Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Moderator: jogiwan

Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon Canisius » 23. Feb 2019, 14:07

Reinifilm hat geschrieben:MORCHEEBA

Ja, gute Band! Und richtig, Skye Edwards sanfte Zärtelstimme kann einen ganz schön betören.
Finde das trip-hoppige Debüt "Who can you trust" am besten. Hatte sie auch mal live gesehen als ich vor ein paar Jahren in Südeuropa gewohnt habe. :mrgreen:
„Seine Stiefel aus frischem Krokodilleder knarrten. Er trug eine Jacke aus gegerbter Elefantenhaut und im offenen Hemd eine Kette aus Leopardenkrallen und Affenzähnen.
Mit dem Outfit, dachte Meuchköt, käme er durch keine europäische Flughafenkontrolle.“
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 13. Mär 2019, 15:07

02.03.2019, Fanräume, Hamburg:
F*CKING ANGRY + NOTGEMEINSCHAFT PETER PAN + FLO UND PAUL UND FLO + EAT THE BITCH


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Länger nicht mehr auf Konzerten gewesen… Das lag aber keinesfalls an einem etwaigen mangelnden Angebot, sondern hatte schlicht Zeitgründe. Als die französischen ANTI-CLOCKWISE ihre Tour beendeten und den Hamburger LIQUOR SHOP ROCKERS den gemeinsam genutzten Gitarristen Needlz zurückbrachten, nutzte man die Gelegenheit für den Tourabschluss-Gig in der Gaußplatz-Kneipe El Dorado. Das war aber am 06.02. und somit an einem Mittwoch, und eigentlich wollte ich auch nur kurz was abholen, sodass ich lediglich ein paar Songs und eine Bierlänge lang Zeuge davon wurde, wie verfickt tight die LIQUOR SHOP ROCKERS mittlerweile geworden ist – und wie gut der Sound in jenem gemütlichen Lädchen war! Sogar noch enger wurd’s am 16.02., als das El Brujito sein Zehnjähriges feierte (Gratulation!) und HEMO & THE OTHER folklastige Stimmungsmusik zur Beschallung des Jubiläums ablieferten und die Besucher(innen) zum Tanzen brachten. So’n richtiger Punk-Gig, zu dem man speziell wegen der Bands hingeht, musste jedoch bis zum 02.03. warten.

Eine feste Hamburger Institution sind die Konzerte in den Fanräumen des Millerntorstadions geworden. Auch diesmal gelang es wieder, ein hochkarätiges Line-up zusammenzustellen und so für eine großartige (Soli-)Party zu sorgen! Von Anfang an war die Bude rappelvoll, EAT THE BITCH spielten ihren ersten Gig mit Bassneuzugang Bommy vor beeindruckender Kulisse. Live-Premiere hatte auch der Song „Trump vor Angst“. Seltsam mutete die Illumination an, die voll ins Publikum leuchtete, Gitarrist Tim dafür im Dunkeln stehen ließ. Auch der P.A.-Sound war noch nicht so geil, hätte mehr Druck vertragen können. Dafür war die Band aber gut aufgelegt und lieferte das erwartete, gewohnt hochklassige HC-Punk-Brett, das von seinen Riffs und seiner hurtigen Rhythmus-Arbeit genauso lebt wie vom unverkennbaren Gesang Jonas und ihren Texten. Lässig tänzelte sie auf und vor der Bühne, wodurch sie eine Souveränität ausstrahlte, die bei einem ersten Gig in neuer Besetzung nicht selbstverständlich ist. Und anstatt sich verrückt zu machen, setzte Bommy sein Pokerface auf und zog durch. Vom einen Refrain, in dem er sich laut eigener Aussage fies verspielt habe, hatte wohl niemand etwas mitbekommen, stattdessen gesellten sich Teile des Publikums zum ausgelassenen Pogo vor der Bühne. Live-Feuertaufe bestanden!

