Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Moderator: jogiwan

Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 17. Jan 2019, 23:29

buxtebrawler hat geschrieben:11.01.2019, Rote Flora, Hamburg:
LES PÜNX + HYSTERISCHE MILFS + MØRDER


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Also, die Namen der auftretenden Akteure sind ja durchaus sehr einfallsreich und unterhaltsam bzw. teilweise finde ich sie richtig gut, die Idee diesen frauenverachtenden Ausdruck MILF einzuspannen z.B. :thup:
Musikalisch wäre ich aber wohl kaum auf meine Kosten gekommen.
Schon reichlich her, dass ich mich das letzte Mal in der Flora aufhielt. Muss 2005 gewesen sein zu einem Konzert der dänischen "No Hope For The Kids", historisches Event übrigens.

P.S. "Ist das ein deutscher Name?" kommt auf meine Liste der besten Zitate, werde ich in Zukunft gerne verwenden. :twisted:

P.P.S. E-Violine ist ja nun nicht grad neu, nebenbei bemerkt. FFF habe ich sogar mal in HH live gesehen, im kurzlebigen "Let's Rock". ;)

www.youtube.com Video From : www.youtube.com
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 18. Jan 2019, 08:30

FarfallaInsanguinata hat geschrieben:Also, die Namen der auftretenden Akteure sind ja durchaus sehr einfallsreich und unterhaltsam bzw. teilweise finde ich sie richtig gut, die Idee diesen frauenverachtenden Ausdruck MILF einzuspannen z.B. :thup:
Musikalisch wäre ich aber wohl kaum auf meine Kosten gekommen.


Wer weiß - vielleicht hätten dich MØRDER ja zum Neo-Crust-Fan gemacht? ;)
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon McBrewer » 22. Jan 2019, 12:50

McBrewer hat geschrieben:Bild

Ist eigentlich irgendmensch von den Delirianern am 21.Januar in Berlin beim wohl letzten (?) Morricone Gastspiel anzutreffen ?
Ich habe mich ja dazu auch nochmal überreden lassen, obwohl mir eigentlich solche überteuerten Konzerte jenseits der 100,-Euro zuwider sind, aber nachdem ich mich letztes Jahr schon zu IRON MAIDEN habe breitschlagen lassen...bei einem über 200 Mann/Frau starkem Orchester ist da der höhere Eintrittspreis gerechtfertigt. Und: ES IST VERDAMMT NOCH MAL MAESTRO MORRICONE :!:


Nun habe ich es auch endlich noch einmal geschafft, den großen Ennio Morricone live zu erleben..und wahrscheinlich (altersbedingt) das letzte Mal. das ist aber auch gut so, als über 90iger muss niemand mehr quer durch die Länder reisen & bin spät in den Abend musizieren müssen. das sage ich ganz ohne Ironie oder Sarkasmus. Signor Morricone kann sich ohne schlechtes Gewissen beruhigt zurück lehnen, seinen Lebensabend genießen & wohlwollend auf sein Lebenswerk zurückblicken. Alles richtig gemacht :thup:

Zum Konzert: es war ganz entspannt, aber trotzdem natürlich spektakulär. Für mich war es eine reine Glückseligkeit, einige wunderbar bekannte Melodien so live erleben zu dürfen. Es gab "Sacco e Vanzetti", "Cinema Paradiso", "On Earth as It Is in Heaven" & "Gabriel's Oboe" aus dem epochalen THE MISSION, was aktuelles in Liedform von "L'ultima diligenza di Red Rock" (The Hateful Eight) und natürlich "Man With a Harmonica", "The Good, the Bad and the Ugly" & "The Ecstasy of Gold" (dieser, wie die letzten Touren auch, zweimal. In der Zugabeversion noch ein schwung kraftvoller intertoniert. Mein persönliches Highlight waren dann auch die wohlig bekannten Klänge zu "Investigation of a Citizen Above Suspicion" (Ermittlungen über einen über jeden verdacht erhabenen Bürger)
Ich hätte mich sehr wohl geärgert, dieses Konzerthighlight nicht mitgenommen haben. So aber, kann ich auch ruhigen Gewissens drei X machen :nick:

