Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

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Moderator: jogiwan

Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon Lobbykiller » 21. Mai 2019, 20:34

sid.vicious hat geschrieben:DAS FOLTERHAUS DER LADY MORGAN (Massimo Pupillo, 1965)
- Vom Psychothriller zum Hauntig House mutierender Italo-Grusler.
6,5 von 10
[b]


Schon länger auf der Wantlist. Welche Fassung hast geschaut?
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon ugo-piazza » 21. Mai 2019, 21:21

Ich bin der Größte (USA 1977, Tom Gries)

Biopic über das Leben von Cassius Clay aka Muhammad Ali, genauer gesagt vom Olympiasieg 1960 bis zum Triumph über Joe Frazier beim "Rumble in the Jungle" in Zaire 1974. Dabei werden die einzelnen Stationen seines Lebens allenfalls angerissen, aber nichts vertieft. Bei seinen großen Wettkämpfen wird Originalfootage verwendet. Interessant aus heutiger Sicht ist freilich schon allein die Tatsache, diesen Film zu machen, während Alis Karriere noch lief, was sie allerdings nicht mehr lange tat. 1978 verlor er gegen Leon Spinks, womit die letzte Phase seiner Sportkarriere begann. Interessant war auch die Auswahl des Hauptdarstellers, denn (natürlich!) spielte Ali sich selbst. Und ob der so gut beraten war, die Szene drin zu lassen, in der Ali mit seiner damaligen Freundin bei einer Gartenparty eingeladen ist, sei mal dahingestellt. Da sieht er seine Herzensdame mit einem Drink am Tresen stehen und macht ihr dann wegen ihres Kleids eine Szene. Das sei ja viel zu kurz und gehe nicht über die Knie und außerdem sei ihr Brustansatz zu sehen. Sie ist völlig geschockt, schließlich war das Kleid ein Geschenk von ihm. Ja, das schon, erwidert Ali, aber ich habe es dir geschenkt, damit du es privat trägst, zu Hause, nicht in der Öffentlichkeit. Es kommt zu einem Streit, sie gehen beide ins Haus, streiten weiter, und er reißt das Kleid herunter, während er sie beschimpft! Dürfte wohl nicht sehr viele Sympathiepunkte für die Black Muslims gegeben haben...

Regisseur Tom Gries verstarb noch während der Arbeit am Film, weshalb Monte Hellman das Werk vollenden musste. Alis Trainer Angelo Dundee wird von Ernest Borgnine gegeben, Robert Duvall schaut auch mal kurz vorbei und Roger E. Mosley (der "TC" aus "Magnum") gibt Sonny Liston. Als Zeitdokument nicht zu verachten.

Ein Goldfisch an der Leine (USA 1964, Howard Hawks)

Hawks' späte Rückkehr zur Screwball-Comedy präsentiert uns Rock Hudson als Topverkäufer in der Angelabteilung von Abercrombie & Fitch (ja, genau die!), der sogar einen Angelratgeber geschrieben hat, und deshalb nun für die Firma an einem Wettangeln teilnehmen soll. Tatsächlich basieren aber seine Kenntnisse alle auf Hörensagen, er hasst Fisch und kann nicht mal schwimmen. Und "dank" Paula Prentiss und Maria Perschy (!) werden seine Probleme nicht weniger. Da ist guter Rat teuer (im wahrsten Sinne des Wortes), wenn er wieder mal den Indianer John Schreiender Adler für eine Hilfestellung entlohnen muss.

Mit knapp zwei Stunden ist der Film etwas lang geraten, aber er macht Spaß, und das ist doch das Wichtigste.

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Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3 (USA 1974, Joseph Sargent)

Zu diesem Meisterwerk muss man nichts mehr sagen, ein wahrlich verdienter Klassiker. Gesundheit!

Der Fremde kam nackt (USA 1975, Radley Metzger aka Henry Paris)

"Bundeskanzler Schmidt und Präsident Ford trafen sich zu einem eingehenden Kaugummikauen unter 4 Augen." Ja, das waren noch Topmeldungen im Radio! Auch sonst ist die Synchro gelungen. Hier klingt es wirklich liebreizend, wenn das "kleine Fickspätzchen" auf seinen "Fickspatz" wartet. In der DF sollen 10 Minuten fehlen, darunter wohl eine recht ruppige S/M-Sequenz (die ich nicht kenne). So etwas scheint mir überhaupt nicht in den Film zu passen, der ansonsten in seiner Fluffigkeit ein Paradebeispiel für Pärchentauglichkeit darstellt und bei dem vermuten könnte, er wäre vom IVFF (Internationaler Verband der Fellatio-Freunde) gesponsert worden. ;)

Seven - Die Super-Profis (USA 1979, Andy Sidaris)

Hawaii ächzt unter der Last des organiserten Verbrechens. Für 7 Millionen Dollar wird Drew Sevano angeheuert, zusammen mit einigen Spezialisten den Mob (unter ihnen: Reggie Nalder!) final auszulöschen. Ende der Story.

Andy Sidaris' zweiter Spielfilm kam erst 1985 in Deutschland sowohl ins Kino als auch in die Videotheken, wobei es natürlich trotz Kürzung von über 10 Minuten zur Indizierung kam. Das Flair Hawaiis in Kombination in Verbindung mit Original-End70er-Outfits und -Frisuren sorgen dennoch für gepflegte Unterhaltung (das hätte so einige Jahre später nicht mehr gefunzt) und den Killer auf dem Skateboard war auch eine nette Idee. Auf dem Plakat wurde fett mit "Playboy's Playmates" geworben, in dieser Hinsicht sollte man(n) jedoch nicht zuviel erwarten, ab und zu etwas topless, that's it. Auch wenn eines der Mädels vor der großen Exekutionsaktion noch schnell einen anderen Bikini anzieht, weil der "schicker" ist. :mrgreen:


Der Rosenkrieg (USA 1989, Danny DeVito)

Dammit! Danny DeVitos Variation von "Szenen einer Ehe" ist echt schon 30 Jahre alt? :o OK, die Rahmenhandlung hätte man sich sparen können, aber Respekt vor Mr. DeVito, dass er den üblichen Eheverlauf vom ersten Sex bis zum logischen Ende tatsächlich durchzieht und nur ganz gelegentlich etwas überspitzt (bepinkelter Fisch, Hundepastete). Well done!

Zwei Fragen haben sich mir noch gestellt:

a) Wie ist Marianne Sägebrecht in den Film gekommen?

b) Was ist aus Kathleen Turner geworden? Nach dem "V. I. Warshawski"-Flop ist mir danach nur noch "Serial Mom" geläufig. Ein Klasse-Film, der aber wohl bei Vorstadthausfrauen nicht unbedingt gut angekommen sein dürfte. Wer weiß mehr?
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon buxtebrawler » 23. Mai 2019, 08:40

Ex Drummer (Im Kino; immer noch 8/10)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)

Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record) / Der Mann mit der eisernen Maske (Whale) / Rock'n'Roll Nightmare
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon supervillain » 25. Mai 2019, 14:51

Ist ja nicht so, dass ich keine Filme mehr schaue...

Ein kleiner Überblick über die letzten Wochen:


Mörder des Klans (Blu-Ray) 7/10
Ich mag besonders das Kammerspiel in der ersten Hälfte. Gerade hier bietet der Film durch seine beklemmende Atmosphäre einen tollen Spannungsaufbau.

Die Meute lauert überall (Blu-Ray) 5,5/10
Hier hätte ich mir wegen der finsteren Synopsis etwas mehr erwartet. Hatte allerdings zu wenig Impact auf mein Seelenwesen. Schade, hier hätte ich mir, selbst von John "Das Geheimnis des steinernen Monsters" Sherwood, doch etwas mehr erwartet. Ich empfehle lieber einen Jack Arnold B-Western wie "Auf der Kugel stand kein Name" oder "Des Teufels Lohn".

Das Gesetz sind wir (Blu-Ray) 4,5/10
Mit der Geisteshaltung und der Umsetzung diverser Themen, hab ich hier so meine kleinen (eher großen) Probleme. Auch sonst kann der Film nicht viel.

Superfighter (Blu-Ray) 7/10
Auf Klamauk aus dieser Periode reagiere in der Regel allergisch, der Film macht aber richtig Laune und neben den außergewöhnlichen Stunts, funktioniert sogar der Slapstick Anteil überwiegend sehr gut. Schöner Jackie Chan Film, der ihm auch im eigenen Land erst zum Durchbruch verholfen hat!

Suspiria (Blu-Ray) 8,5/10
Da hab ich Schwein gehabt mit diesem Remake. Kann aber die Ablehnung schon auch verstehen, ist so eine "Love it or Hate it" Sache. Ich finds bis auf wenige Punkte sehr gut gelungen.

A Breath Away (Prime-Stream) 5,5/10
Kein Ärgernis, aber ziemlich lahm (inklusive vieler kleiner Sentimentalitäten, bei denen ich mir höchstens (die nicht vorhandenen) Haare raufe, statt Empathie zu empfinden).

Amityville Horror -Remake (Prime-Stream) 4/10
Überflüssig wie ein Kropf, keine einzig gelungene neue Idee! Sogar hochgradig nervig. Einzig das eingefangene Panorama, als das Mädchen auf dem Hausdach herumspaziert, weiß zu gefallen. Ich habe also 30 Sekunden für 100 min verschwendete Lebenszeit erhalten. Schlechter Deal!

Zombie Nightmare (Prime-Stream) 3/10
Mantel des Schweigens! Zum Glück auf Prime, das CMV Mediabook hätte mich dann doch geärgert.

Kodoku: Meatball Machine (Blu-Ray) 8/10
Muss man natürlich abkönnen, ist das gegeben, hat man es hier mit absolutem Pflichtprogramm zu tun. Der aufwendigste Nishimura und meiner Meinung nach auch sein bester Film. Auch das Original wird mühelos abgehängt. Gehobenes Kunsthandwerk mit viel Fleißarbeit beim Basteln und spritzen. Angenehm ill, wie ein Dude der für den Film eine solche Bewertung vergibt.

Bloody Muscle Body Builder in Hell (DVD) 7/10
Liebenswertes Ding, wobei der Bewertung natürlich der authentische Old School Charme zugutekommt. Hier gibt es von meiner Seite nicht viel zu sagen, einfach Jogis Eindrücke lesen.

The Wailling (Blu-Ray) 8/10
Übertreibt sein Verwirrspiel gegen Ende vielleicht etwas, ansonsten ein exzellenter Film, auf den ja auch McBrewer schon häufiger hingewiesen hat. Mit Recht!

Roujin Z (Blu-Ray) 7/10
Trotz des ernsten Themas, wie man mit älternen Menschen in der Gesellschaft umgeht, bietet der Film viel Humor und Action und weiß sehr gut zu unterhalten. Drehbuch von Akira Schöpfer Katsuhiro Ôtomo.

Kampfstern Galactica (Blu-Ray) 6,5/10
Habe erst ca. 5 Folgen (der drei Staffeln) gesehen. Hier braucht es natürlich schon eine große Nostalgiebrille. Manchmal fühlt man sich bei der Serie wie zu Zeiten der schwarzen Listen. Für seine Entstehungszeit ist die Serie schon sehr konservativ und hätte besser in die 50er gepasst. Was man nicht kennt, muss böse sein. Als Kind mochte ich (im Star Wars Fahrwasser) die Serie trotzdem ganz gerne und jetzt muss ich erstmal wieder weiter Schauen, um mir ein besseres Bild zu schaffen.

Battlestar Galactica (Blu-Ray) 9/10
Ein absoluter SiFi Klassiker, hier ist die Paranoia auf einem ganz anderen Level. Das Original ist nett, diese Serie ist ein Meilenstein.

Zum Abschluss noch vier der sieben Filme aus der Studiocanal Hammer Box:

Dracula - Nächte des Entsetzens (Blu-Ray) 7/10
Dass in der Box nicht unbedingt die besten Filme von Hammer vertreten sind, ist bekannt. Vielleicht habe ich bei diesem Film auch etwas zu hoch gegriffen mit meiner Wertung, aber ich mag ihn. Normalerweise bin ich bei Hammer eher von den biederen Filmen angetan, welche durch ihre tolle Ausstattung optimales Gothic Flair versprühen, doch hier mag ich wie bei dem ebenfalls von Roy Ward Baker inszenierten "Draculas Hexenjagd" auch den gestiegenen Härtegrad. Nicht so stark wie der letztgenannte Karnstein Film und doch Pflichtprogramm für Hammer Enthusiasten.

Das Grab der blutigen Mumie (Blu-Ray) 5,5/10
Einige nette Rückblenden, aber irgendwie läuft der nicht rund. Da habe ich nie so richtig Zugang gefunden.

Ehe der Morgen graut (Blu-Ray) 4/10
Anfangs hat mich der holprige, fast schon experimentelle Schnitt bei Laune gehalten, mit dem man die Isolation der Hauptdarstellerin in London abbilden wollte, doch das hielt leider nicht sehr lange an. Ziemliche Schlaftablette.

Furcht in der Nacht (Blu-Ray) 6/10
Den Twist riecht man natürlich meilenweit gegen den Wind, trotzdem ein angenehmer Thriller-Vertreter.
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon Reinifilm » 26. Mai 2019, 01:44

Die Tigerin von Hongkong - perfekter 70er Jahre Asia-Bahnhofskinoreißer. Leider ist die Bildqualität der stark nach Stiefel riechenden DVD ziemlich reudig, aber immerhin wohl uncut. 09/10

The Villainess - einige großartige Szenen, aber erzähltechnisch ziemlich verkackt und viel zu lang. 06/10
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon Lobbykiller » 28. Mai 2019, 11:30

Viel geschaut, wie immer, aber kaum dazu gekommen, nachzutragen, daher diesmal kommentarlos :mrgreen:

Draculas Haus (USA 1945) 4/5
Kaltblütig (USA 1967) 5/5
Werewolf Woman (ITA 1976) 4,5/5
Byleth (ITA 1972) 4/5
Brother On The Run (USA 1973) 4,5/5
Schwarzer Markt der Liebe (GER 1966) 4,5/5
Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht (JAP 1965) 4/5
Ausgeburt der Hölle (USA 1955) 5/5
Rocco - Der Mann mit den 2 Gesichtern (ITA 1966) 4,5/5
Der Mann mit der Puppe (GER 1966) 4,5/5
Die Gruft der toten Frauen (UK 1965) 4,5/5
Der schreckliche Dr. Orloff (SPA/FRA 1962) 5/5
X 312 - Flug zur Hölle (SPA/GER 1971) 4/5
Die linke und die rechte Hand des Teufels (ITA 1970) 4,5/5
The Vengeance Of She (UK 1968) 4/5
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon karlAbundzu » 28. Mai 2019, 15:23

Spannendes Programm, Lobby. Und das aktuellste ist von 1976!

Danke Arte gestern:
ZÄHL BIS DREI UND BETE (1957)
Originaltitel 3:10 to Yuma, daran merkt man schon: Das ist das Original zu dem 2007er Todeszug nach Yuma von Moangold mit Crowe und Bates.
Hier mit Glen Ford und Van Heflin. Glen Ford spielt den Gangster, der in den titelgebenden Zug gesetzt werden soll mit Charme. Er ist mal schmierig, mal aufrichtig konfliktvermeidend, mal überzeugend. Nie brutal, oder allzu hinterhältig für einen Bandenchef. Charakterdarsteller Van Heflin gibt den Kleinfarmbesitzer mit seinem ausdrucksstarkem Gesicht. Die Farm ist aufgrund der Dürre am abkacken, die 200 Dollar für die Überführung locken, und es gibt eine Annäherung zwischen den beiden.
Dazu gut besetzt in Nebenrollen, vor allem Henry Jones als ewig betrunkener, aber natürlich im rechten Augenblick tragisch aber ehrenhaft. Den sehe ich immer wieder gerne, hat ja so einiges an Nebenrollen gespielt.
Die Musik inklusive Titelsong von George Duning mochte ich auch, meine Sofanachbarin fand sie eher nervig. Dabei ist die Countryfan. Die Bilder mit den leeren Städten und großen Kakteen, bizarren Steinformationen sind natürlich auch super.
Der Film ist ja bekannt für die Schlußszenerien, in dem Real- und Filmzeit in eins gesetzt werden. Seesslen findet das hier sogar gelungener als in High Noon. YUMA ist von High Noon auch gar nicht so weit weg.
Ein toller 50er Western.


PS: Danach habe ich schon ziemlich müde noch Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger angefangen, um mir das Bild in 4K anzusehen, und das Bild in diesem großen Film ist toll. Hier wurde meine Sitznachbarin auch wieder aufmerksam ob des Soundtracks: So, der Sound ist mal richtig gut. Ich: Ist ja Morricone. Sie: Ah, daher.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon Arkadin » 29. Mai 2019, 12:12

Es hat sich wieder ein wenig was angesammelt:

Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen - Auf diesen John-Frankenheimer-Film war ich sehr gespannt, da ich Frankenheimer sehr schätze und sich die Story sehr vielversprechend anhörte. Vielleicht waren es meine hohen Erwartungen, vielleicht die Müdigkeit, vielleicht die Entscheidung den Film im 4:3-Format statt auf 16:9 gequetscht zu sehen - richtig überzeugt hat er mich leider nicht. Das roch an allen Ecken nach TV-Film und Scott Glenns merkwürdige Frisur machte seinen Charakter auch nicht sympathischer. Das war alles visuell sehr unspektakulär und mit angezogener Handbremse. Jerry Goldsmiths Musik war aber klasse. Am Ende bin ich aber trotzdem ein paar mal weggenickt.

Das Monster mit der Teufelsklaue - Hui, der ist auch so gar nicht gut. Auf seine unbeholfene Art zwar manchmal ganz niedlich, aber nicht wirklich empfehlenswert. Mehr dazu anderer Stelle später mehr.

Death Walks On High Heels - Der war schön. Ein Giallo mit edler Optik, wunderbarer Cipriani-Musik und einer Susan Scott, die aussieht wie fünf Sack Gold und sich sehr offenherzig zeigt, ohne dabei vulgär zu wirken. Was auch ganz gut ist, denn die Frau ist mit atemberaubenden Beinen und Schönheit gesegnet, hat sich aber obenherum von einem Stümper was machen lassen, was leider irgendwie nach hinten losgegangen ist. Aber schauspielern kann sie und das ist ja die Hauptsache. Hier steht sie zwischen Simón Andreu (unsympathisch und verdächtig) und Frank Wolff (elegant, eloquent und pervers). Das Drehbuch scheint manchmal den Faden zu verlieren, wartet dann aber mit einigen Überraschungen auf. Toll sind auch die Nebenrollen besetzt. Allen voran Luciano Rossi als Hausmeister ihres Vertrauens. Ein Sonderpreis geht an eine gewisse Osanna Guardini, die für die unfassbaren Kostüme von Frau Scott zuständig war.

Death Walks at Midnight - Und noch mehr vom gleichen Team. Bis in die kleinste Nebenrolle nahezu identisch besetzt, wie "Death Walks on High Heels", was gleich ein Wiedersehen mit Luciano Rossi gibt, der hier einen irre kichernden Finstermann gibt. Frank Wolff fehlt allerdings. Dafür darf Simón Andreu noch einmal das Arschloch geben. Die Scott sieht noch strahlender aus als in "High Heels" und spielt so gut wie nie ein wunderschönes Modell, mit dem man Pferde stehlen könnte. Die Story ist extrem konstruiert und reichlich unglaubwürdig und wirr, aber was soll's. Schade nur, dass man aus dem zentralen Gimmick, dem Eisenhandschuh mit den spitzen Stacheln, nicht mehr gemacht wurde. Musik diesmal von Gianni Ferrio und etwas dramatischer und weniger flockig als Cipriani, passt aber auch sehr gut.

Ziarno prawdy - Polnischer Thriller von 2015. Regie: Borys Lankosz, der den - auch international - ziemlich erfolgreichen "Rewers" gedreht hat. Der Film lebt von seinem Hauptdarsteller Robert Wieckiewicz (eh einer der besten Schauspieler, die ich kenne), der den stets missgelaunten und zynischen Leiter der Ermittlungen einfach großartig verkörpert und durch sein Charisma den Film trägt. Dieser handelt von einem Serienmörder in einer kleinen Provinzstadt, der seine Opfer scheinbar von jüdischen Ritualen inspiriert umbringt. Die Geschichte ist ausgesprochen finster und atmosphärisch gefilmt. Und auch teilweise sehr spannend. Die Schwachstelle ist das Drehbuch, welches anscheinend auf einem erfolgreichen (auch in Deutschland erschienenen) Krimi einer Reihe um den Leitenden Ermittler beruht. Da hat man mehrmals das Gefühl, irgendwas nicht mitbekommen zu haben, wenn der Ermittler plötzlich irgendwo hin läuft und ein neues Beweisstück entdeckt. Vieles ist auch einfach nur konstruiert und macht nicht viel Sinn (eine Leiche wird entdeckt, weil ein zufälliger Spaziergänger plötzlich die Idee hat, einer Krähe zu folgen - über baufällige Treppe in das Obergeschoss einer sehr instabil wirkenden Ruine). Auch wundert es sehr, wo das Drehbuch seine Prioritäten setzt: Die Geschichte um eine Kollegin des Ermittlers und gleichzeitig beste Freundin des ersten Opfers wird erst groß aufgezogen, die Kollegin baggert ihn auch noch an - dann verschwindet dieser Strang komplett aus dem Film und auch die Beziehung zwischen Polizistin und Opfer wird bis auf "sie waren Freundinnen" nie vertieft. Dafür taucht ein junges Mädchen auf, mit der er Ermittler eine eher uninteressante Beziehung hat und die ihn dann (aus Gründen die ich auch nicht verstanden habe) ziemlich schroff verlässt (ich vermute mal, die spielt in den Romanen eine größere Rolle). Und über die finale Auflösung schweige ich mal lieber. Die ist.. puuuhhh... Dafür fand ich den Hintergrund des immer noch schwelenden Antisemitismus in Polen und der unaufgearbeiteten Vergangenheit (die Verbrechen der Polen gegen die Juden in den 40ern und 50ern ist großes Thema im polnischen Film der letzten Jahre) sehr gut herausgearbeitet.

Swastika - Found Footage, als es noch das war, was der Begriff im (oftmals experimentellen) Film eigentlich aussagt. Eine Kollage aus "gefundenem" Filmmaterial. Hier Wochenschauen, Propagandafilmen und Privaten Aufnahmen aus dem 3. Reich. Philippe Moras (ja, der mit "Howling II") Dokumentation ist ein tatsächlich spannender und sehr wichtiger Beitrag zum Verständnis der Geschichte. Der Film war wohl bei seiner Premiere 1974 ein Skandal (laut critic.de: "Swastika, (..), sorgte beim Filmfestival in Cannes für heftige Reaktionen. Die Zuschauer stritten und schlugen sich, die Vorführung musste abgebrochen werden. Der deutsche Verleih trat zurück. In Frankreich wurde eine Kopie aus dem Kino geraubt und über jüdischen Gräbern verstreut) da er auch private Aufnahmen enthielt, die Eva Braun (die hier erschreckend sympathisch und lebenslustig erscheint) auf dem Obersalzberg aufgenommen hat. Da sieht man Hitler dann auch mal an der Kaffeetafel Kuchen verteilen. Mora war wichtig (wie es bei diesem völlig ohne erklärenden Text auskommenden Film am Anfang auf einer Texttafel steht), dass man sieht, dass das keine übermenschliche, mythische Teufel waren, die das alles angerichtet haben, sondern "normale Menschen" - damit man sie auch erkennt, wenn sie wieder auftauchen. Gerade vor dem Hintergrund aktueller trauriger Entwicklungen sicherlich nicht verkehrt. Damals war das alles noch ein Schock, heute sind die Bilder größtenteils bekannt und sind seitdem Hundertfach gezeigt worden. Daher ist die Wirkung vielleicht nicht mehr mit der von 1974 vergleichbar. Mich hat vor allem fasziniert, wie Mora zunächst Szenen aus dem normalen Leben 1933 montiert. Alles wirkt locker, leicht , normal. Nur die Hakenkreuzfahnen im Hintergrund irritieren. Dann tauchen schleichend immer mehr uniformierte Menschen auf. Den pompösen und zugeben extrem beeindruckenden NS-Veranstaltungen (wo die Protagonisten wirklich wie Heilsbringer - oder Rockstars - aus einer anderen Welt wirken), werden dann wieder völlig profane Szenen aus dem privaten Leben Hitlers und seiner Helfer gegenübergestellt. Eine Banalität des Bösen. Der Film folgt - soweit man das beurteilen kann - chronologischen den Jahren 1933 bis 1939. Der zweite Weltkrieg und der Zusammenbruch werden dann in fünf Minuten abgehandelt. Klar kann man dem Film viele Lücken vorwerfen, und dass er nur ausgewählte Bilder sprechen lässt, was vieles vielleicht verkürzt. Auch, dass das monströse Verbrechen gegen die Juden und andere Minderheiten und Andersdenkende und das Leid des Krieges weitgehend ausgeklammert wird (die paar Szenen, die darauf verweisen wirken irgendwie pflichtschuldig reinmontiert und nicht zwingend). Aber darum geht es meines Erachtens auch nicht. Es geht darum, wie Menschen wie Du und ich an die Macht kommen, sich quasi in die Geschichte einschleichen und es ihnen möglich gemacht wird, ein unmenschliches Regime zu etablieren. Wie sie einen Mythos aufbauen, der Millionen zu rasenden "Fans" macht. Und wie alles am Anfang noch irgendwie "normal" wirkt. Wichtig!
Früher war mehr Lametta
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon Lobbykiller » 30. Mai 2019, 06:39

Weiter gehts mit der Yet Unseen Jess Franco Werkschau 2019:

Küss mich Monster (SPA/GER 1967) R: Jess Franco
D: Adrian Hoven
M: Jerry van Royen
Die völlig abstruse Handlungs-Gemengelage lässt auf einen Vollrausch aller Betteiligten schließen. Jess Franco aka The Spanish Hitchcock hat hier daher auch einen seiner grandiosesten Cameo-Auftritte, als schmieriger Verbindungsmann.
(3/5 = Haha) :D
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon Onkel Joe » 30. Mai 2019, 10:09

ugo-piazza hat geschrieben:
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b) Was ist aus Kathleen Turner geworden? Nach dem "V. I. Warshawski"-Flop ist mir danach nur noch "Serial Mom" geläufig. Ein Klasse-Film, der aber wohl bei Vorstadthausfrauen nicht unbedingt gut angekommen sein dürfte. Wer weiß mehr?


- Wegen "Seven" war ich damals genau deswegen doch sehr enttäuscht.

- Kathleen hatte oder hat Arthritis, deswegen kam ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr viel.
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