Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon dr. freudstein » 4. Feb 2012, 02:36

Obige Pfau-HS sah ich heute.
Dank Asias hervorragendem Schauspiel wurde dies auch ein unvergessliches Erlebnis :D
Guter Spannungsbogen, das hat der Maestro nicht verlernt. Kann mich insgesamt aber nicht so überzeugen. Aber während ich die berühmten Verdächtigen aus seinem Repertoire ab 8/10 aufwärts ansiedle, hat das auch gar keine negative Aussage. Denn Atmosphäre, Spannung, blutige Morde etc. seien auch hier garantiert. Eigenständig betrachtet bekommen wir hier immer noch einen sehr unterhaltsamen Thriller/Giallo geliefert, allerdings nicht ganz so mitreißend und überzeugend.

6,5/10
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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon Blap » 29. Mär 2012, 22:06

Die nächste Scheibe wartet bereits im Player, daher im Ultrakurzformat:


Trauma (Italien, USA 1993) - Ein irrer Killer enthauptet seine Opfer mit einer zweckentfremdeten Apparatur. Auch Aura (Asia Argento) verliert ihre Eltern durch den Wahnsinnigen. Der bei einem lokalen Fernsehsender tätige David (Christopher Rydell) nimmt sich Aura an, die bereits vor dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern unter einer schweren Essstörung litt. Derweil schlägt der perverse Mörder erneut zu, die Polizei kommt mit ihren Ermittlungen nicht voran...

Dario Argento mengt seinem Stil eine Prise USA bei, der von einigen Fans befürchtete Absturz in die Beliebigkeit bleibt dennoch aus. Sicher, "Trauma" (in Deutschland unter dem Titel "Aura" vermarktet) zählt nicht zu den Meisterstücken des Regisseurs, doch ein guter Giallo mit angenehm verschrobenen Zwischentönen ist ihm fraglos gelungen. Töchterlein Asia spielt stark auf, der für einen Giallohauptdarsteller recht brav und bieder anmutende Christopher Rydell erdet die wilde Asia bei Bedarf. Piper Laurie haut in einer Nebenrolle ordentlich auf den Putz, Brad Dourif hat einen tollen Auftritt, James Russo mimt den typischen Bullen.

Auch ohne die ganz grosse Kreativität bezüglich Kameraarbeit, Spiel mit Farben, Schatten und Architektur funktioniert Argento erstaunlich gut. Lediglich der Score fällt für einen Film des Meisters erstaunlich belanglos aus, hier und da nahezu störend. Die mir vorliegende DVD aus Großbritannien bietet den Streifen in ordentlicher Qualität an, die Ausstattung ist bescheiden, so besteht der schmale Bonusbereich lediglich aus einem Trailer.

7,5/10 (gut bis sehr gut, Tendenz steigend)
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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon Adalmar » 29. Mär 2012, 23:14

Blap hat geschrieben:Lediglich der Score fällt für einen Film des Meisters erstaunlich belanglos aus, hier und da nahezu störend.


Das stimmt leider! Da hat Donaggio schon viel bessere Sachen vorgelegt.
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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon dr. freudstein » 14. Dez 2012, 17:45

NL Tape. OmU.

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Erhöhe auf 7 Punkte, denn diesmal hat er mich besser erwischt und er zog mich deutlich mehr in seinen Bann. Obwohl ich dachte, wegen dem englischen Ton wäre ich nach ner Zeit genervt, aber dem war nicht so. Ich fands sogar iwie besser. Egal. Nicht Darios Höhepunkt, aber Asias und immer noch übern Durchschnitt. Es gibt keine schlechten Filme...vom Argento.
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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon Arkadin » 30. Sep 2013, 10:09

Damals "Argentos Schlechtester", heute kan man das relativieren. Hatte ich lange nicht mehr gesehen und war sehr über die wirklich elegante und gelungene Kameraarbeit überascht. Womit sich Argento allerdings selber ein Bein stellt, ist der Verzicht die Morde zu zeigen. Das war wohl tatsächlich seine Idee und nicht die eines bösen Produzenten. Die ganze Inszenierung läuft immer auf einen Höhepunkt (den Mord) zu, nur damit der dann knapp und unspektakulär abgehandelt wird. Das paßt irgendwie nicht und wirkt wie ein permanenter coitus interputus. Die Schauspieler agieren auch allesamt auf einem "Naja"-Level. Die Musik vom DePalma-Stammkomonisten Pino Donaggio hat mir gefallen - wäre aber interessant gewesen zu hören, was die ursprünglich geplanten "Goblin" draus gemacht hätten. Alles in allem, nicht so schlecht, wie sein Ruf - aber eine vergebene Chance. Wenn man so liest, wie der Film in Planungsphase noch aussehen sollte, wird man ganz wehmütig.
Ach ja: Die Bild- und Ton-Qualität der UK-DVD ist unterer Durchschnitt.
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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon Adalmar » 2. Okt 2013, 22:10

Arkadin hat geschrieben:Womit sich Argento allerdings selber ein Bein stellt, ist der Verzicht die Morde zu zeigen. Das war wohl tatsächlich seine Idee und nicht die eines bösen Produzenten.


Ich dachte, es sei aus Rating-Gründen drastisch an den Savini-Effekten rumgekürzt worden? Wofür braucht man so einen SFX-Künstler, wenn man es gar nicht zeigen will?
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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon Arkadin » 2. Okt 2013, 23:49

Adalmar hat geschrieben:
Arkadin hat geschrieben:Womit sich Argento allerdings selber ein Bein stellt, ist der Verzicht die Morde zu zeigen. Das war wohl tatsächlich seine Idee und nicht die eines bösen Produzenten.


Ich dachte, es sei aus Rating-Gründen drastisch an den Savini-Effekten rumgekürzt worden? Wofür braucht man so einen SFX-Künstler, wenn man es gar nicht zeigen will?


Nicht immer die sicherste Basis, aber so steht es in Wikipedia:

Special effects expert Tom Savini, who had previously worked on Two Evil Eyes, was recruited to produce the films extensive gore and prosthetic effects. Savini also created the film's central murder weapon, dubbed the 'Noose-o-Matic' by the crew. Savini devised a number of elaborate effects, but they were scrapped when Argento decided to minimize his trademark gore; according to Savini, "edge-of-the-seat suspense is what he was after". Savini was also set to appear in a scrapped pre-credits sequence where his character was to be decapitated in an accident, an event that would trigger the killer's psychosis.


Wiki selber gibt dafür "Jones, Alan (2005). Profondo Argento: The Man, The Myths and the Magic." als Quelle an.
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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon horror1966 » 20. Okt 2013, 15:40

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Aura - Trauma
(Trauma)
mit Christopher Rydell, Asia Argento, Piper Laurie, Frederic Forrest, Laura Johnson, Dominique Serrand, James Russo, Ira Belgrade, Brad Dourif, Hope Alexander-Willis, Sharon Barr, Isabell O'Connor, Cory Garvin
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Franco Ferrini / Gianni Romoli / Dario Argento
Kamera: Raffaele Mertes
Musik: Pino Donaggio
ungeprüft
Italien / USA / 1993

Der Grafiker David kommt zufällig vorbei, als die junge Aura von der Brücke springen will, hält sie aber davon ab und kommt ihr langsam näher. Zur gleichen Zeit geht in der Stadt ein Mörder um, der seine Opfer köpft und die Körper ohne Kopf zurücklässt. Als Aura's Eltern dem Mörder zum Opfer fallen, forscht David genauer nach und entdeckt eine Verbindung unter den Opfern. Schließlich stirbt der vermeintliche Mörder auf der Flucht vor der Polizei, aber das ist zunächst nur das scheinbare Ende des Falles. Aura verschwindet und scheint sich in einem See ertränkt zu haben, doch David glaubt das nicht und macht sich auf die Suche...


Nach seinen etlichen Erfolgen in Italien und einer Zusammenarbeit mit George A. Romero wagte Dario Argento mit "Aura - Trauma" nun seine erste und auch einzige US - Produktion, was letztendlich durch diverse Auflagen dazu führte, das gerade dieses Werk bei vielen seiner Fans nicht sonderlich gut ankommt. Zeichnete sich der Maestro doch bisher in seinen Filmen auch durch einen durchaus sehenswerten Härtegrad aus, so hält man sich bei vorliegendem Szenario doch gerade in dieser Beziehung eher etwas bedeckt, was allerdings nicht Argento, sondern vielmehr den schon kurz erwähnten Auflagen für das amerikanische Mainstream-Publikum zuzuschreiben ist. Dennoch kann ich persönlich es ehrlich gesagt kaum nachvollziehen, warum gerade dieses Werk bei etlichen Leuten nicht gut ankommt, handelt es sich zwar sicherlich nicht um Argentos beste Arbeit, doch offenbart sich dem Zuschauer durchgehend eine äußerst interessante und vor allem sehr spannende Geschichte, die mit einer jungen Asia Argento die absolut perfekte Besetzung für die Hauptrolle gefunden hat. Spielt sie doch sehr überzeugend das schüchterne Mädchen Aura, das im Laufe der Zeit so einige traumatische Ereignisse verarbeiten muss. An ihrer Seite bleibt der stets bemühte Christopher Rydell hingegen zeitweise ein bisschen farblos, wobei sich sein Schauspiel aber immer noch auf einem soliden Niveau ansiedeln kann.