Auf dem Flyer komplett übersehen hatte ich die Mainzer mit dem Antinamen „FLO UND PAUL UND FLO“, offenbar ‘ne neue, noch recht junge Band. In Trio-Größe mit singendem Drummer und mehrstimmigen Chören schmetterte man deutschsprachigen Punkrock mit auf witzig und ironisch gebürsteten Texten. „China – Reich der Mitte“ kam ziemlich gut, insgesamt wirkte der Auftritt aber etwas zu sehr wie ‘ne Persiflage auf mich, wie es sie in Form anderer Bands ja mittlerweile doch einige gibt. Müsste ich mir noch mal ansehen/-hören, um das wirklich beurteilen zu können. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit ja. Der Sound jedenfalls war plötzlich voll gut, ich jedoch schon bischn schusselig und so hab‘ ich ganz vergessen, Fotos zu machen…

Aufgrund ‘ner Unterhaltung kam ich etwas zu spät von der frischen Luft zur NOTGEMEINSCHAFT PETER PAN zurück, die ersten Songs waren bereits gespielt. Jedenfalls bekamen die „Helikopter-Eltern“ wieder ihr Fett weg, „Kleben und kleben lassen“ erinnerte an OZ, die „Kleine Motivationshilfe“ ging raus an diejenigen, die den Arsch hochkriegen und auch mal dahingehen, wo’s wehtun könnte, aber natürlich wurde auch älteres Material berücksichtigt, „Kellerkinder“ und wie sie alle heißen. Stemmen sprach von seiner Liebe zur ersten WEEZER-Platte und wie gewohnt noch so einiges andere, wobei ich im Gewusel diesmal viel zu abgelenkt war, um alles detailliert aufzunehmen. Zumal während der Songs nicht nur einmal echt gut Alarm war, herrlich ausgelassene Stimmung vor und auf der Bühne, grinsende Gesichter überall, schlicht eine große Party, die im Kontrast zu manch mitunter etwas verkopften Songs des neuen Albums stand. Mittlerweise sind die Anti-Ager aber auch ‘ne Band, über die ich mich bereits mehrfach ausführlich ausgelassen habe, deshalb gleich weiter zur nächsten Krawallcombo, die ich erst zum zweiten Mal live sah:

F*CKING ANGRY aus Bonn rissen alles ab! Genialer, treibender Hardcore-Punk der alten Schule mit aktuellen deutschen wie englischen Texten, vorgetragen von der rauen, heiseren, charismatischen Stimme der Sängerin Beckx. Zwei Gitarren (an einer Dominik von CANALTERROR/MOLOTOW SODA) plus Rhythmusfraktion rissen das Tor zur Hölle auf, das Publikum hielt das Euphorisierungslevel und verausgabte sich weiterhin nach Kräften. Ich spritzte mit Bier und gesellte mich dazwischen, Beckx mischte sich unter die ersten Reihen, bis ihr Stemmen irgendwann das Mikro für seinen Gastbeitrag abnahm, und für „Aluhut“ stieß Kem Trail von BRUTALE GRUPPE 5000 zum Duett dazu. Sogar der moderne HH-Punk-Klassiker „Bullenwagen klau’n“ wurde noch improvisiert intoniert – absolut irrer Gig, ständig passierte irgendwas und wer nicht durch die Gegend sprang, lag sich gefühlt glückselig in den Armen. Besser hätte man den Abend nicht beenden können, das war echt die Kirsche auf der Sahnehaube und hat wieder mal bewiesen, dass F*CKING ANGRY zurzeit eine der verfickt geilsten HC-Punk-Bands der Republik sind. Die neue 7“-EP legte ich mir noch am Merchstand zu, ließ sie aber später im Onkel Otto liegen, was ja nun echt abzusehen war – insofern: selbst schuld… Erstes Konzert nach längerer Abstinenz, das besser nicht hätte sein können. Und gleich wieder voll aufgedreht. Das fordert natürlich seinen Tribut, denn so ganz abgeklungen wie erhofft war die Erkältung (oder was auch immer das für ‘ne hartnäckige Scheiße war) dann doch noch nicht und der Kater demnach umso schlimmer. War’s aber wert!

