Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

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Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon Onkel Joe » 12. Dez 2009, 00:28

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Orginaltitel: Tempo di massacro

Herstellungsland: Italien / 1966

Regie: Lucio Fulci

Darsteller: Franco Nero, George Hilton, Giuseppe Addobbati, Aysanoa Runachagua, John M. Douglas, Tom Felleghy, Nino Castelnuovo u. A.

Story:

Django, der in seine Heimat zu seinem Bruder Jeffrey zurückkehrt, muß miterleben wie diese Gegend von der Feudal-Sippe der Scotts terrorisiert wird. Er beschließt, diesem Treiben ein Ende zu bereiten und stattet dem Scott-Clan auf deren Ranch einen Besuch ab. Dort wird er von dem jungen Scott halbtot gepeitscht. Django erfährt kurz darauf, daß der alte Scott sein Vater ist, der daraufhin die Aussprache mit ihm sucht.
Das gefällt dem jungen Scott jedoch gar nicht und so erschießt er seinen eigenen Vater. Dies will Django nicht ungesühnt lassen. Er beginnt einen grausamen Rachefeldzug gegen seinen Stiefbruder und dessen Gefolgschaft...
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Re: Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon sid.vicious » 28. Jun 2010, 12:03

Sehr guter Fulci-Western, der mit der Django-Figur eigentlich nichts zu tun hat. Der Film kam bereits vor dem ersten Django raus und wurde in Deutschland auf Grund des Erfolgs von Corbuccis Western einfach mal in Django umfirmiert.
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Re: Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon markus » 6. Jul 2010, 00:03

ja eben dachte ich mir, seit wann der Fucli an DJANGO offiziell gemacht hat!?

He HILTOn, NERO und Fucli als Regiesseur, was willste mehr???
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Re: Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon Blap » 6. Jul 2010, 01:27

Einer der besseren I-Western, ich mag den Film sehr gern! Mit der offiziellen DVD kann man leben. Hier ein älterer Kurzkommentar:

Django - Sein Gesangbuch war der Colt

Django (Franco Nero) betätigt sich als Goldsucher. Plötzlich erreicht ihn die unerwartete Nachricht er solle schleunigst nach Hause kommen. Dort angekommen findet er das Anwesen der Familie heruntergekommen vor. Fiese Gestalten klären Django darüber auf, dass dieses Anwesen nun einem gewissen Mr. Scott gehören würde. Dieser Mr. Scott duldet keine ungeladenen Besucher, also solle Django sich zum Teufel scheren. Nach kurzer Suche findet unser Held jedoch die Überreste seiner Famlie vor. Diese hausen in einem kleinen Gemäuer, sein Bruder Jeff (George Hilton) ist ständig besoffen und scheint sich nur noch darum zu sorgen wo er seinen Alk herbekommt. Immerhin erfährt er von seiner Familie, dass sie ihn nicht zu sich gebeten haben. Django will herausfinden wer nach im geschickt hat, und warum der Familiensitz in die Hände von Scott gefallen ist. Doch Mr. Scott residiert in einem noblen Anwesen, so leicht ist der gute Mann nicht greifbar. Sein Landsitz wird von zahlreichen Revolvermännern bewacht, aber vor allem ist Scott Jr. (Nino Castelnuovo) ein extrem aggressiver und skrupelloser Drecksack, der selbst seinem Vater inzwischen Angst macht. Wird Django das Rätsel lösen können, kann er dabei mit der Hilfe seines Bruders rechnen...?

Einen sehr feinen Italo-Western hat Lucio Fulci mit "Tempo di massacro" der Nachwelt hinterlassen. Dass der Film in Deutschland -und nicht nur in Deutschland- den Namen "Django" im Titel führt, war bekanntlich für Streifen mit Franco Nero fast unvermeintlich. Nachdem Corbuccis "Original-Django" ein riesiger Erfolg war, wurde der Name bis zum Exzess ausgeschlacht, selbst wenn Franco Nero nicht mit von der Partie war. So lautet hier der Name von Neros Charakter eigentlich nicht "Django", sondern ganz schlicht und einfach "Tom". Die beiden Hauptrollen sind mit Franco Nero und George Hilton extrem gut besetzt, zwei Ikonen des Genres die sich wunderbar ergänzen. Nino Castelnuovo als sadistischer Bösewicht hinterlässt bei mir einen etwas merkwürdigen Eindruck. Meist schaut er ziemlich gequält aus der Wäsche, als würde er seit Wochen unter Verstopfung oder anderen Krämpfen leiden. Der Film wurde 1966 gedreht, für diese Zeit weist er einen recht hohen Grad an Brutalität auf. Natürlich nicht mit Fulcis späteren Zombie-Orgien vergleichbar, aber diese sollen hier nicht als Fixpunkt gelten, sondern andere Genre-Klassiker aus den Jahren 65/66, die sich bezüglich Blut und Sadismus gemässigter gaben.

So sehr ich Fulcis spätere Metzelwerke liebe, so unrecht würde man dem Meister tun, wenn man ihn lediglich auf die "Zombie-Phase" reduziert. "Django - Sein Gesangbuch war der Colt" ist toll in Szene gesetzt, der Mann verstand eben sein Handwerk. Auch der sehr lobenswerte Plot darf nicht unerwähnt bleiben, unterscheidet er sich doch deutlich von üblichen 08/15 Rache Thematik.

