Killermöven greifen an - Nestore Ungaro (1980)

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Killermöven greifen an - Nestore Ungaro (1980)

Beitragvon jogiwan » 3. Aug 2010, 09:43

Killermöven greifen an - Nestore Ungaro (1980)

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Orignaltitel: L'Isola del gabbiano

Alternativtitel: The Secret of seagull island

Herstellungsland: Italien, 1980

Regisseur: Nestore Ungaro

Darsteller: Jeremy Brett, Prunella Ransome, Nicky Henson, Pamela Salem, Gabriele Tinti, u.a.

Story:

Barbara will ihre Schwester Mary-Ann besuchen. Als sie in Rom eintrifft, ist Mary-Ann verschwunden. Die Polizei vermutet, daß sie mit einem Mann durchgebrannt ist. Aber Mary-Ann ist blind.
Mit Martins Hilfe macht sich Barbara auf die Suche. Sie entdecken eine mysteriöse Insel, von unzähligen, aggressiven Möven bevölkert - und Hinweise auf eine Reihe toter Mädchen: alle blind...
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt - wird es Barbara gelingen, ihre Schwester vor dem Entsetzlichen zu retten?
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Re: Killermöven greifen an - Nestore Ungaro (1980)

Beitragvon jogiwan » 15. Aug 2010, 13:24

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Die hübsche Amerikanerin Barbara (Brunella Ransome) fliegt nach Rom und ihre dort studierende und blinde Schwester Mary Ann (Sherry Buchanan) zu besuchen. Doch vor Ort erfährt Barbara, dass ihre Schwester bereits seit drei Wochen spurlos verschwunden ist und niemand über ihren derzeitigen Aufenthaltsort Bescheid weiß. Barbara ist voller Sorge um ihre Schwester und ersucht Martin (Nick Henson) vom britischen Konsulat und die örtliche Polizei um Hilfe. Diese vermutet, dass Mary Ann einem psychopathischen Killer zum Opfer gefallen sein könnte, der schon seit geraumer Zeit Jagd auf blinde Frauen macht. Schon wenig später finden Barbara und Martin heraus, dass Mary Ann Kontakt zu dem etwas zwielichtigen Enzo (Gabriele Tinti) hatte, der im Auftrag des britischen Geschäftsmannes David Malcolm (Jeremy Brett) handelt, der ebenfalls eine etwas seltsame Affinität zu blinden Frauen hegt.

Als die Polizei auf hoher See ein gequältes blindes Mädchen entdeckt, vermutet diese, dass es sich dabei um Mary Ann handeln könnte. Ist es aber nicht und als Barbara mit dem Mädchen sprechen möchte, wird diese Zeuge, wie diese durch Möwenschreie in Panik versetzt aus dem Fenster des Krankenhauses in den Tod springt. Die Polizei steht wieder ganz am Anfang und überredet Barbara zu einem Deal. Sie soll selbst eine erblindete Frau mimen und so auf die Spur des Killers kommen. In einem Spa erweckt sie auch sogleich die Aufmerksamkeit von David Malcolm und gerät auch tatsächlich wenig später in das Visier des Killers. Als sie von dem Geschäftsmann auf dessen Privatinsel eingeladen wird, erfährt sie auch von dem tragischen Schicksal des verwitweten Geschäftsmannes und entdeckt, dass es auf der abgeschiedenen und kleinen Insel zwischen Sardinien und Korsika nicht mit rechten Dingen zugeht. Doch zu dieser Zeit steckt die hübsche Blondine schon in größter Gefahr …

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Klickt man bei dem OFDB-Eintrag von dem im deutschsprachigen Raum doch etwas reißerisch betitelten Streifen „Killermöven greifen an“ von Regisseur Nestore Ungaro auf die IMDB-Verlinkung, landet man dort unversehens bei einer fünfteiligen Miniserie, mit dem schon etwas passenderen Titel „Seagull Island“. Des Rätsels Lösung besteht darin, dass es sich bei dem giallesken Mystery-Thriller und italienisch/britischen Co-Produktion in Wahrheit um eine für das TV gedrehte Miniserie handelt, deren Ausstrahlung jedoch anscheinend kein sonderliches Glück bestellt war und die danach von 500 Minuten Laufzeit auf knapp ein Fünftel zusammengeschnippelt wurde und als Film schließlich auf VHS seine Verbreitung fand.

Dabei ist der Streifen von Nestore Ungaro eigentlich ganz gut gelungen und glänzt vor allem mit hübschen Unterwasseraufnahmen, sympathischen Darstellern und herrlichen Twists über die gesamte Laufzeit. Die Geschichte über die junge Amerikanerin, die in Italien ins Blickfeld eines psychopathischen Killers und danach in die Fänge eines ebenfalls etwas seltsamen Geschäftsmannes gerät, hat ja durchaus Potential und auch die Art und Weise, wie immer neue Facetten der Story aufgedeckt werden, hat mir durchaus gefallen. Leider kann wohl jeder schon erahnen, dass bei einer derart drastisch zusammengekürzten Serie auf Spielfilmlänge schon einiges an Handlung verloren gegangen ist und so wirkt die Geschichte „L’Isola del gabbiano“ dann auch etwas ruckelig und die Geschichte wird auch mit wenig Rücksicht auf Verluste stetig vorangetrieben.

