Karl or Karla goes to Cinema

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Moderator: jogiwan

Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 25. Sep 2019, 09:02

Nachtrag:
Vor dem NY Ripper gab es passend den Giallohaften Kurzfilm von Doc Monkula, eine stylishe (80er) Verfolgung durch die Berliner U-Bahn Nacht mit spannendem Twist am Ende, den Titel habe ich leider vergessen. Sehr gut gefilmt, schön erzählt, und danach bkam ich vom Monkula noch Hintergrundwissen.
Empfehlung!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 28. Sep 2019, 10:42

25.9.19, 20:00, Cinemaxx Bremen
Rambo: Last Blood (2019)
R: Adrian Grunberg, D: Sylvester Stallone, Adriana Barraza, Paz Vega, Yvette Monreal, Sergio Peris-Mencheta, Óscar Jaenada, Joaquín Cosio, Sheila Shah, Marco de la O, Louis Mandylor; M: Brian Tyler

Rambos letzter Teil. John hat eine Pferdefarm, eine Haushälterin und eine Ersatztochter. Letztere sucht ihren biologischen Vater in Mexiko auf, wird von Mädchenhändlern gefangen genommen. Und dann kommt halt Rambo…
Nach John Rambo hatte ich gehofft, einen weiteren Teil zum mythischen Rambo zu bekommen, ohne unbeholfene Handlungsstränge, nach dem ersten Teaser sogar die Rückkehr nach Hope. Der erste Trailer hingegen dämpfte wieder alle Erwartungen in Richtung Action-Gülle.
Nun gibt es hier den Klischee-beladenen Motivationserzählung mit der Ersatztochter, die Ramboo erst nach Mexiko führt und später die Bösen zu ihm führen und es wird aufgeäumt.
Ansätze und Chancen waren da: Das Rambo seine Farm komplett untertunnelt, seinen Wahnsinn genau erkennt, der nur von seinen beiden weiblichen Mitbewohnern in Schach gehalten wird, alles schön aufgebaut. Auch die Szenen in Mexiko, wo er erst einen totalen Beat-Up und sozusagen eine falsch aufgebaute Rettungsaktion durchzieht, um dann eine totale Rache durchzieht, lassen an manchen Stellen Chancen erkennen, die alle vergeben werden.
Was bleibt: Ein Rambo, der in bester 80er Manier völlig übertrieben in super Action, gut gefilmt, rasant geschnitten und mit der entsprechenden Musik unterlegt, eine Rache-Aktion durchzieht. Und vor allem wie das unterirdisch abgeht, holladiewaldfee. Und das er dabei die unterirdischen Gänge zerstört,
und nachher schön im Schaukelstuhl sitzt und dann noch zum Horizont reitet
, ist natürlich Holzhammerpsychologie pur. Aber passend zum Holzhammerfilm.
Also: Insgesamt ein wenig langsam anlaufender Actioner, der in einem Action- und mit viel übertriebener Gewalt- und Blutszenen –Karnival endet. Unterhaltung!

Zur Kritik, die ihn analog zu Rambo 2 & 3 in Trumpnähe ansiedelt. Hm, die Mexikaner sind alles Klischees, es gibt immerhin in Mexiko einen positiven Charakter, dass aber natürlich eine Journalisten, die sich irgendwie arrangiert, und nur die Ebene der allgemein legitimierten Rache Rambos symbolisiert. Sobald jedoch die Mixis in den USA sind, wie die Haushälterin und die Ersatztochter, werden sie gute Menschen oder gehen zurück wie die fiese Freundin. Alles soweit 0815 Klischee und nicht eindeutig interpretierbar. Das einzige, was so Richtung pro Mauer geht, sind die Erweiterungsgedanken der Verbrecherbrüder in einem vollkommen unnötigen Nebenstrang, der auch gleich wieder fallen gelassen wird.
Klar, politisch konservativ, lässt sich so interpretieren, aber nimmt sich in dem Bereich (im Gegensatz zu 2 & 3) gar nicht ernst.
Nun, es bleibt dabei, es gibt zwei gute Rambofilme, und drei weitere okaye Actioner, von denen nur einer ärgerlich ist.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon Arkadin » 28. Sep 2019, 23:23

karlAbundzu hat geschrieben:Nun, es bleibt dabei, es gibt zwei gute Rambofilme, und drei weitere okaye Actioner, von denen nur einer ärgerlich ist.


