Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Euer Filmtagebuch, Kommentare zu Filmen, Reviews

Moderator: jogiwan

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 18. Jan 2020, 08:42

Miss Saigon

Bild

„Miss Saigon“ – die gefilmte Musical-Aufführung aus dem Londoner Westend ist schon eine hübsche Sache, die man sich selbst als nicht so großer Fan von Musicals antun kann. Die Geschichte mit Bezug zum Vietnam-Krieg ist natürlich sehr emotional und auch bei der Inszenierung wird ganz dick aufgetragen. Die Kamera schwirrt zwischen den Akteuren herum und ist hübsch dynamisch zusammengeschnitten, sodass man bald vergisst, dass da auch noch ein Publikum sitzt. Die schlechtere Hälfte war 140 Minuten verzückt und das ist das Wichtigste. ;)
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 19. Jan 2020, 19:01

Creepy Hide and Seek

Bild

Als ein Video von einer rituellen Geisterbeschwörung im Internet die Runde macht, verabreden sich die drei Mädchen Akane, Aya und Nozomi in einem Chat für paranormale Phänomene und beschließen aus Neugier die Ereignisse vor Ort nachzustellen. Dieser entpuppt sich als heruntergekommenes und leerstehendes Sanatorium, in dem es nachts auch tatsächlich nicht mir rechten Dingen zuzugehen scheint und während die drei Mädchen eher unbedarft ihrem im Vorfeld genau einstudierten Ritual nachgehen, hat sich offensichtlich bereits eine böse Macht unter sie gemischt…

Eher mittelprächtiger Geisterfilm mit leichten Fetisch-Einschlag, viel inszenatorischem Leerlauf, mäßigen Darstellern und ein paar wenigen herben Momenten. Die Geschichte ist ja rasch erzählt und obwohl das leerstehende Sanatorium und die Geschichte über rituelle Geisterbeschwörungen durchaus Potential haben, wird dieses von Regisseur Kaoru Adachi nie so richtig genutzt. Viel mehr legt dieser auch das Augenmerk darauf, den Mädchen unter den Rock zu filmen oder etwas nackte Schulmädchenhaut zu zeigen, was sich ebenfalls zu Lasten des Horrorfaktors auswirkt. Richtig gruselig wird es auch nicht und die wenigen blutigen Momenten wirken im Vergleich zum unspektakulären Rest eher etwas aufgesetzt. Auch die Schauspielerinnen sind nicht wirklich gut und wirken mit ihrem ständigen Overacting auch in ruhigen Momenten mit ihren seltsamen Dialogen nie wirklich authentisch, sodass auch ihre Angst und Verzweiflung kaum berührt. Wenn man nichts gegen eine kostengünstige Produktionsweise hat, kann man „Creepy Hide and Seek“ als Fan japanischer Werke schon gucken, aber Filme in der Art hat man anderswo sicherlich schon besser gesehen.

Undertaker

Bild

Im Japan der nahen Zukunft hat eine seltsame Seuche die Menschen hingerafft und die wenigen Überlebenden müssen sich vor Angriffen von Wiedergängern fürchten. In dieser postapokalyptischen Zeit streift auch der junge Tomoka als Bestatter der anderen Art umher um zombifizierte Personen im Auftrag von Verwandten zu suchen und von ihrem Leid zu erlösen. Doch die Arbeit bringt den jungen Mann nicht nur in große Gefahr, sondern konfrontiert ihn auch mit seiner eigenen Vergangenheit, in der er seine Jugendliebe verlor und hilflos mit ansehen musste, wie sich diese ebenfalls in einen blutgierigen Zombie verwandelte.

