Der Rebell - Neonazi, Terrorist, Aussteiger - Jan Peter

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Der Rebell - Neonazi, Terrorist, Aussteiger - Jan Peter

Beitragvon sid.vicious » 28. Feb 2019, 22:30

Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2005
Regie: Jan Peter
Drehbuch: Yury Winterberg
Musik: Sebastian Krückel, Mark Zenker, Jan Schamberger
Länge: ca. 93 Min.
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Odfried Hepp, Steffen Dupper, Eberhard Böttcher, Helge Blasche

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Er war Deutschlands meistgesuchter Neonazi und zum selben Zeitpunkt Offizier der Palästinensischen Befreiungsfront sowie Informant der DDR Staatssicherheit. Er organisierte Terroranschläge auf amerikanische Soldaten in Deutschland. Er trug zahllose falsche Namen, und war unter dutzend Masken jahrelang auf der Flucht.

Dies ist eine der unheimlichsten Biografien der Bundesrepublikanischen Geschichte und zugleich eine der schnellstvergessenen. Die Geschichte des Odfried Hepp.

So suggeriert der Off-Kommentar den Film „Der Rebell“, dessen Hauptprotagonist, Odfried Hepp, dem Regisseur Rede und Antwort steht. Die Reise durch Odfrieds Lebensgeschichte beginnt mit der Gründung der Gruppe Schlageter, im Film als Kampfgruppe Schwarzwald bezeichnet. Seine Freundschaft zu Kai Uwe Bergmann und Steffen Dupper, deren gemeinsamer Hang zu Nationalsozialismus und den gemeinsamen Freitagen in Odfrieds Elternhaus, bei denen NS-Kampflieder gesungen wurden. Der Trip in den Libanon und die Erkenntnis, dass man sich das Ganze doch vollkommen anders vorgestellt hat. Bergmann wird zu Tode gefoltert…

Die Biografie des Odfried Hepp gestaltet sich sehr umfangreich, denn er ist nicht der Typ, der redet, sondern ein Mann der Tat. Somit bleibt die Verwunderung über dessen zahlreichen kritischen Lebenslagen aus. Wer das Buch „Der Rebell“ gelesen hat, der wird einige Informationen vermissen, denn wenn man Jan Peters Inszenierung einen Vorwurf machen kann, dann sind es die nicht berücksichtigten Informationen: in welcher Verbindung Odfried zu Mohamed Ghadban und Abu Abbas stand. Dieses wird im Buch umfangreich und spannend vermittelt. Als Zeitzeugen kommen neben Odfried seine Schwestern, Steffen Dupper, Helge Blasche und der ehemalige Stasi-Führungsoffizier, Eberhard Böttcher, zu Worte.

So möchte ich diese Kurzbesprechung mit der Schlusssequenz des Films schließen, in der Odfried vor dem Spiegel sitzt und mit brüchiger Stimme die Textzeile „Rebellen, Rebellen, haben Tod und den Teufel zum Gesellen“ aus dem Lied „Als Jungen wurden wir Soldaten“ singt / spricht.

Fazit: Deutsche Geschichte, die nur noch den wenigsten bekannt sein wird. Odfried wird es recht sein.
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Re: Der Rebell - Neonazi, Terrorist, Aussteiger - Jan Peter

Beitragvon buxtebrawler » 1. Mär 2019, 08:17

sid.vicious hat geschrieben:Fazit: Deutsche Geschichte, die nur noch den wenigsten bekannt sein wird. Odfried wird es recht sein.[/align]


Hatte ich bisher tatsächlich nichts von gehört :-?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)

Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record)
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Re: Der Rebell - Neonazi, Terrorist, Aussteiger - Jan Peter

Beitragvon sid.vicious » 1. Mär 2019, 11:20

Den kennt kaum noch jemand, obwohl ihn selbst Ede Zimmermann suchte.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Die „Hepp Kexel Gruppe“ wird dort als eine rechtsextremistische Vereinigung beschrieben, aber das ist nicht ganz richtig. Hepp und Kexel hatten kurze Zeit nach (zuvor plante man die Befreiung von Rudolf Hess) der Gruppengründung vom Hitlerismus abgeschworen. Ziel war es, die Besatzertruppen zum Abzug aus Deutschland zu bewegen und den Schulterschluss mit der RAF anzustreben.

Aber das macht nichts, denn selbst Rainer Fromm schreibt in seiner Doktorarbeit, dass die Hepp Kexel Gruppe aus der WSG Hoffmann entstanden ist. Was totaler Blödsinn ist. Odfried und Hans-Peter Fraas sind mit Hoffmann im Libanon gewesen, waren aber niemals Mitglieder der WSG Hoffmann. Walter Kexel, Dieter Sporleder, Ulrich Tillmann und Helge Blasche waren ebenfalls nie in der WSG Hoffmann. Letzterer hat bestätigt, dass man sich aus der NPD kannte.
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