Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1972)

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon buxtebrawler » 7. Mai 2012, 00:35

Na, na, Freunde, wer wird denn gleich in die Luft gehen ;)

Ich find's prima, dass mal wieder über Filmkritiken lebhaft diskutiert wird, sowas macht zu einem gewissen Teil ja ein Filmforum aus. Und ich find auch, dass Doc2 oftmals ganz schön aus dem Vollen schöpft, was seine Punktevergabe betrifft. Damit ist er aber nicht der Einzige und letztlich kommt es auch viel weniger auf so eine von Natur aus wenig aussagekräftige Punkteskala als auf die Ausführungen, Erläuterungen und Begründungen in den Kritiken an - und das macht unser Doc2 meines Erachtens ganz großartig und mit viel Leidenschaft und Herzblut.

Aber:

Onkel Joe hat geschrieben:wir müssen Objektiv bleiben


Nee, das müssen wir nun wirklich nicht. Wie soll man auch "objektiv" bei einer Kunstform wie dem Spielfilm sein? Das widerspricht sich ja nahezu. In wem die Filmleidenschaft brennt, der ist immer hochgradig subjektiv. Aber ich denke, ich weiß was du meinst: Man sollte sich zumindest insoweit um eine gewissen Objektivität bemühen, dass Bewertungen halbwegs fair und nachvollziehbar bleiben und sie in Relation zu anderen Filmen setzen, denn ansonsten sind sie wertlos. Ein wirklich differenziertes Urteilungsvermögen ist aber auch wirklich nicht einfach.

Arkadin hat geschrieben:Aber ich habe es aufgegeben mich darüber aufzuregen.


Das ist gut, denn aufregen sollte man sich nun wirklich über ganz andere Dinge ;)

Edit: Im Übrigen verweise ich auf diesen interessanten Thread.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon Onkel Joe » 7. Mai 2012, 12:03

buxtebrawler hat geschrieben:
Onkel Joe hat geschrieben:wir müssen Objektiv bleiben


Nee, das müssen wir nun wirklich nicht. Wie soll man auch "objektiv" bei einer Kunstform wie dem Spielfilm sein? Das widerspricht sich ja nahezu. In wem die Filmleidenschaft brennt, der ist immer hochgradig subjektiv. Aber ich denke, ich weiß was du meinst: Man sollte sich zumindest insoweit um eine gewissen Objektivität bemühen, dass Bewertungen halbwegs fair und nachvollziehbar bleiben und sie in Relation zu anderen Filmen setzen, denn ansonsten sind sie wertlos. Ein wirklich differenziertes Urteilungsvermögen ist aber auch wirklich nicht einfach.


Wir müssen Objektiv bleiben, ich kann keinen Film in dem meine Lieblings Darsteller durch die Gegend flitzt in den Himmel heben als wäre es ein Meisterwerk.Andere lesen das und kommen dann in den genuss des Films und verstehen die Welt nicht mehr.Die Leidenschaft brennt das stimmt, dann sollte man dies auch äußern.Der Film gefällt weil der Darsteller X 70% des Films für mich ausmacht.So aber gehen manche User davon aus das dieser Film zur Creme de la Creme des Genres gehört und eben dazu gehört dieser Film nicht :|.Ich kann doch diesen Film nicht auch nur ansatzweise mit Schwarze Handschuhe vergleichen und fast auf eine stufe stellen.Mann muss einfach unterscheiden, das eine ist Klasse für sich aus diesen Gründen und Meisterwerke bleiben eben solche weil sie es sind.
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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon buxtebrawler » 7. Mai 2012, 14:39

Onkel Joe hat geschrieben:Wir müssen Objektiv bleiben (...)


Ich verstehe, was du meinst, aber ich finde in diesem Zusammenhang den Begriff "Objektivität" einfach etwas unpassend.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon sid.vicious » 20. Mai 2012, 21:21

Bild Bild


Alternativer Titel: Al tropico del cancro
Produktionsland: Italien
Produktion: Pino De Martino, Andrea Di Sangiuliano
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Giampaolo Lomi, Edoardo Mulargia
Kamera: Marcello Masciocchi
Schnitt: Cesare Bianchini
Musik: Piero Umiliani
Länge: ca. 95 Min.
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Anthony Steffen, Anita Strindberg, Gabriele Tinti


Ein Mann kippt bei der Praktizierung eines Voodoo-Kults um und ist sofort tot. Der Arzt Dr. Williams stellt fest dass die Leiche Blutleer ist. Kurz darauf wird Der Arzt Dr. Williams von einem skrupellosen Amerikaner dazu aufgefordert ihm ein gewisses Serum auszuhändigen. Als dieser sich weigert, lebt er fortan gefährlich, da auch einige Andere hinter dem wundersamen Serum her sind.