Mir persönlich gefällt dieses Werk sogar äußerst gut, denn auch wenn die von Argento selbst sehr hoch angelegte Messlatte im Bezug auf die Qualität nicht ganz erreicht werden kann, bietet "Aura" einen exzellenten Horror-Thriller, der in erster Linie von seinem gelungenem Spannungsaufbau lebt. Im Gegensatz zu Filmen wie beispielsweise "Deep Red" , Suspiria" oder auch "Phenomena" geht dem Werk sicherlich ein wenig die künstlerische Brillanz ab und auch das kräftige Spiel mit den Farben ist hier nicht zu bewundern, doch die eher nüchterne-und teils düstere Inszenierung der Geschichte lässt eine teils beklemmende Grundstimmung aufkommen, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Szenario zieht. Und obwohl das Geschehen nicht unbedingt vor Härte und blutigen Passagen strotzt, gibt es doch etliche blutige Momente, die in meinen Augen als vollkommen ausreichend erscheinen, um an dieser Stelle für ein gelungenes Gesamtbild zu sorgen.Es liegt natürlich im Auge des jeweiligen Betrachters, denn im Gegensatz zu den italienischen Produktionen des beliebten Regisseurs entfaltet sich in vorliegendem Fall nicht unbedingt diese bannende Faszination, die manch vorheriger Film beim Zuschauer ausgelöst hat.

Nichtsdestotrotz wird "Aura" zumeist viel zu niedrig bewertet und gerade wenn man einmal die späteren Werke Argentos betrachtet, weiß man dieses Werk erst so richtig zu schätzen. Dabei zehrt das Geschehen insbesondere bei der ersten Sichtung von seiner gut aufgebauten Dramaturgie, denn die Identität des Killers wird bis kurz vor dem Ende im Dunkeln gehalten. Durch die Berücksichtigung diverser kleiner Details kann man zwar durchaus schon früher auf die Identität kommen, doch präsentieren sich die Abläufe keinesfalls vorhersehbar. Dafür sorgt allein schon der Aspekt, das die Motive sich lange Zeit nicht zu erkennen geben und man erst nach und nach zu des Rätsels Lösung geführt wird, das für manch einen ohne Weiteres einen herrlichen Aha-Effekt darstellen könnte. Mit diesem Film verhält es sich irgendwie so wie auch mit bestimmten Weinen, je länger man sie reifen lässt, desto besser schmecken sie einem. Auch "Aura" entfaltet im Prinzip erst nach mehreren Sichtungen seine wahre Klasse, denn diese beinhaltet das Werk auf jeden Fall. Diverse kleinere Schwächen sollte man dabei nicht zu stark überbewerten und vor allem sollte man nicht immer den Vergleich mit Argentos ganz großen Klassikern heranziehen.

Im Endeffekt liegt hier bestimmt nicht das Meisterwerk des italienischen Regisseurs vor und selbst ein Platz unter den Top 5 dürfte dem Film nicht beschieden sein, dennoch handelt es sich um einen überdurchschnittlich guten Horror-Thriller, der definitiv spannende-und atmosphärische Genrekost anbietet. Nicht ganz so hart und blutig wie einige andere Filme beinhaltet die Geschichte dennoch so manche Einstellung, die einem unter die Haut geht. Ich kann den Film jedenfalls bedenkenlos empfehlen, denn obwohl manche Kritiken etwas anderes vermuten lassen, handelt es sich hier um überdurchschnittlich gute Unterhaltung.


Fazit:


"Aura - Trauma" ist spannend, atmosphärisch und stellenweise auch hart, wobei die eigentliche Stärke der Geschichte ganz eindeutig im Spannungsaufbau liegt. Eine überzeugende Asia Argento und eine überraschende Auflösung runden die ganze Chose harmonisch und stimmig ab, so das man dieses Werk keinesfalls ungesehen an sich vorbeiziehen lassen sollte.


8/10
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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon Captain Blitz » 24. Okt 2013, 06:33

Ich weiß nicht, ob ich den zu alten Videozeiten schon mal gesehen habe, aber er kam mir stellenweise bekannt vor. Vielleicht lag es auch daran, dass ich wusste wie der Hase lief und die Auflösung nicht überraschend kam. ;)

So oder so ein alles andere als schlechter Argento.

Lediglich die Musik ließ mich teilweise verzweifeln, klang teilweise so, als hätte man sich ununterbrochen in einem Archiv bedient. Hier mal irgendwas was nach "Goonies" klingt, dann etwas Miss Marple usw. :D Dennoch eine recht stimmungsvolle Angelegenheit.

Wenn ich Punkt vergeben müsste: 7/10
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Re: Aura / Trauma - Dario Argento (1993)

Beitragvon buxtebrawler » 28. Apr 2015, 14:17

Erscheint voraussichtlich am 19.05.2015 bei Edition Tonfilm auf Blu-ray:

Bild

Laut OFDb die Langfassung.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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