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 25. Jan 2019, 16:09

19.01.2019, Fanräume, Hamburg:
„G20 einreißen“ mit THE DETECTORS + GLEICHLAUFSCHWANKUNG + ZWAKKELMANN + IN SCHERBEN


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Geld für von Repression betroffene Anti-G20-Aktivistinnen und -Aktivisten zu sammeln, ist immer eine gute Sache, am meisten Spaß macht sie in Form von Solidaritätskonzerten bzw., wie in diesem Falle, -festivals. In die Fanräume des FC St. Pauli luden daher bereits am Freitag NIXDA, ABBRUCH, KONNY und P.O.P., was noch ohne Madame und mich über die Bühne ging und wohl ‘ne bestens besuchte, astreine Party war – gratuliere! Den Samstag eröffnete bereits um 16:00 Uhr Punk-Literat Jan Off mit einer Lesung. Als wir relativ pünktlich aufkreuzten waren wir jedoch erst die zahlenden Gäste Nummer 2 und 3, und obwohl sich noch ein paar weitere Nasen dorthin verirrten, blieb’s arg überschaubar – obwohl Jan normalerweise bei Lesungen in Hamburg die Bude spielend vollmacht. Er machte sich aber nicht sonderlich viel draus und las diverse launige kurze Texte aus unterschiedlichen Schaffensperioden. Etwas mehr dürfte er sich aber schon vom Nachmittag versprochen haben und so mutete seine Lesung dann auch radikal gekürzt an. Vermutlich wäre es besser gewesen, die Lesung vom Festival zu trennen und separat zu bewerben oder aber den Musik-Acts direkt vorzuschalten, ohne (sogar mehr als) zwei Stunden Leerlauf bis zum Konzerteinlass (in denen wir nach Hause fuhren und Sportschau glotzten).

Nach unserer Rückkehr eröffnete die junge Hamburger Band IN SCHERBEN den Reigen mit deutschsprachigem Trompeten-Punkrock inkl. üblicher gesellschaftskritischer Inhalte (mit offenbar gleich mehreren Anti-Nazi-Songs), wirkte dabei aber etwas zahm auf mich. Wenn der Sänger und Gitarrist in Personalunion sich mal an so etwas wie Gitarren-Leads versuchte, statt die Melodien dem durchaus fähigen, laut meiner besser hörenden Hälfte aber nicht immer ganz einsatz- und taktsicheren Trompeter zu überlassen, ließ es aufhorchen, doch kamen diese recht selten zum Einsatz. Dafür spielte der Drummer kein Uffta-Uffta, sondern wirbelte ordentlich herum. Als eine Ballade angekündigt wurde, holten Teile des Publikums ihre Feuerzeuge rum (um sie im Takt zu schwenken, nicht etwa um die Band anzuzünden), jedoch handelte es sich lediglich um ein Intro. Teile ihres Publikums saßen die meiste Zeit über am Rand auf dem Fußboden und gegen Ende gab’s noch ‘ne englischsprachige Coverversion, die ich aber nicht erkannt habe. Ich glaube, würde die Band etwas ungestümer zur Sache gehen und der Sänger mehr aus sich herauskommen, würden mir IN SCHERBEN besser gefallen. Immerhin ist der Song „Nix Neues“ bei mir als hervorstechend im Gedächtnis geblieben, textlich wie musikalisch. Sie verabschiedeten sich übrigens, um direkt im Anschluss einen weiteren Gig in der Roten Flora zu spielen – am Elan mangelt’s ihnen also schon mal nicht.