Im Prinzip kann man sagen, dass Giampaolo Lomi und Edoardo Mulargia die Thematik eines Giallo mit einer Prise Eurospy garniert haben und das Ganze weit weg von Italien unter Haitis Sonne ablaufen lassen. So weit so gut. Allerdings muss man auch sagen, dass selbst im Bereich der Großen Antillen schwarze Handschuhe getragen werden, zumindest kommt der Mörder- trotz großer Hitze- diesem Ritual konsequent nach.

Der Zuschauer wird also mit einigen bekannten Details bedient, muss sich jedoch erst einmal im eher fremden Ambiente einleben. Dass hierbei zweifelsohne eine gute Kameraarbeit geleistet wird sollte lobend erwähnt werden. Dass der Film allerdings nie den richtigen Thrill aufbauen kann, der zu einem Mitfiebern animiert, muss ebenfalls erwähnt werden.

Dafür versuchen Giampaolo Lomi und Edoardo Mulargia den Zuschauer an fremden Kulturen teilhaben zu lassen und das Thema Voodoo wird in einem ausführlichen Gespräch näher gebracht, auch weitere fremde Zeremonien werden in Bildern an den Zuschauer vermittelt.

Ein Teil der innerhalb „Inferno unter heißer Sonne“ praktizierten Morde werden in Zeitlupendarstellung präsentiert, was durchaus gelungen ist. Im weiteren Verlauf geht man jedoch auch noch eine Spur härter vor und zelebriert mehr oder weniger das Unschädlichmachen seines Gegners…. oder muss ich Opfer sagen?... etwas ausführlicher.

In der Darstellerriege sind u.a. Anthony Steffen, Anita Strindberg, Gabriele Tinti, Stelio Candelio und Alfio Nicolosi vertreten. Letzt genannter spielt die Rolle des Peacock und Nicolosi gleicht einem Dirk Bach mit goldenen Locken. Ein ziemlich widerlicher Anblick aus dessen Munde auch noch ein „Adonis, komme doch auch ins Wasser“ zu Tage tritt.

De Teffes Blick wie man es von ihm kennt: vereinzelnd sehr gequält. Jedoch muss man sagen, dass er seine Sache als Dr. Williams gut macht. Anita Strindberg erinnert mich wie bereits innerhalb „Der Schwanz des Skorpions“ in einer Einstellung des Seitenprofils an Eva Herman- warum auch immer.

„Ich wusste nicht, dass man Freunde in der Nacht wie ein Dieb besucht.“ (Dr. Williams)

Fazit: Ein ansprechend gefilmter Genrebeitrag, der versucht seine eigenen Wege zu gehen, bzw. den allgemein bekannten Pfad ab und an verlässt. Nicht voll überzeugend, aber dennoch gut und unterhaltsam inszeniert.

6,5/10
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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon ugo-piazza » 28. Mai 2012, 17:01

Well, da ja momentum Sommer angesagt ist, hab ich mich gestern entschieden, diesem Haiti-Giallo nach vielen Jahren mal wieder zu sichten.

Der Eindruck ist ziemlich zwiegespalten. So sehr ich mich auch gefreut habe, Herrn Steffen, Herrn Tinti und Frau Strindberg in schwülen Gestaden wiederzufinden, so bleibt doch der Film selbst eher mittelmäßig. Auf den Mondo-Mist hätte ich auch gerne verzichten können, und so ist zwar sehr erfreulich, in welcher Qualität der Film nun verfügbar ist (Danke CO!), doch ein must have ist dieses Werk nicht wirklich.

