Otto und die nackte Welle - Günther Siegmund (1968)

Moderator: jogiwan

Otto und die nackte Welle - Günther Siegmund (1968)

Beitragvon ugo-piazza » 17. Sep 2016, 12:02

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D 1968

D: Otto Lüthje, Heidi Kabel, Heidi Mahler, Henry Vahl

Otto Sanftleben ist ein alteingesessener Hamburger Schauspieler und Schmalfilmamateur und grundsätzlich gegen öffentlich dargebotene Nacktheit. Überall muss er diese „Schmuddeleien“ feststellen und wendet sich, igittigittigitt, angewidert ab. Um sich von Sündenpfuhl seiner Großstadtheimat zu erholen, zieht es Otto hin und wieder in die Lüneburger Heide, wo er allenfalls nackte Schafe, dort Heidschnucken genannt, bewundern und auf Zelluloid bannen kann. Doch vor Ort muss er mit Schrecken feststellen, dass sich die sündigen Nackedeis auch hier breitgemacht haben – und das ausgerechnet zur Gaudi des Kollegen Hans von Noeltinghoff, der lieber nackte Mädchen als irgendetwas sonst auf seine Filme bannen möchte.

Mit diesen Fotos kann der Schauspieler so manche Mark dazuverdienen. Noeltinghoff spielt dem pikierten Otto einen Streich und schneidet in dessen beschauliches Naturfilmmaterial einige von ihm hergestellte Aktaufnahmen. Dadurch kommt Spießer Sanftleben allmählich auf den Geschmack, und bald kann er wohlgeformten, nackten Frauenbrüsten mehr abgewinnen als im Winde schaukelnden Gräsern oder blökenden Schafen. Otto bewundert Noeltinghoffs “Schätze” und will, ganz zum Entsetzen seiner auf „Sitte und Moral“ Wert legenden Frau Erna, so rasch wie möglich in das Geschäft mit den Nackedei-Fotos einsteigen. Eines Tages bietet das Theater, an dem er engagiert ist, seine Lieblingsrolle an, und so kehrt Otto Sanftleben wieder in seine kleine heile Welt zurück und der „nackten Welle“ den Rücken. (Wikipedia)


Ich habe diesen Film leider nicht sehen können und wäre daher für sachdienliche Hinweise dankbar.

Interessant klingt für mich, dass hier offenbar das gesamte Ensemble des Hamburger Ohnsorg-Theater einen Ausflug in das (Nackt-)Filmgeschäft machte. Wobei die Nacktaufnahmen aus Nudistenfilmen des Briten Harrison Marks "geklaut" sein sollen. http://www.kino.de/film/otto-und-die-nackte-welle-1968/ http://pamela-green.com/otto-und-die-nackte-welle-1968/

Gedreht wurde im Studio Bendestorf in der Lüneburger Heide. Vor einigen Monaten hatte ich das Glück, mir das abgesperrte Gelände anschauen zu dürfen, wo die Atelierhallen nun vor sich hingammeln und auf den Abrissbagger warten.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/u ... 20296.html

http://www.abendblatt.de/hamburg/harbur ... ojekt.html

http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/ ... 82153.html
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Re: Otto und die nackte Welle - Günther Siegmund (1968)

Beitragvon phantom » 21. Nov 2018, 18:34

OTTO UND DIE NACKTE WELLE nach fünfzig Jahren wieder im Kino:

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersac ... rf158.html
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Re: Otto und die nackte Welle - Günther Siegmund (1968)

Beitragvon ugo-piazza » 22. Nov 2018, 00:18

Eine als verschollen geglaubte Filmrolle des Ohnsorg-Theaters mit dem Titel "Otto und die nackte Welle" wird 50 Jahre nach der Premiere erneut im Kino gezeigt. Der Streifen wurde nach Angaben eines Sprechers vom Film- und Fernsehmuseum Hamburg in den ehemaligen Filmstudios Bendestorf (Landkreis Harburg) wieder entdeckt. Gedreht wurde der Film 1968 in der Heide. Hauptdarsteller waren Otto Lüthje, Heidi Kabel und Henry Vahl. Auch noch mit dabei: viele Heidschnucken und eine junge unbekleidete Frau. Der Film von Regisseur Günther Siegmund erregte damals Anstoß, weil er zahlreiche Nacktszenen enthält.


Schau an, da hat man in Bendestorf das Werk wieder entdeckt. :o Wahrscheinlich beim Abriss der Atelierhallen, in deren Fundamenten die Rollen für immer vergraben bleiben sollten. :D

Exakt 50 Jahre nach der Premiere wird der Film am 29.11. um 20.30 Uhr im Magazin-Kino in Hamburg zu sehen sein. :nick:
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Re: Otto und die nackte Welle - Günther Siegmund (1968)

Beitragvon Onkel Joe » 22. Nov 2018, 10:39

ugo-piazza hat geschrieben:
Schau an, da hat man in Bendestorf das Werk wieder entdeckt. :o Wahrscheinlich beim Abriss der Atelierhallen, in deren Fundamenten die Rollen für immer vergraben bleiben sollten. :D

Exakt 50 Jahre nach der Premiere wird der Film am 29.11. um 20.30 Uhr im Magazin-Kino in Hamburg zu sehen sein. :nick:


Gehst du hin?
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Re: Otto und die nackte Welle - Günther Siegmund (1968)

Beitragvon ugo-piazza » 22. Nov 2018, 17:18

Onkel Joe hat geschrieben:
ugo-piazza hat geschrieben:
Schau an, da hat man in Bendestorf das Werk wieder entdeckt. :o Wahrscheinlich beim Abriss der Atelierhallen, in deren Fundamenten die Rollen für immer vergraben bleiben sollten. :D

Exakt 50 Jahre nach der Premiere wird der Film am 29.11. um 20.30 Uhr im Magazin-Kino in Hamburg zu sehen sein. :nick:


Gehst du hin?


Den Termin hab ich mir mal notiert. Ich erwarte von dem Film nicht viel, aber wer weiß, ob man den noch mal zu sehen bekommt.
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Re: Otto und die nackte Welle - Günther Siegmund (1968)

Beitragvon ugo-piazza » 30. Nov 2018, 20:38

Das lange Zeit verschollene "Skandalfilmchen" mit den Ohnsorg-Regulars Otto Lüthje, Heidi Kabel, Henry Vahl, Heidi Mahler, Hilde Sicks und Werner Riepel entpuppt sich als ziemliches Kuriosum. Man kommt sich in der Tat vor wie in einem Stück des Ohnsorg-Theaters aus jener Zeit, zumal auch die Ausstattung häufig theatermäßig rüberkommt. In einem ziemlichen Kontrast dazu stehen die Nacktszenen, die häufig als Träume entweder Otto Sanftlebens oder seines Rivalen Hans von Noeltinghoff eingebaut werden. Fairerweise weist der Vorspann bereits darauf hin, dass Material des Briten George Harrison Marks eingeschnitten wurde, dass offenbar über eine Schweizer Gesellschaft bezogen wurde.

Clevererweise hat man die Figur des von Noeltinghoff äußerlich an Marks angelehnt, um so den Eindruck zu erwecken, es handele sich um dieselbe Person, und Noeltinghoff-Darsteller Erwin Wirschaz wäre tatsächlich von barbusigen Schönheiten umgeben gewesen. Die hätte man auf der Reeperbahn (wo auch Außenaufnahmen entstanden) gewiss finden können, und ich habe auch gestern nicht so genau hingeschaut, und somit eben dies vermutet. Nach etwas Gegoogele neige ich allerdings zur These der "bewussten Ähnlichkeit"

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Der Film lief damals in Hamburg wohl 3 Wochen lang in einem einzigen Kino, die Anziehungskraft der Ohnsorg-Stars hielt sich somit in engen Grenzen. Ausziehungskraft hätte man bei denen eh nur bei Heidi Mahler vermuten können... ;)

So ist das Werk weder Fisch noch Fleisch, aber dennoch ein unterhaltsames Kuriosum.


Das Kino war gestern überwiegend mit älteren Semestern gefüllt, eine Frau erzählte, dass sie damals vor 50 Jahren nicht reingelassen wurde.

Es gibt noch zwei Vorstellungen, am 2. Dezember um 15 Uhr und am 8. Dezember um 18 Uhr. Wer die verpasst, muss wohl darauf hoffen, dass ein Label das kommerzielle Potenzial des "Ohnsorg-Skandalfilms" erkennt...

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ ... 48232.html
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