Stadt in Panik - Giuseppe Rosati (1976)

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

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Stadt in Panik - Giuseppe Rosati (1976)

Beitragvon ugo-piazza » 22. Aug 2010, 22:55

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Gleich 12 Insassen einer Männerduschanstalt sind auf einen Streich ausgebrochen unter der Führung von Lettieri (Raymond Pellegrin) und schon geht es an die Arbeit: Sämtliche "Verräter", die an der Verknastung des dreckigen Dutzends beteiligt gewesen sein könnten, werden unverzüglich umgelegt. Der Polizeichef (James Mason) hat somit ein Problem - das nächste hat er, als ihm von oben aufgetragen wird, mit dem Fall Inspektor Mario Mori zu beauftragen, der sich gerade beim Angeln erholen wollte. Seit Moris Frau und Kind von Lettieri in die Luft gesprengt wurden, sind seine Methoden etwas ausgeartet: Die Festnahmequote sinkt - die Anzahl getöteter Verbrecher nicht. Und was soll ich sagen: Es verwundert nicht, dass Mori (ein Verwandter vom eisernen Präfekten?) von Maurizio Merli gemimt wird.

Zusammen mit Esposito (Fausto Tozzi), den er aus dem Archiv holt und einem Arzt (wieso wird ein Zivildoktor als Zivilbulle eingesetzt??), der just einem Patienten eine Spritze in den Arsch gesetzt hat, als ihn Merlis Anruf ereilt, worauf er den Patienten einfach sich selbst überlässt, nimmt Mori den Kampf gegen Lettieris Gang auf, während der Polizeichef und Staatsanwalt Lo Cascio an seinem Verhalten schier verzweifeln. Die Totengräber werden nicht arbeitslos werden...

Tja, Freunde selbstzweckhafter Polizeigewalt dürfen hier wieder vor Freude in die Hände klatschen. Merli begründet sein Tun stets damit, die Bevölkerung vor dem Verbrechen zu schützen, doch dürfte auch sein persönliches Trauma hier eine Rolle spielen. Immerhin darf er hier mit Silvia Dionisio im Bett landen, die vielleicht ein Ausweg aus seiner Selbstzerstörung sein könnte und ihn zumindest schon mal dazu bringt, seine Situation zu reflektieren.

Vorher darf Maurizio aber noch vier Übeltäter eigenhändig aus dem Stadtbus rauswerfen, wo ihnen der Schaffner noch ein "Ihr verdammten Untermenschen!" hinterherruft. Darauf brauch ich erstmal einen Fernet-Branca...

Die üblichen Regulars (Bankraub mit Geiselnahme) gibt es natürlich auch. Wie schrieb Christian Riemath damals in "Der Terror führt Regie": Es gebe Gründe, 500 Videotheken nach diesem Video abzuklappern. Also, macht euch auf die Suche!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Stadt in Panik - Giuseppe Rosati

Beitragvon Nello Pazzafini » 23. Aug 2010, 13:27

....und ich klatsche vor freude in die hände :D
Selbstjustiz Knaller ganz nach meinem Geschmack und das Intermezzo im Bus ist ja herrlich, die Typen machen ja Gäste und Schaffner sowas von fertig und dann noch in einem schönen deutsch, ein wahnsinn......
Kurzweilige Brachial Unterhaltung und Merli in Höchstform, so wie wir ihn kennen und lieben ;)
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Re: Stadt in Panik - Giuseppe Rosati

Beitragvon jogiwan » 29. Mai 2018, 11:09

Demnächst bzw. vorraussichtlich Anfang Juli 2018 von Koch Media die 4-Disc-"Eurocrime"-Box mit drei Polizittokovski-Filmen und Doku

:arrow: "Stadt in Panik" (Regie: Guiseppe Rosati)
:arrow: "Gewalt über der Sadt" (Regie: Carlo Ausino)
:arrow: "Convoy Busters" (Regie: Stelvio Massi)
:arrow: + "Eurocrime"-Doku von Mike Malloy

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Waffenhandel, Pornografie, Erpressung und Mord: Im Italien der 70er Jahre hat das Verbrechen Hochkonjunktur und mit ihm die sogenannten "Poliziotteschi", die als brutale und kompromisslose europäische Variante des amerikanischen Gangsterfilmes das kriminalistische Äquivalent zum Spaghetti-Western wurden. Die "Eurocrime"-Box vereint erstmals drei blutige Klassiker des Genres in einer Box, die mit Mike Malloys umfangreicher Dokumentation gleichen Titels den Beweis antritt, dass Sodom und "Gomorrha" fest in europäischen Crime-Traditionen verankert sind.