Jetzt bin ich gespannt: Welche sind die zwei Guten und welcher der Ärgerliche?
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 29. Sep 2019, 11:26

First blood und John Rambo sind die guten.
Rambo 3 ärgerlich
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon Onkel Joe » 29. Sep 2019, 11:31

karlAbundzu hat geschrieben:Rambo 3 ärgerlich


Wie wurde er vor ein paar Tagen so treffend beschrieben: "Der witzigste bisher!" :lol:
Wer tanzen will, muss die Musik bezahlen!
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 30. Sep 2019, 16:31

29.9.19 Cinemaxx 19:45
AD ASTRA - Zu den Sternen (2019)
R: James Gray, D: Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland, Greg Bryk, Ruth Negga, Liv Tyler, John Finn, Loren Dean, John Ortiz, Kimberly Elise, Ravi Kapoor, Anne McDaniels, Alyson Reed, LisaGay Hamilton, Sean Blakemore, Jamie Kennedy; M: Max Richter, Lorne Balfe

Kein Cliff Booth im All, kein Space Cowboys 2.
Ein Mann auf der Reise zu seinem Vater. Um ihn zu töten oder zu retten.
Brad Pitt spielt den ziemlich harten Astronauten Roy McBride, der funktioniert wie kein anderer. Sein Vater verliess die Familie Richtung Rande des Sonnensystems, um Außerirdische aufzustöbern. Der Kontakt ging verloren, man hielt ihn für tot, doch Wellen elektromagnetischer Art bedrohen die Menschheit, der Vater scheint etwas damit zu tun zu haben. Roy wird geschickt, um es zu klären.

Brad Pitt reist durchs All, und wir hören meist seinen inneren Dialog.
Ein Film über die Rolle / das Funktionieren des Menschen in der westlichen Welt. In einer Zeit, bei der die meisten größeren gesellschaftlichen Visionen gestorben sind, bleibt ein erfülltes Arbeitsleben, was über allen steht. Aber eben nicht glücklich macht und ein psychologisch durchrüttelt. Und wenn dann das alte Gegenmodell einen im juvenilen Alter auch noch im Stich läßt, wird es kompliziert.
Das Setting ist somit eigentlich austauschbar, aber passt natürlich trotzdem sehr gut, und Weltraumreisen gefallen mir natürlich auch. Und läßt Platz für ein paar kleine linke Haken: Wenn der Mondbahnhof sich Richtung Mallorca Flughafen entwickelt.
Schön gemachter, gut gefilmter, mit gutem Soundtrack unterlegter soziologischer Sci FI, gar nicht weit von Lem. Leider mit allzu heteronormativem Ende, das ist dann doch zu billig a la Spielberg.

Ach so: Die Anfangsszene ist der Hammer, wie Pitt in etlichen Kilometern Höhe an irgendwas arbeitet, das zieht sich mir (gepeinigt mit leichter Höhenangst) allerlei Muskeln in den Beinen zusammen, holladiewaldfee, grandios!
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 8. Okt 2019, 15:19