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 25. Mär 2019, 16:18

16.03.2019, T-Stube, Rendsburg:
THE SPARTANICS + BOLANOW BRAWL


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Die Winterpause ist vorbei, der erste BOLANOW BRAWL des Jahres sollte im schleswig-holstein’schen Rendsburg stattfinden. Doof nur: Niemand hatte Bock zu fahren. Also wurde kurzerhand ein Trolley geordert, am Samstagnachmittag mit allem Gedöns vollgepackt und bondagemäßig eingewickelt und verschnürt. Im seit Tagen anhaltenden strömenden Regen schoben wir das Vehikel zum Bahnhof, inkl. ein paar Zwangspausen, wenn dieser Turmbau zu Babel einzustürzen drohte. Als wir beim Überqueren einer Ampel an einer vielbefahrenen Kreuzung am Kantstein hängenblieben, schafften wir’s in letzter Sekunde mit vereinten Kräften, der Zermalmung unter Autoreifen zu entkommen. Die Fahrt an sich war dann sehr entspannt, in RD angekommen platterte es aber genauso wie zuvor in der Hansestadt. Aufgrund mangelnder Ortskenntnisse drehte unser Tross den einen oder anderen überflüssigen Schlenker, verbog die Trolley-Achse in einem Schlagloch und schob das Ding durch den Matsch, bevor er völlig durchnässt an der T-Stube eintraf.

Die Organisatoren Hajo & Co. zeigten sich ob der Wahl unserer Anreise und der damit verbundenen Strapazen überrascht und offerierten erst mal erfrischendes Pils, mit dem Backstage-Kühlschrank bis zum Rand gefüllt war. Also Klamotten auf die Heizung und die geschundenen Körper auf die Sofas verteilt – und beraten, wie wir Experten hier überhaupt wieder wegkommen. Nachdem die Leipziger Streetpunks THE SPARTANICS eingetroffen waren, ging man sogleich auf Tuchfühlung und tauschte sich fachmännisch aus. Im letzten Jahr hatten diese Irren satte 53 Konzerte gespielt, da können wir nicht mithalten… Respekt! Soundchecks, lecker Risotto einwerfen etc., auf das Übliche folgte ein kleiner Ausflug: Ein Spaziergang, um mal bischn was von der Stadt zu sehen, mit anschließender Einkehr ins „Charleston“, einer sehr geräumigen Kneipe, deren Interieur sich in einem seltsamen Gestaltungs-Crossover aus Wikinger- und Löwenbildchen zusammensetzt. Die Getränke waren fair bepreist und so kippten wir uns einen hinter die Binde, bevor’s in die T-Stube zurückging. Der Beginn verzögerte sich noch bis ca. 22:30 Uhr, eigentlich kein Problem, wenngleich ich ahnte, dass es später sehr eng werden würde, noch etwas von den Leipziger Kollegen mitzubekommen – aufgrund des eher suboptimalen Bahnfahrplans planten Ole, Flo und ich, den Zug um 23:57 Uhr zu nehmen…

Unser Gig lief recht rund; dass wir urlaubsbedingt ein paar Wochen lang nicht mehr alle zusammen hatten proben können, dürfte man uns kaum angemerkt haben. Mich durch unhaltbare Behauptungen wie angeblichen McDonald’s-Fraß-Konsum in Misskredit zu bringen, hatten die geschätzten Bandkollegen bereits im Vorfeld erledigt, auf der Bühne hielten sie sich diesmal überraschenderweise zurück. Fürs Publikum waren wir ziemlich neu, man lauschte interessiert, ohne gleich durchzudrehen. Wir rechneten nicht unbedingt mit Zugabenforderungen und integrierten den zehnten und letzten Song ins normale Set, als plötzlich alle noch was hören wollten. Geprobt hatten wir aber leider nichts weiter und einfach irgendwas noch mal zu spielen war uns zu doof, weshalb wir klanglos die Bühne verließen – um die Erkenntnis reicher, zumindest für Konzerte mit nur einer weiteren Band uns doch mal wieder ein, zwei Stücke mehr draufzuschaffen.