Draußen waren übrigens ein Glühweinstand und ein Foodtruck mit erlesenen tierfreundlichen Speisen aufgebaut worden – super Sache, das! Drinnen im mittlerweile gut gefüllten Saal vergaß ZWAKKELMANN, sich seiner langen Unterhose zu entledigen und betrat nicht, wie von mir erwartet, als Alleinunterhalter die Bühne, sondern zusammen mit einer aus Bassist und Drummer bestehenden Rhythmussektion. Der ehemalige SCHLIESSMUSKEL- und DIE-KINSKIS-Sänger Schlaffke aus dem NRW-Kaff Hamminkeln spielt als ZWAKKELMANN eine ureigene Mischung aus ramoneskem Punkrock, 60’s-Sound und Lofi-Chansons mit deutschen Texten, in denen er mit seinem Verlierer-Image und einiger Ruhrpott-Folklore kokettiert. Und tatsächlich hatte ich ihn bisher bei all seinen Hamburg-Abstechern verpasst… Im ersten Song freute er sich noch inhaltlich darüber, dass sowohl er als auch wir alle da sind, wenngleich der eine oder andere, der mit ZWAKKELMANN nichts so recht anzufangen wusste und lieber Hardcore oder gar diese widerliche „Hamburger Schule“ hört, den Raum verließ. Alle anderen freuten sich über Schlager wie „Dusselige Q“, „Ja, vielleicht bin ich asozial“, über feinsinnige Beobachtungen wie „Menschen bei der Nahrungsaufnahme“ oder selbstkritische Erkenntnisse à la „Disco-Zwakkelmann (ein bisschen langweilig)“, die es mir besonders angetan hat. Ich stehe generell auf diesen Ruhrpott-Charme und -Humor, ebenso auf die alten ÄRZTE, von denen der Jahrhunderthit „Zu spät“ interpretiert wurde. Vermisst habe ich jedoch „Ich will ‘nen Film mit Bud Spencer und Terence Hill“, „Mein Nachbar hängt schon wieder an der Flasche“, „Augenfick“ und „Tomatenrotes Haar“, wahrscheinlich der kurzen Spielzeit geschuldet. Von mir aus können ZWAKKELMANN gern mal für ‘nen längeren Headliner-Gig nach HH kommen…

Die nächste Umbaupause gestaltete sich etwas langwieriger, immerhin musste für GLEICHLAUFSCHWANKUNG ähnlich viel Personal wie bei ‘ner Ska-Kapelle auf der Bühne (und dem Mischpult) untergebracht werden. Der quer über den Osten der Republik verteilte (Torgau, Halle, Leipzig, Potsdam) volkseigene Klangbetrieb um Schlemihl- und Saalepower-Records-Betreiber Geralf und seine Frau Tanja Trash verspricht schlimmsten Ostzonen-Fun-Punk-Trash – und hielt Wort. Wie auf ‘ner Hochzeit wurde mit Reis (und Konfetti) um sich geworfen, teils vermummte, teils in Tracht gewandete Shouter/Musiker machten sich auf und vor der Bühne breit und wechselten während des Sets mehrfach Kostüme, Kopfbedeckungen und Instrumente. Geralf stand an seiner Alleinunterhalterorgel, spielte diverse, vorzugsweise sächsische Samples ein und wachte strengen Blickes über das unkontrolliert wirkende kontrollierte Chaos. Die Anti-Oettinger-Hymne „Scheiß Bier“ eröffnete das bunte Potpourri, „Punks Understand No Fun“ fehlte ebenso wenig wie „Kleinstadtaufruhr“, der russisch-ostdeutsche Kulturaustausch „Devotchka nimm Pflasterstein“ oder die für von Arbeitslosigkeit gebeutelten strukturschwachen Regionen ausgesprochene Berufsberatung „Skindergärtnerin“. „Wir tanzen auf dem Atomeisbrecher“ und „Badehosemann“ verrieten ostdeutsche Urlaubsvorlieben. Der alten Heimat DDR erteilte man eine klare Absage und aus den Einspielern pöbelten immer wieder Mielke & Co weltfremd daher. So ganz hat man den Sound leider nicht in den Griff bekommen, denn beim männlich-weiblichen Doppelgesang ging Tanja leider in Sachen Lautstärke immer etwas unter. Das Publikum füllte man mit (leider warmem, aber ‘nem geschenkten Gaul….) Sternburg Export und Gin Tonic ab (ein Sterni floss auch meine Kehle ‘runter) und sicherte sich nicht zuletzt dadurch den Zuspruch für Aussagen wie „Gebt’s zu, ihr habt noch nie so’n geiles Live-Konzert erlebt!“. GLEICHLAUFSCHWANKUNG spielten zu vorgerückter Stunde und warfen mit Alkohol um sich, sodass Flo fürchtete, manch einer könnte den Gig nach dem Erwachen am nächsten Vormittag für einen schlimmen Traum gehalten haben. Fürwahr tat sie gut daran, mir das am nächsten Tag noch mal zu sagen, denn auch ich befand mich längst jenseits des gesunden Menschenverstands. Aber es war alles genauso real wie das SCHLEIMKEIM-Cover „Faustrecht“, garniert mit weiteren Samples, und der Zugabenblock, in dem noch mal „Punks Understand No Fun“ und „Skindergärtnerin“ zum Besten gegeben wurden, nachdem zuvor bereits „Scheiß Bier“ wiederholt worden war. GLEICHLAUFSCHWANKUNG hinterließen zugemüllte Fanräume, ein perplexes und/oder volltrunkenes Publikum und die Erkenntnis, dass man es im Osten noch immer auch mit begrenzten Mitteln zu feiern versteht. Da bekommt man glatt Bock, die alten „Saalepower“-LPs mal wieder aufzulegen.

