5 Dolls for an August Moon - Mario Bava

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

Moderator: jogiwan

5 Dolls for an August Moon - Mario Bava

Beitragvon Blap » 22. Dez 2009, 00:17

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Originaltitel: 5 bambole per la luna d'agosto

Herstellungsland: Italien / 1970

Regie: Mario Bava

Darsteller: William Berger, Ira von Fürstenberg, Edwige Fenech, Howard Ross, Ely Galleani, Maurice Poli u. A.


Auf einer kleinen Insel verweilen einige Paare in einem luxuriösen Anwesen. Doch hier ist nicht Erholung angesagt, es geht um knallharte Interessen wirtschaftlicher Art. Der Wissenschaftler Prof. Farell (William Berger) hat ein neues Kunstharz entwickelt. Die anwesenden und wohlhabenden Industriellen wollen ihm die Formel abkaufen, werfen mit Millionenangeboten um sich, doch der Forscher zeigt den Geldhaien die kalte Schulter, offensichtlich ist ihm der Zaster egal. Unerwartet geschieht ein Mord, der Bootsjunge der vor Anker liegenden Yacht wird gekillt. Sehr unangenehm für Marie (Edwige Fenech), die eine sexuelle Beziehung zum Opfer unterhielt. Ihr Gatte Nick (Maurice Poli) weiss um die Reize seiner Frau, sie soll in seinem Auftrag den unwilligen Farell weichkochen. Der Plan geht schief, die Stimmung unter den Anwesenden wird zunehmend aggressiver. Es kommt jedoch noch schlimmer, denn weitere Morde geschehen, plötzlich sind die Boote sind nicht mehr auffindbar und es besteht keinerlei Telefon- oder Funkverbindung mit dem Festland. Einer nach dem anderen fällt dem geheimnisvollen Killer zum Opfer, welche Rolle spielt Trudy (Ira von Fürstenberg), scheint sie doch mehr zu wissen als sie zugeben mag...

Ein Film von Mario Bava ist immer etwas besonderes, oft ein grosses Freudenfest, zumindest aber ein schönes Erlebnis fürs Auge. "5 Dolls for an August Moon" wird in die Kategorie Giallo eingeordnet, jedoch sollte man hier weder schwarze Handschuhe noch heftige Mordszenen erwarten. Bava spielt mit der Erwartungshaltung seiner Zuschauer, wer nach Blut und Gedärm lechzt wird eine herbe Enttäuschung erleben. Man mag dem Drehbuch eine gewisse Schlankheit unterstellen können, doch bei diesem Film spielt der "kriminalistische Inhalt" eine eher untergeordnete Rolle. Das Werk zeigt die Verdorbenheit des Menschen auf, dabei wedelt Mario Bava uns aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger vor der Nase herum. Nein, er verpackt sein Ansinnen in bösen Humor, zeichnet ein düsteres Bild des mordernen, schönen Erfolgsmenschen. Schon allein die Szenen in denen man die Ermordeten in Klarsichtfolie hüllt und im Kühlhaus deponiert, hauen dem Zuschauer einen wundervoll bissigen, abgründigen Humor um die Ohren (Der besonders an diesen Stellen perfekt passende Score, untermalt die gezeigten Bilder absolut stimmig und verstärkt deren Wirkung nicht unerheblich). Die eben noch lebenden Ehegatten und Gattinen hängen als totes Stück Fleisch am Haken, doch die Hinterbliebenden halten sich nicht unnötig mit Trauer auf. Schliesslich will man Geld verdienen und vor allem den eigenen Hintern retten. Bava verpackt diese schwarze Komödie selbstverständlich in hinreissend schöne Bilder. Selbst die im Kühlhaus hängenden Opfer sterben gewissermaßen in Schönheit und Anmut. Die Kamera fängt herrliche Bilder der anmutigen Kulissen ein, oft von bezaubernden Blautönen dominiert. Sämtliche Darsteller liefern ansprechende Leistungen ab, mich hat natürlich das Mitwirken von Edwige Fenech besonders gefreut, die Dame sieht hier wieder unfassbar gut aus!

Geht es an die Bewertung dieser Filmperle, wird mir wieder die Obszönität der Punkteskala bewusst. "Eigentlich" müsste ich ein Schätzchen wie "5 Dolls for an August Moon" -schon der poetische Titel versetzt mich in höchste Ekstase- mit 10/10 bewerten. Dieser Film ist ein echtes Kleinod, ein Augenschmaus für Liebhaber und Süchtlinge. Ziehe ich jedoch andere Filme des Meisters zum Vergleich heran, so ergibt sich für die 5 Puppen leider kein Platz in der "Spitzengruppe". Daher vergebe ich -unter starken Schmerzen- nur 7/10 (gut), denn Mario Bava hat "leider" noch weitaus stärkere Werke hinterlassen. Mir blutet das Herz, doch leider geht es nicht anders. Diese 7/10 sind hier ganz besondere 7/10. Mehr denn jemals zuvor wird in diesem Fall klar, dass die Skala nur eine dreckige und verachtungswürdige Krücke ist und nie mehr sein wird!