Im Zuge der Umbaupause verstauten wir schnellstmöglich unser ganzes Gelöt im Technikkabuff hinter der Bühne, machten noch überraschend guten Umsatz am Merch-Bauchladen und dann, ja dann… musste ich in den sauren Apfel beißen und tun, was ich eigentlich hasse: Noch während des ersten Songs der SPARTANICS meine sieben Sachen packen und zusammen mit Flo zum Bahnhof eilen, dort noch auf Ole treffend, mit dem wir den ersten Teil der Strecke gemeinsam zurücklegten. Das ist echt ärgerlich, da ich die Leipziger liebend gern gesehen/gehört hätte. Christian, Raoul und Keith sowie Sandy blieben vor Ort, zogen sich die Band rein und feierten noch eine gute Party, während Flo und ich schließlich in die verdammte AKN umstiegen, wo ich Blut und Wasser schwitzte, weil jener Bummelzug an jeder Milchkanne hält, aber keine Toilette aufweist. Zudem stieg nach wenigen Stationen ein ganzer Pulk Wichtigtuer vom Wachpersonal ein, der unablässig die Reihen hoch und runter patrouillierte. Wat ‘ne nervige Scheiße! Dafür waren wir allerdings wie geplant um kurz nach 2:00 Uhr wieder in Hamburg und konnten uns sogar noch ‘nen Absacker inner Spelunke genehmigen.

Fazit: T-Stube top, THE SPARTANICS top, Trolley naja, Wetter und AKN Flop. Bleibt die Hoffnung, dass die umtriebigen Leipziger demnächst mal wieder in der Nähe zocken oder – noch besser – es zu ‘nem weiteren gemeinsamen Gig kommt. Und: Wir brauchen ‘nen Fahrer (m/w/d). Wer schon immer mal ‘ne Affenbande mitsamt Equipment durch die Gegend kutschieren und dabei nüchtern bleiben wollte, darf gern mit uns in Kontakt treten…

Danke an Hajo & Co., ans Rendsburger Publikum – und natürlich an Flo für die Schnappschüsse!

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon karlAbundzu » 27. Mär 2019, 10:51

25.3.19 Auszeit
DIE WÄNDE
Die Auszeit ist eine kleine Punky Kneipe in einem WOhnviertel, umso merkwürdiger, dass da immer mal wieder Konzerte drin sind. Und der Besitzer hat einen guten Geschmack, unser liebster Zapfer zapft wirklich gut und erfindet lustige Shots. Und es ist günstig.
Klar, 20 Uhr war angesagt, 20:45 geht es los.
DIE WÄNDE aus Berlin gibt es noch nicht so lange, sehen ziemlich jung aus, spielen aber dafür ganz schön abgezockt eine Mischun aus einigem 90er Postpunkhardcore-Zeug, Stichwörter Dinosaur, Wedding P, Sonic Y, aber durch die deutschen Texte und den schrägen Gesang auch so L'age d'or Musik der schrägen frühen Zeit, Kissin Cousins und Konsorten. Und in vielen Momenten härter.
Die drei machten ordentlich Druck, überraschten mit laut-leise Spiel. waren intensiv und nicht so lang.
Zur LP FLAUSCH gab es noch Tasche (gerade nach Konzert praktisch) und Plakat dazu. Empfehlung!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon Arkadin » 27. Mär 2019, 12:27

