Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino (1971)

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon untot » 4. Mär 2011, 13:49

Äh, nö, na halt da wo die ganzen Griechen wohnen. ;)

Ich hab mal gelesen, das in Grichenland gedreht wurde, wo hatten die da allerdings nicht erwähnt, schade, denn ich wüsste da auch gern Näheres drüber, vielleicht stoß ich mal irgendwann auf ne Info.
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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon buxtebrawler » 17. Mär 2011, 15:45

Italo-Regisseur Sergio Martinos zweiter Giallo „Der Schwanz des Skorpions“ aus dem Jahre 1971 erreicht zwar noch nicht die Klasse des nur kurze Zeit später veröffentlichten Meisterstücks „Der Killer von Wien“, ist aber zweifelsohne ein gelungener Genrebeitrag. Die abwechslungsreichen Drehorte (London, Griechenland) lassen fast so etwas wie Urlaubsstimmung aufkommen. Emilio Foriscot darf sich an der Kamera so richtig austoben und unterhält mit seinen außergewöhnlichen bis experimentellen Einstellungen und sonstigen Spielereien bisweilen mehr als die eigentliche Handlung. Der Höhepunkt ist für mich der hervorragend gefilmte Sturz vom Dach, bei dem man wahrhaftig das Gefühl bekommt, selbst mit hinunter zu purzeln. Auch einige Unterwasserszenen bekommt man geboten, die zum Fernweh beitragen. Die Geschichte ist sehr wendungsreich und überschlägt sich gleich mehrmals komplett; die Dramaturgie wird immer wieder unterbrochen für das Techtelmechtel zwischen Peter Lynch (Schönling George Hilton) und Cléo Dupont („Barbie-Puppe oder Frau, man weiß es nicht genau“ Anita Strindberg), wobei echte Erotik aber kaum aufkommt, wenn Frl. Strindberg ihre Plastikhupen in die Kamera hält. Komisch wird’s, wenn sich die beiden wegen Cléos Kochkünsten ausschließlich von Luft und Liebe ernähren müssen, man die scheußlich geschmacklose Brillenmode der Saison zur Schau trägt oder Nachbarn lieber aufs Dach klettern und durchs Fenster starren, statt Haustür und Klingel zu benutzen, um auf ein falsch geparktes (und wie falschgeparktes!) Automobil hinzuweisen. Doch natürlich geht es auch zünftig gewaltsam zur Sache, wohldosiert und in mindestens einer Szene (als jemand zu tief in die Flasche schaut…) auch verdammt schockierend, da übermäßig brutal. Untermalt wird das alles von einem hörenswerten, abwechslungsreichen Soundtrack von Bruno Nicolai.

Das Miträtseln um den Täter macht hier zwar Laune, dürfte aber nicht ganz ungialliesk wenig von Erfolg gekrönt sein, zu viele doch etwas arg konstruierte Finten hält das Drehbuch parat. Das Motiv ist diesmal übrigens nicht psycho(un)logischer Natur, in erster Linie geht es um die beträchtliche Summe von einer Million Dollar und was Menschen dafür zu tun bereit sind. Zumindest in Sergio Martinos Giallo-Welt, in die einzutauchen sich auch mit „Der Schwanz des Skorpions“ lohnt – ich kann mir zumindest nur schwer vorstellen, dass ein italophiler Zuschauer mit diesem Film nichts sollte anfangen können.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon Santini » 15. Jun 2011, 01:02

Die Franzosen mögen's stillecht in gelb.

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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon dr. freudstein » 27. Nov 2011, 00:24

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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon dr. freudstein » 6. Jan 2012, 06:24

Das österreichische FP NFP hab ich jetzt auch - siehe Santini, und der Film ist unterwegs (Erstsichtung folgt) :prost:
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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon dr. freudstein » 7. Jan 2012, 14:10

Endlich hab auch ich diesen vorzüglichen und hochgelobten Giallo gesehen vom Regisseur Sergio Martino.
Dieser ist den meisten ja auch schon ein Begriff durch weitere Giallis wie DER KILLER VON WIEN, TORSO, DIE FARBEN DER NACHT, YOUR VICE IS ROOM....dessen Sichtung bei mir alle noch ausstehen.
Desweiteren hat er sich bei mir aber vor allem einen Namen mit MANNAJA, DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN, FIREFLASH und jüngst durch PACO gemacht. Schaut man sich seine Filmographie an, stellt man fest, daß er sehr vielseitig und fleißig war. Ich werde meine Sammlung um weitere Werke ausbauen müssen/wollen.