Bei den Extras findet sich ein interessantes Interview mit Herrn Lomi, der allerdings offenbar Jacopetti ins Blut gesogen hat und mit seinen Verteidigungsreden gegenüber Diktatoren fleißig Minuspunkte sammelt. Das Filmbiz scheint manchmal eines der merkwürdigsten zu sein...
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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon reggie » 28. Mai 2012, 19:52

Ein sehr sehr schöner Film, gedreht an wunderschönen locations...
Ich finde der Film hat eher einen Abenteuer Touch denn das es ein Giallo ist. Macht aber nichts, der Film versprüt eine leichtigkeit das man ihm gar nicht böse sein kann es er nicht der überknaller geworden ist.
Die Voodoo Zeremonien sind super geraten, lauter hübsche Mädels :)
Die Strindberg ist ja eigentlich nicht so mein Fall aber hier wurde sei gut in Szene gesetzt!
Der Score ist bombig, vorallem bei den Mordszenen , hatte echt einen schlechteren Film erwartet, was ich so gelesen hab!

7/10 echt , weniger geht nicht ;)

Das Interview mit dem Regieseur solltet ihr euch auch nicht entgehen lassen, superinformativ!

Bildqualli der CO scheibe ist superb!

Ein erneuter Dank an die Obskuren :thup:
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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon untot » 11. Jun 2012, 00:53

So nun auch gesichtet und bin irgendwie zweigespalten, der Film ist nicht Fisch nicht Fleisch, einerseits schöne Lokation und tolle Besetzung, andererseits, Tiersnuff, konfuse Handlung, einige Längen und und und
Für mich nicht wirklich ein Giallo, sondern ein Grenzgänger.
Was mir immer wieder auffällt ist, das die Strindberg zwar ein wunderschönes Gesicht hat, aber ihr Kopf irgendwie zu groß für ihren zu zierlichen Körper ist, ist zwar nicht wichtig aber ich wollte es mal erwähnt haben!! :kicher:
Alles in allem ein Film mit schönen Bildern, der aber kein Burner ist, sondern einfach nur mittelmäßige Unterhaltung.

6/10
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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon luca canali » 16. Jun 2012, 11:35

Super Film, hab den mal wieder gerne geguckt. Strindberg ist wie immer alle Blicke wert und der Film hat definitiv seine Highlights("Traumsequenzen" von Strindberg mit multiethnischer Erotik), ein paar super Dialoge, die völlig Wirre Handlung(die Formel - ja welche bitte? Welches Serum?!!!). Naja. Top Streifen. Die DVD hab ich mir natürlich NICHT zugelegt, warum auch, gibt doch schon lange ne VHS VÖ. Mich nervt CO immer mit ihren VÖ´s von Filmen, die eigentlich eh jeder(Sammler / Italophile) hat / kennt. Warum nicht mal "Kommissar Mariani" oder irgendeinen unveröffentlichten Film rausbringen? Ist mir schleierhaft... Und für ein paar Interviews würde ich keine 30 Euro ausgeben. Danke, nein!

Der Streifen kriegt von mir locker 8 / 10 Punkten.
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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon buxtebrawler » 16. Jun 2012, 14:53

luca canali hat geschrieben:Die DVD hab ich mir natürlich NICHT zugelegt, warum auch, gibt doch schon lange ne VHS VÖ. Mich nervt CO immer mit ihren VÖ´s von Filmen, die eigentlich eh jeder(Sammler / Italophile) hat / kennt. Warum nicht mal "Kommissar Mariani" oder irgendeinen unveröffentlichten Film rausbringen? Ist mir schleierhaft... Und für ein paar Interviews würde ich keine 30 Euro ausgeben. Danke, nein!


Meinst du das EuroVideo-Tape? Das ist laut OFDb unvollständig.
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Re: Inferno unter heisser Sonne - G.P. Lomi / E. Mulargia (1

Beitragvon luca canali » 17. Jun 2012, 14:14

buxtebrawler hat geschrieben:
luca canali hat geschrieben:Die DVD hab ich mir natürlich NICHT zugelegt, warum auch, gibt doch schon lange ne VHS VÖ. Mich nervt CO immer mit ihren VÖ´s von Filmen, die eigentlich eh jeder(Sammler / Italophile) hat / kennt. Warum nicht mal "Kommissar Mariani" oder irgendeinen unveröffentlichten Film rausbringen? Ist mir schleierhaft... Und für ein paar Interviews würde ich keine 30 Euro ausgeben. Danke, nein!


Meinst du das EuroVideo-Tape? Das ist laut OFDb unvollständig.



...werde das mal nachprüfen. :popcorn:
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