Audiokommentare - pro & contra

Moderator: jogiwan

Re: Audiokommentare - pro & contra

Beitragvon supervillain » 11. Mär 2017, 20:18

buxtebrawler hat geschrieben:Aus dem "Euer Kauf-, Seh- und Sammelverhalten"-Thema:

supervillain hat geschrieben:Ein von mir eigentlich sehr geschätzte Person, ein Filmgelehrter aus Bremen, der bereits viele Audiokommentare und Texte für Booklets verfasst hat, schrieb doch tatsächlich bereits zweimal auf Facebook, "dass er sich noch nie einen Audiokommentar angehört habe, da er niemanden brauche, der ihm den Film erklärt". Alles klar, also so nötig habe ich es dann auch nicht, obwohl ich kein Gelehrter bin. Ein Professor Doktor Stiglegger bewirbt auf Facebook die "großartige Suspiria Edition" und merkt im Kommentarverlauf an, dass diese 100 Euro Edition, ich zitiere, "für Leute ist, die ihre Arbeit auch zu schätzen wissen". Logisch, die Diskussionsrunde und der Briefwechsel für das Booklet zwischen Herrn Selig und Herrn Stigglegger ist natürlich das Allerwichtigste (das muss ja ein bahnbrechender Chat gewesen sein - um mal ein bisschen unsachlich zu werden). Also jedes Wort lege ich nicht auf die Goldwaage, passt aber bei Herrn Stiglegger zur Historie, an einem Tag versteht man die Dynamik hinter youtube nicht, und beklagt, dass quasi jeder ungelernte Hansel seine Meinung per Video verbreiten kann, ein anderes Mal attestiert man Koch Media sie hätten dahingehend Nachholbedarf, weil die Veröffentlichungen ohne seine Audiokommentare auskommen müssen und überhaupt sei man an Inhalten der am Film direkt Beteiligen nicht interessiert, eigentlich haben nur filmwissenschaftliche Aufarbeitungen einen echten Mehrwert. In der Summe ist mir das einfach zu viel Arroganz und Wichtigtuerei um das mit meinem Geld zu unterstützen.

Ich habe echt gerade überlegt wie ich es anders formulieren kann, mir fällt aber nichts ein. Gut fühlt es sich trotzdem nicht an, da ich beide im Facebook in meiner Freundesliste habe und eigentlich auch kein persönliches Problem. Dieses Thema betreffend, wäre mir sogar eine direkte Konfrontation lieber. Befreundete Leser dürfen die genannten Personen gerne drauf aufmerksam machen was hier geschrieben steht. Mit "hinter dem Rücken reden" hat das allerdings nichts zu tun, alle sind mit ihren Aktivitäten bewusst in der Öffentlichkeit, daher darf ich als potentieller Kunde auch meine Kritik zu ihrer Beteiligung äußern.


Dass sich Keßler privat keine Audiokommentare anhört, finde ich nicht weiter wild und empfinde ich auch nicht als Geringschätzung von Audiokommentaren an sich. Der ist in Sachen Film so belesen, wahrscheinlich braucht er's wirklich nicht. Und es ist nicht selten, dass Menschen, die selbst etwas produzieren und damit viel Zeit verbringen, sich nicht auch noch damit auseinandersetzen, was andere in ähnlicher Hinsicht tun.

Sollte sich Stigglegger aber tatsächlich so geäußert haben und das nicht missverständlich aufgefasst worden sein o.ä., spricht daraus fürwahr unerträgliche Arroganz und Überschätzung der eigenen Relevanz, zumal ich als Gern-mal-AK-Hörer ihn nicht unbedingt als hellsten Stern am AK-Firmament empfinde.



Natürlich muss er sich selbst keine Audiokommentare anhören, aber die Betonung auf "ich muss mir keinen Film erklären lassen" gefällt mir nicht, das implementiert, dass ich, der sich seine anhört, eben schon so dumm bin.

Die Aussage kommt halt unterschiedlich bei uns an, so dramatisch ist das aber auch für mich nicht, hab nur seitdem keinen AK mehr von ihm gehört, wenn überhaupt einer hinzugekommen ist. ;)

Und mal nebenbei, zur Primetime auf der Couch habe ich auch noch nie einen gehört, eher wie einen Podcast so nebenbei (zum Staubsaugen :twisted: ) oder nach dem Film (zum Einschlafen :twisted: ).

Sollte ich noch nie einen ganz gehört haben, dann wären der Herr Kessler und ich quasi quitt. :mrgreen:
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Re: Audiokommentare - pro & contra

Beitragvon Pippolino » 13. Mär 2017, 15:14

Seit ich denken kann, habe ich noch NIE die Audiokommentare angehört. Den Film müsste ich dann noch einmal mit den dazugeschalteten Audiokommentare ansehen und dafür habe ich einfach keine Lust und keine Zeit. :pfeif:
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Re: Audiokommentare - pro & contra

Beitragvon Dick Cockboner » 18. Mär 2017, 17:23

Mel Brooks AK zu "Frankenstein junior" und William Friedkins AK zu "French Connection" möchte ich hier mal als Empfehlung stehen lassen. :thup:
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Re: Audiokommentare - pro & contra

Beitragvon buxtebrawler » 10. Dez 2017, 19:38

Zum Giesen/Sommerlad-AK zu "Die Todeskarten des Dr. Schreck" habe ich mich hier kurz geäußert.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Audiokommentare - pro & contra

