Luz - Tilman Singer (2018)

Moderator: jogiwan

Luz - Tilman Singer (2018)

Beitragvon jogiwan » 27. Aug 2018, 09:30

Luz

Bild

Originaltitel: Luz

Herstellungsland: Deutschland / 2018

Regie: Tilman Singer

Darsteller: Johannes Benecke, Jan Bluthardt, Lilli Lorenz, Julia Riedler, Nadja Stübiger

Story:

Die junge Taxifahrerin Luz wird von einem Körper bessetzenden Dämonen gestalkt, der offenbar in sie verliebt ist... (quelle: filmstarts.de)
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 30164
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

Beitragvon jogiwan » 27. Aug 2018, 09:31

sehen will!!! :shock: :o 8-)

filmstarts.de hat geschrieben:Das vor allem von Dario Argento („Rosso – Farbe des Todes“) und Mario Bava („Blutige Seide“) geprägte italienische Horrorkino der 1960er bis 1980er Jahre erlebt momentan ein kleines Revival. Neben dem aktuell heiß erwarteten „Suspiria“-Remake von „Call Me By Your Name“-Regisseur Luca Guadagnino gab es da in den vergangenen Jahren etwa auch die Giallo-Stilübungen „Amer“ und „The Strange Colour Of Your Body's Tears” von dem belgischen Regie-Pärchen Hélène Cattet und Bruno Forzani. Nun kommt einer der interessantesten Beiträge zu dieser Genre-Wiederbelebung durchaus überraschend aus dem sonst so genrescheuen Deutschland: Der Dämonen-Thriller „Luz“ ist die Abschlussarbeit von Tilman Singer an der Kunsthochschule für Medien in Köln und ist durch und durch vom Giallo-Kino inspiriert. Das audiovisuelle Feuer, das er in seinem Leinwanddebüt entfacht, lässt den Zuschauer zwar mit jeder Sekunde ratloser im Kinosaal zurück, entfaltet dabei aber auch eine Sogwirkung, der man sich – so abgegriffen diese Floskel auch klingen mag – einfach nicht entziehen kann.


kennt den wer? :???:
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 30164
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

Beitragvon Arkadin » 20. Sep 2018, 14:13

Der deutsche Hochschulabschlussfilm "Luz" ist ein zweischneidiges Schwert. Wunderschöne Ideen und eine einfallsreich mit den arg limitierten Ressourcen umgehende Regie nimmt einen sehr für den sympathischen Film ein. Das Drehbuch schlingert so herum und man merkt schon, dass da kein routinierter Profi am Werk war. Gerade die Dialoge sind doch größtenteils ausbaufähig. Wie generell die Figurenzeichnung oftmals auf übertriebene Klischees zurückgreift. Besonders schlimm bei der Figur der Kommissarin, die im schwarzen Abendkleid und Schulterhalfter rum rennt und Befehle brüllt. Da kippt der Film dann bedenklich in Richtung Schmierentheater. Zumal auch die Schauspieler nicht durchgängig gut sind. Sehr schlimm hier die junge Frau am Anfang. Das mag in dem Falle vielleicht so gewollt sein (sie ist immerhin von einem Dämon besessenen), wirkt aber wie Amateurtheater auf niedrigstem Niveau ("Bisssu Narzt?"). Doch dann punktet "Luz" wieder mit einer sehr guten Hauptdarstellerin, einer grandiosen Ausstattung und einem sehr gelungenen Soundtrack. Gedreht wurde wohl auch auf Film, was noch einmal Sympathiepunkte bringt. Und die Szene, in der eine Taxifahrt nur mithilfe von einigen Stühlen und der Tonspur nachgestellt wird, ist einfach brillant. Wie gesagt: Im Grunde zwiespältig, aber ich mochte den trotz aller Mängel sehr gerne.
Früher war mehr Lametta
***************************************************************************************
Filmforum Bremen
Weird Xperience
Benutzeravatar
Arkadin
 
