Perkins' 14 - Craig Singer (2019)

Moderator: jogiwan

Perkins' 14 - Craig Singer (2019)

Beitragvon horror1966 » 4. Feb 2011, 22:25

Perkins' 14

Bild

Perkins' 14
(Perkins' 14)
mit Patrick O'Kane, Richard Brake, Michale Graves, Mihaela Mihut, Shayla Beesley, Gregory O'Connor, Katherine Pawlak, Josh Davidson, Jeremy Donaldson, Trey Farley, Sean Farragher, Roxanna Ravenor, F. Stone Roberts, Dean Samsone, C.J. Singer
Regie: Craig Singer
Drehbuch: Lane Shadgett
Kamera: John Sosenko
Musik: Konstantinos Christides
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Vor zehn Jahren sind in der kleinen Stadt Stone Cove 14 Kinder auf mysteriöse Weise verschwunden, darunter auch der Sohn des Sheriffs Dwayne Hooper. Hooper findet heraus, dass die 14 Kinder die ganzen Jahre lang vom Psychiater Perkins unter unmenschlichen Bedingungen in seinem Haus in einem Kellerverlies gefangen gehalten wurden. Durch barbarische Experimente und Gehirnwäsche sind sie zu grausamen Kannibalen und rasenden zombiegleichen Raubtieren verkommen. Bei der Untersuchung des Hauses werden unbeabsichtigt die Käfige geöffnet und über die Kleinstadt bricht die Hölle auf Erden herein.


Ich glaube nicht, das man zu sehr übertreibt, wenn man behauptet, das Regisseur Craig Singer (Dark Ride) mit "Perkins' 14" einen echten Geheimtipp für Horror-Fans geschaffen hat, der durch 2 vollkommen verschiedene Filmhälften besticht, die beide auf ihre ganz eigene Art eine sehr starke Faszination auf den Zuschauer ausüben. Dabei offenbaren sich einem die ersten knapp 40 Minuten eher recht actionarm, sind aber eine sehr atmosphärische und auch nötige Einführung in das später stattfindende blutige Szenario, das sich einem in der zweiten Filmhälte präsentiert. Die Geschichte beginnt eher etwas ruhig und beschäftigt sich am Anfang fast ausschließlich damit, wie Sherriff Dwayne Hooper (Patrick O'Kane) eher zufällig auf den Täter stösst, der 10 Jahre zuvor 14 Kinder entführte, an denen er barbarische Experimente durchgeführt hat. Ohne den Dienstweg einzuhalten, ermittelt er auf eigene Faust, da auch er ein Elternteil ist, das damals einen Sohn verloren hat. Das er durch sein eigenmächtiges Handeln eine nicht vorhersehbare Katastrophe heraufbeschwört, kann er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Und diese Katastrophe ereignet sich dann in der zweiten Hälfte des Films, da die inzwischen zu zombieähnlichen Kreaturen mutierten Kinder von damals unfreiwillig freigelassen werden und auf Alles Jagd machen, was ihnen in die Finger kommt. Die bisher schon sehr gut aufgebaute Spannung entlädt sich nun auch in einer temporeich gestalteten Hatz, die zudem noch extrem blutig geraten ist und vor allem den Freunden der härteren Gangart sehr zusagen dürfte. Der vorhandene Splatter-und Gore Anteil ist mehr als nur beachtlich, phasenweise gleicht das Geschehen jetzt schon einer ordentlich garnierten Schlachteplatte, die ausserdem noch eine hervorragende Grundstimmung beinhaltet, die wunderbar düster und bedrohlich gehalten wurde und auch für einige gut eingesetzte Schockmomente beim Zuschauer sorgt.

Ganz generell ist "Perkins' 14" ein ganzzeitig äusserst atmosphärischer Horrorfilm, denn schon in der Einführungsphase kann man das aufkommende Unheil förmlich greifen, was fast schon zwangsläufig für ein eher angespanntes Sehverhalten beim Betrachter sorgt, der ständig von dem Gefühl begleitet wird, das jeden Moment eine Art Explosion stattfinden kann und letztendlich trügt einen diese Vorahnung ja auch in keinster Weise. Insbesondere durch die Tatsache, das sich das gesamte Geschehen bei Nacht abspielt, überkommt einen von der ersten Minute an eine leichte Gänsehaut-Schicht, die sich wie eine unsichtbare zweite Haut über einen legt und die man bis zum bitteren Ende auch nicht mehr ablegen kann. Besonders im letzten Drittel der Geschichte überkommt einen noch zusätzlich ein gewisses Gefühl der Beklemmung, das schon fast klaustrophobische Ausmaße annimmt, Dieses äussert sich dadurch, das die wenigen Überlebenden sich im Keller des Gefängnisses verschanzen müssen, da sie dort anscheinend in Sicherheit sind, was sich allerdings als Trugschluß erweisen soll, denn die zombieähnlichen Kreaturen scheinen durch nichts aufzuhalten zu sein.

