A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci (1971)

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A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci (1971)

Beitragvon Reinifilm » 16. Feb 2010, 02:22

A Lizard in a Woman's Skin

Bild

Originaltitel: Una lucertola con la pelle di donna

Herstellungsland: Italien 1971

Regie: Lucio Fulci

Darsteller: Florinda Bolkan, Stanley Baker, Jean Sorel, Silvia Monti, Anita Strindberg u. A.

Story:

Carol, die Tochter eines Politikers, leidet unter seltsamen Alpträumen. Als ein Hippy aus einer benachbarten Kommune tot aufgefunden wird, gilt sie plötzlich als Hauptverdächtige. Sind ihre Träume Warnvorstellungen, die sie zur Mörderin machten? Oder versucht in Wirklichkeit jemand sie hereinzulegen? Schon bald folgen weiter Morde...

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Man mag von Lucio Fulcis späteren Splatter-Exzessen halten was man will, als er "A Lizard in a Woman's Skin" drehte, gehörte er zu den ganz Großen seiner Zunft. Der Film besticht durch seine ausgefallenen Ideen, seinen faszinierden Bildkompositionen und seiner fiebrigen Atmosphäre, die durch die abgedrehte Musik von Ennio Morricone noch verstärkt wird.

Wer Gialli mag, der muss "A Lizard in a Woman's Skin" lieben!
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Re: A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci

Beitragvon Blap » 16. Feb 2010, 03:23

A Lizard in a Woman's Skin (Italien, 1971, Originaltitel: Una lucertola con la pelle di donna)

Carol (Florinda Bolkan) wird von bizarren Albträumen gepeinigt, über die sie in aller Ausführlichkeit mit ihrem Psychologen spricht. Im Mittelpunkt dieser Träume steht die Nachbarin Julia (Anita Strindberg), die in der Realität ein ausuferndes Leben führt, ein Leben voller Sex, Drogen und Alkohol. In ihren Träumen hat Carol ein sexuelles Verhältnis mit Julia, doch eines Nachts sieht sie in ihrem Traum wie sie Julia brutal ermordet. Erschreckenderweise wurde die wilde Julia tatsächlich getötet, offensichtlich genau auf die Art und Weise wie in Carols Traum. Die Polizei stellt Ermittlungen an, schliesslich gerät Carols Ehegatte Frank (Jean Sorel) unter Verdacht, doch damit soll der Fall noch längst nicht geklärt sein. Während Frank entlastet wird, gerät seine Frau immer tiefer in den Studel des Wahns, benötigt eine noch intensivere psychologische Betreuung denn zuvor. Damit nicht genug, sie soll auch noch zur Zielscheibe weiterer Personen werden, die auf irgendeine Weise in den Fall verwickelt sind...

Noch vor "Don't torture a Duckling" (1972) schuf Lucio Fulci diesen Giallo. Wie auch bei "...Duckling" lässt Fulci die Vorgaben des Genres immer wieder hinter sich, blickt weit über den Tellerrand hinaus. Mit Florinda Bolkan -die in "...Duckling" ebenfalls mitwirkt- hat der Meister die Hauptrolle sehr gelungen besetzt. Frau Bolkan zieht erneut alle Register und beeindruckt mit ihrem intensiven, zu jederzeit glaubwürdigen Spiel. Anita Strindberg ist hier in einer Nebenrolle zu sehen. Die Dame sehe ich immer gern, obwohl ich sie "eigentlich" nicht sonderlich attraktiv finde. Doch diesmal sieht sie wirklich sehr heiss aus, noch besser als in "The Child - Die Stadt wird zum Alptraum" (Chi l'ha vista morire, 1972) von Aldo Lado. Doch ich will Frau Strindberg nicht auf ihre optischen Vorzüge reduzieren, denn sie spielt ihre -eher kleine, aber extrem wichtige- Rolle absolut überzeugend. Auch auf die übrige Besetzung ist Verlass, Stanley Baker, Jean Sorel, Alberto de Mendoza und alle anderen Mitwirkenden spielen solide auf. Star ist hier aber eindeutig Frau Bolkan, die mit ihrer Präsenz alle anderen Beteiligten überstrahlt. Ein weitere ganz grosse Stärke des Werkes ist die Kamera. Es werden wunderschöne, nahezu poetische Bilder eingefangen, weiterhin gibt es sehr kunstvolle, psychedelisch anmutende Sequenzen, beeindruckend! Die prachtvolle Optik wird durch einen sehr passenden, stimmungsvollen Score von Ennio Morricone untermalt, der die Wirkung der Bilder ganz vortrefflich unterstreicht. Für die damalige Zeit erscheinen die lesbischen Liebesszenen recht gewagt, ab und an gibt es zusätzlich ein paar harsche Gewaltausbrüche zu sehen. Diese dienen aber zu jederzeit der Atmosphäre, geraten nie in den Verdacht lediglich reisserischer Selbstzweck zu sein.

"A Lizard in a Woman's Skin" ist ein Giallo der etwas anderen Art. Ein wunderschöner und faszinierdender Film, der mich von der ersten bis zur letzten Sekunde gepackt und begeistert hat! Leider liegt in Deutschland keine DVD-Auswertung des Werkes vor. Daher habe ich zur US-DVD von Shriek Show gegriffen. Es gibt zwei unterschiedliche Auflagen, die ältere enthält die gekürzte US-Version in ordentlicher Qualität, zusätzlich war die ungekürzte Fassung nur in schwacher Verfassung vorhanden. Die Neuauflage enthält zwar lediglich die ungekürzte Fassung, dafür aber im richtigen Bildformat und ansprechender Qualität. Ergo habe ich zur neuen Auflage gegriffen, der Verzicht auf die kastrierte US-Fassung fiel mir nicht schwer. Der Ton liegt in englisch und italienisch vor, die englische Synchronisation ist von angenehmer Qualität. Leider kommt die DVD mit Regionalcode 1 daher, doch diese Einschränkung lässt sich bekanntlich mit vielen Playern umgehen.

