Hausu - Nobuhiko Obayashi (1977)

Moderator: jogiwan

Hausu - Nobuhiko Obayashi (1977)

Beitragvon jogiwan » 10. Mai 2011, 08:02

Hausu

Bild

Originaltitel: Hausu

Alternativtitel: House

Herstellungsland: Japan / 1977

Regie: Nobuhiko Obyayahi

Darsteller: Kimiko Ikegami, Kumiko Ohba, Yoko Minamida, Fumi Dan, u.a.

Story:

Die sechzehnjährige Oshare (Kimiko Ikegami) hat den Tod ihrer Mutter noch nicht ganz verkraftet, da wird Sie auch schon mit der neuen Liebhaberin ihres Vaters konfrontiert. Zusammen mit 6 Schulfreundinnen beschließt sie auszureißen um die Schulferien im abgelegenen Landhaus ihrer Tante zu verbringen. Die an den Rollstuhl gefesselte Tante ist sehr angetan von den jungen Mädchen. Doch die seltsamen Vorfälle häufen sich und als sich die Tante und das Haus als menschenfressende Dämonen entpuppen, ist es für die Schulfreundinnen bereits zu spät... (Quelle: ofdb.de)
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Re: House - Nobuhiko Obayashi (1977)

Beitragvon jogiwan » 10. Mai 2011, 08:05

Frage an den Genrefan: Welcher Film beginnt als zuckersüßes Teenie-Drama vor gemalten Kulissen, entwickelt dann eine gruselige Haunted-House-Thematik und endet dann als surrealen Alptraum und ist dabei die ganze Zeit gleichzeitig quietschbunt, grell-psychedelisch, brutal-blutig und comichaft-überdreht, dass man ihn keine Sekunde lang Ernst nehmen kann? Keine Ahnung? Doch! Dieses cineastische Kinderüberraschungsei von Nobuhiko Obayashi aus dem Jahre 1977 lautet auf den Namen “Hausu” und topt wohl alles, was ihr bisher gesehen mit Leichtigkeit. Vergesst wirklich alles, was ihr bisher über weirdes Asia-Kino gesehen, gelesen oder gehört habt und holt euch diese Achterbahnfahrt. Der Film ist definitiv ein kultiges und einzigartiges Filmvergnügen, dass sich selbst und den Zuseher keine Sekunde lang Ernst nimmt. Mir fiele jetzt auch spontan kein ähnliches oder gar vergleichbares Werk ein. Ein absurder Trip auf Zelluloid, der absolut keine Rücksicht auf irgendwelche Konventionen, Richtlinien, geschweige denn irgendwelche Sehgewohnheiten nimmt. “Hausu” überfordert den Zuseher mit all seinen Einfällen und optischen Raffinessen und lässt ihn doch begeistert zurück. Ein bisserl irre sollte man schon sein… aber sind wir nicht alle ein bisschen Bluna? :thup:
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Re: House - Nobuhiko Obayashi (1977)

Beitragvon Arkadin » 10. Mai 2011, 21:20

Ach Mensch, Jogi! Was soll man nach dieser absolut treffenden und auf den Punkt gebrachten Review noch schreiben? Am Besten nur, dass ich den einst auf den Japanischen Filmfestival in Hamburg auf der großen Leinwand gesehen habe und mich fragte, ob ich schon betrunken war oder der Film mit bewußtseinserweiternden Substanzen gespickt. Ich weiß nicht, wie der auf dem Bildschirm rüber kommt, auf der Leinwand ist das ein ziemlich Trip.
Muss man sich aber drauf einlassen, da der Film sich konsequent zwischen alle Stühle setzt und sein eigenes Ding durchzieht. Ein Sinn für höheren Blödsinn sollte man schon mitbringen...
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Re: House - Nobuhiko Obayashi (1977)

