Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon sergio petroni » 21. Jun 2018, 22:03

3:0 für Kroatien gegen Argentinien.
Auweia, das gibt eine lange Nacht hier....
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon Onkel Joe » 21. Jun 2018, 22:06

sergio petroni hat geschrieben:3:0 für Kroatien gegen Argentinien.
Auweia, das gibt eine lange Nacht hier....


Verdient gewonnen, Glückwunsch :thup: .
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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon Lobbykiller » 22. Jun 2018, 07:43

Schade Peru! Wirklich gut gespielt in der zweiten Halbzeit, ein 1:1 wär verdient gewesen, auch schon im ersten Spiel gegen Dänemark.
Aber ausser Uruguay haben die anderen südamerikanischen Teams auch noch keinen Sieg eingefahren, möglicherweise liegt ihnen das russische Klima nicht so sehr. :D
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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon buxtebrawler » 22. Jun 2018, 09:09

Dänemark – Australien 1:1
Nach gutem dänischen Start stand es bereits nach sieben Minuten 1:0 für den nordeuropäischen Favoriten durch Eriksen, doch das Blatt wendete sich in der 36. Minute: Der Video-Schiri meinte, ein dänisches Handspiel im Strafraum gesehen zu haben und verursachte dadurch einen Elfer für die Aussies, den Jedinak sicher verwandelte. Ob das wirklich ein Handspiel war, sei einmal dahingestellt, in jedem Falle war’s unabsichtlich und aus sehr kurzer Distanz. Australien entwickelte dadurch mehr Selbstbewusstsein und mehr Zug zum Tor. Vor allem in der zweiten Halbzeit erspielten sie sich einige hochkarätige Chancen, bekamen den Ball jedoch nicht mehr ins Netz.

Frankreich – Peru 1:0
Der amtierende Europameister begann stark gegen die Südamerikaner, was sich in der 34. Minute in ein 1:0 ummünzen ließ, per Abstaubertor von Mbappé. Danach verstieg sich der Favorit, wie es allgemein üblich bei dieser WM zu sein scheint, auf Ergebnisverwaltung und stellte sein Offensivspiel weitestgehend ein. In Hälfte 2 waren die Peruaner die bessere Mannschaft, doch in der 50. traf Aquino leider nur Aluminium und auch alle anderen Chancen gegen eine unsichere Equipe tricolore blieben ungenutzt. Dadurch ist Frankreich weiter und Peru leider schon raus.

Argentinien – Kroatien 0:3
Die Kroaten begannen gierig, giftig und wären beinahe bereits in der 4. Minute in Führung gegangen. In der Folge kam auch Argentinien gut ins Spiel und bekam seine Chancen, blieb jedoch abschlussschwach. Messi wurde gut von den Kroaten abgeschirmt, sodass er wenige Bälle bekam. Nach der Halbzeitpause hatte der Torwart der Albiceleste einen Totalausfall, als er einen Rückpass lässig lupfen wollte. Rebic pflückte die Kirsche aus der Luft und semmelte sie in Caballeros Kasten. Die darauf folgende Gegenoffensive der Gauchos blieb erfolglos, bisweilen war auch etwas Glück für die Kroaten im Spiel. Doch ab der 80. Minute war Schluss mit Tango: 0:2 Modric, 84. Minute Lattentreffer Rakitic , 91. Minute 0:3 Rakitic. Die überraschend agilen und starken Kroaten sind damit nach diesem endlich einmal wieder hochklassigen WM-Kracher weiter, Argentinien liegt verzweifelt am Boden und kann es nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Die Amtstage des umstrittenen Trainers Jorge Sampaoli dürften damit gezählt sein.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon Onkel Joe » 22. Jun 2018, 10:16

Messi wirkte wie im ersten Spiel so richtig lustlos, dem fehlen mal so richtig die Eier! Dann sitzen da mehr namhafte Spieler auf der Bank als auf dem Rasen rumturnen und das dürfte es für diesen Trainer tatsächlich wohl gewesen sein.
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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon sergio petroni » 23. Jun 2018, 22:26