Ein erstklassiger Film! Hier zeigt Fulci sein wahres Gesicht, der Mann war ein grosser Künstler, einer der besten seiner Zunft! Daran ändern auch seine Horrorbeiträge aus den achtziger (und frühen neunziger) Jahren nichts. (Die ich ebenfalls sehr verehre, deren künstlerischer Anspruch (zum Teil) jedoch weitaus geringer ausfällt!)

Ein sehr guter bis überragender Film! Absolute Pflicht für Italo-Fans (...und nicht nur für die)!

8,5/10

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Re: A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci

Beitragvon Reinifilm » 16. Feb 2010, 13:15

Blap hat geschrieben:[Erschreckenderweise wurde die wilde Julia tatsächlich getötet

Es war natürlich Julia, die als Erste getötet wurde... war schon ein bisschen länger her, dass ich den Film geguckt habe :D . Habe übrigens auch die Neuauflage der DVD von Shriek Show, bei der ersten Auflage (die sogar teurer war) hätte ich mich vermutlich mächtig geärgert....
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Re: A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci

Beitragvon dr. freudstein » 25. Nov 2010, 21:07

AHF Mexico
Riesen-Lobby, größer als DIN A3, daher nicht ganz komplett drauf

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Re: A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci

Beitragvon dr. freudstein » 27. Feb 2011, 15:14

Presseheft USA

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Re: A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci

Beitragvon Nello Pazzafini » 27. Feb 2011, 19:35

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Re: A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci

Beitragvon dr. freudstein » 27. Feb 2011, 19:37

Och Menno :| :(

TOP!!! :prost:
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Re: A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci

Beitragvon Onkel Joe » 3. Apr 2013, 20:17

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Kennt jemand diese DVD aus England??
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Re: A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci

Beitragvon Blap » 5. Apr 2013, 12:11

Onkel Joe hat geschrieben:Bild

Kennt jemand diese DVD aus England??


Hier gibt es einen interessanten Vergleich: http://www.dvdbeaver.com/film3/dvd_revi ... s_skin.htm

Offenbar bietet die UK-DVD die beste Bildqualität, allerdings ist die zweite Auflage der US-DVD kaum schwächer. Da ich eben diese zweite Shriek Show DVD in der Sammlung habe, konnte ich auf die Anschaffung der UK-Scheibe verzichten. Erstkäufern drängt sich die UK-Scheibe auf.
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Re: A Lizard in a Woman's Skin - Lucio Fulci

Beitragvon dr. freudstein » 14. Okt 2013, 00:29

Ich hab die UK DVD im Regal, die qualitativ überragend ist meiner Meinung nach. Kann ich nur empfehlen. Würde mir den Film gern mal auf deutsch wünschen, glaube aber kaum, das da jemand ne Synchro zu bastelt.

Es geht sehr hypnotisch, erotisch und phobienlastig los, ein bildgewordener Alptraum und darum gehts ja auch hier. Wundervoll umgesetzt. Ist Fulci doch nur wegen seiner Spätwerke als Gewaltheini verschrien, der kein Gespür für Ästhetik hat und einer Story, so bin ich gespannt, wie diese über vorliegenden Film urteilen wollen. Denn dieser Giallo gehört mit zu den besten seiner Zunft. Man beginnt eine Achterbahnfahrt in die Tiefen seiner Seele bzw. besser der von Florinda Bolkan, hier in der Figur der Carol Hammond. Wir werden Zeugen ihrer Halluzinationen. Ich kann mich nur wiederholen, sagenhaft, wie Lucio das umgesetzt hat, man befürchtet fast, selbst eine erlitten zu haben. Ich möchte mich natürlich nicht nur auf die Traumsequenzen festlegen, denn wie für jeden Giallo gibt es auch hier wieder das gültige Muster und man sollte bedenken, der Film wurde 1971 fertiggestellt. Fulci hat sich in dieses Subgenre eingemischt, als dieses noch gar nicht voll aufgeblüht ist und dennoch ein Meisterwerk dieser Zunft abgeliefert. Von anderen konnte er sich ja noch nicht soviel abgucken, denn bis dato war die Anzahl der gelben Werke noch sehr überschaubar. Aber was verteidige ich den Lümmel auf der Regiebank eigentlich immer, nur weil er von vielen immer wieder runtergemacht wurde? Schaut man sich durch sein Schaffen, stösst man immer wieder auf namhafte Darsteller und Filmtitel, sogar Heinz Rühmann war mal Malocher bei Fulci, denn dieser war in Komödien wie auch Italowestern und vielen anderen Genres unterwegs. Ich selbst bin natürlich auch mit den Metzelorgien der 80er auf ihn aufmerksam geworden, umso erstaunter war ich, was noch alles in seinem Programm zu finden ist. Aber zurück zum Film, dieser ist geprägt von Intrigen, falsche Fährten, brutale Morde: sehr brutal, besonders die Hundeszene, da erkennt man den Fulci wieder. Aber hier beinahe 10 Jahre vor seinen Brutalowerken. Dem Zeitgeist entsprechend bekommen wir es mit Hippies und Drogen zu tun. Auf einem LSD Trip solltet ihr euch den Film nicht anschauen. Ein paar Titten für unsere Sleaze Freunde gibt es auch zu sehen, punktum, all die Zutaten die neben einer guten Geschichte einen Giallo ausmachen.

8/10
dr. freudstein
 
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