Italienische Metropolen und ihre kriminelle Organisationsstruktur bilden das verbindende Fundament der "Eurocrime"-Einträge: Sei es Rom als "Stadt in Panik" (Regie: Guiseppe Rosati), die von einer Bande aus dem Gefängnis geflohener Schwerkrimineller terrorisiert wird und auf die Dienste eines schießwütigen Commissario (Maurizio Merli) vertrauen muss. Oder das brutale Turin, das in "Gewalt über der Sadt" (Regie: Carlo Ausino) zum Schauplatz von Vergewaltigungen, Mord und Drogenkriminalität wird. Schließlich abermals die italienische Hauptstadt für "Convoy Busters" (Regie: Stelvio Massi), in der erneut Maurizio Merli mit ein paar besonders skrupellosen Waffenhändlern fertig werden muss: Das Verbrechen zeigt sich stets von seiner schmutzigsten Seite, dem die Polizei mit ebensolchen Mitteln begegnen muss. Willkommen in der wunderbar moralfreien Zone der „Poliziotteschi“!


quelle: dtm.at
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Re: Stadt in Panik - Giuseppe Rosati (1976)

Beitragvon McBrewer » 19. Jul 2018, 20:55

Dank der tollen EUROCRIME Box von KOCH bot es sich mal wieder an, eine Blick in den farbenfrohen Paura in Città zu werfen. Meine letzten Erinnerungen lagen schon ein paar Jahre her aber trotzdem kamen mir dann sogleich auch wieder viele Szenen bekannt vor.
So ist Rosatis Werk eine wunderbare One-Man-Army -Show von unserem Lieblingsschnauzbart Maurizio Merli. Daneben ganz viele Gesichtslose Bösewichte, die auch das einzige klitzekleine Manko an dem Film sind, das da kein "Hauptgangster" heraus sticht (obwohl es den ja gibt, jedenfalls zum Schluss)
Trotzdem regiert hier wieder ordentlich die Faust & das Feuerwaffenrecht. Was müssen die Linken damals im Dreieck gesprungen sein, beim anblick der unreflektierten, dreisten Selbstjustiz des Commissario Murri. Nun, ich hatte mit genügend zeitlichen Abstand meine helle Freude.


Sehr Empfehlenswert ist auch auf der Dsic von KOCH das italienische Extra mit deutschen Untertiteln zu dem Film bzw Merli. Was dort angesprochen wird & mir bei dem Film nochmals aufgefallen ist: das wirklich bis zum erbrechen unverschämte product placement. Es gibt kaum eine Einstellung, in der nicht ein Fernet Branca Plakat an der Wand, Pejo-Wasser Flasche auf dem Tisch oder Marlboro Schachtel in die Kamera gehalten wird. Da wurde echt jeder Cent gebraucht.
Wenn doch jede Werbung so chic ausschaute wie das leckere PEJO-PLakat im Kiosk:

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:knutsch:

Beschaffungsinformationen zu dem Plakat bitte per PN an meine Adresse :winke:
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Re: Stadt in Panik - Giuseppe Rosati (1976)

Beitragvon sergio petroni » 29. Jul 2018, 11:38

Dank der Eurocrime-Box vonKoch Media habe ich "Stadt in Panik" nun zum ersten Mal gesehen.
Allgemein war schon lange Zeit kein Poliziotto mehr bei mir im Player. Die Vorfreude auf den
ruhigen Abend war also dementsprechend groß. Regisseur Rosati hat nur ein halbes Dutzend Filme
gedreht und liefert hier ein rasantes und politisch unkorrektes Stück italienisches Polizeikino
ab. Einfach den Verstand ausschalten und mit niederen Instinkten genießen: so funktioniert
die Merli-Sause wunderbar!

Die Übertreibungen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film.
Es bricht nicht eine Person aus dem Gefängnis aus, nein, es sind deren gleich zwölf! Im Anschluß
werden dann vier (!) Polizeispitzel gekillt. Gleich vier Rabauken fallen mit unlauteren Absichten
über einen Linienbus her. Dies dient wohl alles einem Zweck: Möglichst viele Opfer in spe und
dann auch tatsächlich zu präsentieren. Mal ganz abgesehen von dem Massaker am Bahnhof gegen
Ende.
Zudem wird auch locker flockig mit der Werbung übertrieben. Marlboro, Pejo, Fernet Branca und
Cynar tauchen unzählige Male schön präsentiert auf. Da zeigt die Flasche auf dem Tisch
aus einem Kamerawinkel ihr Etikett in voller Breitseite und aus einem anderen Kamerawinkel
eine Sekunde später ebenso. Wer hat da wohl die Flasche gedreht!?
Nicht das absolute Highlight, aber genau das richtige für mich an diesem Abend.
Deshalb lockere 6,5/10.
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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