Rosen für den Staatsanwalt - Wolfgang Staudte (1959)

Moderator: jogiwan

Rosen für den Staatsanwalt - Wolfgang Staudte (1959)

Beitragvon ugo-piazza » 6. Feb 2016, 23:45

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D 1959

D: Martin Held, Walter Giller, Ingrid van Bergen, Werner Peters


Das Ende des zweiten Weltkriegs naht.
Der Gefreite Rudi Kleinschmidt muß sich wegen zwei Tafeln Schokolade, die er auf dem Schwarzmarkt gekauft hat, vor dem Kriegsgericht verantworten. Aber so gering das Vergehen auch ist, der Kriegsgerichtsrat Dr. Schramm spricht von "wehrkraftzersetzenden Tendenzen" und verhängt die Todesstrafe. Das Exekutionskommando wird von einem Tieffliegerangriff überrascht, und Kleinschmidt kann mitsamt dem Vollstreckungsbefehl entkommen. Jahre später trifft Rudi Kleinschmidt den Mann, der ihn einst zum Tode verurteilt hat, wieder. Dr. Schramm hat es zu einem angesehenen Oberstaatsanwalt gebracht, der soeben die Flucht eines Antisemiten begünstigt hat. Er sieht in Kleinschmidt eine Gefahr für seinen beruflichen Erfolg, deshalb, will er ihn aus der Stadt vertreiben. (Amazon)


Wolfgang Staudte widmete sich in diesem Film aus dem Jahr 1959 der Thematik der "furchtbaren Juristen", die im Nazi-Regime wüteten, im Rahmen der Entnazifizierung ihre Tätigkeit verleugneten und so als "Unbelastete" in der jungen BRD mit einer neuen Karriere durchstarteten. Dr. Wilhelm Schramm ist einer von Ihnen, er liest die "Deutsche Soldatenzeitung", er verhilft einem Freund, der wegen einen judenfeindlichen Beleidigung angeklagt ist, zur Flucht, und traktiert zu Hause seinen pubertierenden Stiefsohn mit deutschen Werten. Als der totgeglaubte Rudi Kleinschmidt, der sich nun als wohnungsloser Straßenhändler mehr schlecht als recht durchschlägt, in seiner Stadt wieder auftaucht, flattern bei Schramm die Nerven und er versucht, ihn aus der Stadt zu vertreiben. Doch Rudi begeht die gleiche Tat, die ihm 1945 vorgeworfen wurde: Er klaut zwei Dosen Scho-Ka-Kola und steht als Angeklagter vor Gericht erneut Schramm gegenüber...

Es ist nicht wirklich eine schöne neue Gesellschaft im Nachkriegesdeutschland, die hier präsentiert wird. Der ehemalige Kriegsgerichtsrat Schramm wird als jetziger Oberstaatsanwalt in der Öffentlichkeit hofiert, während Rudi Kleinschmidt ein Entwurzelter ist, ohne Wohnung, ohne Zukunft, ohne Hoffnung. Damit stößt er in Wirtschaftswunder-Zeiten auch bei seiner Ex Lilly auf Unverständnis, die versucht, mit einer Pension durchzustarten. Als Rudi eines Abends an der Bar von Schramms Todesurteil erzählt und dies mit dem Vollstreckungsbefehl auch beweisen kann, sind die drei honorigen Herren über Schramm empört. Der eine schreibt einen 5seitigen Brief an den Generalstaatsanwalt, nur um ihn letztlich zu erreichen, ein anderer versucht, Schramm zu erpressen, weil sein Bauunternehmen bei öffentlichen Bauaufträgen stets leer ausgehe.

Martin Held und Walter Giller brillieren in den beiden Hauptrollen dieses Klassikers des deutschen Nachkriegskinos, der definitiv in den Schrank gehört.
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Re: Rosen für den Staatsanwalt - Wolfgang Staudte (1959)

Beitragvon buxtebrawler » 5. Feb 2019, 18:26

Erscheint voraussichtlich am 15.02.2019 bei Filmjuwelen auf Blu-ray und auch noch einmal auf DVD, jeweils inkl. Booklet:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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