Mann o Mann,
was war das denn!?
Total verdienter Sieg, wenn auch in letzter Sekunde.
In Unterzahl gegen total defensiv und auf Zeit spielende Schweden.
Meine Nerven..... :roll:
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon karlAbundzu » 24. Jun 2018, 14:47

sergio petroni hat geschrieben:Mann o Mann,
was war das denn!?
Total verdienter Sieg, wenn auch in letzter Sekunde.
In Unterzahl gegen total defensiv und auf Zeit spielende Schweden.
Meine Nerven..... :roll:

Die deutschen hattenmehr Torchancen, ja, ingesamt haben aber nur zwei pieler einigermasen gut gespielt (okay mit Brandt drei), die Schweden einen Elfer nicht gekriegt und Boateng schon eher hätte runtermüssen. Dusel-Sieg durch Traumtor.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon Dick Cockboner » 24. Jun 2018, 19:40

karlAbundzu hat geschrieben:
sergio petroni hat geschrieben:Mann o Mann,
was war das denn!?
Total verdienter Sieg, wenn auch in letzter Sekunde.
In Unterzahl gegen total defensiv und auf Zeit spielende Schweden.
Meine Nerven..... :roll:

Die deutschen hattenmehr Torchancen, ja, ingesamt haben aber nur zwei pieler einigermasen gut gespielt (okay mit Brandt drei), die Schweden einen Elfer nicht gekriegt und Boateng schon eher hätte runtermüssen. Dusel-Sieg durch Traumtor.


Alles scheissegal!Deutschland musste siegen,tat das ja dann auch...egal wie.
Nevermind the Vorrunde-here's the Turniermannschaft!
[ :pfeif: ]
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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon buxtebrawler » 24. Jun 2018, 23:39

Brasilien - Costa Rica 2:0
Nachdem die hochgehandelten Brasilianer im Eröffnungsspiel enttäuscht und lediglich unentschieden gespielt hatten, taten sie sich auch gegen den Außenseiter aus Mittelamerika schwer: Sie versuchten es zunächst überwiegend mit Distanzschüssen, blieben jedoch ebenso wie Costa Rica, das auf Chancen durch Konter und individuelle Fehler lauerte, ohne Torerfolg. Nach der Halbzeitpause kam die Selecao jedoch deutlich angriffslustiger aus der Kabine und ins Spiel. Die Chancen häuften sich und wurden hochkarätiger, doch Jesus köpfte an die Latte und Costa Ricas Torwart Navas hielt seinen Kasten sauber. Von Superstar Neymar war nun auch mehr zu sehen, z.B. eine unsportliche, peinliche Schwalbe in der 78. Minuten, mit der er beinahe Erfolg gehabt hätte: Der Schiedsrichter pfiff Elfmeter, wurde seinerseits jedoch vom Videobeweisrichter zurückgepfiffen. An diesem Punkt hatte Brasilien endgültig sämtliche Sympathien verspielt. Leider gelang es ihnen in der Nachspielzeit doch noch, nicht nur einen, sondern gleich zwei Treffer zu erzielen: Coutinho und ausgerechnet Neymar zerstörten sämtliche costaricanischen Träume aufs Weiterkommen. Auf Wiedersehen, Costa Rica – ich wünsche dir mehr Glück beim nächsten Mal!

Nigeria - Island 2:0
Island startete mit einer Angriffsoffensive in sein zweites WM-Gruppenspiel, zog sich dann jedoch unverständlicherweise stark zurück, während von Nigeria so gut wie gar nichts kam. Die Afrikaner kamen hingegen wie verwandelt aus der Kabine und Musa verwandelte die erste Chance seiner Mannschaft zum 1:0. Dieses Tor tat dem Spiel sprichwörtlich gut, die Super Eagles entwickelten Spielfreude und avancierten zur besseren Mannschaft. In der 75. Minute traf Musa erst die Latte und ließ im direkten Anschluss mit dem 2:0 keine Fragen offen. Das Glück war ihnen hold, als Sigurdsson zu allem Überfluss auch noch einen Foulelfmeter verschoss. Nigeria gewann verdient gegen enttäuschend schwache Isländer, die nun um den Einzug in Achtelfinale bangen müssen.

