Karl or Karla goes to Cinema

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Moderator: jogiwan

Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 11. Sep 2018, 14:48

Einen Monat vorher, auch bei Weird Xperince:
12. August 2018, 20 Uhr, Cinema Ostertor
HELLBOUND - HELLRAISER II (1988) OV
R: Tony Randel, D: Clare Higgins, Imogen Boorman, Ashley Laurence, Sean Chapman, Oliver Smith, Kenneth Cranham, Doug Bradley, William Hope, M: Christopher Young
Direkt nach den Ereignissen des ersten Teils erwacht Kristy in einer PSychatrie unter der Leitung des düsteren Dr. Channard. Der Julia mithilfe ihrer Matratze wiederbelebt und Kontakt zu den Zenobiten sucht. Zum Glück hilft Kristy ein junger Arzt und mit HIlfe der begabten Tiffany versuchen sie den Spuk zu beenden.
Hui, was eine Achterbahn, der mir optisch und von den visuellen Ideen und kranken Einfällen noch besser gefällt als der erste. Hier wird ein bisschen mehr über die Würfel angedeutet und wir fallen richtig in die Dimension der Zenobiten. Und da hat richtig wucht und folgt eine Alptraumlogik. Dazu machen die Verwandlungen Channards richtig übel!!!
Man merkt aber auch, dass sich das Buch nicht richtig entscheiden kann: Mal versucht man, Julia als Unterweltkönigin aufzubauen, dann ist Dr. C wieder Numero Uno, dann geht es doch eher um Pinhead (Groß: Sein erstes Erscheinen) und seine Vergangenheit, oder um Kristy und Tiffany als Double Final Girls. Und das sich Pinhead mit einem Foto umstimmen läßt, ist ein wenig der"Martha"-Moment.
Aber: Insgesamt hat der Fahrt, macht die richtigen Pausen und macht sehr viel Spaß. Überhaupt nicht gealtert!


P: Puh, aufgearbeitet, das nächste FIlmfest (Oldenburg) kann kommen.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 21. Sep 2018, 14:16

wie immer in Oldenburg um die Welt:
erster Halt KUBA
IS THAT YOU?
Pychothriller mit Horrorelementen im Hinterland von Kuba. Intensiv, gut gespielt und gefilmt. Hat mich mitgerissen.

dann übers Meer, USA
RAY MEETS HELEN
Ketih Carradine und Sandra Locke in einem Werk übers Alter und Identität von Alan Rudolph.
Von den beiden super gespielt, was fürs Herz. Insgesamt routinierte Hollywoodunterhaltung. Nachher war Keith mit einem Produzenten auf der Bühne, sehr sympatisch und charmant, der Keith.

ab in den Süden, BRASILIEN
THE BOAT
Ein langes Gedicht über eine Fischersiedlung, eine Meditation über die Macht des Erzählens und der Wörter, über Sehnsucht und Pflicht. Wuchs in meiner Betrachtung.

Um Mitternacht nach Hause, DEUTSCHLAND
LUZ
Bessene, Flirts, Alkohol. Horrorarthouse im Frühachtziger-Videostil, gedreht auf 16mm. Schwächen bei den Schauspielern und einiges ist konstruiert oder verwunderungswürdig, insgesamt aber sehr sympatisch und macht Spaß. Toller Soundtrack.

Vor dem Weiterflug immer noch DEUTSCHLAND, aber auch irgendwie KROATIEN
DER HENKER
Das hatte ich ganz andere Erwartungen, statt ein FIlm um einen fiesen Rächer an der Gesellschaft mit brutalen Morden bekam ich einen Nullachtfünfzehn ARD Krimi, eben der Reihe "Kroatien-Krimi", der Fall konstruiert, die Charaktere nicht überzeugend, die Probleme der Kommissarin im Vordergrund.Schnell weg nach:

NEW YORK
FIRT REFORMED
Der neue von Paul Schrader mit typischen Hauptcharakter, ein Mann verzweifelt an allem möglichen und sucht Lösungen im realen und irrealen. Hier ein Priester, der mit einem Selbstmord, seiner Krebserkrankung, einer persönlichen Geschichte, seiner Institution und der Umweltverschmutzung zu tun hat. Großartig gespielt von Ethan Hawke, den ich noch nie so gut sah. Schrader zurück im Independent Film, stark!!!