Beiträge: 9085
Registriert: 04.2010
Wohnort: Bremen
Geschlecht: männlich

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 21. Sep 2018, 10:48

Ich fand Singers Debut - zumal jetzt, im Nachgang - offenbar wesentlich anheimelnder und begeisterungswürdiger als mein mitschreibender Mitstreiter: Weder hat mich besonders das figuren- und stellenweise etwas "affektierte" Schauspiel unangenehm berührt noch die Tatsache, dass diese Dialoge figuren- und stellenweise quasi in "Zeitlupe" und ohne großartigen inhaltlichen Mehrwert ablaufen. Regelrecht verzückt hat mich indes, dass der Film tatsächlich auf 16mm gedreht worden ist, sowie, dass die Verantwortlichen aus einem Minimal-Budget - insgesamt "nur" acht Darsteller (wovon zwei, nämlich der Rezeptionist in der Klinik und der Barmann reine Requisiten sind), und insgesamt zwei Schauplätze (wovon einer im Grunde lediglich ein großer Raum mit ein paar Stühlen ist) - ein Maximum an Effekten herausgeholt haben. Was mich letztlich wirklich von den Füßen holte, ist eine der wohl unvergesslichsten Taxi-Szenen der Filmgeschichte: Vergesst NIGHT ON EARTH, TAXI DRIVER, TEHERAN TAXI oder Mario Bianchis SEX-TAXI! Der Versuchsaufbau ist folgender: Die offenkundig verwirrte und aus einem fahrenden Taxi gehüpfte Protagonistin soll von einem Psychologen hypnotisiert und dadurch in die Verfassung versetzt werden, den Grund für ihr ungewöhnliches Hüpfen preiszugeben. Ihr "Taxi" ist dabei ein bloßer Stuhl mit Rückspiegel, wobei jedoch das, was sich zunächst einzig in ihrem Kopf abspielt, mit der Zeit mehr und mehr die Diegese entert, d.h.: Wir als Zuschauer beginnen zu hören, was sie in ihrer Erinnerung hört, beginnen zu sehen, was sie sieht, wenn sie in den Rückspiegel guckt usw. Zusätzlich verkompliziert das Divergieren der Bild- und Ton-Ebene, dass Luz Spanisch spricht, ihr sie anleitende Hypnotiseur allerdings Deutsch, und für die Vermittlung ein Dolmetscher zuständig ist, den wir ebenfalls die ganze Zeit über simultan hin und her übersetzen hören. Hinzukommt die bereits von Arkadin erwähnte Kommissarin, die zusätzlich mit dem Hypnotiseur kommuniziert, oder aber, parallel zur sich akustisch/visuell entfaltenden "Geschichte", Anrufe bei ihren Kollegen tätigt: Haltet nach diesem oder jenem Indiz Ausschau etc. Das ist, was hochkomplexe Synchron-Asynchron-Spielchen mit sonorischen und piktoralen Film-Elementen angeht, durchaus nicht viel unter dem Niveau von Godard, nur eben deutlich unterhaltsamer, packender und ironischer. Ich werde mir diesen Film, sofern er denn eine Heimmedien-Auswertung erhält, zeitnah noch einmal gründlicher besehen!

(Ach ja, die in der von Jogi zitierte Notiz, nach der LUZ bis ins Mark vom Giallo-Kino inspiriert sei, kann ich so nicht unterschreiben. Mit seinen feinen Okkult-Horror-Spritzern, seiner konsequenten 80er Optik und der mäandernden Erzählstruktur wäre die erste Referenz, die mir für LUZ einfallen würde, wohl eher Lamberto statt Mario Bava.
Benutzeravatar
Salvatore Baccaro
 
Beiträge: 1635
Registriert: 09.2010
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Luz - Tilman Singer (2018)

Beitragvon karlAbundzu » 16. Apr 2019, 18:00

Ein aufmüpfiges Mädchen in einer chilenischen Klosterschule, beschwört einem Dämon, wird Taxifahrerin in Deutschland, trifft ihre Vergangenheit wieder, hat mentale Kräfte. Ein Dämon wandert von Frau zu Mann. Eine Szene im Taxi in Hypnose im Verhörraum.
Schon in Oldenburg gesichtet, hier noch mal selbst gezeigt. Und der Film gewann: Er ist ein toller Mix aus Horror, Arthouse, Sound Design, Set Design. Mit einer hervorragenden Hauptdarstellerin. Der Sound bei uns war besser als in Oldenburg, dadurch wirkte er noch besser, also schön laut gucken zu Hause.
Beim ersten Mal schauen überzeugte mich das Over Acting Julia Riedlers ncht so sehr, doch insgesamt fand ich es diesmal passend. Und es gibt viele hübsche Details zu entdecken, ich sage mal: Werbespot.
Das alles auf 16mm gedreht und schön im 80er Look.
Ein Gewinn.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
Benutzeravatar
karlAbundzu
 
Beiträge: 5422
Registriert: 11.2012
Geschlecht: nicht angegeben


Zurück zu "Deutschland"


 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron