Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 31. Okt 2019, 20:27

Circus der Vampire

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jogiwan hat geschrieben:Den Namen Hammer verbindet man ja eher mit solidem - wenn auch etwas gediegenen - Grusel und große Namen aus der Gothic-Horror-Ecke. Dass es auch etwas anders geht, beweist "Circus der Vampire", der doch überraschend gory und sexuell daher kommt. Die Geschichte ist eine hübsche Variation des klassischen Vampirfilms und die ganze Sause im Ambiente des etwas selstamen Zirkus lässt wirkt noch etwas surrealistischer. Der Film startet mit Vollgas und ehe man sich versieht ist man auch schon im spannenden Finale. "Circus der Vampire" hat mir jedenfalls ausnehmend gut gefallen, obwohl ich ja sonst eher nicht so der Hammer-Typ bin


Gestern die neue Blu-Ray geguckt, kann ich meine Worte aus dem Jahr 2011 eigentlich nur unterschreiben. Überraschend solide Verfilmung, die einerseits typisch oldskool, andererseits doch schon etwas mehr in eine surreale Richtung geht. Höchst unbequem auch die Thematik mit den Kindern, die hier gleich zu Beginn den Zuschauer die Marschrichtung des gesamten Filmes vorgibt. Danach wird auch nicht lange gefackelt und der Zuschauer bekommt einen temporeichen, blutigen und (fragwürdig) sexuell aufgeladenen Streifen über Vampire im Zirkusmilieu präsentiert. Gefällt mir noch immer sehr gut.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 1. Nov 2019, 20:06

Haus der 1000 Leichen

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jogiwan hat geschrieben:Ich liebe "The Devil Rejects" aber "Haus der 1000 Leichen" fand ich eher bemüht und mit optischen Spielereien und überdrehten Einfällen, die irgendwann mal zu viel des Guten sind. Außerdem vermeine ich mich zu erinnern, dass da unter den entführten Teens auch eine Sirenen-Terror-Kreisch-Tussi dabei ist, die mir mit zunehmender Laufzeit aber sowas von auf den Allerwertesten ging. Ist aber schon lange her und irgendwie hätt ich Lust, dem noch mal eine Chance zu geben.


Das ist nun auch passiert und bei der erneuten Sichtung – nun in deutscher Sprache – hat mir „Das Haus der 1000 Leichen“ auch besser gefallen. Der Streifen ist ja auch eine Hommage und Rob Zombie wildert sich mit Zitaten durch die amerikanische Genre-Filmgeschichte und präsentiert dieses in einem Videoclip-artigen Inszenierungsstil, der auch die durchaus dünne Geschichte in den Hintergrund drängt. Hier stehen die Figuren im Vordergrund und Rob Zombie macht auch keinen Hehl daraus, dass seine Sympathien den Freaks und Rednecks gehören. Von klassischen Backwood-Horror, Serienkiller-Hype bis hin zu hartem Horror wird auch alle mitgenommen und das klassische Siebziger-Setting und Halloween als Handlungstag darf natürlich auch nicht fehlen. Der Streifen macht dann auch durchaus Laune, auch wenn er von einem Meisterwerk doch weit entfernt ist. Herr Zombie ist auch eher der Tarantino des amerikanischen Indie-Horrorkinos, der zwar viele gute Momente und ein gutes Auge, aber dabei vorerst wenig Eigenständigkeit und erzählerische Fähigkeiten bietet.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 2. Nov 2019, 20:07

TDR - The Devils Rejects

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In meiner Erinnerung war „Haus der 1000 Leichen“ bemühtes Horror-Zitate-Kino mit optischem Firlefanz und „The Devil’s Rejects“ als Quasi-Nachfolger doch recht gutes Terrorkino. Mittlerweile sehe ich das ganz anders und während mir „Haus der 1000 Leichen“ bei der Neusichtung gut gefallen hat, fand ich den Nachfolger doch arg bemüht und auch immer sehr unsympathisch. „The Devil’s Rejects“ stand ja am Anfang dieser ganzen Grindhouse-Hype-Sache und nimmt mit den ganzen Cameos vieles vorweg, aber als eigenständiger Film funzt die episodenhafte Geschichte nicht so wirklich und auf Dauer sind die abgeklärten Figuren und ihre aufgesetzt wirkenden Dialoge doch recht mühsam. Ja, die Welt ist schlecht und bei Rob Zombie und seiner Karikatur des amerikanischen Traums dann nochmal eine Spur schlechter und während „Haus der 1000 Leichen“ dieses mit Comic-hafter Übertreibung und ironisch gebrochenem Genre-Bezug versieht, wird bei „The Devil’s Rejects“ alles mit destruktiver Freude und fragwürdiger Ernsthaftigkeit durchgezogen. Vielleicht liegts am fortgeschrittenen Alter, vielleicht an den täglichen Nachrichten und der persönlichen Wahrnehmung zur Spaltung der Gesellschaft, aber auf derart und in allen Belangen negatives und unreflektiertes Input habe ich derzeit auch einfach keine Lust.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 3. Nov 2019, 19:02