Beitragvon buxtebrawler » 23. Dez 2017, 20:04

Noch mal Dr. Rolf Giesen + Uwe Sommerlad, diesmal der Audiokommentar zu "Dr. Zyklop". Für den konnte Giesen wieder aus dem Vollen schöpfen, was sein Wissen um den frühen phantastischen Tonfilm angeht. Somit war er hier dominanter als Sommerlad, unterm Strich ergänzen sich beide wieder prima. Ich find's immer klasse und wirklich interessant, wenn Giesen Hintergrundwissen kundtut und von einer Zeit berichtet, die ich faszinierend finde, für die ich aber viel zu spät geboren wurde.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Audiokommentare - pro & contra

Beitragvon buxtebrawler » 26. Apr 2018, 17:47

Habe mir kürzlich den Audiokommentar Marcus Stigleggers, Pelle Felschs und Kai Naumanns zu "Amuck" angehört. Einige essentielle Infos zum Film und dessen Einordnung innerhalb des Genres kamen natürlich zur Sprache und dürften sich insbesondere für mit dem Italo-Kino noch nicht allzu Vertraute als hilf- und lehrreich erweisen. Auch die Parallelen und Unterschiede zu Kriminalfilm-Klassikern wurden herausgearbeitet. Darüber hinaus ging's viel um die Schauspielerinnen und Schauspieler. Leider gab's aber auch einigen Leerlauf und Momente, in denen der diesmal recht bemüht wirkende Witz des Trios nicht das Gelbe vom Giallo ist. Mehr erfahren hätte ich gern über Amadios Schaffen; und wie man es schafft, einen AK zu einem seiner Filme einzusprechen, ohne auch nur einmal Gloria Guida zu erwähnen, ist mir ein Rätsel...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Audiokommentare - pro & contra

Beitragvon buxtebrawler » 28. Aug 2018, 09:53

Noch vor meinem Urlaub hatte ich mir den Audiokommentar Christian Keßlers und Pelle Felschs zu Lenzis "Der Berserker" gegönnt. Mit zwei so Kasperköppen wurde das natürlich wieder eine vergnügliche Angelegenheit. Warum auch immer vertauschten sie ihre Namen, was mich an Schülerstreiche ggü. Vertretungslehrern erinnerte und zu einigen witzigen Situationen bzw. Dialogen führte. Da beide aber bekanntermaßen nicht nur Unfug im Kopf haben, sondern auch über ein gehöriges Maß an Hintergrundwissen verfügen, fand man die richtige Balance zwischen Späßen und Informationsvermittlung zum Film, zum Regisseur, zu den Schauspielerinnen und Schauspielern, zum gesellschaftlichen und politischen Kontext etc. pp. Und am Ende sangen doch tatsächlich beide den Gassenhauer "Suck my dick, BERSERKER!" aus "Clerks - Die Ladenhüter". Ob sie dabei auch ihre Heavy-Metal-Gesichter aufsetzten, konnte ich nicht sehen, aber ich vermute es.

Der zweite, ebenfalls enthaltene Audiokommentar Bennet Toglers und Tillmann Beilfuß' hat es danach natürlich schwer, denn beide sind weder derartige Rampensäue noch Humoristen. Sie verfolgen einen seriöseren Ansatz und bringen ebenfalls eine Menge relevanter Infos zum Filmgeschehen, das Drumherum und die Hintergründe unter, wobei sich natürlich einiges wiederholt, wenn man just zuvor den anderen AK genossen hat. Wer nicht so sehr auf Albernheiten und Klamauk kann, ist mit diesem AK aber sicherlich gut beraten.

Überhaupt eine ziemlich geile VÖ, die FilmArt da geschaffen hat.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Audiokommentare - pro & contra

Beitragvon dark_clouds » 28. Aug 2018, 11:39

Ich höre die Teile auch gerne, in letzter Zeit tatsächlich auch gerne in .mp3-Form auf dem Weg zur Arbeit.
Früher hörte ich gerne die humorigeren Kommentare von Keßler und Strecker aus der GdG, aber beim letzten Mal fand ich die dann leider teilweise auch eher substanzlos. Nett, aber etwas mehr Infos hätte ich mir da gewünscht.
Ganz anders dann Keßler bei Italowerken. Das ist sauber.

Beim Giesen hab' ich früher eher abgeschaltet (Galerie 1), aber - wie bereits bemerkt wurde - wenn er einen Partner an der Seite hat, macht's richtig Laune. Wicked-Vision hat ihn ja auch einige Male mit Gerd Naumann ins Studio geschickt und die sind allesamt sehr angenehm geworden.

Stiglegger... Manchmal finde ich ihn gut, weil er doch einiges aus den Werken extrahieren kann und gewisse Dinge auch wirklich gut herausarbeitet UND zusätzliche Informationen einbringt. Manchmal finde ich's einfach zu weit hergeholt und etwas... snobby. Es kommt einfach auf den Film an.

Das jetzt mal zu den bekannteren Kommentatoren ;).

Zuletzt lief bei mir der AK zum BOOGEYMAN von Lommel himself. Der ist ebenfalls erstaunlich gut geworden, denn wenn man Lommel etwas kennt und mit seiner Art klarkommt, hat man hier wirklich vorzügliche 80 Minuten mit allerlei Hintergrundinfos zum Film, persönliche Anekdoten und philosophische Betrachtungen. Schön.
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Re: Audiokommentare - pro & contra

Beitragvon buxtebrawler » 28. Aug 2018, 11:56

dark_clouds hat geschrieben:Zuletzt lief bei mir der AK zum BOOGEYMAN von Lommel himself. Der ist ebenfalls erstaunlich gut geworden, denn wenn man Lommel etwas kennt und mit seiner Art klarkommt, hat man hier wirklich vorzügliche 80 Minuten mit allerlei Hintergrundinfos zum Film, persönliche Anekdoten und philosophische Betrachtungen. Schön.


Klingt interessant, danke für den Tipp!
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