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Was sich jedenfalls als Entführungsfall beginnt, entwickelt sich dann flugs immer mehr zu einem Mystery-Thriller, während die Geschichte am Ende dann doch eher dramatische Töne anschlägt. Zuviel will man ja wie üblich nicht verraten, aber die Geschichte nimmt schon zahlreiche Wendungen, mit denen man natürlich nicht rechnen würde. Während manche Filme ja mit einem Plot-Twist auskommen, gibt es diese bei „Seagull Island“ ja beinahe inflationär und alle paar Minuten schlägt der kurzweilige Film eine neue Richtung ein. Die titelgebenden „Killermöwen“ haben zwar auch einen sehr kurzen Auftritt, aber ansonsten im Film nichts zu suchen. Tier-Horror darf man sich jedenfalls trotz des dämlichen, deutschsprachigen Titels aber gleich gar nicht erwarten.

Darstellerisch ist der Film jedenfalls im grünen Bereich und bietet mit der englischen Darstellerin Prunella Ransome eine hübsche wie auch sehr sympathische Person, mit der man auch gerne bis zum Ende mit Aha-Erlebnis auch gerne mit fiebert. Nicky Henson ist als britischer Konsulatsbeamter mit James-Bond-Manieren ebenfalls sehr stimmig, auch wenn seine Rolle im Mittelteil etwas unter die Räder kommt. Der Italiener und Laura-Gemser Gefährte Gabriele Tinti als zwielichtiger Seemann ist ebenfalls wie immer ein Bank und sorgt wie auch der englische Seriendarsteller Jeremy Brett für ein paar nette Szenen. Und auch die von mir sehr geschätzte Sherry Buchanan, die der geneigte Zuseher als taffe Reporterin und medizinisches Versuchsobjekt aus „Zombies unter Kannibalen“ kennt, hat ebenfalls einen kurzen, aber eindrucksvollen Auftritt.

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Und so bleibt unterm Strich ein kurzweiliger und eigentlich auch interessanter Thriller, dem man jedoch schon anmerkt, dass er eigentlich nicht in der Form gedacht war, wie ich ihn schlussendlich vor die Linse bekommen habe. Vielleicht erbarmt sich ja eines Tages irgendein Label und bringt „Seagull Island“ in seiner ursprünglichen Form als fünfteilige Serie. Als Film ist „L’Isola del gabbiano“ zwar auch noch gute Unterhaltung, aber als Serie wäre das Teil vermutlich sicherlich noch spannender. Mit seiner kurzweiligen Geschichte, den sympathischen Darstellern und seiner sehr soliden Inszenierung kann „Killermöven greifen an“ aber auch so unterhalten und sollte daher auch in keiner gepflegten Giallo-Sammlung fehlen, auch wenn sich der italienische Anteil der internationalen Co-Produktion doch auch etwas zurückhält. Ich wurde jedenfalls auch ohne titelgebende Killermöwen bestens unterhalten und daher gibt’s an dieser Stelle gerne 7 Punkte auf der gelben Skala.

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Re: Killermöven greifen an - Nestore Ungaro (1980)

Beitragvon italofreak1970 » 17. Aug 2010, 13:18

Bei dem Titel denkt man ja erstmal an einem Tierhorrorfilm al la Hitchcoks´s Vögel :D
Kenne den Film nicht, hört sich aber wirklich interessant an.
Ein wirkliches schönes Review das Lust auf den Streifen macht.
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Re: Killermöven greifen an - Nestore Ungaro (1980)

Beitragvon Nello Pazzafini » 23. Feb 2012, 12:57

Endlich auch gesichtet und hat mir recht gut gefallen. Hat aber nicht nur nix mit Tierhorror zu tun sondern eigentlich auch nix mit Dschallo. Recht stimmige Mystery Geschichte die wie schon Jogi erwähnte sich immer wieder in eine neue Richtung wendet, bis zum Schluss bleibt alles offen und spannend.
Mich würde nun der Film als 5 Teiler interessieren aber das Leben ist kein Wunschkonzert.
Auf der 10er Filmskala würde ich ne 6 eintragen. :D
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Re: Killermöven greifen an - Nestore Ungaro (1980)

Beitragvon reggie » 23. Feb 2012, 17:43

Nö keinesfalls ein Giallo...

Die einzige Szene wäre vl. die im Bad wo sie unter diesem Wasserfall steht und man jemand nahen sieht, wie die umrisse eines Killers, aber dat war ja dann keiner...
Ein sonderbarer Film hat mir aber auch recht gut gefallen...

Ist ja im Original eigentlich eine Serie, aber diese Kompakte variante gefällt ganz gut, wäre eh sicher wieder nur gelaber :?
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