Ein Colt für 100 Särge - Umberto Lenzi

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Ein Colt für 100 Särge - Umberto Lenzi

Beitragvon dr. freudstein » 20. Dez 2010, 19:59

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Originaltitel: Una pistola per cento bare

Herstellungsland: Italien / Spanien 1968

Regie: Umberto Lenzi

Darsteller: Peter Lee Lawrence, John Ireland, Gloria Osuna, Eduardo Fajardo, Víctor Israel, Julio Peña u.a.

Story:
Jim Slade (Peter Lee Lawrence) möchte mit allen Mitteln sich an jene Bande rächen die während seiner Abwesenheit Heim und Eltern vernichteten. Einer nach dem anderen wird zur Strecke gebracht. Für den Anführer Corbett hat sich Jim was besonderes einfallen lassen. Allerdings kommt alles nicht immer so wie man es erwartet

Quelle: ofdb.de
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Re: Ein Colt für 100 Särge - Umberto Lenzi

Beitragvon sid.vicious » 17. Jan 2011, 21:21

Jim Slade will die Männer zur Strecke bringen, die seine Eltern getötet haben. Nachdem er 3 der Täter hingerichtet hat, bleibt ihm noch der Anführer, Corbett…

Das Ganze hört sich nach dem üblichen Revenge-Italo-Western an, allerdings sollte man „Ein Colt für 1000 Särge“ nicht unterschätzen, handelt es sich zweifelsohne um einen Italo-Western der im oberen Drittel anzusiedeln ist. Lenzi wird immer gern mit seinen Kannibalenfilmen in Verbindung gebracht, aber der Mann hat einige weitere gute Filme abgeliefert, sei es mit „Die Viper“, „Der Vernichter“ und „Der Berserker“ im Poliziesco-Genre oder mit „Ein Colt für 1000 Särge“ im Genre des Italo-Westerns.

Lenzis Italo Western zeichnet sich durch sehr gute Wendungen aus und man ist nie darauf vorbereitet, was denn nun als nächstes passiert. Seine Charaktere sind allesamt unschlüssig und immer wieder für Überraschungen gut. So zeigt während des Films Jeder seine Skrupellosigkeit. Hierbei wird mit Gewalt und Brutalität nicht gegeizt, denn der Colt sitzt bei jedem extrem locker und eine Hemmschwelle ist bei Niemand vorhanden. Als keines Extra bringt Lenzi noch eine Horde von Irren ein, da das Irrenhaus einer Brandstiftung zufolge nicht mehr da ist, quartiert man die Geisteskranken im örtlichen Gefängnis ein. Als ihnen die Flucht gelingt, bringt dieses so einiges an weiteren Gewaltätigkeiten.

Fazit: Gutes italienisches Western-Kino in einem Lenzi-Stil wie man ihn sich wünscht, nämlich volle Breitseite mitten in die Fresse.
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Re: Ein Colt für 100 Särge - Umberto Lenzi

Beitragvon sergio petroni » 21. Apr 2013, 14:36

Diese italienisch-spanische Koproduktion entstand 1968 unter der Regie von Umberto Lenzi.

Der Südstaatensoldat Slade (Peter Lee Lawrence) kehrt nach dem Ende des Bürgerkriegs zur Farm
seiner Eltern zurück. Er findet das Anwesen verwüstet vor, Vater und Mutter wurden ermordet.
Slade sammelt Informationen über die Bande, die seine Eltern umgebracht hat und beginnt
einen gnadenlosen Rachefeldzug. Drei der vier Verbrecher finden alsbald ihr Schicksal,
den Vierten (Lulli) auch noch seiner Strafe zuzuführen gestaltet sich allerdings etwas
schwieriger.

Die letzte Stunde des Filmes spielt in Tucson. Es entwickelt sich ein wendungsreiches Katz-und
Maus-Spiel mit wechselnden Koalitionen. Lullis Bande wartet auf den großen Geldtransport
nach Tucson. Die aufrechten Bürger der Stadt wollen sich ihm entgegenstellen. Slade
wird kurzerhand zum Sheriff ernannt. Ihm zur Seite steht der trink- und schießfreudige
Prediger Douglas (John Ireland). Natürlich spielt auch ein Sargmacher wieder eine mittlere
Rolle. Er hat die Lacher auf seiner Seite, wenn er Grabmale mit Schriftzügen wie
"Bearded Mexican" oder "Blond Bandit" versieht.
Die attraktive Gloria Osuna gibt eine Sängerin/Tänzerin, die versucht Slades Herz
zu erobern.

Lenzi wäre jedoch nicht Lenzi, gäbe es nicht noch ein Schmankerl. Da das örtliche Irrenhaus
abgebrannt ist, sind die gefährlichen Insassen vorübergehend im Knast untergebracht. Selbstredend
gelingt ihnen die Flucht und die Herren Brandstifter, Vergewaltiger, Mörder, usw. dürfen
sich austoben. Fajardo spielt den Oberirren! Für diesen Nebenplot gibt´s einen Extrapunkt von mir.

Die Darsteller agieren allesamt sehr solide. Kamera und Musik sind auch in Ordnung.
Insgesamt recht spannende, wendungsreiche Geschichte ohne unpassende Kalauer,
ab und zu mit gesunden Härten versehen; gewohnte Lenzi-Qualität eben.
7/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Re: Ein Colt für 100 Särge - Umberto Lenzi

Beitragvon buxtebrawler » 13. Mär 2016, 23:45

Erscheint voraussichtlich am 14.03.2016 bei Icestorm noch einmal auf DVD:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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