Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 25. Nov 2019, 20:05

Frogs

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Wer bei „Frogs“ einen Tierhorror-Streifen mit ökologischer Botschaft erwartet, wird wohl gnadenlos enttäuscht, da der Umweltgedanke schon in den ersten Minuten einer völlig lahmen Familiengeschichte geopfert wird. Diese soll mit ihrem patriarchalischen Charakter wohl den Abgesang auf ein antiquiertes Gesellschaftssystem darstellen, bei dem neben progressivem Gedankengut auch die ehemals ausgebeutete Natur zurückschlägt. An sich eine sehr spannende Sache, die hier aber mit nervigen Figuren und unglaubwürdigen Szenario völlig verschenkt wird. Stattdessen gibt es Tieraufnahmen und lächerliche Todesszenarien, die eher zum Fremdschämen animieren. „Frogs“ kommt nie in die Gänge und langweilt zusätzlich mit Tieraufnahmen, die sich in der Dauerschleife wiederholen. Dazu wurden wohl während den Dreharbeiten auch noch zahlreiche Tiere geopfert oder gequält, was nicht nur völlig unsympathisch wirkt, sondern auch der beabsichtigten Intention des Streifens meines Erachtens völlig zuwiderläuft und mir auch noch den letzten Funken Filmgenuß vergrämt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 26. Nov 2019, 19:23

But I'm a Cheerleader

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Da die Eltern und Freunde der Cheerleaderin Megan den Verdacht hegen, dass die Siebzehnjährige lesbisch sein könnte, wird sie kurzerhand in das Umerziehungscamp von Mrs. Brown gesteckt, wo die junge Frau wieder auf den richtigen Pfad gebracht werden soll. Doch das „True Directions“-Camp ist ein Ort voller unsicherer Menschen, die sehr offensichtlich am eigenen Geschlecht interessiert sind. Nichtsdestrotrotz beginnt Mrs. Brown und ihr Assistent mit einem 5-Punkte-Programm, dass zwar nicht sonderlich effektiv erscheint, aber zumindest die Camp-Insassen einander näher bringt…

Quietschbunter Streifen über das eigentlich sehr ernste Thema der christlichen Umerziehungscamps, die es ja leider ja immer noch gibt um Teenager ihrer sexuellen Identität zu berauben. Doch Regisseurin Jamie Babbit macht daraus eine beschwingte Teenie-Komödie, deren eigentlich braver Charakter immer wieder von subversiven Momenten unterbrochen wird. Also gerade so grell, dass auch ein Hetero-Publikum nicht zu sehr verschreckt wird. Die Darsteller haben sichtlich Spaß an dem Treiben und die Set-DekorateurInnen geben ebenfalls Vollgas und schwelgen ohne Hemmungen im völligen Kitsch. Herausgekommen ist ein sympathischer Streifen, der auf lustige Weise die Lächerlichkeit dieses Unterfangens präsentiert und gleichzeitig auffordert, zu sich selbst zu stehen. Kann man schon so lassen!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 27. Nov 2019, 20:22

Red Eye

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Die Krisen-erprobte und stets optimistische Hotel-Managerin Lisa lernt eines Nachts bei einem verspäteten Flug von Texas nach Miami den smarten Jackson kennen. Diesen trifft sie nicht nur im Terminal, sondern er sitzt auch scheinbar rein zufällig im Flieger neben ihr. Was jedoch wie ein harmloser Flirt beginnt, kippt nach Start des Flugzeuges relativ rasch, als Jackson Lisa ohne Umschweife erklärt, dass sie ein Telefonat mit ihrem Hotel führen und einen VIP-Gast auf ein bestimmtes Hotelzimmer umbuchen muss, da ansonsten ihr Vater ermordet wird. Lisa glaubt zuerst an einen schlechten Scherz, doch wenig später wird ihr bewusst, da sie mitten in einer groß angelegten Verschwörung von kriminellen Subjekten gelandet ist und sie auch nur wenige Stunden Zeit bleiben um einerseits das Attentat zu verhindern und auch ihren Vater zu retten.

