Django, der Rächer - Ferndinando Baldi (1966)

Helden, Halunken, staubige Dollars, Pferde & Colts

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Django, der Rächer - Ferndinando Baldi (1966)

Beitragvon dr. freudstein » 26. Nov 2010, 22:36

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Alternativtitel: Adiós, Texas / The Avenger / Django - Der Rächer / Django 2 / Texas, Adios

Originaltitel: Texas, Addio

Herstellungsland: Italien / Spanien 1966

Regie: Ferdinando Baldi

Darsteller: Franco Nero, Alberto Dell'Acqua, Livio Lorenzon, Elisa Montés, José Guardiola, Hugo Blanco u.a.

Story:
Django (Franco Nero), der als Kind die Ermordung seines Vaters erfahren mußte, bricht auf, um dessen Tod zu rächen. Sein jüngerer Bruder begleitet ihn, ist den Gefahren dieses Unternehmens jedoch nicht gewachsen und wird selbst getötet. Django muß die Mörder allein zur Strecke zu bringen…

Quelle: ofdb.de
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Re: Django, der Rächer - Ferndinando Baldi

Beitragvon dr. freudstein » 26. Nov 2010, 22:39

Plakat Deutschland A1

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Mein erstes Westernplakat 8-) zu einem Film, den ich...oh Überraschung...noch gar nicht habe :oops:
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Re: Django, der Rächer - Ferndinando Baldi

Beitragvon dr. freudstein » 26. Nov 2010, 22:59

Ganz vergessen:

Findet den Fehler :opa:
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Re: Django, der Rächer - Ferndinando Baldi

Beitragvon Onkel Joe » 29. Nov 2010, 13:20

Das Plakat könntest du auch in Western Plakate Thread miteinbauen ;) .
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Re: Django, der Rächer - Ferndinando Baldi

Beitragvon DrDjangoMD » 21. Mai 2011, 22:15

ACHTUNG! Folgende Abhandlung beinhaltet viele Mini-Spoiler. Zu viele um sie alle zu kennzeichnen, aber keine Sorge, große Plottwists werden nicht gespoilt.
„Django der Rächer“ gehört meiner Meinung nach zu den unterschätztesten Genrevertretern des Italowestern. Nicht, dass ihm keine Achtung entgegen gebracht wird, aber das gesamte Potential des Filmes scheinen nur wenige zu erkennen.
Die meisten Aspekte sind schlichtweg perfekt. Die Story, mag sie auch nicht die neueste sein, zieht einen kontinuierlichen Spannungsbogen und wartet stets mit neuen Twists und vormals unbekannten Charakteristikern der Hauptpersonen auf. Neros Django ist immer noch so seriös und pessimistisch wie das Original, weist aber schon ein wenig den Humor eines Polen/ Schweden auf. Kamera und Soundtrack sind ebenso perfekt wie Kostüme und Nebendarsteller.
Was den Film aber aus denen hervorhebt, die einfach nur „perfekt“ sind, ist dass Ferdinando Baldi hier einen Vergleich zwischen Amerikanischen und Italienischen Western anstellt. Dies macht er, indem er die erste Viertelstunde, die in Texas spielt, wie einen Ami-Western gestaltet, sobald wir dem Helden nach Mexiko folgen aber einen typisch italienischen Stil an den Tag legt. Die Bedeutung dieses Ortswechsels zeigt sich auch im Original- bzw. Englischen Titel „Texas, addio“/ „Texas, goodbye“.
Der gewichtigste Unterschied ist wohl die Gewalt, die in den italienischen Produktionen ja meist qualitativ und quantitativ die ihrer amerikanischen Vorgänger übertrifft. So haben wir es in Texas nur mit einem Toten zu tun. Und diesem gehen vier Minuten opferlose Schießerei voraus.
Vier Minuten pro Toten können wir uns in Mexiko nicht erlauben, hier beträgt der Bodycount nämlich 85 darunter Frauen, Greise und Unbewaffnete (ohne Gewähr, könnte mich verzählt haben ;) ). Dementsprechend wird das Sterben und Töten als gar keine so große Sache mehr angesehen. Da gibt’s zum Beispiel diese schöne Szene, in der Django vier Leute in einer Bar niederschießt und die Bardame danach nichts Besseres zu tun hat, als den Tresen aufzuwischen. Als würde sie der Staub am Tresen mehr stören als die vier Leichen in ihrer Bar :D . Wir finden auch mehrmals den beliebten Tabubruch Schützen und Erschossenen in der selben Einstellung zu zeigen, wogegen wir in Texas das in Amerika beliebte Getroffener-fällt-von-Felsen-runter haben.
Wie die Gewaltbereitschaft verändert sich auch der Held. Django ist ein texanischer Sheriff der noch an die Gerechtigkeit glaubt (wie putzig) wie ein richtiger Hollywood-Held. Wie wir wissen bevorzugten die Italiener (Gott schütze sie) einen viel cooleren Helden-Typus. Einen fremden Revolverhelden der fast schon mehr negative als positive Eigenschaften aufweist, um zu zeigen, dass in der harten Welt nicht der Gerechtere, sondern der Stärkere, Trickreichere überlebt. Was macht also Django? Er lässt seinen Stern in Texas und kommt als „Fremder“ nach Mexiko, wo er sich auch ziemlich unschön aufführt und seinen Colt hier und da auch mal gegen Unbewaffnete zieht.
Ein Unterschied zeigt sich auch im Score von Abril. Neben den Titelsong bekommen wir im Texas-Teil ein fröhliches kleines Thema, das stark an harmonische Ami-Western erinnert. In Mexiko kommt dieses Thema nicht mehr vor. Nein hier bekommen wir die traurig pathetische Instrumentalversion des Titelsongs, wie sie Morricone oder Bacalov nicht hätten besser komponieren können.
Dieses Spielchen kann man mit allen möglichen Aspekten des Filmes anstellen. Seien es der Schurke, die Nebencharaktere, die Kostüme (von Carlo Simi) oder die Grundstimmung. In Texas erinnert alles an einen Hollywood-Western wogegen in Mexiko eindeutig Spaghetti Territorium ist.
Dies bewirkt, dass der Film nicht nur einfach spannungsgeladen und unterhaltsam ist sondern auch sehr interessant für jeden Freund des Italowestern.
10/10
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Re: Django, der Rächer - Ferndinando Baldi