So liegt es im Prinzip auf der Hand, das es zum unausweichlichen Aufeinandertreffen zwischen dem Vater und dem mutierten Sohn kommt, doch diese Begegnung gestaltet sich im Endeffekt nicht so, wie Sherriff Dwayne Hooper sie sich vorgestellt hat. Die blutige Jagd erfährt dabei ein absolut abruptes und vollkommen kompromissloses Ende, das genau richtig gewählt wurde, denn jeder andere Abschluss des Szenarios wäre unlogisch und unpassend gewesen. Dadurch erhält der Film noch einmal eine zusätzlich harte und glaubwürdige Note, die das insgesamt gewonnene Gesamtbild noch einmal zusätzlich etwas aufwertet. Letztendlich hat man es hier mit einem in allen Belangen sehr gelungenem Horrorfilm zu tun, an dem ich lediglich einen kleinen Wermutstropfen gefunden habe. Bei der wirklich exzellenten und sehr düsteren Atmosphäre, die dieses Werk beinhaltet, sind einige Passagen leider ein bisschen zu dunkel geraten, wodurch man diverse Szenen nur ansatzweise erkennen kann. Dies soll den ansonsten äusserst gelungenen Genre-Beitrag aber nicht sonderlich abwerten, denn andere Kritikpunkte sind mir persönlich nicht aufgefallen.


Fazit:


Im teilweise erscheinenden 08/15 Einheitsbrei, den man in der regel gerade im Horror-Genre vorgesetzt bekommt, stellt "Perkins' 14 meiner Meinung nach eine sehr willkommene Abwechslung dar. Zwei vollkommen unterschiedliche Filmhälften, die beide ihren ganz eigenen Reiz haben, bieten ein insgesamt gesehen absolut kompromissloses Horror-Erlebnis, in dem sich eine immense Intensität entfalten kann, die auch nicht spurlos am Zuschauer vorbeigeht und ihm ein Wechselbad der Gefühle beschert. Hier bekommt man allerbeste Horror-Unterhaltung geboten, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


8,5/10
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Re: Perkins' 14 - Craig Singer (2019)

Beitragvon jogiwan » 14. Okt 2019, 06:37

Sherriff Dwayne und dessen Familie leiden an dem Umstand, dass vor vielen Jahren der Sohn der Familie wie auch andere Kinder der Stadt unter mysteriösen Umständen entführt wurde und trotz intensivster Ermittlungen in alle Richtungen nie mehr aufgetaucht ist. Als er zum zehnjährigen Jahrestag der ersten Entführung Dienst schiebt, trifft er auch auf einen inhaftierten Apotheker, der sich mit seinem Verhalten verdächtig macht. Tatsächlich scheint der Mann auch mehr über die Entführungen zu wissen, als er zugibt und als sich Dwayne über seine Vorschriften hinwegsetzt und kurzerhand das Haus des Mannes durchsuchen lässt, kommt er tatsächlich dem Verbrechen auf die Spur. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnen weder der Polizist, noch die Stadt, was tatsächlich auf die Einwohner von Castle Rock zukommt, denn alles was geschieht, ist der Teil eines Plans, der den beschaulichen Ort in seinen Grundfesten erschüttern wird.

„Perkins‘ 14“ ist grimmiger Indie-Horror, der seine Geschichte über die Entführung von Kindern überraschend düster, hart und kompromisslos erzählt und irgendwann seine durchaus atmosphärische Geschichte einer turbulenten zweiten Halbzeit a la „The Crazies“ opfert. Dabei startet der Streifen relativ beschaulich und erzählt in Rückblenden die Geschichte eines Polizisten, dessen Sohn vor vielen Jahren entführt wurde und der die Hoffnung nicht aufgibt, diesen doch noch wiederzufinden. In der zweiten Hälfte wird „Perkins‘ 14“ dann jedoch zu einer Art Zombie-Vehikel, dass menschliche Monster auf die Stadt loslässt und dabei auch heftig mit der Gore-Keule schwingt. Dennoch wollen die beiden Teile nicht so wirklich zueinander passen und auch bei den Figuren bedient man vom gebrochenen Polizisten, über die untreue Ehefrau bis hin zur rebellischen Punk-Tochter auch wieder jegliches Klischee. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass man aus der Geschichte auch viel mehr hätte machen können und viel von dem Magenschwinger-Potential verschenkt wurde. So bleibt „Perkins‘ 14“ ein solider und erfrischend roher Indie-Horror in durchschnittlicher Aufbereitung, der in seiner zweiten Hälfte statt Atmosphäre auch mehr auf Gore setzt und sich so selbst und auch völlig unnötig ein Bein stellt.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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