Auf „Undertaker“ hatte ich mich ja eigentlich schon gefreut, aber der Streifen aus dem Jahr 2012 entpuppt sich als lahmes Zombie-Vehikel, dass so gerne viel mehr sein möchte, als Budget und Drehbuch hergeben. Was sich in der Inhaltsangabe vielleicht noch interessant anhört, ist leider völlig verworren inszeniert und „Undertaker“ möchte einen Mittelweg zwischen ruhigem Drama und modernen Zombie-Horror finden und scheitert dabei kläglich an der mangelnden Figurenzeichnung und der sehr holprig erzählten Geschichte, die in kurzen 60 Minuten wohl auch noch einen kleinen Action-Anteil unterbringen wollte, der hier aber völlig fehl am Platz erscheint. Der spannendere Teil des Films ist meines Erachtens auch der, bei dem sich der ruhige Tomoka mit dem Akt des Tötens, nicht nur die Zombies von ihrem Leid erlöst, sondern sich so auch selbst auch von den Geistern der Vergangenheit entledigen möchte. Aber hier wirkt das Ganze weder dramatisch, noch spannend, sondern eher völlig aufgesetzt und so als hätte man unbedingt ein paar Stilrichtungen unterbringen müssen, die aber nicht so richtig zusammenpassen wollen. Da helfen weder der gelungene Look, die ein- oder andere gruselige Splattereinlage, sowie die durchaus gelungene Einstellung zum Schluss. So ist das leider nix...
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 20. Jan 2020, 19:42

Mukuro Trilogie

Bild

Apartment Inferno:

Yoshiki ist immer dann zur Stelle, wenn es um die Entsorgung von Leichen geht. Gemeinsam mit seinen Helfern packt er diese ein und nimmt diese zu sich nach Hause, wo bereits eine mysteriöse Frau wartet, die diese dann stückchenweise verschwinden lässt. Eines Tages ist ein Gehilfe dabei, der sich von dieser Frau und ihrem scheinbar so unschuldigen Blick angezogen fühlt und eine Grenze überschreitet…

Sweet Home Inferno:

Die Schülerin Nozomi berichtet ihrer Familie von Nackenschmerzen, die daraufhin den Priester einer Sekte konsultieren, der prompt einen Dämon diagnostiziert. Da sich die rational denkende und vom Leben gelangweilte Nozomi aber nicht an die vorgegebenen Heilungs-Rituale halten möchte, beschließt die Familie zu härteren Methoden zu greifen…

Just like a Mother:

Yuriko erhält eines Tages die Information, dass sich Naomi in Gefahr befindet und macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter, die stets ihr eigenes Leben der Karriere der Tochter geopfert hat. Diese findet sich in den Fängen einer brutalen Jugendgang, die Naomi unter Drogen gesetzt und eingesperrt hat. Als Yuriko das gleiche Schicksal droht, erwacht in Naomi der alte Kampfgeist und auch ihre Tochter ist nicht bereit, sich dem Leben als Sexsklavin so einfach zu beugen…

Drei Kurzfilme um die 25 Minuten des jungen Regisseur Katsumi Sasaki, die als eine Mischung aus der nihilistischen „All Night long“-Reihe und der etwas unrühmlichen „Guinea Pig“ die etwas herbere Fraktion bedienen. Doch die Beiträge der „Mukuro“-Trilgoy sind nicht nur stumpfe Schlachtplatten, sondern durchaus ansprechend gemacht und gespielt, wobei hier auch die passenden Soundtracks und die stimmigen Locations zu erwähnen sind, die alle drei Kurzfilme aus der Masse herausragen lassen. Klar hätte man vielleicht einiges besser oder zurückhaltender machen können und den „Missing Reel“-Gag will man ja eigentlich auch nicht mehr sehen, aber ansonsten gibt es hier für die härtere Japan-Fraktion nicht viel zu bekritteln. Zartbesaitete sollten vielleicht trotzdem eher Abstand halten, da bei allen drei Beiträgen nichts der Fantasie überlassen wird und die Kamera immer noch draufhält, wo andere längst weg- oder abblenden. Unterm Strich bleiben aber drei durchaus interessante Kurzfilme, bei denen sich Katsumi Sasaki nicht nur als Mann fürs Grobe, sondern auch als durchaus spannender Regisseur in Szene setzt und die tiefsten Abgründe menschlicher Seelen beleuchtet.