21.03.2019, Kaffee Burger, Berlin
THE MAGNETTES

Wie anderweitig schon erwähnt, war ich letzte Woche beruflich in Berlin und nach meinem Kinoausflug am Mittwoch, war ich am Donnerstag dann mit den Kollegen unterwegs. Nach einem längeren Zwischenstopp in einer belgischen Bierbar (wo auch gerade das Spiel Belgien - Russland übertragen wurde, was für eine schöne Stimmung sorgte) und Gerstensaft mit 9+ % Alkohol, zogen wir noch ins Kaffee Burger, was nun gar nichts "Café"-artiges hatte, sondern eine schön angeranzte Kascheme war. Ein Raum mit langer Bar und einer mit Tanzfläche. Ausgesucht hatte es ein Kollege, weil die Location gute Bewertungen hatte und zudem dort gleich drei Events stattfinden sollten. Da alle drei für die selbe Uhrzeit angesetzt waren, war ich von einem größeren Ort ausgegangen - tatsächlich war das aber wohl nur die übliche DJ-Beschallung plus ein Konzert. Zu eben jenem kamen wir gerade pünktlich. Die Vorgruppe MINDDIVER hatten wir verpasst und dachten, auch der Hauptact wäre schon vorbei, da wir von den beiden Damen nur noch letzte Klänge hörten und sie dann kommentarlos verschwanden. Hätten wir ihnen auch nicht übel genommen, denn das Kaffee Burger war sehr leer. Ich denke mal mit uns Vieren waren da keine 15 Leute. Doch dann erfuhren wir, dass das eben nur der Soundcheck war und es gleich los ginge.

Die MAGNETTES sind eine schwedisches Trash-Pop-Duo, welches eingängige Bubble-Popmusik, mit teilweise härteren Elektrobeats und einer ganzen Portion Punk-Attitüde verbinden. Die beiden Sängerinnen werden begleitet von einem extrem desinteressierten Drummer, der die ganze Zeit über im Hintergrund bleibt und aussieht, wie aus einer Death-Metal-Band entsprungen. In älteren Videos ist der Drummer immer so ein dünner Schönling, darum denke ich mal, der hier wurde nur für die Tour angeheuert und ist mehr Roadie als alles andere. Obwohl auf der Bühne eine E-Gitarre rum stand, wurde diese nicht einmal berührt und war wohl als dekoratives Element gedacht. Wie viel von der Musik jetzt live und wie viel vom Band kam, weiß ich nicht. die Mädels hatten Mikros und machten damit auch Ansagen, aber ich hatte das Gefühl, wenn die mal wieder durch den Raum sprangen und die Mikros nicht am Mund hatten, kam da doch noch Gesang. Deshalb vermute ich, die ließen das Band mit Musik und Gesang laufen und sangen dann darüber hinweg. Aber wie gesagt... weiß ich nicht. Die restliche Musik kam definitiv vom Band. Machte aber nichts, da die beiden Mädels die Hauptattraktion waren und der Auftritt auch von ihrer Performance lebte. So sprangen sie ständig von der kleinen Bühne, mischten sich ins (spärliche) Publikum, klauten Bierflaschen, zettelten einmal eine größere Pogo-Schubserei an und hatten sichtbar Spaß an der Sache, was sich auch auf das Publikum übertrug, welches am Ende lautstark eine Zugabe forderte, die dann auch kam.

Die Musik gefiel mir an dem Abend auch. Schön laut, ein wenig aggressiv und vor allem sehr lebhaft vorgetragen. Als ich neulich mal alle "Magnettes"-Videos auf Youtube durchzappte, fand ich sie noch immer okay, aber man merkt schon, dass die da sehr viel glatter und Mainstream-Poppiger wirken, als im dunklen, kleinen Kaffee Burger. Eher so, wie wenn jemand beim ESC mal etwas progressiver und punkiger sein möchte. Aber das klingt jetzt böser, als es gemeint ist. Zudem fehlt da natürlich die ganze tolle Atmosphäre und Interaktion, den die beiden Mädels so perfekt kreierten. Trotzdem ein gelungener, irgendwie ungeplante Abend, der viel Spaß machte.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 27. Mär 2019, 19:08

buxtebrawler hat geschrieben:16.03.2019, T-Stube, Rendsburg:
THE SPARTANICS + BOLANOW BRAWL


Und: Wir brauchen ‘nen Fahrer (m/w/d). Wer schon immer mal ‘ne Affenbande mitsamt Equipment durch die Gegend kutschieren und dabei nüchtern bleiben wollte, darf gern mit uns in Kontakt treten..