Waren die ganzen Lobhudeleien zu diesem Film und Frühgiallo gerechtfertigt? Absolut !!!
Den meisten Ausführungen gilt dem nichts mehr hinzuzufügen. Angemerkt sei noch, daß sicher auch viele auf diesen Film gestossen sind durch den Genrestar George Hilton, der hier regiert. Schließlich läßt man ihn auch am längsten am Leben. War ich doch erst mal überrascht, daß man mir die vermeintliche Hauptdarstellerin so früh genommen hatte (der Kameramann blieb hier zunächst an den Fersen kleben, was sich mit ihrem überraschenden Tod dann doch schnell änderte, um keine Langeweile aufkommen zu lassen)so sollten noch einige Überraschungen auf mich warten. Die größte kam dann zum Schluß. Sehr wendige Geschichte mit guter Kameraarbeit, so daß trotz einiger tempoarmer Abschnitte keine Langeweile aufkommt. Der Versicherungsdetektiv scheint auch keinen Ärger mit seinem Arbeitgeber bekommen zu haben, aber er hat ja auch triftige Gründe, nicht zurück zu kehren.
Denn wie es sich für einen Giallo gehört, wird auch hier eine Privatperson als Verdächtiger festgehalten, gewährt in aber auf eigene Faust zu ermitteln.
Der Killer nimmt viele Morde in Kauf um an die Million ranzukommen, das er dafür aber sogar ein Passagierflugzeug im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft sprengt, ist schon sehr kaltblütig und kommt terroristischer Handlungsmethoden gleich, wenn auch nicht mit politischer Ambition.
Der Film ist zu den Highlights des Subgenres zu rechnen, ich selbst sehe nur meinen eigenen Schwanz (10/10) noch lieber als den des Skorpions.

8/10
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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon buxtebrawler » 7. Jan 2012, 22:06

dr. freudstein hat geschrieben:YOUR VICE IS ROOM...


Sie meinen sicher "Your Vice Is a Locked Room and Only I Have the Key", Dottore ;)
Den würd ich auch gern mal sehen, die US-DVD hat immerhin englische Untertitel... :|

dr. freudstein hat geschrieben:ich selbst sehe nur meinen eigenen Schwanz (10/10) noch lieber als den des Skorpions.


:palm: :angst: :D
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon dr. freudstein » 7. Jan 2012, 22:10

Natürlich meinte ich den angesprochenen Titel, ich habe ihn lediglich abgekürzt, weil der so lang war :ugeek:

Was den Schwanz anbelangt, der wird natürlich nicht gekürzt, obwohl der... :pfeif:
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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon buxtebrawler » 7. Jan 2012, 23:02

dr. freudstein hat geschrieben:Was den Schwanz anbelangt, der wird natürlich nicht gekürzt, obwohl der... :pfeif:


Ich hörte, der wird nicht gekürzt, weil von ihm keinerlei Jugendgefährdung ausgeht :mrgreen:

Huch, :offtopic: :oops:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino

Beitragvon dr. freudstein » 7. Jan 2012, 23:24

Schuld daran ist der Filmtitel :oops:

Nein, ist ja auch klar, ich bin ja nicht Paedo-Phil, von daher keine Jugendbefährdung :engel:
Aber das Erwachsenenleben dauert ja viel länger, genug Zeit also für mich, Unfrieden zu stiften bzw. eine Menge Glück 8-) :twisted:

Huch, :offtopic: :oops:

Genug also von den vollkommenen Glückseligkeiten, zurück zu gemeinsamen Freuden wie diesem Film :opa:
Danke an meinen Praxisbruder für diese Offenbarung :knutsch:
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