Serbien - Schweiz 1:2
Die Serben legten einen sauberen Blitzstart gegen die Eidgenossen hin, nach fünf Minuten stand es bereits 1:0 durch ein Kopfballtor von Mitrovic. Und die Serben lockerten kaum die Zügel, sondern drängten auf einen weiteren Treffer. Die Schweizer zeigten sich überrascht, abwehrschwach und fanden kaum ins eigene Spiel, ihre wenigen Chancen zum Ausgleich hatten es jedoch in sich. In der Halbzeitpause muss dann ein Ruck durchs schweizerische Team gegangen sein, denn es präsentierte sich fortan wie ausgewechselt. Xhaka gelang in der 52. Minute der Ausgleich, wenig später traf Shaqiri den Pfosten. Beide Kontrahenten befanden sich spielerisch nun in etwa auf Augenhöhe. In der 67. Minute versagte der Schiedsrichter den Serben einen Foulelfmeter, nachdem Mitrovic von gleich zwei Schweizern zu Boden gedrückt wurde. Nach einem Konter in 90. Minute entschied Shaqiri mit seinem Treffer zum 1:2-Endstand das Spiel für die Schweiz. Überschattet wurde das Spiel von politischen Misstönen: Beide Schweizer Torschützen haben ihren Jubel genutzt, um mit den Händen zweiköpfige Adler zu formen, die auf ihren kosovoalbanischen Migrationshintergrund verweisen sowie auf den von Serbien nicht anerkannten Zwergstaat Kosovo. Und der Trainer der Serben entblödete sich während der Pressekonferenz nicht, absolut dämliche Äußerung zum Den Haager Kriegsverbrechertribunal in diesem Zusammenhang zu tätigen. Diese ganze Scheiße hat im Fußball nichts verloren.

Belgien - Tunesien 5:2
Belgien wird seiner Geheimfavoritenrolle, die so oft kolportiert wurde, dass sie alles andere als geheim ist, bei dieser WM erstmals gerecht: Sie überrannten Tunesien förmlich mit druckvollem Offensivfußball von Beginn an. Nach fünf Minuten wurde Hazard gefoult, laut Videobeweis im Strafraum: Elfmeter, 1:0 durch Hazard höchstpersönlich. Tunesien musste nun kommen, ließ sich in der 16. Minute jedoch auskontern, 2:0 durch Lukaku. Anstatt die Köpfe hängen zu lassen, gelang den Afrikanern nur zwei Minuten später nach einem Freistoß der Anschlusstreffer durch Bronn mit dem Kopf. Das Spiel blieb offen und Tunesien spielte gut mit. Es gelang ihnen aber nicht, De Bruyne außer Gefecht zu setzen, der zum Dreh- und Angelpunkt des belgischen Spiels wurde. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erhöhte Lukaku, indem er den Ball über den tunesischen Torhüter lupfte. Die tunesische Offensive zu Beginn der zweiten Hälfte blieb erfolglos, stattdessen besiegelte Hazard in der 51. Minute nach Pass De Bruynes die Vorentscheidung. Im Anschluss agierte Belgien defensiver, erhöhte durch den eingewechselten Batshuayi in der 90. Minute aber sogar noch 5:1, dem Tunesier Khazri gelang in der 93. Minute schließlich der siebte Treffer der Partie zum 5:2-Endstand. Welch ein Auftakt in den WM-Samstag!