6.10.19 20 Uhr, City 46, kleiner Saal
FIVE FINGER FOR MARSEILLE (2017) OmU
R: Michael Matthews, D: Vuyo Dabula, Zethu Dlomo, Hamilton Dhlamini, Kenneth Nkosi, Mduduzi Mabaso; M: James Matthes
Eine Jugendbande versucht die eigene Townshipzu beschützen, dabei kommen Schutzgeldpolizisten ums Leben und es wird richtig ernst. Der Haupttäter flieht. Nach 15 Jahren kommt er zurück, seine alte Heimatstadt und die besser gestellte Nachbarstadt haben sich verändert, ebenso seine alten Freunde. Die Städte von neuen Unterdrückern zu befreien ist wohl seine Aufgabe.
Einen Neo-Italo-Western in einem Zeitraum vor und nach dem Ende der Apartheid zu erzählen ist schon ein kluger Kniff: Bei dem namenlosen Fremden geht es ja oft um Freiheit, um den Begriff der Verantwortung dafür und wird hier so eine Art Allegorie auf die postkoloniale Sozialgeschichte Südafrikas.
Gespielt ist es sehr gut, Vuyo Dabula imponiert auch mit seiner körperlichen Präsenz, Hamilton Dhlamani als Bandenchef The Ghost hätte mich in seiner späten Marlon Brando Kopie an manchen Tagen genervt, Sonntag gefiel es mir. Die anderen Bandenmitglieder sowohl in alt auch als Jugendliche waren intensiv! Der Soundtrack zwischen Sounds, Geräusche, usik und Hiphop toll, ebenso die sich an Western orientierten Bilder, prima gefilmt.
Ein paar Längen hat er schon, vielleicht weil die Geschichte des Fremden und sein Verhältnis zu den anderen Jugendgangmitglieder dem Zuschauer von Anfang an klar sind, oder weil es doch den einen oder anderen Dialog zu viel gibt. Oder ich habe es ein wenig abgedrehter erwartet.
Die Gewaltdarstellungen sind manchmal plötzlich heftig und detailreich, manchmal, gerade bei dem Shoot Out zoomed es gerne raus, geht in die Totale oder blendet weg, bei ein paar Leuten bekam ich, glaube ich, gar nicht mit, wie sie starben.
Insgesamt ein guter Film, und auch mal lustig Xhosa und Sesotho zu hören. Empfehlung.

PS: Anscheinend hat ach Hollywood den Regisseur endeckt: Dreht gerade einen spannenden Film "Monster Problems", die Welt nach einer Monster Apokalypse...
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 17. Okt 2019, 14:40

13.10.2019, 20 Uh, Cinema Ostertor
Weird Xperience präsentiert:
SANTA SANGRE (1989) englOmU
R: Alejandro Jodorowsky, D: Axel Jodorowsky, Adan Jodorowsky Blanca Guerra, Guy Stockwell, Thelma Tixou, Sabrina Dennison, Faviola Elenka Tapia, Jesús Juárez, Teo Jodorowsky, Ma. De Jesus Aranzabal, Sergio Bustamente, Gloria Contreras, S. Rodriguez; M: Simon Boswell
Ein wirklich junger Zirkuszauberer muss Miterleben, wie sein trinkender Vater seine Frau (Trapezkünstlerin und Sektenanführerin) mit der tätowierten Lady betrügt. Und wie seine Mutter die beiden in flagranti erwischt, mit Säure angreift und beide Arme verliert. Ebenso verliert er so den Kontakt zur taubstummen Pflegetochter der Tätowierten. Das ihn das gradewegs in die Klapsmühle bringt, ist verständlich. Jahre später sieht er bei einem Ausflug mit MItpatienten ins Rotlichtmillieu die Tätowierte wiede, dann steht alsbald seine Mutter vor dem Fenster, er flieht und lebt mit seiner Mutter und gemeinsamer Vaudeville Nummer weiter...
Jodorowskys Familienfilm, sein Giallo/Slasher (hier läßt auch Psycho stark grüßen), seine religiöse Abrechnung, sein ZirkusPantominenfilm!
Eigentlich sein zugänglichster, da er einige Genregewohnheiten und traditionelle Erzählweisen beinhaltet, und das surreale fast ganz im Visionen/Halluzinationen/Traum-Bereich fallen.
Aber wie bei fast jedem Jodo wird man auch hier in diese seltsame gewalttätige sexuelle Welt hineingezogen, die viel mit unserer Realität zu tun hat, aber eben doch nicht ist.
Es hat mich so einiges begeistert: Neben den schon genannten Jodorowsky Bdschaulichkeiten der Hauptdarsteller Axel J. als Fenix, dessen Abhängigkeiten, Wahnsinn und Liebe einen in den Bann schlug und Sabrina Dennison als taubstummer Love Interest, wobei mich ansonsten die Pantomime Parts im Marcel Marceau Stil mich bei Jodorowsky eher stören. Interessanterweise fand ich bei Sabrina D bei imdb außer Santa Sangre nur einen weiteren Eintrag: Insomniac von 2017, USAmerikanischer Film mit ihr in der Co-Hauptrolle.
Und Thelma Tixou hätte ich gerne mal als Revue Sta auf der Bühne gesehen.
Was noch? Ach ja, der Sound: Neben mexiko Klassikern wie Besame Mucho und der funeral march gibt es auch guten Score. Und eben einige unglaubliche Szene wie die Elefantenbeerdigung.
Ein poetischer ZirkusPsychoSlasher als Hommage an die Liebe und den Zirkus.
Klassiker, in dieser Qualität auf großer Leinwand ein großes Erlebnis.
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 22. Okt 2019, 14:10

Hier mal in bisschen anderer Form die Kinobesuche beim TERRORE A NURIMBERGA
18.10.19
Inzwischen ja ein liebes Hobby geworden, im Alter, mit ein paar MArk mehr im Sparstrumpf und auch, weil es mehr gibt, kann man es auch mehr frönen: Der ausgiebige BEsuch von Filmfestivals. Und vorne dabei natürlich die 35mm-Front.
Die Nürnberger Freunde vom In Memoria Di Italo und vom Kommkino ludn letztes Jahr zum ausufernden Giallofest ein, dieses Jahr gab es den italienischen Horrorfilm. Also, frühzeitig Zug gebucht, Air BnB gebucht (diesmal ohne schlechtes Gewissen, da keine Wohnraumvernichtung, sondern ehemaliges Kinderzimmer mit eigenem Bad in einer Wohnung, also mit Familienanschluss, wenn ich gewollt hätte). In Ruhe im Regen angekommen, Zugfahrt ohne besondere Vorkommnisse, außer: es mehrten sich Verspätungsgerüchte, leichte Nervosität machte sich breit, Zugfahramateure bekamen Angst wegen Anschlüsse. Durchsage: Entschuldigung für die Verspätung, vor uns kriecht ein Güterzug. Aber alles tutti: Die Zeit wurde aufgeholt bzw. die Anschlüsse warteten.
Essen um die Ecke bei einem Curry-Selbstbedienungsladen, sehr lecker, Bio und so, nur mußte mit guter scharfer Sauce nachwürzen.
Dann wurde es auch schon langsam Zeit für den Gang zum Filmhaus,das wie immer prima gestaltete Programmheft wurde eingesteckt, Bekannte waren schon da (Der Onkel und Harald kamen sehr knapp), und wir zogen in den Saal. Und nicht zu früh, es war schon sehr gefüllt, insgesamt wurde es sogar ausverkaft, die Leute wurden auch auf die Treppe gesetzt.
Zu erst gab es eine kurze Buchvorstellung zum neuen Fulci-Buch vom Herausgeber Marcus Stiglegger und eine Fulci - Einführung vom Mit-Autor Pelle Felsch. Beides interessant und mit Liebe und Kenntnis. Dann eben:
20:30
ÜBER DEM JENSEITS (1981)
R: Lucio Fulci, D: Catriona MacColl, David Warbeck, Sarah Keller, Antoine Saint-John, Veronica Lazar, Anthony Flees, Giovanni De Nava, Al Cliver; M: Fabio Frizzi.
Fulcis Werk über eins der sieben Tore. Sein Werk über den erkennenden und verkannten Künstler. Auch Zombies. Auch ein wenig Shining. Ans Surreale kratzend. Zimmer 36. Mit Eibon u.ä. sind wir auch bei Lovecraft.
Pelle verglich vor dem Film Argentos geometrische Tötungen mit dem Flüssigen von Fulci, hier sieht man das sehr gut.
Sinnhaft? Wenig. Unangenehm, unheimlich? Die ganze Zeit.
Sehr gut besetzt: MacColl in der verunsicherten, trotzdem starken Hauptrolle, David Warbeck als staighter Held, Sarah Keller beinahe ikonisch, und Al Cliver ist auch drin. Und die Musik von Frizzi ist ja eh oberste Kajüte.
Was mir bei dieser xten Sichtung auffiel: Das man als aufgebrachter Land-Mob sogar die Fackeln mit ins Hotel nimmt. Das man Fulci das Kopfschuß-Körperschuß-Zombie-Lernparadox Fulci zu Recht verzeiht, Mattei jedoch nicht.
Meisterwerk, auf 35mm wirklich wegblasend, mein liebster Fulci!
Danach Buchverkauf und Signierminuten, bzw. Bier holen und Quatschen.
23:15 Erst schöne Trailer-Show und dann:
L'OSSESSA - DAS OMEN DES BÖSEN (1974)
R: Mario Gariazzo, D: Stella Carnacina, Chris Avram, Lucretia Love, Ivan Rassimov, Gabriele Tinti, Luigi Pistilli, Umberto Raho; M: Marcello Giombini
Eine Kunstudentin (Numero Uno in ihrer Klasse) sucht sich einen Latten-Sepp zum Restaurieren raus, beobachtet Muttern beim außerehelichem S/M-Sex, hat Visionen vom Herrseieiuns inklusive Penetrationen und wandelt sich in eine Bessessene.
OK, ich gebe es hier mal zu: Ich bin nicht so der große Exorzist von Friedkin - Fan, er hat seine Momente, ja, aber einiges störte mich da immer und als Film gesamt erreichte er mich nicht.
Hier haben wir eine sleazige, stark handlungsreduzierte Version. Klar, stark besetzt mit Carnacina (die mich hier an die jung Adjani erinnert), Lucretia Love als geile Mutter, Rassimov asl Deibel, Tinti und Pistilli sind auch dabei.
Leider zu wenig, die Bessene darf fast nur Herumschreien, sonstige Klassiker wie fremde Zungen, tiefe Stimmen, Telekinese, Sinnenverwirrung sind nicht dabei, entweder sie kreischt, oder versucht wen zu veführen. Und der Sleaze ist irgendwie auf zu aufgesetzt. Fand ich nicht gut. Klar, ein paar Szenen sind hübsch anzusehen, die plötzliche Schwarze Messe nach der Autopanne inklusive ich geh mal kurz spazieren, ah da ist eine Höhle mit alten Malereien...