Wesentlich unprätentiöser wirkten daraufhin THE DETECTORS aus Schleswig-Holstein auf der Bühne, dafür ließen sie’s musikalisch umso schöner krachen: Astreiner melodischer, US-beeinflusster Streetpunk mit unverwechselbarer angepisster Stimme, diversen fetten Singalong-Refrains und arschtretendem Tempo. No-Bullshit-Texte und klare Kante gibt’s obendrein. Genau das Richtige also, um sich nach dem vorausgegangenen Kabarettprogramm noch mal auszupowern, ergo zog ich die Tanzschuhe an und lebte meinen Bewegungsdrang aus. Fragt bitte nicht nach Setlist oder Details… Ich war unschlüssig, ob ich das Folgende schreiben sollte oder nicht und hatte es eigentlich auch schon wieder verworfen, aber irgendwie beschäftigt es mich dann doch so’n bischn: Seit einiger Zeit hat die Band in ihrem Logo „Anti-Fascist / Pro-Feminist / Animal-Friendly / Gay-Positive“ stehen. Das ist natürlich alles löblich, sollte doch aber eigentlich selbstverständlich sein (und betrifft natürlich nicht nur diese Band, die dient mir jetzt nur als Aufhänger). Dass es das leider nicht ist, ist mir bewusst, aber ist es nicht Wasser auf die Mühlen gerade jener Kreise, die wollen, dass all dies nicht selbstverständlich ist, es als etwas (vermeintlich) Besonderes herauszustellen? Und wäre es nicht ziemlich befremdlich, wenn ich mir mit einer meiner Bands groß „Anti-Dictatorship / Pro-Justice / Jew-Friendly / Persons-Of-Color-Positive“ oder so auf die Fahnen schriebe? Oder sind die Zeiten tatsächlich solche, in denen man auch als Punkband derartige Grundsätze plakativ hervorheben muss, um sie zu verteidigen? Und wird „Animal-Friendly“ wirklich als mehr verstanden als nur „Tierfreund“ zu sein, was der Großteil der Deutschen sicherlich von sich behaupten würde, unabhängig davon, wie viel Industrie-Aas er in sich hineinstopft? Aber das nur am Rande und als Denk-/Diskussionsanstoß, denn wie dem auch sei: THE DETECTORS sind ‘ne feste, verlässliche Größe und klasse Band, die endlich mal wiederzusehen verdammt noch mal Laune gemacht, um mittlerweile weit nach Mitternacht aber auch noch mal die Adrenalinproduktion angekurbelt hat, sodass es im Anschluss noch auf den einen oder anderen berüchtigten Absacker weiterging, bis ich schließlich völlig zerschossen den Weg in die Koje fand. Das war ein musikalisch abwechslungsreicher, teilweise die Geschmäcker spaltender Abend mit anscheinend etwas weniger Publikumszuspruch als am Vortag, der aber sicherlich ebenfalls das eine oder andere Hartgeld für den guten Zweck zusammengetragen hat. Wie so oft galt: Soliparty = beste Party!