Schoolgirl Apocalypse

Bild

Eines Tages muss die introvertierte und schüchterne Schülerin Sakura überrascht feststellen, dass durch ein seltsames Signal alle Männer Japans zu rasenden Bestien werden und Frauen attackieren. Zuerst ist es der Vater, der Sakura und ihrer Mutter nach dem Leben trachtet, wenig später ist es ihre beste Freundin, die vor ihren Augen attackiert wird. So bleibt der jungen Schülerin auch kein anderer Ausweg als sich zu verstecken und abzuwarten. Doch als sich an der Situation nichts ändert, beschließt Sakura nicht mehr passiv zu sein und erhält schon bald Unterstützung von ungewöhnlicher Seite, die ihr hilft, in dieser postapokalyptischen Welt zu überleben…

„Schoolgirl Apocalypse“ ist wider Erwarten kein weiterer Beitrag aus der gorigen Indie-Schiene mit sexy Schulmädchen und ratternden Kettensägen, sondern ein interessant erzählter „Coming-of-Age“-Streifen aus der Fantasy-Ecke über eine schüchterne Schülerin, die sich unvermittelt in der Apokalypse wiederfindet und in einer unwirtlichen Welt ihren Platz finden muss. Dabei überrascht der Streifen neben seiner nüchternen und ruhigen Erzählweise auch noch mit animierten (!) Sequenzen, die eine traumartige und zweite Erzählebene bilden, die mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Regisseur, Drehbuchautor und Cutter John Cairns, der seinen Film im fernen Japan realisiert hat, nennt Kiyoshi Kurosawa, insbesondere dessen „Kairo“ als Vorbild und das merkt man als Fan von dessen Werken auch sehr deutlich an der Art und Weise wie Figuren und die Erzählstränge gestaltet sind. Auch die Lovecraft’schen Andeutungen in der Geschichte fand ich sehr ansprechend und auch wenn man dem Film das schmale Budget beim ein- oder anderen visuellen Effekt schon erkennen kann, so fand ich die Geschichte doch sehr originell und die Machart ungewöhnlich. Eine schöne Überraschung, die ich in der Form nicht erwartet hätte.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 21. Jan 2020, 20:10

Liverleaf

Bild

Die junge Haruka ist neu an einer Schule in einer Kleinstadt in Japan und wird dort nach einiger Zeit von ihren Mitschülern auf übelste Weise gemobbt. Während die Klassenlehrerin heillos überfordert ist und ebenfalls Opfer von Spott und Übergriffen wird, ist es Mitsuru, der als einziger zu der introvertierten Schülerin hält und versucht, sie von dem Übelsten zu bewahren. Als Haruka ihr Schicksal still erträgt, provoziert das die Mobber jedoch zu immer schrecklicheren Taten und die Spirale der Gewalt dreht sich weiter bis eines Tages das Haus von Harukas Eltern in Flammen steht. Doch von diesem Zeitpunkt an ändert sich das passive Verhalten von Haruka und sie beginnt sich zu wehren bis sich der neu gefallene Schnee der Kleinstadt blutrot verfärbt…