Rausch der Begierde / Obsession - Taste of Fear / Pathos

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In nicht allzu ferner Zukunft ist die ebenso hübsche, resolute wie sexuell aufgeschlossene Fotografin Diane Spezialistin für abstrakt-erotische Fotografien, die es versteht ihre Models ins beste Licht zu rücken. Als sie eines Tages für ihren Ex-Mann George, ein Regisseur für Bondage-Filme einen anderen Mann verführen soll, bekommt sie als fragwürdige Gegenleistung Bodybuilderin Teagan für ihre Arbeit angeboten. Daraus entwickelt sich aber bald eine Affäre und als Teagan gefesselt und ermordet aufgefunden wird und ein Video des Mordes auftaucht, ist der Schrecken bei der Fotografin und ihrem beruflichen Umfeld groß. Als Diane selbst mit Nachforschungen beginnt, führt sie das in den neonfarbenen Untergrund der futuristischen Großstadt und schon wenig später gibt es den nächsten Mord, der wieder im Zusammenhang mit Dianes Arbeit steht.

Die Kiste der italienischen Filme ist ja immer für eine Überraschung gut und „Rausch der Begierde“ entpuppt sich doch tatsächlich als schwül-fiebriger Erotik-Giallo mit futuristischem Einschlag, der so sonderbar daherkommt, dass einem fast die Worte fehlen. Zuallererst ist Raffaninis Streifen aus dem Jahr 1988 ein Erotik-Streifen mit Hochglanz-Ästhetik, der sehr ausgiebig den Modezeitungen seiner Entstehungszeit frönt. Dazu kommen Giallo-eske Morde mit psychosexuellem Motiv und eine farbenfrohe Ausleuchtung Bava-esker Prägung, die alle Darsteller stets in ein völlig entrücktes Ambiente hüllt. Und weil das alles noch nicht reicht, gibt es auch noch eine Sci-Fi-Komponente mit futuristischen Automobilen, Technik-Krimskrams und Laserkanone (!). Das alles wird recht mutig zu einem wilden Genre-Cocktail zusammengerührt, der stets sehr krude erscheint. Dennoch ist der stets auch etwas sperrige „Rausch der Begierde“ nicht trashig, sondern eher ernsthaft gemacht, huldigt schwelgerisch glänzenden Körpern und als Zuschauer kommt man auch aufgrund der seltsamen Ereignisse aus dem Staunen ohnehin nicht heraus. Sicherlich kann man über den wilden Ritt durch viele Genres durchaus geteilter Meinung sein und irgendwie ist der Streifen von allem nur ein bisschen, aber so etwas Sonderbares bekommt man ja auch nicht alle Tage vor die Linse.

Eine Unmoralische Frau

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Die dralle Diana hat mit 19 ihren große Liebe Paolo geheiratet, doch nach fünf Jahren Ehe tritt langsam die Routine in das Leben der sexuell aufgeschlossenen Frau mit überbordenden Fantasien, die auch immer und überall den sexuellen Avancen ihrer Umwelt ausgesetzt ist. Also beschließt sie kurzerhand die Zahlreichen Möglichkeiten zu nutzen, Paolo untreu zu werden um ihre eigene Ehe wieder aufzupeppen. Das geht so lange gut, bis Paolo entdeckt, dass Dianas abenteuerlichen Geschichten nicht nur ausgedacht sind, sondern der Wahrheit entsprechend. Rasend vor Eifersucht verlässt er Diana, doch mit Hilfe ihrer Freundinnen kann Paolo zur Besinnung gebracht und die junge Ehe natürlich gerettet werden.

