Frühling für Hitler - Mel Brooks (1968)

Moderator: jogiwan

Frühling für Hitler - Mel Brooks (1968)

Beitragvon ugo-piazza » 24. Mai 2013, 23:36

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USA 1968

OT: The Producers

D: Zero Mostel, Gene Wilder, Kenneth Mars, Dick Shawn, Lee Meredith


Max Bialystock (Zero Mostel), das war einmal ein erfolgreicher Produzent am Broadway. Jetzt sind seine Stücke nur noch Flops, deren Finanzierung er dadurch zusammenkratzt, dass er alte reiche Witwen bezirzt, die ihm daraufhin Schecks überreichen, in der Hoffnung, am Erfolg des Stücks zu partizipieren. Da es keine Gewinne gibt, gibt es auch keine Gewinnauszahlung. Zum Glück für Max, der den Ladys insgesamt weit mehr als 100% des Gewinns zugesagt hat.

Und nennt steht auch noch eine Buchprüfung an. Leo Bloom (Gene Wilder) erweist sich als hochgradig neurotisch, findet aber auch heraus, dass Max bei seinem letzten Stück 2000 $ nicht in die Produktion, sondern in seine eigene Tasche gesteckt hat. Das ließe sich ja auch in viel größerem Stil aufziehen, dämmert Leo. Einen todsicheren Flop produzieren, Millionen Dollar einsammeln, kaum was ausgeben und ab nach Rio. Max ist davon Feuer und Flamme.

Und mit "Frühling für Hitler" des durchgeknallten Nazis Franz Liebkind (Kenneth Mars), der damit seinen geliebten Führer rehabilitieren möchte, hat man dann auch das richtige Stück für einen Megaflop gefunden. Genug Geld ist eingesammelt, dass 25.000% des Gewinns ausgezahlt werden müssen, der transvestitische Regisseur Roger de Bris (keines seiner Stücke kam über die Premiere hinaus) engagiert, und auch eine Empfangsdame, die zwar kein Wort Englisch spricht, aber dennoch Vorzüge hat.

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Die Premiere läuft jedoch etwas anders, als vorgesehen, und Franz ist mit dem Ergebnis irgendwie nicht zufrieden...

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Und der durchgeknallte Franz will wahlweise entweder die Produzenten oder die Schauspieler töten...


Mel Brooks' Drehbuch-und-Regie-Debüt erweist sich als grandiose Komödie voll jüdischem Humor, die aus vollem Herzen (auch die Hauptdarsteller Mostel und Wilder sind jüdisch) Nazis verarscht. Für mich eine der besten Komödien der 60er, die ich nur jedem ans Herz legen kann.


2001 kam Mel Brooks auf den Stoff zurück und machte daraus ein Musical, das dann wiederum 2005 verfilmt wurde.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Frühling für Hitler - Mel Brooks (1968)

Beitragvon jogiwan » 11. Aug 2018, 07:48

Der abgehalfterte und schmierige Max Bialystock ist ein Broadway-Produzent, der sich nach einigen Flops finanziell über Wasser hält, in dem er alten Witwen als Gigolo das Geld aus der Tasche zieht. Als er eines Tages auf den Wirtschaftsprüfer Leo trifft, der einen Blick in seine unstimmigen Bücher wirft, wird gemeinsam die Idee geboren, mit dem schlechtesten Skript und dem unfähigsten Regisseur einen gigantischen Flop zu produzieren um nach dem Absetzen des Stückes und Abschreibung der Kosten das Geld der Investoren selbst einzusacken. Mit dem höchst fragwürdigen „Frühling für Hitler“ und der theatralischen Rehabilitation des Führers scheint auch das ideale Stück gefunden zu sein, dass Publikum und Kritiker gleichermaßen verschreckt wie verärgert. Doch am Tag der Premiere kommt irgendwie alles anders als erwartet…

Mel Brooks Erstlingswerk „The Producers – Frühling für Hitler“ ist ja schon ein sehr schräges Filmereignis, dass ein herrliches Feuerwerk der Geschmacklosigkeiten abfeuert und hübsch gegen die glitzernde Welt des Broadways und seine bisweilen sehr exzentrischen Figuren austeilt. Zwar startet der Streifen doch etwas behäbig und braucht auch eine Zeit, bis er in die Puschen kommt, aber ab der Hälfte des Streifens dreht der Streifen so auf, dass einem förmlich der Mund offen steht. Dabei gibt es vom geldgeilen Produzenten über den Schrank-Nazi bis hin zum schwulen Regisseur auch viel spannende Figuren und die goldene Nazi-Revue-Einlage mit SM-Optik muss man wohl mit eigenen Augen gesehen haben um das zu glauben. Brooks ist es aber außerordentlich gut gelungen, sich mit beißendem Humor dem sehr ernsten Thema zu nähern und nebenher auch noch in andere Richtungen auszuteilen. Herausgekommen ist der nicht immer geschmackssichere Komödienklassiker über die Abgründe der Welt des Showbusiness und ein Film, der auch 50 (!) Jahre nach Erscheinen den Zuschauer auf unangenehme, wie spaßige Weise berührt.

PS: Sollte man sich aber wohl besser in der englischen Originalfassung angucken.
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Re: Frühling für Hitler - Mel Brooks (1968)

Beitragvon buxtebrawler » 21. Sep 2018, 12:47

Ist mutmaßlich am 20.09.2018 bei Studiocanal auf Blu-ray und auch noch einmal auf DVD erschienen:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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