Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 27. Jun 2019, 19:56

Safari

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Zac und Jess fliegen mit einem befreundeten Pärchen von Los Angeles nach Südafrika um dort in der Nähe von Johannesburg an einer Foto-Safari teilzunehmen. Zuerst ist auch alles super und von Zebras über Giraffen bis hin zu Elefanten präsentiert sich das Land von der besten Seite. Wenig später soll den zahlenden Gästen aber auch noch Löwen präsentiert werden und der Fahrer verlässt unerlaubterweise das Reservat um an anderer Stelle nach den Tieren zu suchen. Als es zum Getriebeschaden kommt und der Fahrer von einer Kobra gebissen wird, ist die Truppe aus unterschiedlichsten Charakteren auf einmal mitten in der Steppe auf sich allein gestellt und es dauert nicht lange, bis sich die unberührte Natur und ihre Flora von einer eher unschönen Seite zeigt und auch die Konflikte innerhalb der Truppe zunehmen.

Found Footage die Drünfzigste, dieses Mal in Form von Filmmaterial aus den Kameras hoffnungsfroher Safari-Urlauber, die Afrika nach einer Verkettung unglücklicher Umstände von einer eher unfreundlichen Seite kennenlernen. Dabei gibt es nicht nur Hyänen und Löwen, sondern auch noch allerlei andere Dinge, die den Möchtegern-Abenteurern den Urlaub mächtig versaut. Allerdings wirkt „Safari“ inhaltlich nicht ganz geglückt und zu dem Pech kommen bald auch noch sonstige Konflikte dazu, die dazu führen, dass es bald zu viele Baustellen in den Film gibt. Wenn das Leben ernsthaft bedroht ist, ist das wohl auch nicht der richtige Zeitpunkt um noch andere Grundsatzdiskussionen zu führen und immer weiter zu filmen. Außerdem wirkt es auch etwas seltsam, wenn die Darstellerinnen nach Tagen des Herumirrens in der afrikanischen Hitze noch immer frisch gewaschenes Haar und saubere Klamotten anhaben. Bei den Tierangriffen wurde auch eher plump getrickst und kaum geht es um Effekte wird die Kameraführung so wackelig, dass man nur noch wenig erkennen kann. Ansonsten fand ich die Idee zu dem Streifen durchaus okay, auch wenn die Ausführung sicherlich besser ausfallen hätte können. So bleibt Durchschnitt, der aufgrund der exotischen Kulisse aus der Masse gleichartiger Filme heraussticht.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 28. Jun 2019, 19:50

Paranormal Resurrection

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Bloggerin Anna arbeitet an ihrem ersten Roman und ist zunehmend von heftigen Alpträumen und Fällen von Schlafparalyse geplagt. Daher schlägt ihr Freund und Agent Paul der jungen Frau vor, ein paar Tage in seinem sehr abgelegenen Haus im Joshua Tree Nationalpark zu verbringen um wieder auf andere Gedanken zu kommen und in aller Ruhe weiter an ihrem Projekt zu arbeiten. Dort angekommen häufen sich jedoch die mysteriösen Ereignisse und Anna sieht nachts eine dunkle Gestalt um das Haus schleichen, die eine Nachricht für die psychisch angeschlagene Frau hinterlässt. Immer mehr versteigt sich Anna in dem Gedanken, dass Paul ihr nicht die ganze Wahrheit gesagt hat und etwas in dem Haus geschehen ist, dessen Auswirkungen noch immer zu spüren sind…

Stylisch eingefangene Mischung aus Thriller und Mystery, die neben den beiden Hauptdarstellern vor allem durch seinen Schauplatz aufgewertet wird. Der fast schon unwirklich erscheinende Joshua Tree Nationalpark mit seiner einzigartigen Flora und das weitläufige Coachella Valley scheinen hier ja neben dem hübschen Designer-Haus auch der ideale Rahmen für diese unkonventionelle Mischung aus Spuk, Paranoia und Krimi, bei der sich auch der Zuschauer nie so richtig sicher sein kann, ob das Geschehene tatsächliche passiert, ein Traum ist, oder sich die Vorgänge nur im Kopf einer psychisch angeschlagenen Person abspielt. Der Streifen wirkt durchaus etwas sperrig erzählt und lässt sich auch etwas Zeit, aber insgesamt betrachtet, fand ich die Mischung gerade deswegen sehr interessant, weil sich „Echoes“ eben nie so richtig auf ein bestimmtes Genre festlegen lässt und bis zum Ende auch immer zu einem gewissen Grad unberechenbar bleibt. Vom dämlichen deutschen Titel inklusive Spoiler-Zusatz darf man sich halt nicht abschrecken lassen, genausowenig wie von den zahlreichen Kritiken, die eher davon zeugen, dass alles negativ bewertet wird, wenn es inhaltlich nicht die eigene Erwartungshaltung erfüllt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 29. Jun 2019, 19:16

Sleepaway Camp 2: Unhappy Campers

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Ich mag den ersten Teil der Reihe ja ganz gerne und fand die Fortsetzung dafür jedoch ganz schwach, wobei es den meisten Slasher-Fans ja durchwegs andersrum zu gehen scheint. Während „Sleepaway Camp 1“ ja ein durchaus spaßiger Beitrag zum Genre ist, ist „Sleepaway Camp 2: Unhappy Campers“ aber hoffnungslos unoriginell und reiht lediglich zahlreiche Morde aneinander und vernachlässigt Figuren, Camp-Feeling und Logik. Die Idee, Angela aus dem ersten Teil als konservative Camp-Aufseherin auf moralisch verkommene Jugendliche loszulassen ist ja eigentlich lustig, aber die Umsetzung ist hier schon sehr schwach ausgefallen und die Ereignisse scheinen sich nach wenigen Minuten nur noch zu wiederholen. Keiner der Figuren wird ausreichend Platz eingeräumt um ein Interesse zu erzeugen und stattdessen gibt es Camp-Scherze und Morde, die hier einfach von Beginn bis Ende aneinandergereiht werden. Der als Parodie und/oder Partyfilm gedachte Streifen funktioniert eher auf bescheidenem Niveau und Momente wie der mit dem Camper-Song wirken lieblos und die Toilettenszene deplatziert. So etwas kommt wohl raus, wenn man Camp-Schlitzer-Filme lediglich auf Morde reduziert und alles andere weglässt, was meines Erachtens einen guten Achtziger-Slasher sonst so ausmacht.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 30. Jun 2019, 19:53

The Dark Area

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Eine Gruppe von jungen Leuten plant einen Film über Schlangen zu drehen und geht dazu für einige Tage in den Wald um dort auch nachts zu drehen. Doch das ganze Unterfangen steht unter einem schlechten Stern und es gibt von Beginn an Spannungen innerhalb der Gruppe über die Ausrichtung der Dreharbeiten. Wenig später rücken diese jedoch in den Hintergrund, als die Truppe von einem Ranger ermahnt wird, das Waldstück aus Gründen der Gefahr sofort wieder zu verlassen. Doch wie üblich weckt das die Neugier der jungen Leute erst so richtig und als sie sich den Anweisungen widersetzen und das Waldstück durchqueren beginnen Tage des Grauen, als nach der Orientierung auch nach der Reihe die Mitglieder des Teams verschwinden…

Found Footage die Drünfzigste, dieses Mal in Form von Filmmaterial aus den Kameras von jungen Leuten, die eigentlich eine Doku über Schlangen drehen wollen und in einem Waldstück an ähm… was auch immer geraten. „The Dark Area“ gilt dabei ja als die deutsche Antwort auf „The Blair Witch Project“ nur in schlecht und es gibt wohl kaum einen zweiten Film, der auch derart viel Angriffsfläche für negative Kritik bietet. Hier ist einfach alles schlecht – von der Geschichte, über die Darsteller bis hin zur Inszenierung kommen wir hier zu einem Gesamtbild, welches schlicht und ergreifend desaströs erscheint und auch überhaupt keinen Sinn ergibt. Die Motivation der jungen Leute nachts im Spätherbst einen Film über Schlangen zu drehen bleibt ebenso schleierhaft, wie die der ominösen Täter und die Verbindung auch „Found Footage“-Stil und herkömmlicher Spielfilm-Inszenierung wirkt ebenso unausgegoren, wie missglückt. Im Gegensatz zu Amateur-haft aussehenden Werken aus der Kiste, sind hier auch tatsächlich Amateure am Werk, die sich leider augenscheinlich auch alles falsch machen, was man nur falsch machen kann. Herausgekommen ist ein von Vornherein zum Scheitern verurteilter Film mit sehr geringem Unterhaltungswert wahlweise für Leutchen, die sich gern am Unvermögen anderer Leute ergötzen oder ein filmisches Mahnmal sehen möchte, wie man es eher nicht machen sollte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 1. Jul 2019, 20:08

Sleepaway Camp 3: Teenage Wasteland

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Ich fand ja den zweiten Teil als Nummern-Revue mit seinen parodistischen Zügen schon nicht so prickelnd, aber der unmittelbar rasch nachgeschobene dritte Teil ist leider noch schlechter. Hier wird quasi die Geschichte des zweiten Teils wiederholt, nur das dieses Mal die Gags noch lahmer und die Figuren noch oberflächlicher sind. Die Handlung besteht quasi darin, die die unbedarften und größtenteils unsympathischen Camper von Angela entweder überrascht oder in eine Falle gelockt werden und dann auf unterschiedliche Weise und meistens im Off ermordet werden. So kreativ dabei die unterschiedlichen Todesarten sind, so hoffnungslos unkreativ ist aber der Rest und der lahme Auftakt mit dem Müllfahrzeug gibt schon "hübsch" die weitere Richtung des Filmes vor. Wenig Sinn, wenig Verstand und irgendwie hat man sowieso das Gefühl, dass der dritte Teil aus übrig gebliebenem Material aus dem Vorgänger gebastelt wurde. Ein Paradebeispiel für den effektbetonten Billig-Slasher als Cash-Cow ohne viel Sinn bzw. Verstand und so macht das auch alles keinen Spaß.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 2. Jul 2019, 20:25

Night of the Comet

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Während der Rest der Welt gerade damit beschäftigt ist, einen vorbeiziehenden Kometen zu bestaunen, verbringt die etwas resolute Regina in Los Angeles die Nacht lieber mit ihrem Freund in dem Vorführraum eines kleinen Kinos. Als Regina am nächsten Morgen erwacht ist von den meisten Menschen jedoch nur noch roter Staub übrig und eine weitere, kleine Anzahl von Menschen hat sich in blutgierige Zombies verwandelt. Als Regina durch die menschenleere Metropole nach Hause fährt, findet sie ihre Schwester Samantha, die die Nacht ebenfalls durch Zufall überlebt und gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach weiteren Überlebenden. In einem Radiosender, der ein aufgezeichnetes Programm sendet, treffen sie auf den LKW-Fahrer Hector und zu dritt rüstet man sich auf, um sich gegen die Zombies zu wehren und aus der Apokalypse das Beste zu machen…

Einen eigentlich sehr seltsamen Film hat Thom E. Eberhard hier mit „Night of the Comet“ geschaffen und irgendwie erscheint der 1984 gedrehte Streifen so, als hätte John Hughes gemeinsam mit George A. Romero kurzerhand eine Teenie-Variante von „Dawn of the Dead“ realisiert. Nur dass der Streifen dabei auch noch Monsterfilme aus den Fünfzigern aufs Korn nimmt und mit jeder Neon-durchfluteten Sekunde so derart Achtziger ist, dass eine Steigerung dazu kaum möglich scheint. Zuschauererwartungen werden in „Der Komet“ wohl eher nicht so wirklich erfüllt und irgendwie setzt sich der Streifen auch prompt und mit voller Absicht zwischen alle Stühle, sodass man irgendwie nie so richtig weiß, wohin der Film überhaupt möchte. Hier hat man einfach alles zu einem unkonventionellen Cocktail aus popkulturellen Zutaten vermengt und zwei starke Frauenfiguren in den Fokus gestellt, die sich auch von Zombies, bösen Gangmitgliedern, Wissenschaftlern und der Apokalypse nicht die Lebensfreude vermiesen lassen. Auch die Erzählweise ist eher ungewöhnlich und dennoch fand ich von den Darstellern über Musik bis hin zum hübschen Look alles ganz charmant, kurzweilig und unterhaltsam. Eine große Wundertüte an Einfällen für Menschen, die auch über den Tellerrand blicken und auch ansonsten wenig Berührungsängste kennen. Eine durchaus schöne, wenn auch scheinbar polarisierende Entdeckung.

Inner Demons

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Die sechzehnjährige Carson hat sich auf ihrer katholischen Schule von einer bibeltreuen Schülerin in einen drogensüchtigen Junkie im Gothic-Style verwandelt und soll Teil einer Doku über Drogensüchtige werden. Doch in Wirklichkeit planen ihre Eltern gemeinsam mit dem Fernsehteam und einer ebenfalls involvierten Klinik die junge Frau in den Entzug zu schicken und diese dabei in einer Art Reality-TV-Format zu begleiten. Carson ist darüber natürlich wenig erbaut und neben ihrer Drogensucht scheint die junge Frau aus schwierigen Hause auch noch von weiteren Dämonen geplagt zu sein, die sich mit dem Entzug der Drogen auch immer mehr dem Körper des eigentlich schüchternen Mädchens bemächtigen…

Found Footage die Drünfzigste, dieses Mal in Form einer Mockumentary über einen jungen Junkie, der auf Entzug geschickt werden soll und sich herausstellt, dass mittels Drogen ein Dämon unterdrückt wird, der sich dem Körper des Mädchens bemächtigt hat. Dabei trifft die übliche und mittlerweile völlig ausgelutschte Besessenheitsthematik auf ein Reality-Format und die Kameras sind natürlich immer und überall dabei, wenn in kurzen Momenten auf einmal seltsame Dinge passieren. Dabei ist „Inner Demons“ aber eigentlich recht simpel gestrickt und erst am Ende kommt die Geisterbahnfahrt auch erst in Fahrt. Bis dahin dauert es etwas zu lange und die dauernden Gruppen-Therapiesitzungen und Gespräche mit Doktoren sind auch eher wenig erbaulich. Dazu ein gewissenloses Kamerateam, ein paar billig konstruierte Jump-Scares und fertig ist der System-erhaltende Streifen, der zwar keine Innovationen bereit hält und mittelprächtig ausgefallen ist. Das ganze Szenario ist ja nicht sonderlich glaubwürdig und die unschönen Dinge der Drogensucht und des Entzugs werden hier auch ziemlich ausgeblendet um das junge Zielpublikum nicht zu sehr zu verschrecken. Unterm Strich ein durchschnittlicher Film mit den üblichen Zutaten und zu erwartenden Verlauf, der nur dank der Darsteller und seines turbulenten Finales nicht morgen schon wieder vergessen ist.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 8. Jul 2019, 19:49

Stranger Things - Staffel 3

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Die dritte Staffel von „Stranger Things“ ist abgesehen von einem eher drögen Start für mich eine sehr positive Überraschung, die sich abgesehen von den ersten beiden Folgen im weiteren Verlauf auch keine Durchhänger mehr erlaubt. Wirkte die zweite Staffel wie ein Schnellschuss, so hat man sich für die Dritte wieder mehr Zeit gelassen um die Geschichte rund um die fünf Freunde, die Figuren und die Ereignisse in der amerikanischen Kleinstadt Hawkins entsprechend weiter zu entwickeln. Dabei ist „Stranger Things“ mittlerweile etwas erwachsen geworden und die heimelige Achtziger-Nostalgie ist einem popkulturellen Zitate-Kino inklusive entsprechenden Product-Placement gewichen. Doch das erscheint ebenfalls legitim, da die Serie inklusive das Zuschauerinteresse mittlerweile auch entsprechend groß geworden ist und man dem Publikum auch eine Steigerung präsentieren möchte. Ab Folge 3 geht die Luzi jedenfalls ziemlich ab und es gibt für den Zuschauer bis zum dramatischen Finale auch kaum ein Durchatmen. Hier geht die ganze Sause ja nicht nur sprichwörtlich durch die Decke und lässt den Zuschauer bis zum Ende um die Protagonisten zittern. Dabei ist die Geschichte überraschend düster und statt Grusel ist man fast schon in splattrigen Gefilden angekommen. Der omnipräsente Neon-Look gefällt und spannend fand ich auch, dass der Verschwörung auch in mehreren Erzählsträngen auf die Spur gekommen wird, die sich am Ende hübsch zusammenfügen und auch die neuen Charaktere tun der Staffel gut. Insgesamt bleibt nach dem - zugegeben - lahmen Auftakt auch ein sehr positiver Gesamteindruck zurück und auch die Cliffhanger machen Lust auf mehr, als dass sie den Zuschauer mit einem nicht auserzählten Ende zu vergrämen. Für die dritte Staffel eigentlich (fast) alles richtig gemacht!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 10. Jul 2019, 20:17

The Velvet Vampire

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Netter, kleiner und sinnlicher Vampir-Grusler aus der Low-Budget-Ecke, der sich nicht um die üblichen Genre-Regeln schert, sondern eine anziehende Vampir-Dame präsentiert, die abseits von Blut auch anderen Körperflüssigkeiten nicht abgeneigt scheint. „The Velvet Vampire“ wirkt dabei immer etwas entrückt, hat eine tolle Traum-Sequenz und erinnert an einen drogengeschwängerten Hippie-Film, der seine Protagonisten metaphorisch ins beste Licht rückt. Alles ganz super und ich war als Rollin-Fan ja gleich vom Szenario gebannt, auch wenn man den Streifen weniger wohlwollend durchaus als unspektakulär und etwas langweilig sehen könnte. Vielleicht kein sonderlich spektakulärer oder aufregender Film, aber einer, der den aufgeschlossenen Fan mit einem wohligen Gefühl umhüllt und 80 Minuten auf eine besondere, wie anregende Reise mitnimmt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 11. Jul 2019, 15:30

The Visitors / Paranormal Visitors

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Statt Grusel steht hier eher die „Pleiten, Pech und Pannen“-Show am Programm und „Visitors“ fand ich eigentlich auf fast schon unerträgliche Weise lahm. Die Figuren sind furchtbar, die Handlung unlogisch - passieren tut sowieso nicht vile und auch das Finale eine haarsträubende Angelegenheit, wenn auch nicht im idealen Sinn des Wortes. Meines Erachtens ziemlich uninspirierter Euro-Horror mit Haunted-House-Anleihen aus den Achtzigern.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 12. Jul 2019, 20:02

Patrik Pacard

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Patrik Pacard ist ein aufgeweckter Junge, der nach einer Blinddarm-Operation mit seinen Eltern ein paar ruhige Tage in einem norwegischen Fjord verbringen möchte. Dort gerät er jedoch mitten in internationale Spionage-Konflikte um den genialen Wissenschaftler Dr. Gunström, der es in der Abgeschiedenheit geschafft hat, den DNA-Code von Obst und Gemüse so zu verändern, dass diese sogar noch in höchst unwirtlichen Umständen gedeihen. Als der korrupter Spion Dimitri den Professor mit einer Droge außer Gefecht setzt, die begehrte Formel entlockt und mittels Laser in die Fußsohle des Jungen brennt, wird dieser auf einmal zum Spielball internationale Mächte und quer über den Erdball gejagt. Gemeinsam mit seinen Eltern und der beherzten Wissenschaftlerin Giovanna ist er Spionen und Geheimdiensten aber immer einen Schritt voraus und verhindert so auch stets, dass die begehrte Formel in falsche Hände gerät.

Aus der Abteilung zerstörte Jugenderinnerungen präsentiere ich heute die Weihnachtsserie „Patrik Pacard“ die seinerzeit im Jahr 1984 doch bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Mit knapp 35 Jahren Abstand ist die Jugend-Serie über eine bahnbrechende Formel und internationale Spionage aber gar nicht mehr so prickelnd, sondern eher peinlich, haarsträubend und vor allem auch ziemlich langweilig. Die Geschichte über einen aufgeweckten Jungen inmitten einer Spionage-Sache ist ja eigentlich völlig daneben und so präsentiert, wie man sich als achtjähriger Jungen ein aufregendes Abenteuer inmitten internationale Spionage vorstellen würde. Man will ja gar nicht erst damit anfangen, was hier alles nicht zusammengeht und bei näherer Betrachtung auch gar keinen Sinn ergibt. Das fängt bei der ominösen Wahrheitsdroge an und hört damit auf, dass hier ständig die gleiche Handvoll Leute immer und überall auf der Welt zur scheinbar richtigen Zeit auftaucht. Im Verlauf der sechs Folgen mit je 50 Minuten überzeugt der Junge mit seinem Mut, Tapferkeit und einnehmenden Art auch noch den griessgrämigsten Spion, sodass am Ende dann auch das vermeintlich Gute siegen darf. Statt die ungerechte Umverteilung der Welt-Ressourcen auf den Kopf zu stellen, bleibt man einfach dabei, dass bisherige System so weiterzuführen, wie bisher. Lustig auch, wie oberflächlich Themen wie Korruption, Kapitalismus, Ertragsmaximierung bis hin zu totalitären Gesellschaftssystemen alles abgehandelt wird und dabei auch noch permanent in Anwesenheit von Jugendlichen geraucht wird. 1984 war die Welt wirklich noch scheinbar unbedarft und die TV-Unterhaltung grenzenlos naiv. Auweia!

Gummo

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Seitdem Xenia in Ohio in den Siebzigern von einem Tornado verwüstet wurde, ist die Kleinstadt ein seltsamer Ort geworden, der sich von dieser Katastrophe nie wieder erholt hat. Die jungen Leute wachsen ohne Ideale, Moral oder Erziehung heran und vertreiben sich die Zeit mit herumlungern in abbruchreifen und vergammelten Häusern und Schrottplätzen, sowie dem Töten von Haustieren, die an den örtlichen Fleischhändler verkauft werden. „Gummo“ zeigt in kleine Episoden das Leben der Bevölkerung des Ortes, die auf unterschiedliche Weise versuchen die Leere in ihrem Leben zu füllen und dabei auf der Suche nach Liebe, Anerkennung und Abwechslung auch vor drastischen Mitteln nicht zurückschrecken.

Irgendwo zwischen Lars von Trier, John Waters und Ulrich Seidl platziert sich Harmony Korines Regie-Debüt aus dem Jahr 1997, dass eine Gruppe von sehr seltsamen und jungen Leuten in den Fokus stellt. Diese wachsen in einer Stadt heran, die sich von einer Tornado-Katastrophe nie mehr erholt hat und wie ein Freakshow-White-Trash-Parallel-Universum aus der Sozialempfänger-Hölle wirkt. Doch anstatt Elends-Porno entwickelt Harmony Korine Sympathie für seine Figuren und begleitet die Laiendarsteller wertfrei, während sie ihren zweifelhaften Freizeitaktivitäten fernab elterlicher Autorität, Moral oder Gesetzen nachgehen. Dabei ist Fremdschämen genauso angesagt wie Humor, der jedoch immer wieder im Halse steckenbleibt, wenn unschöne Dinge scheinbar ganz beiläufig präsentiert werden. Als Zuschauer ist man ebenfalls ständig hin- und hergerissen zwischen Neugier, Ekel und Abscheu, jedoch paradoxerweise nie in einer Weise, die das Schauen von „Gummo“ irgendwie unerträglich oder unbequem macht und Mitleid ist hier ebenfalls fehl am Platz. Der Streifen hätte für meinen Geschmack mit seinen spannenden Figuren auch noch ewig so weiter gehen können, ohne dass es mir langweilig geworden wäre. Schon ein sehr seltsamer und einzigartiger Streifen, der fern jeglichen Mainstream-Gedankens hier entstanden ist und natürlich auch dazu gemacht ist, um vom Zuschauer extreme Reaktionen zu provozieren.
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