Sieht man Filme wie „Liverleaf“ muss man sich schon zwangsläufig fragen, was in Japans Bildungssystem und seiner Jugend so alles im Argen liegt. Filme über Mobbing gibt es ja viele, aber mir ist bislang kein so derart herber und zynischer Film untergekommen, in dem wohl jeder irgendwie Opfer und zugleich Täter ist. Die Manga-Verfilmung scheint ja (hoffentlich!) in allen Dingen hoffnungslos überzogen und so wirken die Figuren und der Mobbing-Anteil zu Beginn genauso abstoßend wie der gorige Rachefeldzug danach, der ebenfalls keine Fragen und Wünsche offenlässt. Da flitzen Messer scheinbar mühelos durch Körper und Extremitäten, Augen werden ausgestochen und noch ganz andere Dinge gemacht, die hier dann auch ein Comic-haftes Ausmaß annehmen und den Zuschauer verwundert zurücklassen. Leider begeht der Streifen im letzten Drittel aber drei kleinere Fehler, die eigentlich gar nicht notwendig gewesen wären und den Film auch nicht wirklich weiterbringen: die Ereignisse ufern immer noch weiter aus, die CGI-Effekte werden billiger und auch der Erklär-Bär zu der Gesamtsituation wird ausgepackt. Ohne dem wäre dem Film nicht nur kürzer, sondern wohl auch knackiger geworden. Ansonsten gibt es bei der ansprechend gefilmten und völlig jenseitigen Schlachtplatte aus dem japanischen Schulalltag aber nicht viel zu meckern, außer der Tatsache, dass der durchaus eindrucksvolle Streifen zum übertriebenen Preis, nur auf DVD und ohne Originalfassung mit UTs unter die Leute gebracht wird.

PS: auch wenn es im Film überhaupt nicht so rüberkommt - Gewalt kann natürlich nie eine Lösung sein! :opa:
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 22. Jan 2020, 19:47

Kedi - Von Katzen und Menschen

Bild

In Istanbul gehören herrenlose Straßenkatzen zum Stadtbild und verleihen der Metropole einen unvergleichlichen Charme. Sie gehören niemanden und doch allen Bewohner und Besuchern der Stadt, die diese Katzen mit Fressen und Streicheleinheiten versorgen. „Kedi – Von Katzen und Menschen“ portraitiert Katzen und Menschen, sowie die besonderen Beziehungen der Vierbeiner zu Menschen und umgekehrt.

Ruhige, unspektakuläre und umso schönere Doku über Istanbul und seine zweibeinigen und vierbeinige Bewohner. Wer die Stadt besucht hat, kennt die zahllosen Katzen und Hunde, die aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind. Ob die Katzen von Handelsschiffen eingeschleppt wurden, von einer höheren Macht geschickt wurden oder auf anderen Wege nach Istanbul gekommen sind, lässt sich ja nicht mehr eruieren, aber sie sind nun einmal da und bereichern das Leben der Istanbuler Bevölkerung auf vielseitige Weise und auch die Touristen freuen sich über die schnurrenden Vierbeiner, auf die man überall trifft. „Kedi – Von Katzen und Menschen“ präsentiert Bilder aus der Sichtweise der Katzen, portraitiert Menschen und zeigt subtile Kritik am politischen System und wunderbare Stadtbilder von oben, die mit Drohnen gefilmt wurden und macht daraus eine leise Doku mit humanistischer Botschaft. So wie Katzen, Hunde und Menschen hier friedlich miteinander leben, so ist auch die Stadt ein wunderbarer Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen und auf einmal ist „Kedi“ nicht nur mehr der simple Tierdoku, sondern eine Bestandsaufnahme von einer Welt, wie sie sein könnte, wenn jeder etwas mehr auf den anderen schaut und Unterschiede nicht zwingend trennen müssen.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 24. Jan 2020, 19:17

Blonde Ambition

Bild

In dem ländlichen Nest Coyote Falls warten die beiden Revue-Tänzerinnen und Schwestern Sugar und Candy Kane in einer heruntergekommenen Bar auf ihre große Chance. Diese bietet sich den beiden auch als unvermittelt ein englischer Prinz namens Stephen Carlisle der Dritte samt Chauffeur auf der Suche nach einem Familienerbstück die Bar betritt und die beiden drallen Blondinen kurzerhand nach New York mitnimmt. Dort lassen lukrativen die Angebote zwar weiter auf sich warten, aber Sugar und Candy vertreiben sich die Zeit mit dem Dreh billiger Filme, dem aufregenden Stadtleben und jeder Menge Sex, als plötzlich und unvermittelt durch eine Verkettung scheinbar unglücklicher Umstände der große Durchbruch der Beiden kurz vor der Türe steht…

Herrlich unterhaltsamer Erwachsenenfilm aus der „Golden Age“-Epoche, der auch eine recht ausgewogene Mischung aus Fleisch-, Unterhaltungsfilm und Komödie findet. Die Ereignisse um die Kane-Sisters sind ja sehr augenzwinkernd dargebracht und sind eine hübsche Hommage an alte MGM-Musicals mit Revue-Stars und viel Musik aus vergangenen Jahrzehnten, die stets etwas trashig aber nicht respektlos daherkommt. Zwar wird in „Blonde Ambition“ mehr getanzt und weniger gesungen, aber manche Szenen sind wirklich zum Schreien komisch, während auch der Rest immer sehr ansprechend gefilmt ist. Persönliches Highlight ist neben der schrillen Neuinterpretation von „Vom Winde verweht“ mit Regisseur Jamie Gillis dabei die grandiose Dusch-Masturbationsszene, die völlig psychedelisch daherkommt. Beim Ende in der New Yorker Gay Bar bleibt dann ohnehin kein Auge trocken, Richard Kerman ist auch dabei und sowieso und überhaupt ist „Blonde Ambition“ neben „The Opening of Misty Beethoven“ wohl mein neuer Lieblingsfilm aus der Ecke. Ein sehr vergnügliches, spritziges und höchst spaßiges Vergnügen für alle Fans von Pelz und anspruchsvollen Kopulationsfilmen mit Niveau
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 25. Jan 2020, 19:54

Die Möweninsel

Bild

Nun habe ich auch die fünfteilige Mini-Serie mit dem Titel „Die Möweninsel“ mit je ca. 45 Minuten Laufzeit gesehen und der positive Eindruck bleibt, auch wenn man der Serie seine Entstehungszeit und TV-Charakter doch auch ansieht. Die turbulenten Ereignisse sind in den ersten zwei Folgen auch durchwegs spannend erzählt, ab der dritten Folge wird das Tempo zurückgenommen und es gibt dann doch auch die ein- oder anderen soapigen Momente, die es dramaturgisch für die Krimihandlung nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber ansonsten gibt es bei dem sommerlichen Mystery-Krimi nicht viel zu meckern und die Serie lässt sich für Fans italienischer Produktionen auch heutzutage noch ganz gut gucken, auch wenn die Serie eigentlich nur bei der finalen Auflösung an selige Giallos erinnert. Die fünfteilige Serie überzeugt jedenfalls durch seine Darsteller, inhaltlichen Überraschungen und sommerlichen Handlungsorte und ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, dass ich „Die Möweninsel“ nach dem Zusammenschnitt als Spielfilm nun auch in der eigentlich gedachten Form sehen konnte.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 26. Jan 2020, 20:11

555


Bild

Die beiden Polizisten Colonel Wayne und Sergeant Connor sehen sich eines Tages nicht nur mit brutalen Morden eines offensichtlich psychopathischen Killers, sondern auch den forschen Attacken der örtlichen Presse ausgesetzt. Der Killer, der es auf Pärchen abgesehen hat, die Männer enthauptet und die Frauen ermordet und missbraucht schlägt auch in den weiteren Nächten zu und ist der Polizei auch immer einen Schritt voraus, die lediglich einen Verdächtigen zur Hand hat, der aber seine Unschuld beteuert. Als die Morde weitergehen bleibt der Polizei auch nichts anderes übrig, als sich mit der resoluten Reporterin Susan zu verbünden um dem Psychopathen auf die Spur zu kommen, der offensichtlich bereits in den vergangenen Jahren eine blutige Spur im ganzen Land hinterlassen hat.