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon karlAbundzu » 26. Jan 2019, 10:56

:thup: Ich ärger mich immer noch, dass ich den Zwakkelmann bei seinem Bremer Kneipenauftritt verpasste.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon supervillain » 26. Jan 2019, 12:43

buxtebrawler hat geschrieben:(…) Ich war unschlüssig, ob ich das Folgende schreiben sollte oder nicht und hatte es eigentlich auch schon wieder verworfen, aber irgendwie beschäftigt es mich dann doch so’n bischn: Seit einiger Zeit hat die Band in ihrem Logo „Anti-Fascist / Pro-Feminist / Animal-Friendly / Gay-Positive“ stehen. Das ist natürlich alles löblich, sollte doch aber eigentlich selbstverständlich sein (und betrifft natürlich nicht nur diese Band, die dient mir jetzt nur als Aufhänger). Dass es das leider nicht ist, ist mir bewusst, aber ist es nicht Wasser auf die Mühlen gerade jener Kreise, die wollen, dass all dies nicht selbstverständlich ist, es als etwas (vermeintlich) Besonderes herauszustellen? Und wäre es nicht ziemlich befremdlich, wenn ich mir mit einer meiner Bands groß „Anti-Dictatorship / Pro-Justice / Jew-Friendly / Persons-Of-Color-Positive“ oder so auf die Fahnen schriebe? Oder sind die Zeiten tatsächlich solche, in denen man auch als Punkband derartige Grundsätze plakativ hervorheben muss, um sie zu verteidigen?



Boah echt jetzt, sowas gibt es (keine Angst, ich schreib nicht weiter). Super Statement (ganz deiner Meinung)!


Minus deinem folgenden Satz:
"wird „Animal-Friendly“ wirklich als mehr verstanden als nur „Tierfreund“ zu sein, was der Großteil der Deutschen sicherlich von sich behaupten würde, unabhängig davon, wie viel Industrie-Aas er in sich hineinstopft?"
So eine aufgewühlte Wut in der Formulierung passt nicht zum Anspruch deiner längeren Texten. Ich kann sowas machen.
:P
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon karlAbundzu » 26. Jan 2019, 13:30

supervillain hat geschrieben:
buxtebrawler hat geschrieben:(…) Ich war unschlüssig, ob ich das Folgende schreiben sollte oder nicht und hatte es eigentlich auch schon wieder verworfen, aber irgendwie beschäftigt es mich dann doch so’n bischn: Seit einiger Zeit hat die Band in ihrem Logo „Anti-Fascist / Pro-Feminist / Animal-Friendly / Gay-Positive“ stehen. Das ist natürlich alles löblich, sollte doch aber eigentlich selbstverständlich sein (und betrifft natürlich nicht nur diese Band, die dient mir jetzt nur als Aufhänger). Dass es das leider nicht ist, ist mir bewusst, aber ist es nicht Wasser auf die Mühlen gerade jener Kreise, die wollen, dass all dies nicht selbstverständlich ist, es als etwas (vermeintlich) Besonderes herauszustellen? Und wäre es nicht ziemlich befremdlich, wenn ich mir mit einer meiner Bands groß „Anti-Dictatorship / Pro-Justice / Jew-Friendly / Persons-Of-Color-Positive“ oder so auf die Fahnen schriebe? Oder sind die Zeiten tatsächlich solche, in denen man auch als Punkband derartige Grundsätze plakativ hervorheben muss, um sie zu verteidigen?



Boah echt jetzt, sowas gibt es (keine Angst, ich schreib nicht weiter). Super Statement (ganz deiner Meinung)!


Minus deinem folgenden Satz:
"wird „Animal-Friendly“ wirklich als mehr verstanden als nur „Tierfreund“ zu sein, was der Großteil der Deutschen sicherlich von sich behaupten würde, unabhängig davon, wie viel Industrie-Aas er in sich hineinstopft?"
So eine aufgewühlte Wut in der Formulierung passt nicht zum Anspruch deiner längeren Texten. Ich kann sowas machen.
:P


Diese DIskussion gibt es ja irgendwie schon, seitdem es feste politische Regeln für die Szenen gibt. Und somit ist die Selbstversicherung der einzelnen Pro- und Anti-Punkte auch immer ein Zeichen der Zugehörigkeit. Und das meine ich gar nicht negativ. Das ist halt wie das Nazis ruas mitbrüllen bei Slime. Das hört keiner, der sich als Nazi sieht.
Und zT Animalfriendly, das gilt übrigens auch für die anderen Punkte, ich kannte da schon einige Machos, die sich als Profeminist bezeichnen würden, gerade im Hardcore Bereich. Für Gay - Positiv gilt das wahrscheinlich auch.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon supervillain » 26. Jan 2019, 14:06

karlAbundzu hat geschrieben:(1) Diese DIskussion gibt es ja irgendwie schon, seitdem es feste politische Regeln für die Szenen gibt. Und somit ist die Selbstversicherung der einzelnen Pro- und Anti-Punkte auch immer ein Zeichen der Zugehörigkeit. (2) Und das meine ich gar nicht negativ.(3) Das ist halt wie das Nazis ruas mitbrüllen bei Slime. Das hört keiner, der sich als Nazi sieht.


