Dario Argento - Anatomie der Angst - Flintrop/Stiglegger Hg.

Moderator: jogiwan

Dario Argento - Anatomie der Angst - Flintrop/Stiglegger Hg.

Beitragvon jogiwan » 29. Nov 2012, 17:59

Dario Argento - Anatomie der Angst

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Deep Focus 16
ca. 304 Seiten, ca. 200 Fotos
Paperback, 14,8 x 21 cm

Inhalt:

Unüberschaubare Räume, grelle Farben, schwarze Lederhandschuhe und blitzende Rasierklingen – wie kein zweiter Filmemacher arbeitet der Italiener Dario Argento seit seinem Debüt "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe " (1969) an einer filmischen Anatomie der Angst. Seine ausgefeilten Inszenierungen des Albtraums im italienischen Giallo-Thriller wie auch im Gothic Horror brachte er mit seiner Trilogie der »Drei Mütter« (SUSPIRIA, INFERNO und MOTHER OF TEARS) zur Vollendung. Während seine ebenso bizarren wie faszinierenden Thriller PROFONDO ROSSO, TENEBRE und OPERA international schnell zu einflussreichen Kultfilmen wurden, ist mit ihnen in Deutschland eher eine tragische Zensurgeschichte verbunden.

Erstmals im deutschsprachigen Raum widmen sich in diesem reich bebilderten Buch eine Reihe von Argento-Kennern – darunter auch Filmemacher wie Dominik Graf und Jörg Buttgereit – dem facettenreichen Werk des Regisseurs: von seinen frühen Drehbüchern (SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD) über seine Produktionen (THE CHURCH) bis hin zu seinen aktuellsten Regie-Filmen GIALLO und DRACULA 3-D.

(quelle: http://www.bertz-fischer.de/product_inf ... cts_id=405)

Erscheint im Juli 2013
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Re: Dario Argento - Anatomie der Angst (Flintrop/Stiglegger)

Beitragvon Arkadin » 29. Nov 2012, 18:26

jogiwan hat geschrieben:eine Reihe von Argento-Kennern – darunter auch Filmemacher wie Dominik Graf


Ich mag den Mann einfach :thup:
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Re: Dario Argento - Anatomie der Angst (Flintrop/Stiglegger)

Beitragvon purgatorio » 29. Nov 2012, 20:36

Der Plan zu dem Buch wurde in Dresden auf dem Cinestrange geschmiedet :nick: 8-)
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Re: Dario Argento - Anatomie der Angst (Flintrop/Stiglegger)

Beitragvon karlAbundzu » 21. Jul 2016, 18:45

Sobald meine persönliche Balkon-Saison eröffnet ist, nehme ich mir immer ein Filmbuch, was ich hier so hab. Diesmal dieses. Und trotz des eher mauen Sommers hab ich es schon durch.
Eher filmwissenschaftlich als popular-, trifft es meinen Geschmack. So was hättte ich mir zu meiner Studienzeit gewünscht Längere Artikel zu den Haupttopoi, kleinere Artikel zu jede Film.
Klar, in meinen Augen falsches, oder nicht nachvollziehbares dabei, aber gerade bei den längeren Artikeln hatte ich viel Erkenntnisgewinn. Eins schafft das Buch auf jeden Fall: Man bekommt Bock, die Filme (noch mal) zu gucken!
Etwas störend ist hier, dass beinahe jeder den Herausgeber zitiert, das wirkt manchmal ein wenig anbiederisch und zeigt, dass die meisten aus der selben Richtung Argento sehen. Und die Bibliografie ist so nicht zu gebrauchen.
Empfehlung insgesamt.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Dario Argento - Anatomie der Angst (Flintrop/Stiglegger)

Beitragvon Pippolino » 21. Mär 2019, 00:11

Tja. Das Buch muss noch von mir gelesen werden. :wart:
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Re: Dario Argento - Anatomie der Angst (Flintrop/Stiglegger)

Beitragvon jogiwan » 21. Mär 2019, 09:15

Ich hab hier auch vor langer Zeit mal ein paar Zeilen dazu getippelt:

Mit Literatur zu Filmen aus dem Genre-Bereich bzw. dessen Regisseure und -Innen ist es im deutschsprachigen Raum so eine Sache: zwar hat sich in den letzten Jahren zumindest auf dem Magazin-Sektor so einiges getan, aber mit Ausnahme der Publikationen aus der “Deep Focus”-Reihe bzw. dem Verlag Bertz +Fischer und den (vergriffenen) Büchern des geschätzten Herrn Christian Keßler sieht es im Vergleich zu den zahlreich vorhandenen und englischsprachigen Werken größtenteils eher düster aus. Zwar gibt es durchaus deutschsprachige Publikationen, die dann eher dem Sektor Bilderbuch zuzuordnen sind - dem prinzipiell nichts einzuwenden ist - aber ein Groß der bisherigen Veröffentlichungen erfreuen sind entweder eher etwas schludrig recherchiert und/oder erfreuen sich einem mitunter gewöhnungsbedürftigen Schreibstil und oftmals auch einem etwas zu kreativem Umgang mit der deutschen Sprache.

Bislang gab es meines Wissens, außer mit dem 1999 erschienenen Buch “Inferno - Die Welt des Dario Argento” von Detlef Klewer, das sich dem filmischen Output jedoch etwas zu sehr mit der Fanbrille nähert, kein weiteres deutschsprachiges Werk, welches sich ausschließlich dem Schaffen des 1940 geborenen Regisseurs und Drehbuchautors widmet. Zwar findet sich u.a. auch in “Inferno Italia - Der italienische Horrorfilm” von Louis Paul ein ausführliches Kapitel zu den Werken Argentos, aber ansonsten sind es wohl die englischsprachigen Bücher “Profondo Argento” von Alan Jones, welches kürzlich um ein paar Kapitel und aktuelle Filme ergänzt als “Dario Argento - The Man, The Myth, The Magic” neu aufgelegt wurde und Chris Gallants “The Art of Darkness - The Cinema of Dario Argento”, welche allgemein als Referenzwerke zu Argentos Schaffen gelten.

Das nun erschienene Buch “Dario Argento - Anatomie der Angst” schickt sich nun jedoch an, diesen Missstand zu ändern und versammelt nicht weniger als 33 (in Worten: dreiunddreißig) Autoren aus der Film-, Theater- und Blogger-Szene, die sich filmwissenschaftlich dem Schaffen Argentos nähern und die unterschiedlichsten Aspekte wie die Rolle der Kunst in seinen Filmen, die Nähe zum Grand-Guignol-Theater, seine Arbeit als Drehbuchautor, sowie auch dessen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Regisseuren wie Mario Bava und Brian De Palma näher beleuchten. Weiters findet sich in dem Buch ein Interview mit Musiker Claudio Simonetti, die Kooperation mit den Prog-Rockern von Goblin, ein Dreh-Location-Bericht zu Movie “Suspiria” und weitere spannende Aspekte, während im zweiten Teil dann jeder Film des Regisseurs näher beleuchtet wird, ehe das von Marcus Stiglegger und Michael Flintrop herausgegebene Werk mit einer Film-, Bibliographie und weiteren Informationen zu den Autoren abgeschlossen wird.

Seit dem vorigen Jahr wurde das Buch ja bereits in Foren beworben und auf einer bekannten Online-Community konnte man die Entstehung des Werkes seit Dezember 2012 quasi mit verfolgen, ehe dieses im Spätsommer 2013 veröffentlicht wurde. Die Vorfreude war ja bei vielen auch groß, dass ein Werk entstehen sollte, dass sich inhaltlich von Fan-Werken und üblichen Foren-Diskussionen abheben sollte und einen tieferen Einblick in die düster-blutige und durchaus kontroverse Welten Dario Argentos bieten sollte. Als dann nach Veröffentlichung jedoch suggestive Internet-Postings veröffentlicht wurden, die fast schon trotzig auf den filmwissenschaftlichen Charakter des Werkes verwiesen und kritischeren und durchaus berechtigten Stimmen Niveaulosigkeit unterstellt wurden, erlitt die Vorfreude zumindest von bei mir den ersten Dämpfer und auch tatsächlich dürften sich viele angesichts des Titels doch ein etwas anderes Endprodukt erwartet haben.

Die Idee ein derartiges Buch zu veröffentlichen kann zwar nicht hoch genug eingeschätzt werden und mit dem Lesen jeder Seite wird auch der Aufwand sichtbar, der in dieses Herzensprojekt gesteckt wurde, jedoch hapert es etwas bei der Umsetzung und wie in dem bekannten Sprichwort mit den “vielen Köchen” und dem “verdorbenen Brei” entsteht beim Lesen doch der Eindruck, dass man hier versucht hat, zu viele unterschiedliche Aspekte, Sichtweisen und Schreiberlinge in ein Buch zu pressen. Dass bei der Anzahl an unterschiedlichen Autoren dabei mitunter seltsame Sichtweisen und Wiederholungen nicht ausbleiben kann dabei durchaus verziehen werden, was sich jedoch für mich als Außenstehender als größtes Mysterium darstellt ist die Tatsache, dass man für ein derartiges Buch nicht den Regisseur selbst ins Boot geholt hat, um z.B. ein paar sehr gewagte Vermutungen zu bestätigen oder eben zu widerlegen und nicht zumindest ein Interview in das Buch gepackt hat.

So finden sich im ersten Teil der Publikation neben zahlreichen und sehr interessanten Beiträgen auch einige Texte, die sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in (persönlichen) Mutmaßungen ergehen oder in ihrer teils abenteuerlichen Interpretation zu sehr eine aktuelle Sichtweise auf Werke vergangener Jahrzehnte projizieren und dadurch zu etwas seltsam anmutenden Schlussfolgerungen kommen. Bei manchen Autoren hätte es bei allem Respekt auch nicht geschadet, die eigenen Befindlichkeiten etwas zurückzuschrauben, die angepeilte Thematik nicht aus den Augen zu verlieren und auch etwas mehr auf die Lesbarkeit ihrer Beiträge zu achten.

Im zweiten, großen Teil des Buches widmen sich die Autoren dann chronologisch allen Regie-Werken Argentos inklusive seiner Ausflüge ins Fernsehen und da bei der kurzen Wiedergabe der Handlungen auch gespoilert wird, richten sich die Texte wiederum eher an Fans , die mit dem Schaffen Argentos auch vertraut sind. Die Texte sind hier größtenteils auch sehr schön ausgefallen, wobei diese Aufgabe mit fortschreitendem Produktionsjahr für die zahlreichen Schreiberlinge immer undankbarer wird. Vor allem die Autoren zu Movie “Giallo” und Movie “Dracula 3D” sind ja im Grunde wahrlich nicht zu beneiden und ganz muss man daher in Kenntnis dieser Werke mit den Ausführungen zu aktuellen Werken dann auch nicht konform gehen und die abschließende Filmografie mit ausführlichen Infos zu Daten wie Erstaufführung, Drehlocations etc. stimmt den Leser dann auch wieder mehr als versöhnlich.

Unterm Strich bleibt ein filmwissenschaftliches Buch, welches sich rein dem Schaffen des Regisseurs widmet und sich auch eher an den eingefleischten Fan richtet, da ein Großteil der Texte die Kenntnis der entsprechenden Filme voraussetzt. Die Idee zu dem Buch und den Beiträgen aus unterschiedlichsten Richtungen ist zwar sicherlich sehr gut, aber im vorliegenden Fall wurde der Bogen an Themen und beteiligen Personen mit und ohne Fanbrille wohl etwas zu weit und lose gespannt, während die Person, um die es eigentlich geht, leider nicht in irgendeiner Form eingebunden wurde. Das ist meines Erachtens mehr als schade und “Dario Argento - Anatomie der Angst” bietet neben zweifelsfrei sehr interessanten Beiträgen statt neuen Erkenntnissen und verbürgten Thesen für mein Empfinden zu viele allgemeine Informationen, Wiederholungen und auch oftmals etwas zu plakative Mutmaßungen, denen zumindest ich mich für meinen Teil wie auch den Lobeshymnen zu dem Buch nicht vorbehaltlos anschließen möchte.


Das Buch bzw. sein Inhalt ist mir ja nicht sonderlich in Erinnerung geblieben - wohl aber noch die Art und Weise, wie hier teils mit Leutchen umgesprungen wurde, die das Buch nicht überschwänglich positiv besprochen haben... ;) :kicher:

PS: was ist eigentlich aus dem Fulci-Buch geworden?
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Re: Dario Argento - Anatomie der Angst (Flintrop/Stiglegger)

Beitragvon purgatorio » 22. Mär 2019, 05:20

jogiwan hat geschrieben:
PS: was ist eigentlich aus dem Fulci-Buch geworden?

ich glaube, dieses Projekt ist tot. Mein Text ruht zwar noch im Pool, aber da sind schon einige Autoren abgesprungen und haben ihre Beiträge zurückgezogen :| gleiches dürfte annähernd für alle Folgebücher gelten, die zwischen 2014 und 2017 geplant, organisiert und beworben wurden. Mehr passiert nicht
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Re: Dario Argento - Anatomie der Angst (Flintrop/Stiglegger)

Beitragvon jogiwan » 22. Mär 2019, 08:55

Schade, da waren neben Fulci ja auch Bücher zu Joe Dante, John Landis, John Hough, John Carpenter, etc. angekündigt...

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Re: Dario Argento - Anatomie der Angst (Flintrop/Stiglegger)

Beitragvon Pippolino » 22. Mär 2019, 23:04

jogiwan hat geschrieben:Schade, da waren neben Fulci ja auch Bücher zu Joe Dante, John Landis, John Hough, John Carpenter, etc. angekündigt...

Zu Joe Dante wurde ein Buch veröffentlicht.
http://www.bertz-fischer.de/product_info.php?cPath=1_35&products_id=446
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Re: Dario Argento - Anatomie der Angst (Flintrop/Stiglegger)

Beitragvon purgatorio » 23. Mär 2019, 09:57

jogiwan hat geschrieben:Schade, da waren neben Fulci ja auch Bücher zu Joe Dante, John Landis, John Hough, John Carpenter, etc. angekündigt...

http://s574723231.online.de/


Ich glaube, bei dem Carpenter- und dem Hough-Buch passiert noch was. Auf die wurde ja angeblich die letzten Jahre gewartet. Zumindest zum Carpenter-Buch zeigt sich bei Herrn Stiglegger auf Facebook gelegentlich noch Aktivität (wenn er mal einen schönen Link findet, pusht er die Gruppe wieder nach oben). Mehr Anhaltspunkte gibt es aber nicht :lol:
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