Das dürfte dann ja wohl etwas schwierig werden. :troest:

Die Spartanics waren mir bisher kein Begriff, musste aber erstaunt feststellen, dass die
a. schon mal in Bremen aufgetreten sind und
b. eine LP bei meinem alten Kumpel Christoph von Rockers veröffentlicht haben.

Den kenne ich schon aus Vor-Plattenladen- und Vor-Inet-Zeiten, als er noch auf Börsen und mit schreibmaschine-getippten Listen agierte. Lustig, dass er, der meines Wissens nie wirklich was mit meinem favorisierten Stil am Hut hatte, nun anfängt, RedSkin-Veröffentlichungen zu machen. Naja, warum nicht! Der Kommentar von Rockers zu der Spartanics-Platte auf discogs ist ja durchaus nachvollziehbar. Es gibt genug Sachen aus dem rechten Lager, warum also dem nicht was entgegensetzen.
Ich persönlich werde trotzdem nicht aufhören, beide Seiten hörtechnisch zu frequentieren und die Zensurpolitik von discogs beschissen zu finden, aber das ist dir ja klar. ;)

P.S. Oi! Of The Tiger wurden nach meinen Informationen übrigens in Hannover mit einem flächendeckenden Auftrittsverbot überzogen, wegen angeblichem Sexismus in ihren Texten. "Wenn den blöden Skinheads also schon nicht politisch ans Zeug zu flicken ist, dann wenigstens auf diesem Weg", so klingt das leider für mich.
Und das passt damit auch wieder perfekt zu den negativen Auswüchsen der dogmatischen Linken, die ich so liebe. Lassen wir das, ich weiß einfach zu gut, warum ich mit den meisten Linken nichts mehr zu tun haben will. Oi! Of The Tiger waren mir irgendwie zu uninspiriert musikalisch, The Spartanics finde ich gar nicht schlecht.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 27. Mär 2019, 19:37

FarfallaInsanguinata hat geschrieben:Das dürfte dann ja wohl etwas schwierig werden. :troest:


Was du nicht sagst :D :| :(

FarfallaInsanguinata hat geschrieben:P.S. Oi! Of The Tiger wurden nach meinen Informationen übrigens in Hannover mit einem flächendeckenden Auftrittsverbot überzogen, wegen angeblichem Sexismus in ihren Texten. "Wenn den blöden Skinheads also schon nicht politisch ans Zeug zu flicken ist, dann wenigstens auf diesem Weg", so klingt das leider für mich.
Und das passt damit auch wieder perfekt zu den negativen Auswüchsen der dogmatischen Linken, die ich so liebe. Lassen wir das, ich weiß einfach zu gut, warum ich mit den meisten Linken nichts mehr zu tun haben will. Oi! Of The Tiger waren mir irgendwie zu uninspiriert musikalisch, The Spartanics finde ich gar nicht schlecht.


Kenne den Fall nicht und weiß nicht, was da los war oder ist - oder was da dran ist. Vielleicht ja auch 'ne persönliche Geschichte, die zu 'ner politischen gemacht werden soll, keine Ahnung. Kenne die Band bisher nur vom Namen, müsste ich mich erst mal mit beschäftigen.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 27. Mär 2019, 19:38

22.03.2019, Menschenzoo, Hamburg:
KOMMANDO MARLIES + NITRO INJEKZIA


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Nachdem ich die großangelegte Bullenkontrolle am S-Bahnhof Reeperbahn unbeschadet überstanden hatte, konnte ich die Kellertreppen in den Menschenzoo hinabschreiten, um mir mal wieder ordentlich die Lauschlappen durchpusten zu lassen. NITRO INJEKZIA hatte ich zuletzt kurz vor Weihnachten 2017 hier gesehen, hatten mich seinerzeit arg geflasht. Diesmal machten sie überraschenderweise den Opener und brachten natürlich gut Stimmung in die Bude. Das kanadisch-russische Trio mit Wohnsitz in Berlin ballerte grandiosen Uptempo-Melodic-Punk, mal mit russischem (Bassist), mal mit englischem Gesang (Drummer), letzterer hatte dazu auch ‘nen echt amtlichen Punch. Bei nahezu perfektem P.A.-Sound gab’s dann auch nix zu meckern, zumal man noch satte drei Zugaben ablieferte. Spitzen-Liveband, ohne jeden Zweifel!