Wes Craven war ja schon ein Guter und so entpuppt sich auch sein Spätwerk „Red Eye“ als sympathischer, wendungsreicher und flott inszenierter Thriller, dem man seine völlig überzogen erscheinende Geschichte auch gerne verzeiht. Nach Logik sollte man die Geschichte ja besser nicht abklopfen, aber zumindest beim Unterhaltungswert gibt es wenig zu meckern. Die Ereignisse sind spannend erzählt, die Figuren halbwegs sympathisch und auch das völlig haarsträubende Ende ist eigentlich genauso, wie man es sich als Zuschauer wünscht. Unter normalen Umständen würde man die erwartbaren Momente ja eher schlecht finden, aber Craven mischt darunter auch immer wieder spaßige Ideen und Überraschungen, sodass man als Zuschauer gerne bei der Stange bleibt und den vorhersehbaren Verlauf gerne verzeiht. Sicherlich ist „Red Eye“ kein Meisterwerk oder fügt dem Thriller-Genre irgendwelche neuen Impulse hinzu, aber immer noch ein gut gemachter Snack für Zwischendurch, der Laune macht.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 28. Nov 2019, 19:23

Der Samurai

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Jakob ist Einzelgänger und Polizist in einem kleinen Ort an der polnischen Grenze, dessen Ruhe neuerdings von einem streunenden Wolf gestört wird. Als Jakob versucht, sich dem Wolf auf seine Weise zu nähern, lockt er jedoch auch etwas anderes in den Ort. Eines Abends erhält er einen Anruf und fährt zu einer Adresse, wo ihn ein fremder Mann in Frauenkleidern bereits zu erwarten scheint. Dieser verkörpert alles, was Jakob in dem kleinen Ort mit seiner Spießigkeit nicht sein darf und beginnt wenig später auch mit einem Samurai-Schwert das örtliche Gefüge empfindlich zu stören. Es beginnt ein ungleiches Katz- und Maus-Spiel und während Jakob gleichzeitig angewidert und fasziniert scheint, treibt es den jungen Polizisten mit jeder Konfrontation mit dem Unbekannten immer weiter in die Arme der Dunkelheit.

Hui, es gibt sie ja doch noch… die deutschen Filme, die sich nicht um so Dinge wie Kommerzialität, Zugänglichkeit und Zuschauererwartungen kümmern. „Der Samurai“ ist ein ungewöhnlicher Ausflug in die Abgründe der Menschen, der es auch dem Zuschauer nicht unbedingt leicht macht und sich auch einer näheren Erklärung verweigert. Das ist auch gut so, da der interessante Film so auch auf vielerlei Hinsicht zu interpretieren ist. Was verkörpert der Fremde, welche Rolle spielt der Wolf, was geschieht wirklich und was ist nur Wunschtraum eines Menschen, der mit seinem Leben nur vordergründig zufrieden scheint und seine dunkle Seite oder seine Sehnsüchte negiert? Das sind alles Themen, die hier auf spannende Weise aufgegriffen werden und den Zuschauer auffordern, sich selbst seine Gedanken zu dem Geschehen und den Hauptfiguren zu machen. Technisch und darstellerisch ist das auch größtenteils gelungen und irgendwie ist es schon wieder traurig, dass ein Werk wie „Der Samurai“ von einem deutschen Genre-Publikum nicht so wirklich wahrgenommen wird und in die Queer-Ecke gedrängt wird. Wer ruhig erzählte, sperrige Filme und das Schaffen von David Lynch mag, ist hier jedenfalls definitiv an der richtigen Adresse und sollte sich dieses dunkel schimmernde Juwel der deutschen Filmlandschaft nicht entgehen lassen. Tipp!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 29. Nov 2019, 20:13

Exhibitionisten Attacke

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Ein skrupelloser Arzt und Nebenerwerbs-Ninja mit Frankenstein-Komplex verwandelt seine Patienten in mordende Exhibitionisten, die sich schon bald hinter den Einwohnern einer verschlafenen Kleinstadt hermachen. Das erste Opfer des Arztes ist der an Krebs erkrankte Bruder einer Sängerin, der kurz nach seiner Entblößung verstirbt, worauf diese die Polizei verständigt. Nach dieser Anzeige schickt der Arzt jeodch immer weitere seiner Versuchskaninchen auf die Fersen der Sängerin und ihrem Umfeld, die sich jedoch stets zu wehren weiß. Als die Übergriffe zunehmen und der Leichenberg steigt, muss aber am Ende sogar ein Spezialkommando der Bundeswehr ausrücken um das grausige Treiben zu beenden.

Als Freund von deutscher Genre-Ware sollte man in seinem Leben schon einen Film von Jochen Taubert gesehen – einfach nur um zu sehen, warum Amateurfilme hierzulande auch so einen schlechten Ruf haben. Während sich Nachwuchs- und Amateurfilmer in anderen Ländern ja wenigstens noch ein bisschen Mühe geben, gibt es im Falle von Taubert offensichtlich lediglich ein fragwürdiges Humor-Verständnis und eine obskure Idee, die dann als Aufhänger für immergleiche Verfolgungsjagden durch ein Abbruchhaus, Wald und Flur dienen. Dazu dröhnt im Falle von „Exhibitionisten-Attacke“ der enervierende Billig-Techno in der Endlosschleife und die Darsteller bemühen und improvisieren sich durch das Nichts an Handlung, die noch dazu mit allerlei Archiv-Material aus eigener Produktion, unlustigen Gags und dem OP-Saal künstlich in die Länge gestreckt wird. Statt Splatter gibt es endoskopische Aufnahmen einer – ich vermute mal – Gallenblasen-OP und auch der Rest der Effekte sind billig und peinlich in Szene gesetzt. Die Hauptdarstellerin musste wohl auch so einiges mitmachen und der kleine Autostunt tut auch schon beim Zuschauen weh. Was laut Cover eigentlich nur 70 Minuten dauern sollte, geht in Wirklichkeit knapp 95 Minuten, wobei am Ende noch ein paar Goofs präsentiert werde, die davon zeugen, dass wenigstens die Darsteller ihren Spaß hatten. Ein schwacher Trost!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 30. Nov 2019, 19:37

Das Grauen um Ludlow

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Zur 200-Jahresfeier des neuenglischen Ortes Ludlow, bekommt die kleine Gemeinde von den Nachkommen des ausgewanderten Stadtbegründers ein Harmonium geschenkt, dass anlässlich eines Gottesdienstes erstmals bespielt wird. Doch Ludlow hat eine mehr als unrühmliche Vergangenheit und mit dem Harmonium kommen auch böse Geister zurück in den verschneiten Ort. Als sich schreckliche Unfälle häufen, versuchen der örtliche Pfarrer und eine vor Jahren abgewanderte Journalistin hinter die Ursachen der bizarren Ereignisse zu kommen und entdecken dabei gar Schauderhaftes…

Völlig schräges „The Fog“-Ripoff, der die Geschichte über böse Geister der Vergangenheit kurzerhand ins verschneite Neuengland verlegt und den Zuschauer mit vielen Gaga-Momenten unterhält. Die Geschichte wird ja völlig verfahren erzählt und als Zuschauer bekommt man sehr viele eigenartige Momente präsentiert, die eigentlich wenig bis überhaupt keinen Sinn machen. Doch das macht den Reiz dieses billig heruntergekurbelten Films wohl größtenteils aus. Was man auch immer mit „Das Grauen um Ludlow“ realisieren wollte, es scheiterte am Budget, am Talent der Darsteller und den Qualitäten des Regisseurs. Andererseits macht der Film aber schon Spaß, wäre da nicht die völlig jenseitige Qualität der deutschen DVD von Endless-Classics, die vermutlich ohnehin ein Boot ist. In schönerer Präsentation würde „Das Grauen um Ludlow“ wohl noch mehr Spaß bereiten und auch mehr Leute erreichen – so bleibt es ein weiteres Kuriosum aus der Achtziger-Ecke für Fans, das zurecht von der breiten Masse nicht beachtet wird.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 1. Dez 2019, 20:01

Castle of Horror

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In einem verlassen aussehenden Schloss mit unrühmlicher Vergangenheit treffen eines Tages scheinbar zufällig sieben Personen aufeinander, die sich nicht schlüssig erklären können, warum sie unabhängig voneinander an diesen Ort gekommen sind. Was zuerst noch schulterzuckend und erheiternd zur Kenntnis genommen wird, schlägt wenig später um, als alle Ausgänge verschwunden zu sein scheinen. In den darauffolgenden Stunden geschehen im Schloss auch seltsame Dinge und Geister der Vergangenheit kehren zurück und greifen nach den Lebenden, deren Schicksal ebenfalls untrennbar mit dem Schloss zusammenzuhängen scheint.

Deutscher Indie-Horror aus der semiprofessionellen Ecke bzw. aus dem Hause Brandl Pictures, die schon seit vielen Jahren zahlreiche Filme in Eigenregie herstellen, von denen ich bislang jedoch trotzdem noch nie etwas gehört habe. „Castle of Horror“ ist aber im Vergleich zu anderen Werken aus der deutschen Amateur-Ecke aber eigentlich sehr gelungen, zeugt von viel Herzblut und sieht für einen Film ohne nennenswertes Budget auch ganz passabel aus. So sind viele Einstellungen sehr kreativ und auch bei den Tricks und beim Schnitt sieht man, dass sich die Brandls schon viele Gedanken gemacht haben und sich deutlich von anderen Filmemachern aus der Ecke abheben. Das Thema Hexenverfolgung bietet ja zahlreich Platz für etwas Schmodder und der kann sich ebenfalls sehen lassen. Die Geschichte ist gut, die Darsteller sind mit einigen Abstrichen größtenteils ebenfalls in Ordnung und auch die Location und Kostümen können sich durchaus sehen lassen. Einziger Minuspunkt ist die Laufzeit, die mit zwei Stunden doch zu lange ausgefallen ist und manche Szene hätte ich persönlich doch wesentlich kürzer gestaltet. Sonst passt aber alles und wer Filme aus der No- bis Low-Budget-Ecke mag, bekommt hier sicher einen der besseren Vertreter präsentiert.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 2. Dez 2019, 20:00

Flash Gordon

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Für mich der kleine Bruder von „Barbarella“ und einfach ein unglaublicher Film, bei dem man sich gut vorstellen kann, wie den ernsthaften Kritikern und spaßbefreiten Menschen bei der Premiere angesichts der präsentierten Ereignisse reihenweise die Kinnlade runtergefallen ist. Hier ist einfach alles völlig überzogen – von den Figuren, über die Geschichte bis hin zu den psychedelischen Tricks, die sich scheinbar aus vergangenen Jahrzehnten hinüber in die Achtziger gerettet haben. Und was für ein Riesenspaß, wenn hier in quietschbunten Settings und fantasievollen Kostümen der Kitsch nicht nur abgefeiert, sondern mal so richtig zelebriert wird. „Flash Gordon“ ist zu jeder Sekunde liebenswert, schwer unterhaltsam und verwandelt selbst das nüchternste Wohnzimmer für 111 Minuten zu einer intergalaktischen Kostümparty mit Star-Besetzung, bei der auch kein Auge trocken bleibt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 3. Dez 2019, 20:10

Baby Blood

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Hochgradig seltsamer und zugleich schwer unterhaltsamer Horror-Streifen aus französischer Produktion, der sich irgendwo zwischen Arthouse, französischer Nüchternheit und Trash einpendelt und eine Geschichte über eine junge Frau erzählt, die einen uralten Dämon als Baby austragen soll. Das hört sich nicht nur seltsam an, sondern ist in seinem Ergebnis sicherlich noch wesentlich bizarrer, als man es sich im Vorfeld hätte vorstellen könnte. Doch Regisseur Alain Robak meint seine Geschichte sehr ernst und lässt sich auch von lästigen Dingen wie Logik und Zurückhaltung nicht aus Bahn bringen. Der Film ist ja nach seinem eher verhaltenen Start ziemlich sprunghaft und wild erzählt, schickte seine Protagonistin auf eine Tour de Force und präsentiert dabei einen seltsamen Moment nach den anderen. Die Geschichte ist seltsam, die Figuren verhalten sich seltsam und irgendwann geht das Dingens dann sowieso völlig durch die Decke und lässt das Publikum staunend zurück.

Aber eines noch...

PS: ich hätte es ja auch lustig gefunden, wenn sich die Sache mit dem Dämon zum Schluss als Quatsch herausgestellt hätte und der Film im Grunde darum geht, dass sich schwangere Frauen im permanenten Ausnahmezustand befinden. ;)

PPS: Warum musste ich eigentlich ständig auch an Zulawskis "Possession" denken? :???:
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 4. Dez 2019, 19:49

The Hillside Strangler

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Kenneth träumt Ende der Siebziger davon bei der Polizei zu arbeiten, doch die will nichts von dem hochstapelnden Verlierer wissen, sodass er nur Absagen erhält. Als er eines Tages nach Los Angeles fährt und eine Zeit lang bei seinem Cousin Angelo lebt, versuchen die beiden Soziopathen einen Prostituierten-Ring aufzuziehen. Als auch daraus nichts wird entdecken Kenneth und Angelo am Ermorden von jungen Frauen eine gemeinsame Vorliebe. In weiterer Folge ermorden die beiden Männer nachts junge Prostituierte, die später als „The Hillside Stranglers“ unrühmlich in die Kriminalgeschichte der Staaten eingehen sollen.

Der sogenannte „Hillside Strangler“ und zahlreiche Morde an jungen Frauen hielten Ende der Siebziger Los Angeles und ganz Amerika in Atem. Die filmische Aufarbeitung der Taten von Regisseur Chuck Parello ist aber leider nicht wirklich gelungen und versucht die Ereignisse in der Täterperspektive aus möglichst neutraler Position zu zeigen. Parello findet wohl Gefallen daran, dem Grauen ein durchschnittliches Gesicht zu geben und zeigt Ereignisse aus dem Leben der beiden Protagonisten, die dann ganz unvermittelt zu Mördern werden und daran Gefallen finden. Jedoch nimmt es der Film offensichtlich mit den Fakten nicht ganz so genau und aufgrund mangelnder Charakterisierung bleiben einem sowohl die Figuren fremd und auch die drastischen Morde lassen einem eher seltsam kalt. Das Portrait zweier Killer bleibt als lahmer Film mit sadistischen Gewaltspitzen jedenfalls weit hinter meinen Erwartungen zurück und für „True Crime“-affine Menschen ist „The Hillside Strangler“ trotz durchaus gelungenem Zeit- und Lokalkolorit dann auch eher eine Enttäuschung.
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