Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

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Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon buxtebrawler » 31. Dez 2010, 15:18

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Originaltitel: Le grand blond avec une chaussure noire

Herstellungsland: Frankreich / 1972

Regie: Yves Robert

Darsteller: Pierre Richard, Bernard Blier, Jean Rochefort, Mireille Darc, Colette Castel, Jean Obé, Robert Castel, Jean Saudray, Roger Caccia, Maurice Barrier, Robert Dalban, Arlette Balkis u. A.

Der harmlose Musiker Francois Perrin (Pierre Richard) gerät ohne sein Wissen in das Kreuzfeuer sich befeindender Agenten, als er am Flughafen als angeblicher Spion identifiziert wird, weil er einen braunen und einen schwarzen Schuh trägt (aufgrund seiner Schusseligkeit). Seine Wohnung wird bald Ziel eines gewaltigen Lauschangriffs und eines tödlichen Agentenkrieges. Nur einer bekommt davon nichts mit: Der ahnungslose Perrin, dessen normales Leben natürlich doppelt verdächtig wirkt.


Quelle: www.ofdb.de
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon Nello Pazzafini » 19. Jul 2012, 00:25

so ein geiler film, der geht immer bei mir, supercast und genialer humor, ja da kann der nello lachen :D
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Re: Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon buxtebrawler » 19. Jul 2012, 09:26

Nello Pazzafini hat geschrieben:so ein geiler film, der geht immer bei mir, supercast und genialer humor, ja da kann der nello lachen :D


:thup: :prost: 8-)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon untot » 1. Aug 2012, 18:18

Den Film find ich schlicht genial, kommt er doch mit viel weniger Blödelei aus als die meinsten Richard Filme, hier legte man mehr Wert auf Kleinigkeiten und Gesten, klasse.
Umwerfend komisch ist nach wie vor das Konzert, da krieg ich echt jedes Mal Bauchweh vor Lachen.

8/10
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Re: Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon buxtebrawler » 23. Jan 2013, 22:53

„Infrage gekommen wären nur noch ein großer Neger mit einem grünen Mantel oder der Blonde mit dem schwarzen Schuh. Und ich finde, ein großer Blonder fällt weniger auf als ein Neger im grünen Mantel.“

„Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ von Yves Robert („Fisch oder Fleisch“) aus dem Jahre 1972 ist jene französische Agentenfilm-Parodie, die, obwohl in Frankreich gefloppt, in Deutschland jedoch zu großer Beliebtheit avancierte, Hauptdarsteller Pierre Richard („Der Hornochse und sein Zugpferd“) auch in seinem Heimatland zu Popularität verhalf und ihn auf die Rolle des liebenswerten Tollpatschs abonnierte.

Im französischen Geheimdienst tobt ein Kleinkrieg: Stellvertreter Milan (Bernard Blier, „Hasch mich - ich bin der Mörder“) will seinen Chef Toulouse (Jean Rochefort, „Ridicule – Von der Lächerlichkeit des Scheins“) stürzen und hat ihm aus diesem Grunde etwas angehängt. Toulouse jedoch will Milan eine Falle stellen, indem er ihn Glauben macht, ein die Vorwürfe entkräften könnender Geheimagent käme nach Paris. Hierfür bittet er seinen Assistenten, am Flughafen willkürlich irgendeine Person auszuwählen, die gerade aus dem Flieger steigt. Die Wahl fällt auf den schusseligen Geiger Francois Perrin (Pierre Richard), der einen braunen und einen schwarzen Schuh trägt. Fortan wird dieser von Milan und seinen Männern auf Schritt und Tritt überwacht, ohne es zu bemerken…

Bereits der Vorspann mit seinen Kartentricks zeugt von der detail- und ästhetikverliebten Herangehensweise Roberts an diese Agentenfilme parodierende Komödie, deren Humor weniger klamaukig und auch nicht sonderlich reich an Slapstick, sondern eher subtilerer und ruhigerer Natur ist. Situationskomik ist es, die hier großgeschrieben wird, denn Perrin ist vordergründig zwar ein völlig normaler Typ, doch sind es die Tücken des Alltags, die ihm regelmäßig zu schaffen machen. Er wirkt häufig ein wenig neben der Spur und durch den Wind, was ihn zum Sympathieträger und zur Identifikationsfigur macht, obwohl auch er es bisweilen faustdick hinter den Ohren hat – so unterhält er beispielsweise eine Affäre mit der Frau (Colette Castel) seines besten Freundes Maurice (Jean Carmet, „Tödliche Ferien“).

Der weitere große Aspekt, aus dem sich der Film nährt, ist die Verballhornung sich selbst unheimlich wichtig nehmender Geheimdienste, die als intrigante, gefühlskalte und über Leichen gehende Organisationen dargestellt werden, die mit ihren Spionagen nichts Nützliches bewirken. „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ karikiert ihre Arbeit und wird urkomisch, wenn die konspirativen Herren in ihren Trenchcoats mit ernster Miene Perrins Versuche, den Alltag zu bewältigen, verfolgen und allem, was er tut, große Bedeutung beimessen – letztlich aber an seinem verdächtig unverdächtigen Verhalten verzweifeln. All das führt zu absurden Situationen, von denen ausgerechnet Perrin am wenigsten bemerkt, über die sein Freund Maurice aber den Verstand verliert.

Stilistisch hat es der Film ebenfalls in sich: Sommerliche Bilder einer schönen Stadt (überhaupt kein Vergleich zu Aufnahmen deutscher Städte aus den 1970ern), großzügig geschnittene, durchgestylte Wohnungen, viel französische Lebensart (die mit den Geheimdienstlern kollidiert) und als besonderer Augenschmaus der Look der als letztes Ass im Ärmel auf Perrin angesetzten, verführerischen Christine (Mireille Darc, „Das Millionen-Duell“), die erst in Leopard gehüllt, dann im bis zur Poritze rückenfreien Abendkleid sicherlich nicht nur ihm den Kopf verdreht. Tatsächlich sind diese Szenen der vorläufige dramaturgische Höhepunkt, denn Perrin offenbart wahrhaftig (s)ein Geheimnis. Unbedingt erwähnenswert auch die ohrwurmverdächtige Titelmelodie des rumänischen Komponisten Vladimir Cosma, vorgetragen von Gheorghe Zamfir auf der Panflöte – mit extrem hohem Wiedererkennungswert.

„Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ ist noch nicht so wild und durchgedreht wie andere Filme mit Pierre Richard in der Hauptrolle, tatsächlich könnte das Tempo dann und wann etwas höher sein. Die Konsequenz, mit der er das Geheimdienstwesen ad absurdum führt, ist jedoch beachtlich und mündet nicht frei von recht derber Härte in der völligen Selbstzerfleischung desselben, aus der Perrin als lachender, einzig wahrer Gewinner hervorgeht. Kurios ist in diesem Fall, dass der Film selbst in der Stasi-geplagten DDR im Kino (und meines Wissens auch später im Fernsehen) lief, denn exakt deren implosives Vorgehen – das notorische Sammeln unnützer Informationen über Normalbürger – findet sich in dieser hervorragend gealterten, noch immer köstlichen, sympathischen Komödie, die das Individuum über staatliche Institutionen stellt, auf bissig karikierte Weise wieder.

Das ist mir insgesamt 7,5 von 10 Punkten wert.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon ugo-piazza » 23. Jan 2013, 23:30

buxtebrawler hat geschrieben:
und als besonderer Augenschmaus der Look der als letztes Ass im Ärmel auf Perrin angesetzten, verführerischen Christine (Mireille Darc, „Das Millionen-Duell“), die erst in Leopard gehüllt, dann im bis zur Poritze rückenfreien Abendkleid sicherlich nicht nur ihm den Kopf verdreht.


Oh ja! :nick:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon Arkadin » 24. Jan 2013, 12:49

MACH MIR DEN HENGST!!!!!!

:mrgreen:
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Re: Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon untot » 24. Jan 2013, 17:23

Arkadin hat geschrieben:MACH MIR DEN HENGST!!!!!!

:mrgreen:


:lol:
Ich hab letzthin ewig überlegt aus war für nem Film ich dieses Zitat kenne, danke Arkschi! :mrgreen:
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Re: Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon ugo-piazza » 27. Feb 2017, 21:16

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F 1972

OT: Le Grand Blond avec une chaussure noire

D: Pierre Richard, Bernard Blier, Jean Rochefort, Mireille Darc

Francois ist ein völlig zerstreuter, aber netter und charmanter Musiker, der keiner Fliege etwas zu Leide tut, sondern höchstens einmal seinen besten Freund mit dessen Frau betrügt. Dieses konfuse Unschuldslamm sucht sich der Geheimdienst-Chef Toulouse aus, um seinem Stellvertreter, dem allzu ehrgeizigen Milan, dessen Intrigen nachzuweisen. Er lässt ihm weismachen, Francois sei ein äußerst verdächtiger und gefährlicher Agent. Nun tut Milan Alles um Francois zur Strecke zu bringen. Das Leben des ahnungslosen Musikers wird in ein fürchterliches Chaos verwandelt und seine Verwirrung steigert sich ins Grenzenlose, als Milan die schöne Christine als Lockvogel auf ihn ansetzt … (Film-Blog.tv)


Irgendwie war er ja immer in meiner späteren Kindheit präsent, der Pierre Richard, und dennoch entfloh er dann der Erinnerung. Doch wie könnte man den großen Blonden mit dem schwarzen Schuh je wirklich vergessen? Mireille Darcs hochgeschlossenes Kleid? Den "Mach mir den Hengst"-Fahrradsturz?

Was mir in der Tat nicht mehr erinnerlich war (Kein Wunder, ist ja auch Jahrzehnte her), ist, dass der Film das Geheimdienst-Unwesen herrlich lächerlich macht. Francois verhält sich wie ein normaler Durchschnittsbürger? Klar, nur ein Top-Agent kann sich so gut tarnen. Und hinter jedem banalen Satz wird seitens Milan gleich ein Code vermutet.

Allerdings ist Milans Gegenspieler Toulouse letztlich nur seine eigene Position wichtig, der mit einem Fingerschnipp Francois' Leben auslöschen würde, wenn es ihm zum Vorteil gereicht. Und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass der interne Machtkampf in der Geheimdienstchefetage einige Agenten das Leben kosten wird (und Francois' "Freund" Maurice den Verstand).

Francois Perrin bleibt freilich der sympathisch-ungeschickte Durchschnittsfranzose von nebenan, der das Herz am rechten Fleck hat und gar Milans Mitarbeiterin Christine für sich gewinnen kann.

Vergnügliche Unterhaltung, die gut gealtert ist und auch nach 45 Jahren noch Spaß macht.

Ach ja:

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PS: Ich habe wirklich ewig keine Komödie mit Pierre Richard gesehen und hätte eigentlich mehr Klamauk erwartet. Täuscht mich meine Erinnerung, oder wurde die Richard-Filme dann später slapstickmäßiger?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh - Yves Robert

Beitragvon buxtebrawler » 4. Jun 2018, 17:42

Erscheint zusammen mit der Fortsetzung voraussichtlich am 08.06.2018 bei Universum Film noch einmal auf DVD:

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