Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato (1981)

Grusel & Gothic, Kannibalen, Zombies & Gore

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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato

Beitragvon dr. freudstein » 22. Jul 2013, 01:25

buxtebrawler hat geschrieben:
dr. freudstein hat geschrieben:Ich denke, du hast da doch den Erstschlag getan oder warum hast du grad mich in Bezug auf meine Vorliebe für diesen Film mit einem facepalm erwähnt?


Weil du dich kürzlich erst über Slasher verallgemeinernd negativ ausgelassen hattest. ;)


Über US Slasher ja, aber doch nicht bei Italo Granaten wie diesen hier :D :nixda: :engel: :pfeif:
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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato

Beitragvon Adalmar » 22. Jul 2013, 08:00

Wie "Buio Omega" und "Anthropophagus" finde ich auch diesen d'Amato sehr bemerkenswert.

http://cinemorphin.blogspot.de/2012/06/ ... -1981.html

Was US-Slasher angeht, können da die meisten m. E. nicht mithalten - zu brav und vorhersehbar. Der deutsche Titel "Absurd" trifft das Ganze recht gut, da d'Amato hier so etwas wie das "absolut Böse" in seinem sinnlosen Wüten präsentiert.
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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato

Beitragvon buxtebrawler » 22. Jul 2013, 13:48

"Schund", "sinnlos" - die richtigen Begriffe habt ihr ja durchaus parat :D

Ich plane eine kleine Slasher-Retrospektive und werde in diesem Rahmen auch "Absurd" noch einmal sichten und mich dann dazu ausführlicher äußern.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato

Beitragvon Arkadin » 22. Jul 2013, 14:08

buxtebrawler hat geschrieben:Ich plane eine kleine Slasher-Retrospektive und werde in diesem Rahmen auch "Absurd" noch einmal sichten und mich dann dazu ausführlicher äußern.


:thup:

Ich mag den "Absurd" ja irgendwo. Kann aber auch sehr gut verstehen, wenn man ihn langweilig und schlecht findet. Aber gerade diese langsame, unperfekte und - ja - "absurde", verleihen ihm eine zum Teil hypnothische Stimmung. Das war von D'Amato sicherlich nicht so gewollt, aber gerade dieser Film ist für mich eines der Beispiele, wo ein Film bei mir prima funktioniert, gerade weil er seine selbst gesteckten Ziele (unterhaltsam, spannend) nicht erreicht. Das Scheitern erschafft hier etwas ganz anderes. "Traumwandlerisch", wäre ein Prädikat, welches mir einfällt.
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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato

Beitragvon jogiwan » 22. Jul 2013, 14:17

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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato

Beitragvon Adalmar » 22. Jul 2013, 14:20

Arkadin hat geschrieben:Aber gerade diese langsame, unperfekte und - ja - "absurde", verleihen ihm eine zum Teil hypnothische Stimmung. Das war von D'Amato sicherlich nicht so gewollt, aber gerade dieser Film ist für mich eines der Beispiele, wo ein Film bei mir prima funktioniert, gerade weil er seine selbst gesteckten Ziele (unterhaltsam, spannend) nicht erreicht. Das Scheitern erschafft hier etwas ganz anderes. "Traumwandlerisch", wäre ein Prädikat, welches mir einfällt.


Ist doch letztlich egal, was d'Amato "gewollt" hat - und das weiß auch keiner -, vielleicht hat er den Film auch "instinktiv" so gestaltet. Mit einem "Scheitern" hat das für mich nichts zu tun. Jedenfalls für mich haben Anthropophagus, Buio Omega und Absurd eine ganz eigene atmosphärische Qualität. Ich glaube, viele haben ein Problem damit, dass der Film nicht auf so einer moralisierenden Ebene funktioniert (Spannung im Sinne von "mit den 'Guten' mitfiebern") wie die meisten US-Produktionen.

Die Gewalttaten von Eastmans Figur sind hier tatsächlich sinnlos (wieso wird das zu einem negativen Merkmal aufgebauscht?) und das überzeugt mich weitaus mehr als dieser US-Quark von wegen Bestrafung sittenloser Jugendlicher, den man in den meisten Teenieslasher-Produktionen findet.
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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato

Beitragvon buxtebrawler » 16. Apr 2014, 13:52

„Das ist absurd!“

1981 drehte der italienische Vielfilmer und gern als Schmuddel-Trasher abgetane Joe D’Amato „Absurd“ alias „Antropophagus II“ (alle andere, unzähligen Alias-Titel erspare ich mir an dieser Stelle) und suggerierte damit bewusst eine Fortsetzung des kultigen, ein Jahr zuvor erschienenen kannibalistischen „Man-Eater“ alias „Antropophagus“ – mit dem dieser an US-Slasher angelehnte Schnellschuss allerdings nichts zu tun hat – bis eben auf die Tatsache, dass D’Amato wieder auf seinen Kumpel George Eastman für die Hauptrolle zurückgreifen konnte.

Der Grieche Mikos Stenopolis (George Eastman) hat mit radioaktivem Material gearbeitet. Ein ungewollter Nebeneffekt seiner Arbeit war eine Veränderung seiner Zellstruktur, durch die er grandiose Selbstheilungskräfte erlangt hat. Sein Geist jedoch kennt nur noch einen Befehl: Töten! Seitdem ist er auf der Flucht vor einem Priester (Edmund Purdom, „Ein schwarzer Tag für den Widder“), die ihn schließlich in eine US-amerikanische Kleinstadt treibt. Dort schlitzt er sich den Wanst am Gartenzaun einer wohlhabenden Familie auf und wird ins Krankenhaus eingeliefert – aus dem er sich kurze Zeit später selbst entlässt und eben jene Familie aufsucht. Auf seinem Weg zu ihr hinterlässt er eine blutige Spur…

„Das ist kein Mensch mehr – das ist ein Ungeheur!“

Nach dem großartigen „Sado – Stoß das Tor zur Hölle auf“ und dem sehr kruden, aber auch charmanten „Man-Eater“ läutete „Antropophagus II“ einen Abwärtstrend im Horrorfilm-Schaffen D’Amatos ein. Die Handlung scheint lediglich als Aufhänger für eine Aneinanderreihung möglichst brutaler und blutiger Splattereffekte zu dienen und mit ihrem gentechnisch veränderten Mutanten mit Selbstheilungskräften keinen weiteren Sinn zu ergeben. Lieblos wird das Geschehen nach Slasher-Manier in eine US-amerikanische Kleinstadt verlegt und mit Ankunft der Babysitterin zum recht offensichtlichen „Halloween“-Plagiat. Die Darstellerriege mit vielen „No-Names“ krampft sich bemüht durch das Schmierentheater und verfügt über besonders nervige Mimen wie den kleinen Jungen, der anscheinend überhaupt nicht weiß, was er dort überhaupt tut und den vermutlich angepeilten Effekt, dass man sich um ihn besonders sorgt, komplett torpediert. Das Verhalten der Charaktere ist meist nur schwer nachzuvollziehen und irgendeine Form von Empathie mag nicht so recht aufkommen. Eastman soll zwar einen Mutanten darstellen, sieht die ganze Zeit aber schlicht aus wie George Eastman eben aussieht – hünenhaft und respekteinflößend, von Maskenarbeit à la „Man-Eater“ jedoch keine Spur. Man verlässt sich ausschließlich auf seine Statur und seinen irren Blick, den er zugegebenermaßen gut beherrscht. Verfügte „Man-Eater“ noch über so etwas wie eine vielleicht nicht immer ganz geglückte, doch deutlich wahrnehmbare Dramaturgie, behält „Antropophagus II“ fast durchgehend das immer gleiche Tempo bei immer gleichem Ablauf bei, was ab einem gewissen Punkt schlicht ermüdend wirkt. Der Täter steht von vornherein fest, ein Motiv gibt es nicht und die Erklärung für sein Verhalten ist völlig belanglos, an den Haaren herbeigezogen und wird ebenfalls zu einem relativ frühen Zeitpunkt mit etwas pseudowissenschaftlichen Blabla erläutert. Bewusst erzeugte morbide Atmosphäre darf man keine erwarten, die abseitige Stimmung des Films ist reines Zufallsprodukt resultierend aus der billigen, schundigen Inszenierung, außer in jenen Momenten, in denen der Soundtrack Carlo Maria Cordios vereinzelt zu Hochform aufläuft.

Was „Antropophagus II“ für mich als Genre-Fan dennoch zumindest in die Durchschnittlichkeit rettet, ist tatsächlich der Grad an grafischer Gewalt: Schon zu Beginn stolpert Stenopolis mit herausquillendem Gedärm ins Haus, kurze Zeit später bohrt er sich durch den Kopf einer Krankenschwester, spannt im weiteren Verlauf jemanden auf eine Sägebank und steckt später den Babysitter (Annie Belle, „Laura“) mit dem Kopf in den Backofen, während die Kamera minutenlang auf ihren Überlebenskampf hält. Handwerklich sind diese Spezialeffekt durchaus von einem gewissen Niveau und wissen für sich betrachtet zu überzeugen sowie in ihrer Konsequenz zu verschrecken. Auch Spannung kommt dann doch endlich einmal auf, als Stenopolis zum zweiten Mal das Haus der Familie betritt und das Finale einläutet, das in einer äußert makabren Schlusseinstellung mündet, die mir allein schon einen Punkt wert ist. Trotzdem: „Antropophagus II“ ist einer stumpfsinnigsten Slasher, die ich kenne, und das will schon ‘was heißen. Das Drehbuch passte vermutlich auf einen Bierdeckel.

Wenn man keinen Schimmer davon hat, was einen guten Slasher eigentlich ausmacht und ihn lediglich auf seinen Gewaltanteil reduziert, kommt Murks wie dieser dabei heraus. Gegen „Antropophagus II“ ist „Man-Eater“ jedenfalls ein vielschichtiges, tiefenpsychologisches Arthouse-Drama.
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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato (1981)

Beitragvon Theoretiker » 15. Mai 2016, 20:36

Absurd - Crowdfunding-Kampagne für neue 2K-Restauration

88 Films plant auch Sado, Aenigma und Amazonas zu restaurieren

Joe D'Amatos Absurd (Original: Rosso Sangue) von 1981 kam in Deutschland in mehreren gekürzten Fassungen auf dem Markt. Auf VHS fehlten einige Minuten und nach der Indizierung 1983 und der ersten Beschlagnahme vier Jahre später, kamen auf DVD noch eine um acht Minuten geschnittene FSK 18-Fassung und eine in den Gewaltszenen etwas zeigefreudigere FSK 16 Version.

Auf DVD gab es dann auch die ungekürzte Originalfassung, sowie von XT Video auch die Langfassung. 88 Films kündigte den Film für Großbritannien an und startete eine Crowdfunding-Kampagne, um eine 2K-Restauration vom Originalnegativ in Angriff nehmen zu können. Das Ziel von 10.000 Pfund war für den Film bereits nach etwas mehr als einem Tag erreicht.

Doch Absurd ist nicht der einzige Film, der in 2K restauriert werden soll. Auch D'Amatos Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf (Beyond the Darkness), Amazonas - Gefangen in der Hölle des Dschungels (Massacre in Dinosaur Valley) und Lucio Fulcis Dämonia (Aenigma) sollen neu aufbereitet werden.

Für jeden Titel müssen weitere 10.000 Pfund erreicht werden, damit alle Filme wie geplant neu abgetastet werden können, sonst erscheinen sie mit den vorhandenen HD-Mastern. Weitere Details und auch die ersten Test-Screenshots von Absurd gibt es auf der unten verlinkten Seite. Die Crowdfunding-Kampagne kann hier unterstützt werden.


Quelle: http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=10375
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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato (1981)

Beitragvon jogiwan » 15. Aug 2018, 16:10

Das US-Label Severin bringt im September Joe Tomates "Antropophagus" und "Absurd" auf Blaustrahl und weil die Filme ohnehin schon jeder hat, gibt es einfach sonstiges Zeugs dazu, wie z.B. eine Nikos Karamanlis-Plüschpuppe mit herausnehmbaren Eingeweiden. Dazu Pins, Shirts, etc.. Mit 99 Dollar ist man als Vorbesteller dabei:

https://severin-films.com/shop/maneater-bundle/

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quelle: severin-films.com
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Re: Absurd - Ausgeburt der Hölle - Joe D'Amato (1981)

Beitragvon Onkel Joe » 13. Apr 2019, 07:33

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