Die DVD aus dem Hause Black Hill ist durchaus zu empfehlen. Der Film liegt in brauchbarer Qualität vor, lediglich Sahnehäuchen wie Bonus-Material und/oder Booklet sind nicht zu finden. Dafür fällt der Preis aber recht moderat aus. Die Veröffentlichung läuft unter dem Titel "Django Special Edition" und besteht aus zwei DVDs. Auf der zweiten Scheibe bekommt man "Mit Django kam der Tod" geboten, welcher kein Italo-Western ist, sondern ein Liebesdrama das man krampfhaft auf Italo-Western synchronisiert hat. Dieser Streifen ist leider eine ziemliche Gurke, obwohl er Franco Nero, Klaus Kinski, die süsse Tina Aumont und eine tolle Kamera-Arbeit zu bieten hat. Da das Set aber preislich sowieso im Rahmen einer Einzelveröffentlichung liegt, sollte man sich von der Beigabe nicht abschrecken lassen, vielleicht findet der eine oder andere sogar Gefallen daran.

Fazit: Ein guter, eher schon sehr guter Italo-Western. 7,5/10 mit stark Richtung 8/10 ausschlagender Nadel!

Tippfehler beseitigt. Mach den ekligen Meiser weg, Frau Bark. :mrgreen:
Zuletzt geändert von Blap am 7. Jul 2010, 11:32, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon buxtebrawler » 6. Jul 2010, 09:45

Blap hat geschrieben:So sehr ich Fulcis spätere Metzelwerke liebe, so unrecht würde man dem Meiser tun, wenn man ihn lediglich auf die "Zombie-Phase" reduziert.


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Meiser in der Zombie-Phase :mrgreen:

Ansonsten gebe ich dir aber recht. Empfehlenswerter Italo-Western, der mir besser gefällt als z.B. Fulcis "Verdammt zu leben, verdammt zu sterben". Hart und dreckig und mit einer großartigen Titelmelodie ausgestattet. Müsste ich mir eigentlich endlich mal wieder ansehen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon Onkel Joe » 6. Jul 2010, 10:38

Dieser Film von Fulci ist einer der besten I-Western überhaupt, alle Schauspieler spielen einfach nur Genial.
Die Story ist richt gut, Fulci gibt dem wenigen was er da zu verfügung hatte dann noch den richtigen Schliff.
Der Film wandert ohne Probleme in die Top 5 mit 9/10.
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Re: Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon Slim Naughton » 6. Jul 2010, 22:53

Selbst die deutsche Synchro kann sich ja nicht darauf einigen, ob der Nero-Charakter nun Tom oder Django heißt ;-). Guter Streifen mit für meinen Geschmack leider etwas schlaffem Showdown.

@Onkel: Was meinste denn mit "wenig"? Sowohl hinter der Kamera (di Leo, Pallottini, Gori) als auch davor (Nero, Hill, Addobbati) standen gestandene Profis zur Verfügung, oder solche, die es später wurden.
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Re: Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon Onkel Joe » 7. Jul 2010, 09:17

Slim Naughton hat geschrieben:@Onkel: Was meinste denn mit "wenig"? Sowohl hinter der Kamera (di Leo, Pallottini, Gori) als auch davor (Nero, Hill, Addobbati) standen gestandene Profis zur Verfügung, oder solche, die es später wurden.



Als dieser Streifen anlief war der Siegeszug des Italo-Westerns noch in weiter ferne, Fulci war zu dem Zeitpunkt auch nur in Italien ein begriff.Das ganze kam dann ja erst so richtig ins rollen durch die Leone Filme und der "real" Django wurde sogar erst ein Jahr nach diesem Film gemacht(soweit ich mich entsinnen kann).Das große Budget für Italo Western gab es da einfach noch nicht, daher mein auspruch mit dem "wenig".Deswegen sollte man diesen Film noch etwas höher einschätzen, er hat seine eigene Dynamik und ist nicht erst gemacht worden als alle nach I-Western geschrien haben.Der Film wurde noch mit liebe zum Detail gemacht, Fulci und die Leute die dort vor und hinter der Kamera standen waren noch unverbraucht, das merkt man dem Film an.
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Re: Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon buxtebrawler » 7. Jul 2010, 10:25

Onkel Joe hat geschrieben:Als dieser Streifen anlief war der Siegeszug des Italo-Westerns noch in weiter ferne, Fulci war zu dem Zeitpunkt auch nur in Italien ein begriff.Das ganze kam dann ja erst so richtig ins rollen durch die Leone Filme und der "real" Django wurde sogar erst ein Jahr nach diesem Film gemacht(soweit ich mich entsinnen kann).Das große Budget für Italo Western gab es da einfach noch nicht, daher mein auspruch mit dem "wenig".Deswegen sollte man diesen Film noch etwas höher einschätzen, er hat seine eigene Dynamik und ist nicht erst gemacht worden als alle nach I-Western geschrien haben.Der Film wurde noch mit liebe zum Detail gemacht, Fulci und die Leute die dort vor und hinter der Kamera standen waren noch unverbraucht, das merkt man dem Film an.


Wie du hier schreibst, machst du mir grad verdammt Lust auf den Film. Ist durch diesen Thread auf meiner "Watch again"-Liste ganz weit nach oben gerutscht. ;)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Django - Sein Gesangbuch war der Colt - Lucio Fulci

Beitragvon Onkel Joe » 7. Jul 2010, 11:42

buxtebrawler hat geschrieben:Wie du hier schreibst, machst du mir grad verdammt Lust auf den Film. Ist durch diesen Thread auf meiner "Watch again"-Liste ganz weit nach oben gerutscht. ;)


Das freut mich sehr, der Film ist unbeschreiblich gut, mein deutsches Plakat (das Motive zähle ich auch zu den besten) wurde von Nero auf dem Buio Event signiert.Es hängt auf ewig in unserer Wohnung und nur nur noch Dawn of the Dead hat solche einen Platz für immer sicher ;) :lol: .
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