Dann wurd’s spannend: Ex-PUBLIC-TOYS-Sänger Fozzie, seit geraumer Zeit in Hamburg lebend, hatte angekündigt, ein paar alte Gassenhauer zusammen mit seinem ehemaligen Bandkollegen Uwe Umbruch (aktuell bei KOMMANDO MARLIES tätig) zu schmettern. Und so kam’s auch: In Akustikversionen und mithilfe des hinzugerufen MARLIES-Drummers erklangen „Wir sind scheiße“, „Oh Fortuna“ (über einen etwas überbewerteten Düsseldorfer Fußballclub) und „Seid betroffen“ (aktueller denn je, leider). Ich fand’s großartig, Fozzie wieder das ‘90er-Zeug singen zu hören, sämtliche Rufe nach Zugaben blieben jedoch leider unerhört. Das ist jedenfalls ausbaufähig, gern mehr davon!

Nun also KOMMANDO PIMPERLE MARLIES, Gitarrist/Sänger Uwe Umbruchs neue Band nach PUBLIC TOYS, [HAPPY] REVOLVERS, HIROSHIMA MON AMOUR und HOTEL ENERGIEBALL, also der halben Rheinland/Ruhrpott-Inzucht-Connection. Am Start hat man ‘ne 7“-EP, die schon mal ‘ne glatte Eins ist. In Trio-Größe und mit (ehemaligen) BRIGADE-S- und FAHNENFLUCHT-Mitgliedern zockt das KOMMANDO melodischen Punkrock mit leichter Rock’n’Roll-Schlagseite und Gespür für eingängige Refrains, dazu deutschsprachige Texte. Der Drummer, ‘ne Mischung aus Vetter It und Zappelphilipp, drehte derbe auf und lieferte auf seinem minimalistischen Kit ein echtes Filetstück in Sachen Punk-Getrommel ab. Uwe Umbruch scheint kaum gealtert, führte mit launigen Ansagen souverän durchs Set und kündigte scherzhaft ständig an, Hardcore-Stücke zu spielen, was er jedoch schuldig blieb. Der Song „Tommy“ stach mit seiner traurigen Stimmung aus dem übrigen Material heraus, zu dem u.a. ein „Kalt wie Eis“-Cover von TEMPO zählte, das ich vom Soundtrack zum gleichnamigen Carl-Schenkel-Film kenne. Irgendwas über Berlin und Kokain gab’s auch noch, anscheinend auch ‘nen Song über Greifswald. Die Songs klingen leidenschaftlich und authentisch, das wirkt alles sehr sympathisch. Den Schulterschluss zum Publikum suchte man, indem man mehrmals mit frischen Bierkannen mit ihm anstieß. Doch auch unabhängig davon dürften KOMMANDO MARLIES gut angekommen sein; das war ein vielversprechender Gig mit starken Songs, der Lust auf mehr machte und bewies, dass Umbruch immer noch ein verdammt versierter Songwriter ist. Dann klöppelt mal ‘n schniekes Album zusammen!

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 13. Apr 2019, 00:51

buxtebrawler hat geschrieben:
FarfallaInsanguinata hat geschrieben:Das dürfte dann ja wohl etwas schwierig werden. :troest:


Was du nicht sagst :D :| :(


Und? Schon jemanden gefunden?
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 15. Apr 2019, 19:27

FarfallaInsanguinata hat geschrieben:Und? Schon jemanden gefunden?


Natürlich nicht, war aber auch nicht ganz ernstgemeint ;)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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