Erfrischend unverklemmter Erotikstreifen von Tinto Brass, der sich hier spießbürgerliche Moralvorstellungen zur Brust nimmt und seine Frauen als sexuell selbstbewusst und selbstbestimmt zeichnet. Dabei ist „Eine unmoralische Frau“ immer recht hübsch in Szene gesetzt und obwohl es natürlich auch meist nur darum geht, dralle Frauenkörper ins beste Licht zu rücken, vermeidet es Brass in irgendeiner Weise billig oder plump zu sein. Stattdessen gibt es nach Motiven von „Cosi fan tutte“ auch Verweise auf die Klassiker der erotischen Literatur, viel Spaß und jede Menge schöner Frauen, die sich auch gerne vor der Kamera mit ihren Reizen präsentieren. Die Rolle von Claudia Knoll wirkt zwar immer etwas naiv, aber auch lebensfroh und ist von einer ansteckenden Fröhlichkeit, die sich durch den positiv gestimmten Film zieht. Zwar kann man zur offensiven Aufforderung des Ehebruchs auch durchaus geteilter Meinung sein und so unproblematisch ist ein derartiger Lebenswandel ist der Praxis wohl nicht, aber für knapp neunzig Minuten macht „Eine unmoralische Frau“ doch sehr viel Spaß und verbreitet schwüle Erotik mit etwas Anspruch, für die man sich auch keiner schämen muss.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 6. Nov 2019, 20:09

The Sleeper

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Zu „The Sleeper“ muss man eigentlich nicht viel schreiben. Als Retro-Slasher sieht er gut aus, hört sich gut an, auch von der technischen Seite weiß der mit recht herben und auch etwas trashigen FX durchaus als Hommage an klassische Slasher-Filme aus den Achtzigern zu gefallen. Leider kann die Geschichte über den Motiv-losen Killer mit Hang zu Handwerkergerät aber gar, gar, gar nix und so etwas wie Spannung sucht man auch vergeblich. „The Sleeper“ reduziert das Genre zu einer reinen Nummern-Revue und jegliche Innovation, Variation oder Idee sucht man hier leider vergeblich. Unrühmlich auch wieder die deutsche Zensur-Geschichte, die dem Teil gleich einmal vorweg eine mögliche Gewaltverherrlichung unterstellt hat. Das hat den Verkauf dieser Graupe aber wohl trotzdem nur wenig angekurbelt, da es die ungekürzte Fassung mittlerweile auch schon für ein paar Euro zu bestellen gibt. Doch selbst die scheinen für das Werk leider noch zu viel. So ist das leider nix!

Shrew's Nest

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Ansehnliche Mischung aus Drama und Thriller, der nicht nur auf den ersten Blick stark an Stephen Kings „Misery“ erinnert. Die Grundkonstellation ist quasi die gleiche, nur dass hier der Handlungsort ins Spanien der Fünfzigerjahre verlegt wird, in der eine bigotte Schneiderin mit allerlei Problemen und einem zweifelhaften Verständnis von Nächstenliebe versucht, die unrühmlichen Geheimnisse ihrer Familie zu verdecken. Dabei ist „Shrew’s Nest“ mit seiner verzweifelten Hauptfigur und auch kein Wohlfühl-Film, sondern ist stets sehr düster und deprimierend und wird am Ende auch arg unbequem, wenn es dann wirklich ans Eingemachte geht. Wer sich bei dem Kammerspiel-artigen Streifen einen Thriller erwartet, könnte aber enttäuscht werden, da hier eher das Augenmerk auf die Verzweiflungstaten der Schneiderin und weniger auf die Befindlichkeiten des Opfer gelegt wird und „Shrew’s Nest“ mit seinem Nachkriegs-Setting im diktatorischen Franco-Regime nebenher auch zeitgeschichtliche Ereignisse beleuchtet. Irgendwie fand ich das letzte Drittel und seinen spekulativen Ereignissen aber doch etwas überzogen und hier verliert die Geschichte mit seinen Zugeständnissen ans Genre-Publikum doch auch einiges von seiner Wirkung. Irgendwie bekommt man auch "Misery" nicht aus dem Kopf und für mein Empfinden hat auch die von mir sehr geschätzte Macarena Gómez in der Hauptrolle nicht wirklich gepasst, sodass zumindest für mich ein zwiespältiger Eindruck zurückbleibt.

Krámpack - Nico und Dani

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Coming-of-Age-Streifen aus Spanien, bei dem man nicht weiß ob der jetzt provokant, seltsam oder einfach nur aus einer anderen Zeit kommt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 7. Nov 2019, 19:40

Haus der Schatten

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Seit einem leichten Schlaganfall in jungen Jahren lebt Maura mit ihrer dominanten und blinden Stiefmutter Edith in einem heruntergekommenen Landhaus am Stadtrand von London. Während Maura in kleinen Schritten versucht ihre Unabhängigkeit zu erlangen, werden diese von Edith mit theatralischen Anfällen und strengen Ton im Keim erstickt. Das ändert sich, als ein junger Mann auf einem Motorrad erscheint, in dem Edith einen entfernten Verwandten zu erkennen scheint. Der Mann kümmert sich um das Haus und den Garten und scheint auch in Maura nach erster Ablehnung wieder die Freude am Leben zu wecken. Doch der junge Mann bleibt verschlossen und geheimnisvoll, während in der Umgebung eine unheimliche Mordserie zu Gange ist, in der auch bald Personen aus Mauras und Ediths Umfeld zum Opfer fallen…