(1) und genau das ödet mich an. "feste politische Regeln für die Szenen - Selbstversicherung der einzelnen Pro- und Anti-Punkte - Zeichen der Zugehörigkeit" :angst:

(2) Ich schon ;)

(3) dann macht es ja schon 3x keinen Sinn, wenn dann sollten es ja gerade die hören. Also müssten wir wieder einen Bogen zu Punkt 1 spannen, das lehne ich aber wie bereits geschrieben ab.

Slime mochte ich wahnsinnig gern, aber seit meinem 17. Lebensjahr wollte ich kein kollektives "Nazis raus", "Yankees raus" mehr brüllen. Keine Überheblichkeit (wenn doch, tut es mir leid) - einfach mein Leben, meine Story.

Edit: Schmähgesänge gegen die Roten (Köln und Bayern) sind natürlich weiterhin akzeptables Liedgut. Fussball - eh klar. :mrgreen: :opa:
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 7. Feb 2019, 17:52

02.02.2019, Südpol, Hamburg:
FRONT + BRUTALE GRUPPE 5000 + KOFFER + AUS DEM RASTER


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Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin

Im Hammerbrooker Club „Südpol“, so ließ ich mir sagen, finden normalerweise Techno-Partys statt. Nun etablierte eine findige Gruppe dort unter dem Namen „Punk am Pol“ auch eine Punk-und-Artverwandtes-Konzertreihe, die erst kürzlich debütierte, jedoch leider ohne mich. Dort soll schon ganz gut was losgewesen sein; was im Rahmen der zweiten Auflage an diesem Samstagabend abging, übertraf jedoch alle Erwartungen. Schon zum Zeitpunkt meines Eintreffens war der mittelgroße Club im Gewerbegebiet unweit der S-Bahn-Station ordentlich gefüllt, während der ersten Band AUS DEM RASTER aber wurd’s richtig rappelvoll. Als ich vor einiger Zeit gehört hatte, dass die Gitarrenfraktion die Norderstedter verlassen hat, fürchtete ich, dass es das schon wieder gewesen sein könnte. Umso erfreulicher, dass man sich offenbar flugs neu aufstellen konnte. Mit zwei Gitarristen, ‘nem Shouter und ‘ner Sängerin tummelt man sich nun wieder zu sechst auf der Bühne und ballert HC-punkige deutschsprachige Songs mit kritischen, teils sarkastischen Texten raus. Größtes Wiedererkennungsmerkmal dürfte der männlich-weibliche Wechselgesang sein, zumal die Sängerin häufig eine schöne melodische Note einbringt. Die professionelle Bühne bot genug Platz für alle Bandmitglieder, der P.A.-Sound war makellos und der Gitarrist auf der rechten (von mir aus gesehen linken) Bühnenseite derart gut aufgelegt und mitteilungsfreudig, dass er beim nächsten Mal ein eigenes Mikro bekommen sollte. Ohne Zugabe ließ man das Sixpack nicht gehen. Gelungener Einstieg, der Bock gemacht hat – und dazu führte, dass alle drei Flaschenbiersorten ungefähr zur Hälfte des Sets ausverkauft waren und es „nur“ noch Gezapftes vom Fass gab, das in zwei Sorten angeboten wurde. Wann erlebt man so was schon? Der Biervorrat wurde übrigens nach einiger Zeit wieder aufgefüllt; ob dafür jemand zur Tanke musste, entzieht sich meiner Kenntnis.

Eigentlich hätten nun OI!RONIE spielen sollen, die jedoch kurzfristig hatten absagen müssen. In den mir bis dahin unbekannten KOFFER aus Berlin hatte man glücklicherweise Ersatz gefunden. Das Trio scheint tief in den ‘80ern verwurzelt und zockt ‘nen etwas monotonen, minimalistischen Sound mit halbverzerrter und mit ordentlich Hall versehener Klampfe, dazu ein hochhängender, melodischerer Bass und deutsche Texte, im Ergebnis bischn wavig, das. Das hatte was, zumal sich die Band im Laufe ihres Sets steigerte, mal schneller, mal atmosphärischer wurde. Die Zugabe wurde im ersten Ansatz vergurkt, daher wiederholt und erwies sich als schön flotte Schrammelnummer. Das Publikum war längst in Wallung gekommen und hatte einen bewegungsfreudigen Pit vor der Bühne gebildet.

Noch lange nicht durch ist für mich der Witz der BRUTALEn GRUPPE 5000, handelt es sich doch vielmehr um die nicht nur adäquate, sondern auch tanzbare Antwort auf all die paranoiden, dabei geistig leider meist reichlich eingeschränkten Verschwörungstheorie-Aluhutträger, die, seit sie sich dann doch mal an dieses Internet herangetraut haben, für Kopfschütteln und Erheiterung gleichermaßen sorgen. Doch die Hamburger Laser-Punks haben mehr zu bieten, als sich Alufolie um die Rüben zu wickeln und Antigesichtserkennungsbrillen zu tragen, nämlich betont wahnsinnigen HC-Punk mit Mini-Orgel als zusätzlichem Instrument, manch Textinhalt, der über Parodien auf die Doofenfraktion hinausgeht und herrlich wirre Ansagen. Ach ja, das „Nervous Breakdown“-Cover mit deutschem Text nicht zu vergessen. Das hab‘ ich aber ja alles schon mal so oder so ähnlich zu Protokoll gegeben. Neu war vor allem, dass echt die Luft brannte und sich im mittlerweile heillosen Gedrängel Stagediving und Crowdsurfing die Klinke in die Hand gaben. Grandioser Auftritt, grandioses Publikum, perfektes Entertainment aus der Welt von übermorgen!

Dieses Level konnten FRONT aus dem Rhein-Main-Gebiet leider nicht halten. Teilweise die alte Alufolie der BG5k auftragend, teilweise mit eigenen Masken versuchte man sich nach einer elendig langen Umbaupause (während der sich die Reihen deutlich lichteten) an Uralt-NDW-Punk (scheint sich sogar nach ‘ner ollen Kapelle aus jener Zeit benannt zu haben…?). Dadurch klangen sie wie alte ABWÄRTS in irgendwie nicht so gut, auf mich wirkte das alles bischn einschläfernd. Also betrank ich mich schlimm und versuchte, paar wenige Notizen anzufertigen. Wenn ich diese richtig interpretiere, folgte auf den nominell letzten Song ein Zugabenblock, für den der Bass plötzlich hochgedreht wurde, in den sich eine dann doch noch ganz gute Punknummer eingeschlichen hatte und der von einem arg miesen „Computerstaat“-Cover besiegelt wurde. Nee, mit FRONT wurde ich nicht warm. Nichtsdestotrotz war ich völlig euphorisiert vom zweiten „Punk im Pol“ und bin’s immer noch – da geht einiges, weiter so und hoffentlich bis bald!

Reich bebildert auch hier:
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 8. Feb 2019, 15:58

18.-20.10.2018: BOLANOW BRAWL Total Escalation Ireland Tour 2018

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Aufmerksame Leserinnen und Leser sowie sonstige Stalker meines Konzerttagebuchs werden evtl. eine klaffende Lücke bemerkt haben: Über die kleine Irland-Tour meiner Streetsauf-Kapelle BOLANOW BRAWL stand hier bislang nüscht. Der Grund: Ich konnte meine Notizen erfolgreich in die kommende Ausgabe des PLASTIC-BOMB-Fanzines schmuggeln, die ab dem 15. Februar an den Bahnhofskiosken ausliegen sollte.

Neben meinen gesammelten Erinnerungen gibt’s von und über Karl Nagel, PASCOW, MILLENCOLIN etc. zu lesen, darüber hinaus liebgewonnene Kolumnen, haufenweise Reviews, ebenso ausufernde wie meinungsfreudige Vorwörter usw. usf. Viel Szenestoff für wenig Kohle, also mach das Internetz mal aus und hol dir die Printgazette!
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