Die DVD von Anchor Bay kommt als Flipper daher, auf der anderen Seite findet man Bavas "Four Times that Night" (Quante volte... quella notte, 1972). Inzwischen ist die Scheibe mit diesen beiden Werken auch einzeln erhältlich, ursprünglich war sie Bestandteil der acht Filme umfassenden "The Mario Bava Collection Volume 2" Box. Die gebotene Bildqualität geht in Ordnung, die englische Tonspur klingt -im Gegensatz zur italienischen Fassung- ein wenig ramponiert. Leider ist die Gestaltung der DVD recht lieblos. Das Cover sieht erbärmlich aus, Boni sucht man vergebens. Da die Hauptdisziplin -den Film in brauchbarer Qualität zu präsentieren- erfüllt wird, kann man trotz einiger Kritikpunkte mit der Scheibe leben. Eine etwas liebevollere Auswertung wäre wünschenswert, der deutsche Markt wurde bisher leider völlig unbeachtet gelassen. Bevor ich es vergesse: Die US-DVD ist mit Regionalcode 1 beschmutzt, aber diese Tatsache sollte kein wirkliches Problem darstellen.

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Re: 5 Dolls for an August Moon - Mario Bava

Beitragvon dr. freudstein » 26. Nov 2011, 14:45

A3 PLAKAT FRANKREICH

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Re: 5 Dolls for an August Moon - Mario Bava

Beitragvon jogiwan » 21. Okt 2012, 08:13

"5 bambole per la luna d'agosto" ist und bleibt doch irgendwie ein recht seltsamer Giallo, in dem sich die niederträchtigen Figuren wieder einmal gegenseitig die Klinke in die Hand drücken. Die Story über den Wissenschaftler und eine ominöse Formel, die jeder haben will, ist ja eigentlich recht simpel, aber Bava macht daraus ein optisches Highlight, in dem neben den stylishen Schauplätzen und der flockigen Musik vor allem die hübschen Frauen wie Ira von Fürstenberg und Edwige Fenech glänzen. Am Ende wirds dann gänzlich mysteriös und irgendwie hab ich noch immer das Gefühl, an der Auflösung etwas nicht gänzlich verstanden zu haben. Angesichts des hübschen Gesamtwerkes wird das aber ohnehin zur Nebensache...
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Re: 5 Dolls for an August Moon - Mario Bava

Beitragvon Adalmar » 21. Okt 2012, 09:39

Einer meiner persönlichen Lieblingsfilme von Bava. Beispielsweise die Titelsequenz mit der am Strand herumspringenden Ely Galleani und der zauberhaften Umiliani-Orgelmusik und später dann der stimmungsmäßig völlig entgegengesetzte Schluss. Dazwischen ein zynisches Alle-gegen-alle-Intrigenspiel mit Mystery-Faktor. Zwar wirklich nicht leicht zu verstehen, aber das hat mir auch nicht so viel ausgemacht. Optisch ist das alles der reinste Genuss. 9/10
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Re: 5 Dolls for an August Moon - Mario Bava

Beitragvon untot » 15. Feb 2013, 14:56

Ich bin auch schwer angetan von diesem Film.
Die Handlung erinnert an 10 kleine Negerlein, die Darstellerriege ist erstklassig, was mich aber an 5 Dolls am meisten flasht sind die wahnsinnig tollen Bilder, Bava ist darin einfach ein wahrer Meister, die Schauplätze sind aber auch wunderschön und das Haus ein absoluter Traum, da würd ich sofort einziehen!!!
Ich hoffe nur das es irgendwann mal eine deutsche VÖ geben wird von dieser Perle!

8/10
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Re: 5 Dolls for an August Moon - Mario Bava

Beitragvon Die Kroete » 21. Feb 2013, 11:59

Unfaßbar, daß der dem deutschen Publikum vorenthalten wird! :thdown:

Davon existiert doch nicht mal 'ne deutsche Synchro, oder !?
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Re: 5 Dolls for an August Moon - Mario Bava

Beitragvon jogiwan » 21. Feb 2013, 12:39

Gerüchten zufolge heisst es, dass hier zwar eine deutsche Kinosynchro* angefertigt wurde, aber der Streifen dennoch nie in die Kinos kam? Aber keine Ahnung, ob das tatsächlich stimmt...

* und hier ist explizit nicht die ORF-Fassung gemeint! ;)
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Re: 5 Dolls for an August Moon - Mario Bava

Beitragvon ugo-piazza » 21. Feb 2013, 12:52

jogiwan hat geschrieben:Gerüchten zufolge heisst es, dass hier zwar eine deutsche Kinosynchro* angefertigt wurde, aber der Streifen dennoch nie in die Kinos kam? Aber keine Ahnung, ob das tatsächlich stimmt...

* und hier ist explizit nicht die ORF-Fassung gemeint! ;)


Die Info stammt hier allerdings von einem Filmlizenzhändler, sollte also Hand und Fuß haben.
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