Dann müde und ins Bett.
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Re: Karl or Karla goes to Cinema

Beitragvon karlAbundzu » 23. Okt 2019, 15:20

Zweiter Tag Terrore, der 19.10.19
Bei einem mittelmäßigem Frühstück mit sehr gutem Kaffe in einem hübschen Laden draussen die im Regen flanierenden beobachtet, dann aufgerafft und auf zur Kunst: In Neuen Museum, gerade um die Ecke vom Filmhaus mit interessanter Sammlung. Am meisten gefiel mir ein liegender King Kong, eingewickelt wie GUlliver auf Lilput, der von kleinen Menschen bearbeitet wurde. Diese bauten alles ab: Haare, Zähne, sogar aus dem After wurden Sachen geholt... Sehr groß, sehr lange zu betrachten, sehr interessant. Und: Der Gerhard Richter Raum mit ein paar Hauptwerken: Das Spiegel und Totenkopf Bild aus der Memento Mori Reihe, das Waldbild zB. Ansonsten Ost-West-Design und 80er Kunst. Danach immer noch Regen, also verbummelte ich Zeit im Museumsshop und in dem großen Ultra Comics. Schnell noch einen kleinen Snack in einer hübschen aber unbequemen Burgerkette.
Um 14 Uhr ging es ja schon weiter mit
DIE BESTIE VON SCHLOSS MONTE CHRISTO (1963)
R: Antonio Boccaci, D: Annie Alberti, Adriano Micantoni, Marco Mariani, Flora Carosello, Antonio Boccaci; M: Armando Sciascia
Innerhalb von relativ kurzer Zeit die Zweitsichtung dieses Grusler. Lustigerweise hatte ich den bunt in Erinnerung, ist aber im stimmigen s/w. Gefiel mir angenehm: Knuffig, Geisterbahn-Grusel, lustige Stellen, ab und an ins Harte abgleiten. Klar, beim ersten Auftritt des Ritters erkennt man die Stimme und die Story ist soweit klar und so hat der nach hinten heraus Längen. Auch hier hübsche Einfälle wie das von Meerschweinchen (zT mit angeklebten Rattenschwänzen) befallene HAus... Ja, ich hab mich am frühen Nachmittag wohl gefühlt.
Nebenbei: Es gab auch immer wieder mal Trailer oder GEwinne, wann was, weiß ich nicht mehr, Trailer alle gut und auf Ideen bringend, und ich habe auch was gewonnen, Kampfkoloss 2.
Kurz Kaffee geholt, weiter ging es mit
16 Uhr
DAS PHANTOM DER OPER (1998)
R: Dario Argento, D: Julian Sands, Asia Argento, Andrea Di Stefano, Nadia Rinaldi, Coralina Cataldi-Tassoni, István Bubik, Lucia Guzzardi; M: Ennio Morricone
Ein umstrittendes Werk. Meines Erachtens gibt es da eine Reihe Regisseure, deren Bewertung wegen ein paar früheren Meisterwerken immer ein wenig underrated werden, aufgrund der hohen Erwartung nach dem nächsten "richtigen" typischen großen Werk. Carpenter ist auch so ein Beispiel. Und eben Argento. Und hier haben wir auch kein großes neues Meisterwerk.
Die Namen versprachen einiges: Julian Sands ist viel zu selten zu sehen, und Asia hat ihre großen Momente. Und Ennio hat nur große Momente. Aber: Hier gibt es natürlich viele Opernarien zu hören, Sands und Asias Spielraum sind nciht so groß.
Also: Die bekannte Geschichte von Leroux neu erzählt. Das Phantom bekommt hier eine kleine Moses-Mowgli-Vorgeschichte. Ansonsten: Das Phantom verknallt sich in eine Sängerin aus der zweiten Reihe, versucht alles, um sie in die Hauptrolle zu bringen, sie verliebt sich in ihn. Dazu kommt noch eine Schwanken der Sängerin zwischen dem sicheren Baroon und dem sexuell anregenden Phantom. Und Rattenfängern, die die Unterwelt unsicher machen.
Ein wenig das Problem des Filmes ist, dass es oft den Ton wechselt, so schwankt er zwischen romantischen Gothic Blut Grusler mit nackten Tatsachen und derber Groteske. Bei zweiteren gibt es so schöne Szenen wie die Orgie, auf der zwei Dichter (die einzig angezogenen) sich streiten, wer der beste Dichter war: Villon oder Rimbaud und darüber in den Pool fallen, oder die Rattenkill-Steampunk-Maschine. Beim romantischen Gruselanteil ist es oft schön Drüber und theatralisch, aber manchmal auch zu drüber. Ich hätte mir das alles mehr aus einem Guss gewünscht, so verschenkt er was, oder liefert halt zu viel. Aber: Endlich mal gesehen.
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