Elle - Paul Verhoeven (2016)

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Elle - Paul Verhoeven (2016)

Beitragvon jogiwan » 12. Mai 2018, 08:09

Elle

Bild

Originaltitel: Elle

Herstellungsland: F, B, D / 2016

Regie: Paul Verhoeven

Darsteller: Isabelle Huppert, Alice Isaaz, Christian Berkel, Virginie Efira

Story:

Michèle ist eine Mitfünfzigerin, die als Geschäftsführerin einer Computerspiel-Firma erfolgreich ist und bereits in jungen Jahren schlechte Erfahrungen mit der Polizei gesammelt hat. Als sie eines Tages nach einem Einbruch von einem Unbekannten vergewaltigt wird, informiert die resolut-abgeklärte Michèle daher nicht die Polizei, sondern lebt ihr Leben weiter wie bisher. Als sie diesen Umstand Tage später scheinbar beilläufig beim Abendessen ihrem Freundeskreis und Ex-Mann erzählt, sind diese schockiert und dennoch hat Michèle nicht vor die Opferrolle einzunehmen, sondern weiter pragmatisch und kämpferisch zu sein - auch als sich der Unbekannte neuerlich bei ihr meldet und Michéle weiter nachstellt...
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Re: Elle - Paul Verhoeven (2016)

Beitragvon jogiwan » 12. Mai 2018, 08:11

Mit „Elle“ hat Paul Verhoeven wirklich einen sehr kontroversen Film geschaffen, der Isabelle Huppert in ihrer Paraderolle als unterkühlte, unnahbare und ambivalente Geschäftsfrau zeigt, die nach einer Vergewaltigung beschließt, nicht das Opfer zu spielen. Von etwaigen Schwarzweiß-Malereien und den üblichen Erwartungen kann sich der Zuschauer hier ja gleich in den ersten Minuten verabschieden und die Handlung in den zwei Stunden bleibt stets so unberechenbar, wie die wenig greifbare Hauptfigur selbst. Irgendwie erinnert mich „Elle“ mit seinen Themen wie starke Frauen, weniger starke Männer, Schuld und Ausnahmesituationen, die es zu meistern gibt, auch etwas an meinen Lieblingsregisseur Pedro Almodovar, nur dass hier statt gefühlvoller Sentimentalität der Zynismus aufgedreht wird, ohne dabei verbittert zu sein. Man darf sich daher auch nicht wundern, wenn zwischendurch gelacht werden darf und „Elle“ ist trotz seiner ersten Themen weder destruktiv, noch ein Downer und dennoch ist es für viele Zuschauer wohl sehr irritierend, dass hier klassische Opfer/Täter-Rollen einfach nicht bedient werden und sich die sehr kämpferische Hauptfigur mit ihrer immensen Selbstdisziplin, ihrer Erfahrung, ihrem Pragmatismus und streng durchgeplanten Leben auch ein Stück weit nach derartigen Unberechenbarkeiten und Kontrollverlust sehnt. „Elle“ ist dann auch ein uneingeschränkt empfehlenswerter und großartiger Streifen, der irgendwo zwischen europäischen Arthouse, Exploitation-Drama und etwas bizarrer Familien-Komödie angesiedelt ist und sich auf erfrischende wie selbstverständliche Weise die üblichen Denkmuster sprengt und im Gedächtnis bleibt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon Reinifilm » 13. Mai 2018, 19:47

„Elle“ gehört für mich tatsächlich zu den besten Filmen der letzten Jahre... als wir den im Kino gesehen hatten, gab es danach auch noch eine längere Diskussionrunde, was ich so bei Filmen neueren Datums schon lange nicht mehr hatte.
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