Südkorea - Mexico 1:2
Deutschland-Schreck Mexico musste in seinem zweiten Spiel gegen Südkorea ran, endlich konnte ich also „meinen“ Mexikanern voll und ganz die Daumen drücken – wenngleich eine mexikanische Niederlage für Deutschland rechnerisch besser gewesen wäre. Ich bin jedoch der Meinung, dass die Deutschen es aus eigener Kraft schaffen müssen. Letztlich wünsche ich mir, dass aus dieser Gruppe Deutschland und Mexico weiterkommen. Mexico gab zu Beginn den Ton an, die Asiaten hatten aber die besseren Chancen – bis Jang nach ca. 25 Minuten ein Handspiel im Strafraum beging und Vela den daraus resultierenden Elfmeter ins Netz drosch. Von nun an war Mexico eindeutig überlegen, erspielte weitere gute bis sehr gute Torchancen und bestimmte das Spiel. Südkoreas Aufbäumversuche in der zweiten Halbzeit brachten Mexico zu selten in ernsthafte Gefahr. In der 68. Minute machte Javier „Chicharito“ Hernandez den Sack mit seinem Treffer zum 0:2 zu – ein schöner Angriff mit einem ebensolchen Tor, dem jedoch ein Foulspiel eines Mexikaners in der südkoreanischen Hälfte vorausgegangen war. Das Tor zum 1:2-Endstand durch Son in der Nachspielzeit sei den Südkoreanern gegönnt, die alles in allem viel zu harmlos waren und gegen bisweilen etwas fahrlässig agierende, jedoch abgewichstere und entschlossenere „El Tri“ wenig ausrichten konnten.

Deutschland - Schweden 2:1
Vor diesem zweiten deutschen Vorrundenspiel, bei dem das DFB-Team unter immensem Druck stand, hatten Löw & Co. die Aufstellung so lange wie möglich geheim gehalten. Dass Hummels krankheitsbedingt ausfallen und der genesene Hector dabei sein würde, schien schon länger klar, dass die drei „R“ Reus, Rudy und Rüdiger von Anfang an spielen würden und Özil auf Bank platznehmen müsste, wurde erst wenige Stunden vor Anpfiff bekannt gegeben. Ich fand mich in Privatgemächern auf dem Kiez ein, um in illustrer Runde von Fußballexperten aus dem subkulturellen Dunstkreis St. Paulis das Spiel begleitet von fachmännischen Kommentaren („Wieso spielt Rummenigge nicht mit? Der war doch immer ganz gut...“, „Von den Spielern kenne ich keinen, wer sind die?!“, „Rudy heißt mit Vornamen Völler!“) zu verfolgen. Und die Deutschen begannen mit einer der stärksten Anfangsoffensiven des bisherigen Turniers: Sie übten massiven Druck auf die Schweden aus, spielten extrem schnell und bissig und erarbeiteten sich so diverse Großchancen. Ein Konter der Schweden drohte jedoch, alles zunichte zu machen: Marcus Berg scheiterte zwar an Neuer, doch Boateng war so dicht an ihm dran und behinderte ihn körperlich inkl. Berührungen, dass ein kleinlicherer Unparteiischer auch Elfmeter hätte pfeifen können. Schweden witterte Morgenluft, machte die Außenbahnen weitestgehend dicht und zwang die Deutschen in ein körper- und kampfbetontes Spiel, dem der bemitleidenswerte Rudy zum Opfer fiel: Er bekam einen unabsichtlichen Tritt ins Gesicht und musste nach einem wahren Blutbad mit Nasenbeinbruch gegen Gündogan ausgewechselt werden. Während er minutenlang abseits des Spielfelds behandelt wurde, spielte Deutschland jedoch nur zu zehnt, ohne dass eine schwedische Übermacht deutlich geworden wäre – ein Umstand, der später noch von Bedeutung werden sollte. Insgesamt funktionierte das deutsche Umschaltspiel besser als noch gegen Mexico und es unterliefen der DFB-Auswahl wesentlich weniger Fehlpässe, individuelle Fehler gab es trotzdem – und fielen angesichts der angespannten Ausgangslage nicht nur mehr auf, sondern auch stärker ins Gewicht. Kroos’ unnötiger Fehlpass leitete den schwedischen Führungstreffer durch Toivonen in der 32. Minute ein, der den Ball gekonnt über Neuer unhaltbar ins Netz lupfte. Deutschland eroberte zwar das Mittelfeld nach und nach zurück, die Schweden blieben mit ihren Kontern aber kreuzgefährlich. Das Spiel war somit mittlerweile ausgeglichen. In der Halbzeitpause scheint der Trainerstab jedoch die richten Worte gefunden zu haben, zudem gestaltete Löw das Spiel durch die Hereinnahme Gomez’ für Draxler offensiver. Dies zahlte sich bereits in der 48. Minute aus, als Reus einen abgefälschten Ball per Knie im Netz zappeln ließ. Jogis Jungs waren von nun an überlegen, drängten auf die Führung und verwiesen die Schweden in ihre Schränke, hatten jedoch beim Abschluss stets das Pech an den Schlappen kleben – und die Zeit verrann... Einstellung und Körpersprache der deutschen Mannschaft stimmten, Qualität war vorhanden – eine Niederlage hätte ich als ungerechtfertigt empfunden. Gelbe Karten gab’s für jede Mannschaft zwei Stück, im Falle der Deutschen jedoch dummerweise für denselben Spieler: In der 82. Minute wurde Boateng mit Gelbrot vom Platz geschickt. Die personelle Überlegenheit konnte Schweden sich nicht zunutze machen, Deutschland gab nicht auf und blieb am Drücker. Vorläufiger Höhepunkt der Schlussoffensive war der nach dem Mexico-Spiel bereits zweite Pfostentreffer der eingewechselten Joker-Hoffnung Julian Brandt. Mehrmals hatte ein Mitglied unseres Glotzrudels den Ball bereits drin gesehen und sich sein T-Shirt vom Leib gerissen, um es sich ekstatisch im Schritt zu reiben. Die Nerven lagen blank. In der letzten Minute der Nachspielzeit aber wetzte Kroos seine Scharte aus und verwandelte einen Freistoß zu einem Traumtor. Der Jubel war nun grenzenlos und wurde seitens der deutschen Betreuer nach dem Schlusspfiff auch etwas übertrieben, als man provokant zur schwedischen Bank ging und damit Tumulte verursachte, wofür sich der DFB heute entschuldigte. Nichtsdestotrotz ein unfassbar wichtiger Kampfsieg, der Hoffnung macht und das Turnier weiter offen und spannend hält. Und nun kann ich im letzten Spiel der Mexikaner erst recht so richtig für „El Tri“ die Daumen drücken, denn enger könnte es in der Tabelle kaum sein... Entgegen vorausgegangenen Bekundungen ging’s anschließend noch auf ein paar Absacker in den Menschenzoo, was in politischen und kulturellen Diskussionen mündete, die auf Außenstehende gewirkt haben dürften wie eine Mischung aus „Die kleine politische Ecke“ aus RTL Samstag Nacht und „Pavel und Bronko“ aus der Bullyparade (mit dem Unterschied, dass dort niemand versuchte, seine Fürze anzuzünden...).

England - Panama 6:1
Mit einem in dieser Höhe historischen Sieg stehen die beiden Achtelfinalisten dieser Gruppe bereits fest, Tunesien und Panama sind bereits ausgeschieden. Zwischen Belgien und England geht es nun „nur“ noch um die Gruppenführung. Die erste Szene dieses Spiels gehörte jedoch Panama, als Godoy einsam vorm englischen Kasten den Ball nervös auf die Tribüne schoss. Die Engländer antworteten drei Minuten später mit einem Kopfballtor Stones’ nach einem Eckball. Ähnlich ging’s weiter: Großchance Panama, Gegenschlag England, Foulelfmeter, Kane verwandelt zum 2:0. Erstmals nicht nach einer Standardsituation traf England in der 35. Minute durch Lingard, Stones erhöhte nach einem Freistoß auf 4:0 und nachdem Panama die Engländer im Strafraum regelrecht verprügelte, bekam Kane den nächsten Elfmeter zugesprochen: 5:0 hieß der Halbzeitstand. In der zweiten Hälfte nahmen die Engländer das Tempo heraus, hatten jedoch offenbar einen Tag erwischt, an dem einfach alles gelang: Loftus-Cheek schoss versehentlich Kane an und die Pille landete schon wieder im panamaschen Tor. Nicht minder großartig jedoch die Moral der Panamaer, die weiter so gut wie ihnen möglich mitspielten und Bock auf einen Ehrentreffer hatten, den sie durch Baloy in der 78. Minute erlangten – woraufhin es auf den Rängen kein Halten mehr gab: Panama feierte diesen Treffer wie einen Sieg. In dieser Form ist England meines Erachtens ein ernstzunehmender Mitfavorit.

Japan - Senegal 2:2
In einer überraschend hochkarätigen Partie trennten sich Japan und der Senegal mit einem gerechten Remis. Der Senegal hatte zunächst mehr Spielanteile und stürmte vornehmlich über die rechte Flanke, was in der elften Minute in die Führung umgemünzt werden konnte: Schuss Sabaly, Kawashima mit Faustabwehr exakt auf Mané, von dem das runde Leder in den japanischen Kasten abprallte. Nach einer guten halben Stunde hatten die Japaner endlich die Abwehr des Gegners geknackt, Inui glich aus. Nicht nur das Ergebnis, auch die Spielanteile waren von nun an ausgeglichen. Zweikampfintensiv ging’s in der zweiten Halbzeit weiter, die klareren Chancen hatten nun die Japaner. In der 63. Minute traf Inui lediglich die Querlatte. In der 71. Minute kam der Senegal mit einem Paukenschlag zurück, als Wague eine Hackenvorlage zur erneuten Führung verwandelte. In der 78. erwies sich der eingewechselte Honda jedoch als perfekter Joker, der den erneuten Ausgleich erzielte. Bis zum Schlusspfiff kämpften beide Mannschaften leidenschaftlich um einen möglichen Sieg, was das Spiel offen und unterhaltsam hielt.

Polen - Kolumbien 0:3
Enttäuschend schwache Polen, deren Topstar und Mannschaftsführer Lewandowski erneut kaum ins Spiel fand, unterlagen spielfreudigen Kolumbianern und können damit nicht mehr das Achtelfinale erreichen. Das Spiel begann überhastet und leicht chaotisch, bis schließlich Kolumbien die Kontrolle übernahm, jedoch lange am massiven Abwehrriegel der Polen scheiterte. Dies änderte sich mit Minas Kopfballtreffer in der 40. Minute. Es dauerte bis in die zweite Halbzeit hinein, genauer: bis zur 58. Minute, bis Polen seine erste echte Torchance bekam. Die Polen versuchten sich nun an einem konstruktiveren Spielaufbau, doch die Kolumbianern wussten die sich dadurch auftuenden Lücken gut zu nutzen: Falcao traf mit einem hübschen Schuss in der 70. Minute zum 0:2. An Cuadrado war es, Polens Schicksal endgültig zu besiegeln, als er in der 75. zum 0:3 entschied. Für Kolumbien ist damit noch alles offen. Polen muss sich die Frage gefallen lassen, weshalb es kaum gelungen ist, Lewandowski in Szene zu setzen. Welchen Plan auch immer man sich zurechtgelegt hatte, er ist in keiner Weise aufgegangen.
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Re: Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2018 in Russland

Beitragvon sergio petroni » 25. Jun 2018, 17:27

An die Herren Arkadin und Adalmar:

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