The Wild Boys - Bertrand Mandico (2017)

Moderator: jogiwan

The Wild Boys - Bertrand Mandico (2017)

Beitragvon jogiwan » 7. Jan 2020, 07:38

The Wild Boys

Bild

Originaltitel: Les garçons sauvages

Herstellungsland: Frankreich / 2017

Regie: Bertrand Mandico

Darsteller: Christophe Bier, Pauline Lorillard, Sam Louwyck, Elina Löwensohn, Anaël Snoek

Story:

Fünf Jungs aus wohlhabendem Hause begehen während den Proben zu einem Theaterstück im Kollektiv ein grausames Verbrechen an ihrer Lehrerin. Zur Strafe und Läuterung werden die Freunde nach einer aufsehenerregenden Gerichtsverhandlung von ihren Eltern einem ominösen Seemann anvertraut, der ihnen in den folgenden Wochen wieder Zucht und Ordnung beibringen soll. Das Leben auf See ist auch sehr hart, entbehrungsreich und dennoch wollen sich die fünf Heranwachsenden mit ihrem Hang zu okkulten Dingen weiterhin nicht den gängigen Moralvorstellungen und gesellschaftlichen Vorgaben beugen. Als sie auf einer entlegenen Insel mit merkwürdiger Flora und Fauna ankommen, ist die Reise und Reintegration der fünf Jungs auch noch lange nicht zu Ende, sondern beginnt nun erst so richtig einen mehr als seltsamen Verlauf zu nehmen.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: The Wild Boys - Bertrand Mandico (2017)

Beitragvon jogiwan » 7. Jan 2020, 07:39

Kaum ein Film ist mir in den vergangenen Wochen von netten Menschen so oft empfohlen worden wie Bertrand Mandicos 2017 entstandener „Les garçons sauvages“, der sich auch sehr gut darin mach, die üblichen Sehgewohnheiten und Erwartungen des Zuschauers gründlich auf den Kopf zu stellen. Was in meiner Inhaltsangabe ja bewusst etwas vage gehalten ist, entpuppt sich ja bei näherer Betrachtung als mehr als schräger Film mit hübscher Stummfilm-Ästhetik, bei dem man auch nie so wirklich sicher sein kann, welche Überraschung als nächstes um die Ecke lauert. Der ganze Streifen ist wie ein fiebriger Traum, völlig entrückt, sehr sexuell und neben der Spur und trotzdem verliert Mandico weder den Faden noch den Spannungsbogen aus den Augen, sondern präsentiert hier einen mehr als wilden Genre-Cocktail mit einer völligen Selbstverständlichkeit, sodass auch dem Zuschauer nichts anderes übrig bleibt, als die Ereignisse auch als solche zu akzeptieren – selbst zu dem Zeitpunkt, an dem der Streifen dann völlig durch die Decke geht. Dabei ist „Wild Boys“ aber weder anstrengend oder verkopft, sondern durchwegs unterhaltsam und kurzweilig inszeniert. Danach ist man aber erst einmal geplättet und es ist wohl ebenfalls kaum verwunderlich, dass in der darauffolgenden Nacht diese seltsamen Bilder weiter in meinem Kopf herumgespukt sind. Ja, so etwas sieht man wirklich nicht alle Tage…
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Re: The Wild Boys - Bertrand Mandico (2017)

Beitragvon Arkadin » 7. Jan 2020, 11:18

Hast Du im Vorfeld gewusst,
dass die Jungs von jungen Frauen gespielt werden
?
Mich hat Mandico damit ja voll gekriegt.
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Re: The Wild Boys - Bertrand Mandico (2017)

Beitragvon jogiwan » 7. Jan 2020, 11:22

Arkadin hat geschrieben:Hast Du im Vorfeld gewusst,
dass die Jungs von jungen Frauen gespielt werden
?
Mich hat Mandico damit ja voll gekriegt.


ich hab das nicht gewusst, aber das war mir bereits nach wenigen Minuten klar, auch wenn das - zugegeben - gut verschleiert wird.

PS: wobei mich die körperliche Verwandlung in ihrer Konsequenz dann doch auch geflasht hat
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Re: The Wild Boys - Bertrand Mandico (2017)

Beitragvon karlAbundzu » 7. Jan 2020, 14:02

Eine Gruppe verwöhnter Jugendlicher, die es dann doch mal übertreibt, in den Händen eines Kapitäns gebracht, damit diese durch gemeinsam erlebte Abenteuer wieder in die Gesellschaft zurückgeführt werden können. Sie landen auf einer Insel mit merkwürdigen Pflanzen, auf der ein*e Wissenschaftler*in lebt und wirkt. Der Trick des Ganzen ist tatsächlich eine Manipulierung der Geschlechter.
Wow, wo sind wir hier? Die Story inspiriert von „Herr der Fliegen“ und beruht auf William S. Brroughs „The Wild Boys – A Book oft he Dead“ (siehe auch Duran Duran), erinnert er auch etwas an Singapore Sling und Querelle, aber mit wenig Humor, aber auch, viel schwarz/weiß, etwas Farbe, Nacktheit, und sehr viel Genderingdingading.
Underground, Kenneth Anger Feeling. Magick. Und eine überraschend auftauchende Elina Löwensohn.
Super Sounds auch: Exeprimentell, 80er Style, Elektrisch! Und ein bisschen Nina Hagen.
Sehr viel zu verarbeiten/nachdenken, geflasht hat der Film mich total im Kino. Stellt Norm und Normalität in Frage, was ja immer gut ist.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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