Auf Video gedrehter Diskont-Slasher aus der Achtziger-Abteilung, der natürlich nur für die Handvoll Fans geeignet ist, die sich auch an extrem billiger Machart nicht stören und den damit einhergehenden Unzulänglichkeiten nicht stören. Die Geschichte über einen psychopathischen Mörder, der alle fünf Jahre mordet ist aber für einen Film aus der Amateur-Ecke gar nicht mal so schlecht und ist zudem mit sehr herben Gore-Effekten aufgepeppt, die zwar billig gemacht sind, aber ihre Wirkung nicht verfehlen. Außerdem wird das Auge mit extrem schlechten, aber durchaus sympathischen Darstellern erfreut, die dann auch noch sehr hölzern agieren, herb durch die Gegen fluchen und keine Gelegenheit auslassen, sich gegenseitig übel zu beschimpfen. Die Auflösung ist wie erwartet dann auch haarsträubend und im Finale werden kurzerhand die gesamten Gore-Szenen noch einmal kurz wiederholt und zum Abspann blubbert dann auch noch Acid House von DJ Pierres Fantasy Club. Ich habe ja ein viel zu großes Herz für derartigen Schund und wurde auch passabel unterhalten, auch wenn man verstehen kann, dass viele Zuschauer von derartigen Slasher-Grütze mit Grausen abwenden.

Unterwelt - The World Beyond

Bild

Die etwas forsche Tanja beaufsichtigt als Aufnahmeleiterin ein Fotoshooting für Gothic-Mode im unterirdischen Bunkersystem von Kassel, als am Set auf einmal die etwas verstört wirkende Miri auftaucht, die zudem kein Wort Deutsch spricht. Doch das Mädchen wird kurzerhand mit den zwei anderen gebuchten Models in die Bunker unter der Stadt mitgenommen, die durch zahllose Selbstmörder zu unrühmlicher Bekanntheit gekommen sind und auch immer noch von einer Aura der ausweglosen Verzweiflung durchflutet sind. Als das Shooting beendet wird, ist aber auf einmal der Schlüssel zum Ausgang verschwunden und Angst, Panik und Verzweiflung machen sich unter den Lebenden breit, während für eine von ihnen das Grauen aber noch lange nicht zu Ende ist…

Mit „Unterwelt – The World Beyond“ hat der mir bislang nicht bekannte Kasseler Regisseur Ralf Kemper einen durchaus soliden, deutschen Genre-Film gezaubert, der zwar nicht unbedingt fesselnd beginnt, aber dann in der Mitte doch einen recht ungewöhnlichen Verlauf nimmt, den ich mir so nicht erwartet hätte. Im Gegensatz zu anderen deutschen Genre-Filmen mit überschaubaren Budget setzt Kemper ja auf Atmosphäre und eine originelle Geschichte, die auch optisch ganz hübsch daherkommt. Die Locations unter der Erde sind gut gewählt, die mit Drohnen eingefangenen Shots über der Erde sind auch gelungen und auch wenn nicht alle Darsteller meines Erachtens das gleiche Niveau aufweisen, so gibt es auch hier ebenfalls keine Ausfälle zu verzeichnen. Sicherlich gibt es hie und da ein paar Dinge, die man vielleicht besser machen hätte können, wie zum Beispiel die etwas bemüht erscheinende Zweisprachigkeit und Background mancher Figuren, aber insgesamt betrachtet fand ich „Unterwelt – The World Beyond“ überraschend gut gemacht. Wenn man unkonventionelle Produktionen der deutschen Genre-Landschaft zu schätzen weiß, sollte diesem Film durchaus eine Chance geben.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 27. Jan 2020, 19:26

Abstieg in die Finsternis

Bild

Am letzten Arbeitstag unter Tage wird der angehende Pensionist George wegen einer Wette von seiner in New York studierenden Tochter Sam begleitet, die einen Tag lang mit den restlichen Kumpels die harte Arbeitswelt im Stollen kennenlernen soll. Doch nicht alles sind davon begeistert und wenig später kommt es auch prompt zu einem Unglück, als ein stillgelegter Stollen angebohrt wird und der Ausweg und einige Arbeiter verschüttet werden. Da die Bergung 72 Stunden benötigt und der Sauerstoff langsam knapp wird, dauert es auch nicht lange, bis die Nerven blank liegen. Als auch noch mysteriöse Dinge geschehen, keimt in den Überlebenden auch der Verdacht, das mit dem Aufbohren des Stollens etwas Unheimliches zu ihnen gestoßen ist…

Hoffnungslos unorigineller Stollen-Horror, der technisch und darstellerisch vielleicht nicht so schlecht wäre, aber inhaltlich überhaupt nicht überzeugen kann. Die Geschichte, das Szenario und seine Figuren sind nicht nur lahm, sondern kann sich auch für keine Richtung entscheiden. Dem Zuschauer wird knapp neunzig Minuten lang die sprichwörtliche Karotte vor die Nase gehalten, die dann aber immer wieder weggezogen wird. Leider sind aber auch die Figuren nicht interessant genug, als dass man mit ihnen mitfiebern wollen würde und auch die finale (Nicht-)Auflösung zeugt ebenfalls davon, dass man sich für keine Richtung entscheiden wollte oder konnte. Urängste wie Klaustrophobie, die Ausweglosigkeit oder die Angst vor der Dunkelheit werden kaum genutzt, dafür gibt es alle paar Minuten Jump-Scares, die davon ablenken sollen, dass „Abstieg in die Finsternis“ eigentlich so überhaupt nicht spannend ist. Und so bleibt der Streifen dann auch eher nur für Leutchen interessant, die bei „The Descent“ die Hose voll hatten und sich daher lieber die kreislaufschonendere Variante geben möchten, die aber in allen Belangen kleinere Brötchen bäckt.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 28. Jan 2020, 17:18

Die Todesparty

Bild

jogiwan hat geschrieben:Hehe, herrlich! Typischer 80er-Jahre Teenie-Slasher, der genau das bietet, was man sich von einen derartigen Streifen erwartet. Hübsche Mädels, toughe Jungs und krasse Kills, die eigentlich ganz blutig ausgefallen sind. Die Geschichte ist wie die Auflösung natürlich Sondermüll aus der untersten Schublade der abgelehnten Drehbücher. Dennoch rockt "Die Todesparty" dennoch die Hütte und überzeugt mit dem ehemaligen Bondgirl Caroline Munroe und anderen Knallchargen, die sich natürlich laut Drehbuch immer komplett falsch verhalten. Mit der richtige Getränkebegleitung natürlich ein Kracher, aber auch so macht der Streifen durchaus Laune. 7/10 Punkten und Pflichtprogramm für unseren 80er-verwöhnten Bux :D


Noch immer ganz herrlicher Streifen, der inhaltlich natürlich völlig gaga ist. Warum sollte man sich auch aufregen, wenn rings um einen herum alle ermordet werden? Da kann mal ruhig mal zwischendurch ein Bad nehmen, eine Nummer schieben, den Rasenmäher-Traktor reparieren oder der Todesangst mit einem kleinen Nickerchen begegnen. Egal, so bleibt es für den Zuschauer natürlich spannender und umso blutiger und auch sonst bietet der unterhaltsame Slasher aus der Schüler-Mobbing-Ecke noch immer keinen großen Anlass zur Kritik. „Die Todesparty“ ist unterhaltsam und präsentiert dem Zuschauer alles, was man sich in einem derartigen Streifen erwartet und toppt alles mühelos mit absurden Ideen, die schwer unterhaltsam sind. Ein Film zum Liebhaben!
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 31697
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

VorherigeNächste

Zurück zu "Filmtagebücher"


 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast