Ich war ihm hörig - Giorgio Stegani (1978)

Alles aus Italien was nicht in die anderen Threads gehört.

Moderator: jogiwan

Ich war ihm hörig - Giorgio Stegani (1978)

Beitragvon reggie » 29. Dez 2013, 14:41

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Italien 1978

Darsteller: Eleonora Giorgi, Bekim Fehmiu, Laura De Marchi, Barbara Magnolfi
Score: Gianni Marchetti

Als die 17 Jährige Anna eines Tages die Schule schwänzt, trifft sie auf den viel älteren Marco. Sie verliebt sich in ihn und würde alles für ihn tun. Marco nimmt das ganze anfänglich nicht ganz ernst, zudem ist er ja Verheiratet und hat ne Tochter.
Nungut seine Ehe ist eh kurz vor dem Aus und wird nur noch durch seine Tochter zusammengehalten..
Ihn Fasziniert es das Anna alles für ihn tun würde, sogar umgebracht hätte sie sich wenn er nicht eingegriffen hätte..
So spielt er einige spielchen mit ihr, so soll sie mit einem anderen Mann schlafen ect...
Irgendwann fängt sie an mit ihm über Kinder zu reden wovon er überhaupt nicht begeistert ist, er hat ja erste eine Ehe hinter sich und keinen bock auf kinder...
Plötzlich ist Anna verschwunden.. Hat sie sich aus Liebe umgebracht????

Ein Liebesfilm , ein Erotikfilm und er hat auch etwas von einem Drama...
Anfänglich dachte ich , naja... da die Dialoge ziemlich Sonderbar und aufgesetzt klangen...
Sie fragt ihn zb. warum er sie mittgenommen hätte, darauf er gleich , "Um mit dir zu Schlafen". Das nimmt er aber gleich wieder zurück und sagt weil sie den Selben blick wie sein Hund hätte :lol:
Das Mädchen nimmts ihm aber nicht übel, schon komisch.
Er sülzt dann noch weiteres bedeutungsschwangeres zeugs rum, das ein normaler nie sagen würde....
Im laufe des Filmes werden die Dialoge immer ausgefeilter und ergeben sinn.
Es gibt Sex und Nackte haut, ein richtiger Erotikstreifen eben. Die Hauptdarstellerin ist ne hübsche und sie ist öfters nackig!
Mal besucht er ne Hure, ansonsten ist die Hauptdarstellerin die einzige, die zeigt was sie hat.
Im weiteren verlauf ist der Film wie ein üblicher Liebesfilm . Es gibt probleme sie hat sich ein Kind wegmachen lassen, mag ihn nimmer so, kann seine befehle nicht leiden. Er will ihr nun nimmer befehlen , sagt "Ich liebe dich" zu ihr. Sie weisst ihn kalt ab. Obwohl sie im innern sehr veliebt in ihn ist, er kann seine gefühle auch nicht richtig zeigen..
Tja warum einfach wenn es auch Kompliziert geht!!!!
Am ende befindet man sich in Venedig und es werden schöne bilder der Lagunestadt eingefangen!
Seine Tochter wird übrigens von dem ital. Kinderstar Nicoletta Elmi gespielt...

Das hier ist genau mein ding von einem Erotikfilm! Viel Erotik, tolle Darsteller und die Hauptzutat ist eine tolle Story die gefällt! Zu keiner so zeit richtig schmierig...
Da der Film sowas von Professionell ist und ein richtiger Softcorefilm ist es auch nicht denke er passt hier auch gut rein!
7,5/10 Ein schöner Film ;)

Er schienen von Arcade auf High Qualliti VHS! Aber bedenket das euer Videorekorder und der Tv richtig eingestellt sein müssen um in den vollen genuss zu kommen ;) :lol: (Wenn der Film schon in nicht bester Qualli aufgespielt wurde...)

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Ausschnitt:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Score:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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Kommt ja nun demnächst von "Donau" Film, hoffen wir auch uncut und das der fest gekauft wird. Denn wenn der gut läuft werden die Bestimmt noch mehr Italoklassiker bringen, erhoffe ich mir :?

lg reggie
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Re: ICH WAR IHM HÖRIG - Giorgio Stegani

Beitragvon buxtebrawler » 29. Dez 2013, 15:06

Danke für die Vorstellung, reggie. Klingt echt gut und wenn der ungeschnitten kommt, kauf ich den auf jeden Fall.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: ICH WAR IHM HÖRIG - Giorgio Stegani

Beitragvon Die Kroete » 29. Dez 2013, 16:07

buxtebrawler hat geschrieben:Danke für die Vorstellung, reggie. Klingt echt gut und wenn der ungeschnitten kommt, kauf ich den auf jeden Fall.


Ja ne, is klar, Buxe! Bei dir ist sicher schon, alleine bei dem Titel, der Wunsch Vater des Gedanken. :lol: :lol:
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Re: ICH WAR IHM HÖRIG - Giorgio Stegani

Beitragvon buxtebrawler » 29. Dez 2013, 21:29

Die Kroete hat geschrieben:Ja ne, is klar, Buxe! Bei dir ist sicher schon, alleine bei dem Titel, der Wunsch Vater des Gedanken. :lol: :lol:


Nee, ich bin reggies Filmempfehlungen hörig ;)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: ICH WAR IHM HÖRIG - Giorgio Stegani

Beitragvon jogiwan » 10. Mär 2014, 14:43

erscheint am 21. März 2014 von "Donau Film"

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Re: ICH WAR IHM HÖRIG - Giorgio Stegani (1978)

Beitragvon Prisma » 20. Jul 2014, 16:40



Eleonora Giorgi   Bekim Fehmiu   in

ICH WAR IHM HÖRIG / DISPOSTA A TUTTO (1977)

mit Laura De Marchi, Barbara Magnolfi, Vittorio Duse, Marisa Bonolis, u.a.
eine Produktion der ATA Cine TV Produzione
ein Film von Giorgio Stegani


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»Doch es gibt einen Grund. Deine Augen.«


Als die unerfahrene Studentin Anna (Eleonora Giorgi) eines Tages nicht zur Schule geht, trifft sie den wesentlich älteren Mark (Bekim Fehmiu) in einem Park. Sofort ist er fasziniert von der unschuldig wirkenden, und sich nahezu unterwürfig verhaltenden jungen Frau und wenig später beginnt eine leidenschaftliche Beziehung mit Anna. Der verheiratete Mark setzt allerdings vollkommen andere Maßstäbe, da er austesten will, wie weit er mit seiner neuen Freundin gehen kann. Was mit gewagten Sexspielen beginnt, artet schon bald in unersättlicher Gier nach immer neuen Extremsituationen aus, bis er schließlich von ihr verlangt, sie beim Sex mit einer anderen beobachten zu können und sie auf den Strich schickt. Irgendwann merkt Anna, dass sie ihrem Liebhaber nie genügen wird und sie flieht aus der Abhängigkeit nach Venedig...

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Bei Giorgio Steganis "Ich war ihm hörig" hat man es ohne zu übertreiben mit einem der großen Beiträge im Kreise der italienischen Liebes-Geschichten zu tun. Groß deswegen, weil es zu einer Darstellung kommt, die trotz ihrer Provokation und der zeitweisen Überspitztheit, eines der greifbareren Psychogramme seiner Protagonisten zeichnet, und vollkommen ohne den immer wieder gerne, aber meist vollkommen verzerrt dargestellten Normalfall - wie eine Romanze zu funktionieren hat - auskommt. Wie funktionieren Romanzen eigentlich? Der Film versucht eine von unzähligen Möglichkeiten zu finden, zu schildern, greifbar zu machen. Überaus beachtlich und erfrischend ist hier die Tatsache, dass sich die Geschichte eines systematisch-klaren Aufbaus bedient, der nicht wie üblich an Klischees und Sentimentalitäten zu ersticken droht, so dass der Zuschauer im Finale bestenfalls ein nicht suggeriertes, und daher echtes Gefühl als Fazit mit auf den Weg bekommt. Das gewisse Etwas trifft auf dem Anschein nach auf hoffnungslose Desillusionierung, es entsteht Neugierde, es kommt zum Revue passieren lassen von Erfahrungen, das Austesten von Grenzen nimmt seinen Lauf. Was als Spiel anfängt wird schon bald ernst, doch das Gefühl der Gefühle wird immer nur separat wahrgenommen, aber nie gemeinsam. Dem Zuschauer ergeht es ebenso und man wünscht sich schon bald einen Verlauf ohne Komplikationen. Aber eins nach dem anderen. Der Film beginnt mit dem ersten Treffen der Protagonisten, durch sonnengeblendete Kamera-Einstellungen und die verspielt wirkende Szenerie kommt sofort eine ganz besondere Atmosphäre auf, die Vertrautheit vermittelt, Intimität und Träume. Die dargestellte Ausgelassenheit wirkt dominant und wird mit tiefschürfenden Dialogen verfeinert. Dennoch hängt irgendwie bereits im Vorfeld ein Schatten auf dem Szenario, vermutlich weil man immer noch an den Titel des Films denken muss, bis es auch bald schon zu ersten Andeutungen kommt, denen eindeutige Taten folgen.

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Den Schatten der Wahrnehmung wirft der Protagonist Bekim Fehmiu, dem Eindruck nach ein Mann, der längst mit allen Wassern der Erfahrung gewaschen ist, was ihn zum emotionalen Zyniker gemacht hat. Entstanden ist daher ein Tunnelblick in dem die Dinge nicht mehr herkömmlich betrachtet werden können. Seine Ehe langweilt ihn, da es dort nichts Neues mehr für ihn zu entdecken gibt, oder jemals gab, weil er dort nicht das ausleben kann, worauf er im Endeffekt aus ist. Anna ist daher nicht nur die willkommene Abwechslung, sondern eine Art Spielball seiner Impulsivität, der geheimen Wünsche und des Verlangens nach extremen Aktionen. Für den Zuschauer entstehen bei fortlaufender Handlung und trotz aller Ästhetik der Inszenierung ziemlich ungemütliche Momente, da Anna sich zu nahezu allem bereit zeigt, was ihr Liebhaber, und dem Empfinden nach gleichzeitig auch Zuhälter, von ihr verlangt. Warum willigt sie in jede noch so unverständliche Situation ein, fragt man sich immer wieder? Es ist im Endeffekt ziemlich einfach, denn nicht Mark ist es, der mit seinem Handeln ein erkennbares Ziel vor Augen hat, nein, es ist Anna, die nie aufhört daran zu glauben dass sie das erwünschte Gefühl bei ihrem Partner hervorrufen kann. Dabei bedenkt sie allerdings nicht, dass der Spatz in der Hand besser als die Taube auf dem Dach ist, und eine gewöhnliche Nutte eben nicht lange genug interessant sein wird. Dennoch nimmt die Situation der isoliert voneinander ablaufenden Stimmungen, Gefühle und Wünsche ihren mitreißenden Lauf und mündet in ein subtiles, aber genau so beeindruckendes Finale in Venedig. Giorgio Steganis edle Inszenierung reiht sich mühelos in den Kreis der beachtenswerten italienischen Beiträge ein und besticht durch seine herrlichen Bildkompositionen, die melancholische Musik und die besonders dichten Charakterzeichnungen, die eine eigenartige Starre transportieren. "Ich war ihm hörig" ist daher ein sehr beeindruckender Film über das Was-zählt-ist-die-Liebe-Prinzip, doch noch beeindruckender wird die Frage heraus gearbeitet, was schließlich passiert, wenn das alles mal wieder nicht genug war.
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Re: ICH WAR IHM HÖRIG - Giorgio Stegani (1978)

Beitragvon Nello Pazzafini » 3. Okt 2016, 14:54

schöner Film, Stegani macht hier alles richtig und kann auch auf interessante Schauspieler zugreifen. klar, man muss das ruhige Erzähltempo mögen und sich auf die Geschichte einlassen. Sehr stimmiger Score von Gianni Marchetti!
Bekim Fehmiu hat die Synchronstimme von Harrison Ford, das irritiert manchmal ein wenig :lol:

Zur Donaufilm VÖ, klar muss man sich freuen wenn überhaupt wer sowas rausbringt. Befremdlich nur wenn die Dame auf dem Cover nichts mit dem Film zu tun hat. Ich denke nicht das heutzutage irgendwer auf gut glück einen film kauft wegen der Tittchen am Cover.......damit hätte man in den 70ern vielleicht ein paar ältere Herren beeindrucken können aber doch nicht heute mehr! Glücklicherweise gibt´s ein Wendecover....mit italienischem plakatmotiv. Aber generell ist das Artwork eher bescheiden. Bescheiden auch die "Ausstattung" des Films....nichts.....Eleonora Giorgi ist heute noch ein wunderschöne Frau und auch greifbar für ein Interview. Aber wenigstens ist der Film nun uncut und zur Zeit schon ab 5,- Euro zu bekommen also zugreifen die Herren!
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Re: Ich war ihm hörig - Giorgio Stegani (1978)

Beitragvon buxtebrawler » 21. Feb 2018, 22:33

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Anna – Ich war ihm hörig

„Einander zu lieben bedeutet in Wahrheit: Die beiden sind Feinde. Sie haben Krieg!“

Der letzte der lediglich sieben Spielfilme des italienischen Regisseurs Giorgio Stegani, der in den 1960ern Western und Agentenfilme drehte und zu Beginn der 1970er mit „Ein Sommer voller Zärtlichkeit“ auf Erotik-Dramen umsattelte, ist ein ebensolches: „Anna – Ich war ihm hörig“ aus dem Jahre 1977.

„Die Einsamkeit ist uns allen unerträglich. Männer leiden am meisten darunter. Frauen können sie besser ertragen und das ist eine ihrer Stärken – und eine Schwäche des starken Geschlechts!“

Die blutjunge Studentin Anna (Eleonora Giorgi, „Inferno“) lernt im Park den wesentlich älteren Maler Mark (Bekim Fehmiu, „Schwarzer Sonntag“) kennen. Seine Erfahrenheit und Annas unterwürfige Verliebtheit in ihn nutzt der von seiner feministischen Frau (Laura De Marchi, „Girolimoni - Das Ungeheuer von Rom“) getrennt lebende, zynische Chauvi und Vater der sechsjährigen Cristina (Nicoletta Elmi, „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“) aus, indem er sie vor immer neue Herausforderungen stellt, um ihm ihre Zuneigung zu beweisen, bis er sie schließlich gar zur Prostitution überredet. Daraus scheint er eine Befriedigung zu beziehen, die jedoch unersättlich ist. Als Anna sich schließlich allen Widrigkeiten zum Trotz endlich von ihm emanzipiert, setzt ein Umdenken bei Mark ein…

„Es gibt niemanden, den ich liebe. Ich glaube, ich liebe nicht einmal mich selbst.“

Stegani eröffnet seinen Film dabei so harmlos: Anna wandelt über eine Blumenwiese, was vermutlich ihre Unschuld metaphorisch zum Ausdruck bringen soll. Dort jedoch konfrontiert der verbitterte Mark die naive junge Frau mit seinen kruden Thesen zu Liebe und Partnerschaft – und nimmt sie mit zu sich nach Hause. Gegenüber seiner verhassten Frau ist er um keinen sexistischen Spruch verlegen. Er sucht Nachtclubs auf, in denen Nackttänzerinnen die Besucher animieren und holt sich eine Hure vom Strich, jedoch ohne mit ihr Sex zu haben. Anna gegenüber lässt er sich abfällig hinsichtlich allgegenwärtigen Sexwahns aus – und irgendetwas scheint Anna extrem an diesem widersprüchlichen Mann, der scheinbar alles dafür tut, nicht geliebt zu werden, zu faszinieren. Sie unterwirft sich ihm komplett, worauf eine Art Collage symbolträchtiger erotischer Bilder folgt, die in einer freizügigen Sexszene münden. Mark nötigt seine junge Gespielin, Geld von ihm anzunehmen, ihm in der Badewanne die Füße zu küssen und hat sie schließlich so weit manipuliert, dass er sie ohne viel weiteres Zutun zur Prostitution überreden kann.

„Du bist eine seelische Judo-Expertin!“

Als sie gerade einem Freier ihren Dienst erweist, unterbricht er sie. Er schleppt sie zu einer feministischen Diskussionsrunde, an der sie sich beteiligt. Seine Frau hat derweil einen neuen Liebhaber: Sie ist nun mit Viktor liiert und will sich scheiden lassen. Anna gibt unterdessen ihre Büroausbildung auf und hegt Pläne, Stewardess zu werden – ein Indiz für einen sich langsam ausprägenden Freiheitsdrang. Als sie erneut bei Mark landet, hat sie ihre Frisur verändert – sie trägt nun Locken. Eine ausgedehnte, beinahe kitschige Erotikszene zerstört zunächst die Hoffnung auf eine sich von ihren selbstauferlegten Fesseln befreiende Anna. Mark macht ihr unmissverständlich klar, kein Kind von ihr zu wollen, doch Anna will sich in letzter Konsequenz gar für ihn umbringen – wozu ein unpassender Funk-Jazz dudelt.

Anna bleibt am Leben und reist nach Venedig, wo Mark sie ausfindig macht – zunächst sehr zu ihrer Freude. Doch als sie ihm eröffnet, wegen einer Abtreibung dort zu sein, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er wusste nicht einmal, dass sie schwanger ist und fühlt sich in keiner Weise mehr an seine eigenen Aussagen gebunden. Darüber entbrennt ein Streit und endlich gibt Anna ihre Hörigkeit auf, entwickelt einen eigenen Kopf. Und plötzlich werden die Rollen vertauscht: Nun ist Mark schrecklich verliebt in Anna und rennt ihr hinterher.

Sie lieben sich, sie hassen sich und es ist alles ganz furchtbar. Nähert man sich „Anna – Ich war ihm hörig“ deskriptiv, offenbart sich eine ungesunde Beziehungskonstellation vor dem Hintergrund der Frauenbewegung. Von seiner Frau, mit deren Feminismus er nichts anfangen kann und sich vermutlich von ihm erniedrigt fühlt, verfällt Mark in eine Art Frauenhass, den er an einem aufgrund jugendlicher Unbedarftheit besonders leichtem Opfer auslebt: der jungen Anna, die etwas in ihm sieht, was möglicherweise einmal da war, nun jedoch unter betonmauerdickem zynischem Kulturpessimismus verborgen liegt. Liebe ist für Mark Krieg und er fährt schwere Geschütze auf. Und solange Anna sich ihm gegenüber unterwürfig verhält, um ihm zu genügen und zu gefallen, erreicht sie das exakte Gegenteil. Erst, als Mark ihr genau dieses Verhalten auch noch vorwirft, wird es Anna zu bunt und endlich entwickelt sie so etwas wie einen eigenen Willen, zumindest die Fähigkeit, Contra zu geben. Ab diesem Moment wird die emotionale Abhängigkeit umgekehrt, denn nun begreift Mark sie als echtes Individuum, mit der Folge, dass er sich in sie verliebt. Ob es tatsächlich spontan aufkeimende Vatergefühle sind, die bei Mark eine Rolle spielen, sei einmal dahingestellt, ist aber nicht auszuschließen. Als Aussage des Films verstehe ich jedoch in erster Linie: Mädels, emanzipiert euch, wenn ihr eine glückliche, gesunde Beziehung auf Augenhöhe möchtet! Dass Anhänger von Sado-Maso-Fetischen hier zumindest zeitweise auch auf ihre Kosten kommen, halte ich indes ebenfalls für möglich.

Dafür geht Stegani nicht immer sonderlich subtil, jedoch auch gewiss nicht plump vor. Insbesondere Eleonora Giorgi setzt er nach allen Regeln der erotischen Kunst in Szene und findet eine ausgewogene Balance aus bitterer, melancholischer und sexuell aufgeladener Atmosphäre, einer interessanten, dramaturgisch ansprechenden Handlung und ästhetischen, prickelnden Softsex-Szenen, garniert mit einigen schwelgerischen Bildern und einer anheimelnden, von Streicher- und Klavierklängen dominierten musikalischen Untermalung Gianni Machettis. „Anna – Ich war ihm hörig“ ist weder Sexploitation in ihrer negativen Konnotation noch schmutziger Sleaze, sondern ein bewusst mit Übertreibungen und Überzeichnungen spielendes Erotik-Drama, in das eine individuelle, natürlich letztlich männliche Sichtweise auf die weibliche Emanzipation auf interessante Weise eingewoben wurde – wenngleich das Verhalten der weiblichen Protagonistin aus heutiger Sicht vermutlich schwer nachvollziehbar erscheint. Schade, dass es Giorgio Steganis letzter Film blieb.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)

Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record) / Der Mann mit der eisernen Maske (Whale) / Rock'n'Roll Nightmare
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