Über Nacht in die Schweiz:
BLUE MY MIND
Ein Mädchen kommt in eine neue Schule, sucht zielgerichtet die Aussenseiter, bleibt doch aber auch dort Aussenseiterin zunächst, ihr Körper verändert sich, nicht nur wegen einsetzender Periode, außerdem hat sie Heißhunger auf rohen Fisch.
Ein Film über das Erwachsenwerden, einerseits direkt gezeigt wie die Jugendlichen mit Problemen umgehen, andererseits als Metapher durch die fischigen Veränderungen. Das ist alle shinreißend gespielt und gefilmt, aber ab und an hatte ich den Eindruck, der FIlm hätte sich mehr entscheiden sollen. So war manches nicht in der Tiefe bzw. altbekannt und hatte ein paar Längen. Trotz allem hat er mir gefallen, da wäre nur mehr drin gewesen.

Zum Abschluß nach ISLAND
VULTURES
EIn ungleiches Brüderpaar ist in einem Drogenschmuggeldeal und es läuft so fast alles schief, was so geht. UNd alle treffen immer wieder die falschen Entscheidungen oder werden eben gezwungen, diese zu treffen.
Intensiv gespielt, rau gefilmt. Straight und gut. Hat mir gefallen.

Gutes Festival!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 21. Sep 2018, 14:17

BlacKkKlansman OmU
Der neue Spike Lee über einen Afroamerikanerischen Cop, der sich Undercover bei dem Klan einschmuggelt mit Hilfe seines jüdischem Kollegen.
Der Trailer versprach eine Anti-Nazi-Komödie, aber der Film ist dann doch ernster und härter als gedacht. Klar, bei der Ausgangssituation gibt es viel zu lachen, aber es wird auch sehr ernstes verhandelt. Und das das nicht nur Zeitkolorit der 70er ist, wird durch die dokumentarischen Bilder am Ende klar. Die fand ich dann zum Teil sogar grenzwertig, wenn das Auto in Charlottesville in die Demonstranten rast....
Der Hauptcharakter steht im Mittelpunkt, seine Cop-Kollegen werden ein wenig vernachlässigt, die Nazis sind ein krudes aber nachvollziehbares Sammelsurium. Und auch die radikale Black Power Bewegung wird kritisch gesehen.
Toller Film!
Anmerkung: Im Abspann läuft eine Prince Interpretation eines alten Songs. Aufgenommen von im alleine am Piano zu Hause. Wunderbar intensiv. Lee und Prince haben ja häufiger harmonsich miteinander gearbeitet. Und jetzt erfhr ich, das die ganze Session (A piano and a Microphon 1983) auf Platte kommt. Gekauft!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 12. Okt 2018, 09:56

11.10.18 Cinema Ostertor. 20:30.
MACKIE MESSER - BRECHTS DREIGROSCHENFILM (2018)
R: Joachim A. Lang, D: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Robert Stadlober, Joachim Król, Claudia Michelsen, Britta Hammelstein, Meike Droste, Christian Redl, Peri Baumeister, Vilmar Bieri, Godehard Giese, Marcus Calvin, Mateusz Dopieralski, Rainer Laupichler, Robert Dölle, Hendrik Heutmann, Christian Hockenbrink, Markus Tomczyk, Raiko Küster, Max Raabe; M: HK Gruber und Kurt Weill
Als Freund Brechtscher Theaterstücke und Weilscher Musik fand ich diesen Film um die Versuche, die Dreigroschenoper zu verfilmen natürlich spannend. Vor allem bei der Besetzung: Lars Eidinger, Robert Stadlober (endlich mal wieder eine anständige Rolle), Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Joachim Krol, Claudia Michelsen, Meike Droste, Christian Redl, Godehard Giese.
DIe Story fängt konventionell an, es beginnt kurz vor der Uraufführung der Oper, die ein überraschender Erfolg wird, und die Idee entsteht, dies z verfilmen, und hier werden dann Brechts Visionen zu den Szenen in die Handlung integriert, inklusive des Gerichtverfahren um die Verfilmung. Alles, was Brecht hier sagt, ist wohl original as den INterviews mit ihm, seinen Schriften und so authentisch. Eidinger legt ihn sehr verschmitzt und klug, aber auch zweifelnd an. Auch die Rollen der Frauen um ihn herum inklusive deren kreativen Input wird erzählt. Moretti als Mackie und als Schauspieler, der Mackie spielt, super schmierig und dann auch wieder fast grotesk! Stadlobers Weill hat leider sehr wenig Spielzeit. Fazinierend Hannah Herzprung, Britta Hammelstein, Meike Drote und Peri Baumeister als die Frauen um Brecht. Austtattung ist spannend, weil sie einerseits sich stark an die Weimarer Zeit anlehnend, aber seine Künstlichkeit auch nie verleugnet. Schöne Drehorte haben sie auch gefunden.
Alles in allem eine toll erzählte Geschichte um eine der erfolgreichsten deutschen Bühnenproduktionen.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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