo die Tortur allerdings mit einem bis auf den Knochen abgenagten Arm endet.) Überhaupt besitzt die Gewalt in Climatis Filme etwas comichaft Überzogenes: Da kann es schon mal sein, dass eine Handvoll Bübchen plötzlich eine Gruppe schwerbewaffneter Menschenhändler spielerisch außer Gefecht setzt, und sowieso kommt man aus jeder noch so brenzligen Situation mit heiler Haut davon. Wenn einem der Antagonisten das dann doch einmal nicht gelingt, dann verweigert uns NATURA CONTRO schlicht die exploitativen Schauwerte: Auch dieser Dschungel ist voll mit den Stachelkugelfallen, die Deodato und Lenzi so sehr lieben, doch im Einsatz sehen wir sie nie. Zu den heftigsten Eintgleisungen gehören folgerichtig: Eine Szene, in der einem Mann ein spezieller Amazonasfisch in den Anus zu kriechen versucht, (Kopfnicken in Richtung Piranha-Szene in CANNIBAL FEROX); ein Mann, dem per Anakonda der Penis amputiert werden soll, (Kopfnicken zu den inflationären Entmannungs-Momenten, wie man sie aus Martinos LA MONTAGNA DEL DIO CANNIBALE, CANNIBAL HOLOCAUST oder CANNIBAL FEROX kennt); tatsächlich wird einmal auch ein Äffchen mit Pfeilen gespickt, doch ist die Szene derart zurückhaltend gefilmt, dass kaum von einer angestrebten Shock-Wirkung gesprochen werden kann, (und musste scheinbar trotzdem für eine Freigabe des Films in Großbritannien der Schere zum Opfer fallen: Mehr als fünf Sekunden sind das aber nicht.)

New-Age-Mondo ist ein Begriff, der mir ziemlich schlüssig erscheint für Filme, die sich strukturell-ästhetisch zwar an Werken wie MONDO CANE orientieren, in dem Gestus, mit dem sie ihre Aufnahmen aus aller Welt präsentieren, jedoch völlig andere Wege beschreiten, nämlich indem sie (wortlos) vor ökologischen Katastrophen, vor der zunehmenden Isolierung des Individuums in der Globalgesellschaft, vor Konsumrausch und Turbokapitalismus warnen – eine Kategorie, zu der ich Filme wie Godfrey Reggios KOYAANISQATSI oder Ron Frickes BARAKA rechnen würde. Falls das irgendeinen Sinn ergibt, wäre Antonio Climatis NATURA CONTRO dann so etwas wie ein New-Age-Kannibalenfilm, (und zwar so ziemlich der einzige, wenn man nicht noch Mario Gariazzos SCHIAVE BIANCHE, VIOLENZA PROFONDA hinzurechnen wollte, der genauso gut als Genre-Abgesang fungiert, wo er doch die Story und Struktur von Lenzis Initialzündung MONDO CANNIBALE imitiert, um sie letztlich gegen sich selbst zu wenden.)

Wenn man bedenkt, dass Antonio Climati vor allem mit den Faux-Snuff- und Pseudo-Found-Footage-Szenen seiner Mondo-Filme nicht nur plakativere Nachzügler wie John Alan Schwartzs FACES OF DEATH, sondern vor allem Ruggero Deodatos CANNIBAL HOLOCAUST, die Apotheose des italienischen Kannibalenfilms, entscheidend beeinflusst hat, dann erhält NATURA CONTRO nur noch umso mehr den Nimbus einer umfassenden Beichte und anschließender Wiedergutmachung vergangener "Sünden". (Wobei der Soundtrack dieses Films mit seinem exorbitantem Einsatz von 80er-Synthies, Drum-Computern, Adlergeschrei, vermeintlichen Stammesgesängen und vor allem Trompeten-Schmalz freilich wiederum als mindestens genauso große Sünde gelten kann, ergh.)

Ein Bild, mit dem sich Climatis Abschied aus dem Regiegeschäft am besten zusammenfassen lässt: Unsere Helden treffen auf eher skruppelose Affenjäger, die die Tiere rücksichtlos in Kisten verpacken, um sie an Forschungslabore zu versenden. Einer der Buben greift sich ein vermeintlich mausetotes Äffchen und schafft es, es per Mund-zu-Mund-Beatmung zurück ins Leben zu holen. Kann man den Ethos des Kanniblaen-Genres denn noch mehr um die eigene Achse wälzen?

Nach NATURA CONTRO hat Climati, den ich für einen wahrlich unterschätzten Kameramann halte, noch die beiden wundervollen Trash-Kanonen RAGE - FURIA PRIMITIVA (Vittorio Rambaldi) und NIGHTMARE CITY (Maestro Lenzi) auf Zelluloid gebannt, um sodann auf Nimmerwiedersehen in der Versenkung zu verschwinden. Oder weiß jemand, was der Mann heute macht? Kontaktdaten, anyone? Für ein Skype-Interview würde ich glatt noch einmal ALLE italienischen Kannibalenfilm en detail besprechen... ;)
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