Geschichten, die zum Wahnsinn führen - Freddie Francis

Moderator: jogiwan

Geschichten, die zum Wahnsinn führen - Freddie Francis

Beitragvon buxtebrawler » 18. Mai 2011, 17:05

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Originaltitel: Tales That Witness Madness

Herstellungsland: Großbritannien / 1973

Regie: Freddie Francis

Darsteller: Jack Hawkins, Donald Pleasence, Georgia Brown, Donald Houston, Russell Lewis, David Wood, Suzy Kendall, Peter McEnery, Neil Kennedy, Richard Connaught, Beth Morris, Frank Forsyth u. A.

In der psychiatrischen Klinik von Doktor Tremayne verwischen die Grenzen zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit auf erschreckende Weise. Tremayne "weiß" um die meist blutigen Geheimnisse seiner vier besonders zu beobachtenden Patienten und schildert deren Geschichten dem eben angekommenen Klinik-Inspektor. Da ist das zähnefletschende Trauma eines kleinen Jungen: Ein Tiger, der dessen ewig streitende Eltern schließlich zerfetzt und sehr reale Spuren seines blutigen Tuns hinterlässt. Und da ist der seltsame Tod von Onkel Albert, dessen Blicke aus dem vergilbten Rahmen Feuer, Tod und Zeit zu bestimmen scheinen. Oder die Geschichte von Brian: Er liebt einen alten, morschen Baum voller Geheimnisse mehr als seine attraktive Frau. Und schließlich Kimo: Der Hawaiianer zelebriert ein menschliches Blutopfer in aller Öffentlichkeit... Wahnsinnsgeschichten? Nein; Geschichten, die zum Wahnsinn führen!


Quelle: www.ofdb.de
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Geschichten, die zum Wahnsinn führen - Freddie Francis

Beitragvon buxtebrawler » 18. Mai 2011, 17:05

Der britische Regisseur Freddie Francis („Frankensteins Ungeheuer“, „Draculas Rückkehr“) drehte auch einige der in den 1960er und -70ern so populären Episodenhorrorfilme für die Amicus-Filmproduktion, „Geschichten, die zum Wahnsinn führen“ aus dem Jahre 1973 ist einer davon. Erzählt werden vier Geschichten, verbunden von einer Rahmenhandlung, durch die Donald Pleasence als Dr. R.C. Tremayne, Leiter einer psychiatrischen Klinik, führt. Durch seine Location erinnert der Film unweigerlich an den ähnlichen „Asylum“, ebenfalls aus dem Hause Amicus, dessen Qualitäten er aber nicht erreicht.

Episode Nr. 1 handelt von einem Jungen mit einem nur scheinbar imaginären, animalischen Freund in Form eines ausgewachsenen Tigers, dessen Eltern sich zunächst durch ewige Streitereien gegenseitig zu zerfleischen scheinen, bis dies jemand anderes wesentlich konsequenter übernimmt. Eine sehr vorhersehbare, aber überaus charmante und makabre Episode, die ein Ventil kindlicher emotionaler Verwahrlosung zu Fleisch und Blut werden und sich auf selbiges in Form der Verursacher jenes Zustands stürzen lässt.

In Episode Nr. 2 bekommt man es mit einer arg konstruierten Geschichte um ein bei einer Hausentrümplung eines verstorbenen Familienmitglieds gefundenes, ein Eigenleben führendes Porträt und ein zu Zeitreisen befähigendes Einrad zu tun, die trotz ihres Endes in einem flammenden Inferno nicht so recht zünden will. Hat das Porträt mit seiner sich bewegenden Augenpartie durchaus noch Gruselambitionen, wirken das Einrad und die Szenen in der Vergangenheit eher albern.

Episode Nr. 3 ist ein mit einer schwarzhumorig-bösen Pointe gespicktes Stück über weiblich-eheliche Eifersucht auf die Hobbys des Mannes, hier anhand eines mit nach Hause gebrachten vermeintlich toten Baumstamms versinnbildlicht, der in seinen Formen an weibliche Rundungen erinnert. Was die Effekte betrifft ziemlich einfach und durchschaubar gehalten, trotzdem eine starke Episode mit einem angenehm überraschenden Ende.

Was die psychische Härte betrifft, hat Episode Nr. 4 die Nase vorn, in der das ehrfürchtige, speichelleckende Verhalten einer Agentin ihrem Klienten gegenüber nicht nur zum Verlust ihrer jugendlichen Tochter, sondern auch zu zelebriertem Kannibalismus führt. Der schwarze Humor wird hier auf die zynische Spitze getrieben, ohne Splatter- oder Goreeffekte wird ein beträchtlicher Ekelfaktor erzeugt und die arschkriechende, für den Erfolg bis zur Selbstaufgabe gehende Geschäftswelt bekommt ihr Fett weg. Großartig!

Weniger großartig ist die Rahmenhandlung, deren Pointe weitaus schwächer als die der letzten Episoden ausfiel. Inszenatorisch und schauspielerisch ist grundsätzlich aber alles im Rahmen und der Charmeanteil macht „Geschichten, die zum Wahnsinn führen“ zu einem kurzweiligen, vergnüglichen Episodenfilm.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Geschichten, die zum Wahnsinn führen - Freddie Francis

Beitragvon buxtebrawler » 9. Jul 2011, 16:24

Deutsches VHS-Cover (hochauflösend):

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Re: Geschichten, die zum Wahnsinn führen - Freddie Francis

Beitragvon buxtebrawler » 25. Mär 2020, 13:02

Erscheint voraussichtlich am 31.03.2020 bei Wicked-Vision als Blu-ray/DVD-Kombination in verschiedenen Mediabooks:

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Cover A, limitiert auf 333 Exemplare

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Cover B, limitiert auf 222 Exemplare

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Cover C, limitiert auf 180 Exemplare

Extras:
* 24-seitiges Booklet mit einem Text von Dr. Rolf Giesen und Christoph N. Kellerbach
* Audiokommentar mit Film-Historiker Dr. Rolf Giesen
* Featurette: „Can I Play with Madness?“ – Erinnerungen an die Dreharbeiten mit Darsteller Leon Lissek und David Wood
* Featurette: „What about Mel?"
* Deutscher VHS-Vorspann
* Originaltrailer
* Bildergalerie

Quelle: OFDb-Shop
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