Beitragvon dr. freudstein » 21. Mai 2011, 22:45

Hey DrDMD (bin mal gespannt, wie der jogi daraus einen Kosenamen zaubert), wieder ein klasse Bericht fernab von "finde ich gut" etc. :thup: Krieg ich nicht so hin :oops:
Den Film habe ich wohl schon bei 2,3 Händlern auf der Merkliste. Gibt es eine Fassung (nicht recherchiert im Moment), die NICHT zu empfehlen ist? Hab keine Lust, mir unbedacht wieder mal die falsche Fassung zu kaufen.
Aber Zeit wirds für den Film :sabber:
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Re: Django, der Rächer - Ferndinando Baldi

Beitragvon DrDjangoMD » 21. Mai 2011, 23:20

dr. freudstein hat geschrieben:Den Film habe ich wohl schon bei 2,3 Händlern auf der Merkliste. Gibt es eine Fassung (nicht recherchiert im Moment), die NICHT zu empfehlen ist? Hab keine Lust, mir unbedacht wieder mal die falsche Fassung zu kaufen.
Aber Zeit wirds für den Film :sabber:


Gute Frage, ich weiß zwar nicht wies mit den anderssprachigen Fassungen aussieht, aber allein im Deutschsprachigen Raume kannst du nicht viel falsch machen, weil es meines Wissens nur eine einzige Fassung gibt. Aber was für eine Fassung das ist! Vom Label Kinowelt herausgebracht, mir sind bei den Gewaltszenen keine fiesen Schnitte aufgefallen, super Bildqualität, tolles Bonusmaterial (Interview mit Django himself Franco Nero) und und und. Die DVD kannst du entweder einzeln kaufen, oder in der Kinowelt Django-Box zusammen mit dem Original Django von 1966 und der Fortsetzung "Django 2" (wobei einem die nicht ganz so vom Hocker reist wie die anderen beiden Filme :cry: ).
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Re: Django, der Rächer - Ferndinando Baldi

Beitragvon dr. freudstein » 21. Mai 2011, 23:28

:prost: Danke, hast mich sehr ermutigt :D

Hab grad gesehen, in der ofdb.de für 6,98 zu haben :D
Wenn der Merkzettel dort nur nicht so lang wäre :roll:
Die Fassung uncut, mit ital. Tonpur für den Preis ist wirklich :thup:
Da wird nicht gefeilscht. Statt in Urlaub zu fahren, werde ich das Geld wohl nächsten Monat wieder einmal sinnvoll investieren, wenns klappt. GANZ OBEN auf dem Einkaufszettel dieser Film 8-)
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Re: Django, der Rächer - Ferndinando Baldi

Beitragvon Arkadin » 23. Mai 2011, 09:35

Sehr schöne Review, die sehr viele Aspekte ins Licht rückt, die mir bisher nicht so ins Auge gefallen sind. Und vor allem macht sie Lust darauf, sich den Film noch einmal wieder anzusehen. :thup:

Ich hatte den Film als angenehm und unterhaltsam, aber auch routiniert und nicht herausragend in Erinnerung. Aber wie gesagt, ich hätte jetzt schon Lust, den noch einmal zu gucken.

Ich habe übrigens mal eine Kopie der deuschen VHS gehabt und.. wow... die war geschnitten bis zum geht nicht mehr. So nach dem Motto, der "Held" zieht seinen Colt und im nächsten Bild ist er schwer verwundet und um ihn herum liegen 1000 Tote. Ich glaube, da waren sogar die Schlägereien gekürzt. :palm:
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Re: Django, der Rächer - Ferndinando Baldi

Beitragvon Blap » 23. Mai 2011, 09:40

Eine schöne Verneigung vor dem Streifen, klasse Beitrag von DrDjangoMD!

Ich war nach der letzten Sichtung nicht sonderlich begeistert, für mich ein mittelprächtiger Beitrag. Durchaus unterhaltsam, aber kein sinnlicher Höhepunkt. Naja, die DVD steht jederzeit bereit, ergo werden weitere Sichtungen folgen.
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