Beitragvon Adalmar » 7. Jun 2012, 20:07

House (Nobuhiko Obayashi) Japan 1977
Sieben Schulmädchen (mit so verschiedenen Vorlieben wie Kampfkunst, Musik oder auch einfach nur Essen), eine seltsame Tante, eine sehr flauschige Katze namens "Schneeflocke", jede Menge Hexerei und ein menschenfressendes Haus: Das sind die Hauptzutaten für "House", einen kreativen Exzess, den ich jedem Freund ungewöhnlicher (Genre-)Filme (ich nenne etwa "Valerie - Eine Woche voller Wunder") nur wärmstens ans Herz legen kann. Obayashi fährt so gut wie alles auf, um lange vor dem CGI-Zeitalter Effekte zu schaffen, die man heute eben nur noch mit CGI für möglich halten würde. Alle möglichen fliegenden Gegenstände werden liebevoll ins Bild einkopiert, hoffnungslos romantische Matte-Paintings schmachten im Hintergrund und um einen Vorgang als irreal zu markieren, wird auch schon mal die Bildrate erheblich reduziert, so dass es zu einer seltsamen Ruckelei kommt. Herzlose Menschen würden diese Effekte als billig oder sonstwie lächerlich schmähen, aber Obayashi ist in seinem spielerischen Umgang mit dem Medium Film dermaßen wagemutig und konsequent, dass man mit einer gewissen rezeptiven Abenteuerbereitschaft sich bald gerne auf das Spiel einlässt und "House" als liebenswerte, skurrile Film-Eskapade mit Seltenheitswert zu schätzen lernt. 8/10
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Re: House - Nobuhiko Obayashi (1977)

Beitragvon buxtebrawler » 29. Aug 2019, 09:30

Ist mutmaßlich am 16.08.2019 bei Rapid Eye Movies auf Doppel-Blu-ray oder als Blu-ray/DVD-Kombination erschienen:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: House - Nobuhiko Obayashi (1977)

Beitragvon jogiwan » 5. Okt 2019, 07:47

jogiwan hat geschrieben:Frage an den Genrefan: Welcher Film beginnt als zuckersüßes Teenie-Drama vor gemalten Kulissen, entwickelt dann eine gruselige Haunted-House-Thematik und endet dann als surrealen Alptraum und ist dabei die ganze Zeit gleichzeitig quietschbunt, grell-psychedelisch, brutal-blutig und comichaft-überdreht, dass man ihn keine Sekunde lang Ernst nehmen kann? Keine Ahnung? Doch! Dieses cineastische Kinderüberraschungsei von Nobuhiko Obayashi aus dem Jahre 1977 lautet auf den Namen “Hausu” und topt wohl alles, was ihr bisher gesehen mit Leichtigkeit. Vergesst wirklich alles, was ihr bisher über weirdes Asia-Kino gesehen, gelesen oder gehört habt und holt euch diese Achterbahnfahrt. Der Film ist definitiv ein kultiges und einzigartiges Filmvergnügen, dass sich selbst und den Zuseher keine Sekunde lang Ernst nimmt. Mir fiele jetzt auch spontan kein ähnliches oder gar vergleichbares Werk ein. Ein absurder Trip auf Zelluloid, der absolut keine Rücksicht auf irgendwelche Konventionen, Richtlinien, geschweige denn irgendwelche Sehgewohnheiten nimmt. “Hausu” überfordert den Zuseher mit all seinen Einfällen und optischen Raffinessen und lässt ihn doch begeistert zurück. Ein bisserl irre sollte man schon sein… aber sind wir nicht alle ein bisschen Bluna? :thup:


Nohubiko Obayashis „Hausu“ ist wirklich ein ziemlicher Trip und auch erneute Sichtung auf Blaustrahl bestätigt mühelos meine obigen Worte zu diesem ungewöhnlichen Streifen, der wie ein bonbonfarbener (Alb-)Traum daherkommt. Der mit allerlei optischen Einfällen überladene Streifen ist ein Genuss für aufgeschlossene Zuschauer, die sich hier an einem Füllhorn von Ideen erfreuen können, die mit einer Geschichte über eine Gruppen Jugendlicher in einem mysteriösen Haus zusammengehalten werden. Vom Kochbären in der Nudelküche über menschenverschlingendes Bettzeug bis hin zum Pony beim Schuster kommt man aus dem Staunen nicht heraus und da spielt es auch keine Rolle, dass so etwas wie ein Spannungsbogen gar nicht vorhanden ist und sich die Geschichte auch niemals ernst nimmt. Ein wahrhaft wunderbarer Film, der mit wohl nichts zu vergleichen ist.
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