„Das Haus der Schatten“ ist sicherlich nicht der typische Psychothriller, den man sich vielleicht erwarten würde, sondern ein eher dramatischer Streifen mit einem Drehbuch von Roald Dahl über die Suche nach Unabhängigkeit und den Preis, den man dafür in Kauf nimmt. „The Night Digger“ macht ja auch kein Geheimnis daraus, dass es sich bei dem jungen Mann um einen psychopathischen Mörder handelt, doch er lässt es weitgehend offen, inwieweit Maura darüber Bescheid weiß und dieses in Kauf nimmt um von ihrer herrischen Mutter und ihrem traurigen Leben mitsamt seinen spießbürgerlichen Fesseln entfliehen zu können. Das Ganze ist bis zum dramatischen Finale natürlich auch grandios gespielt, mit tollen Settings und der Musik von Bernhard Hermann, der wohl immer angerufen wurde, wenn es Geschichten über gestörte Persönlichkeiten zu verfilmen gab. Von der deutschen VÖ aus dem Hause Pidax hab ich erst vor kurzem erfahren – die ist aber durchaus empfehlenswert und gibt es im Onlineshop auch für kleines Geld. Schöne Sache!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 8. Nov 2019, 19:45

Geheimnisse

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Die junge Restauratorin Julia soll in Barcelona ein wertvolles Bild von Pieter van Huys restaurieren, dass eine Schachszene zeigt, sich lange Zeit in Familienbesitz befand und nun versteigert werden soll. Bei der Arbeit an dem Bild entdeckt Julia jedoch eine übermalte und mysteriöse Botschaft, die den Ehrgeiz der jungen Frau weckt. Diese vermutet, dass der Maler eine Nachricht für die Nachwelt hinterlassen hat und auch die gemalte Partie eine tiefere Bedeutung hat. Tatsächlich scheint sich der Verdacht von Julia zu bestätigen, doch als der Kunstexperte, den sie zu Rate zieht, tot im Badezimmer gefunden wird, ist das erst der Auftakt einer mysteriösen Reihe von Unfällen, die wohl ebenfalls mit dem Bild im Zusammenhang stehen…

Einen netten Thriller hat Pidax Film da ausgegraben, von dem ich aber trotzdem irgendwie auch noch nie etwas gehört hatte und den ich bislang auch nicht am Radar hatte. „Geheimnisse“ entpuppt sich aber als sehr solider und wendungsreicher Thriller, der neben der jungen und gar nicht keuschen Kate Beckinsale und seiner Geschichte vor allem durch seinen Handlungsort Barcelona glänzen kann. Die Akteure befinden sich ja immer in der Nähe oder in einem von Antoni Gaudí entworfenen Gebäude, was natürlich wunderbar anzuschauen ist und sofort auf sehr angenehme Weise alte Urlaubserinnerungen auffrischt. Auch die Geschichte weiß durchaus zu überzeugen und ist ein bisschen Kunst- und Schach-Thriller ohne den Zuschauer zu sehr mit langweiliger Theorie zu langweilen. Der sommerliche Krimi macht Spaß, führt den Zuschauer stets etwas auf die falsche Fährte und auch wenn die Auflösung zu erahnen ist, so ist „Geheimnisse“ doch eine lohnende Sache. Auch hier ist der Film wieder ganz günstig im Online-Shop von Pidax zu erwerben.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 9. Nov 2019, 19:31

See no Evil 2

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Die junge Amy arbeitet im Leichenschauhaus und sollte an ihrem Geburtstag eigentlich mit ihren Freunden feiern, als der Anruf kommt, dass ein Massaker im Blackwell Hotel stattgefunden hat. Als Amy deswegen pflichtbewusst absagt, verlegen ihre Freunde die Feier jedoch kurzerhand ins Leichenschauhaus und lassen sich auch vom morbiden Ambiente die Feierlaune nicht verderben. Unter den Leichen die angeliefert werden findet sich auch der Massenmörder Jacob Goodnight, der nur auf den ersten Blick tot erscheint. Wenig später erhebt er sich von seiner Trage und sorgt dafür, dass im Leichenschauhaus zu den angelieferten Tote

Fortsetzungen sollten ja eigentlich immer noch wilder, aufregender und noch blutiger sein, als der jeweilige Vorgänger, aber im Falle von „See no Evil 2“ wurde das leider nicht berücksichtigt und gleich noch ein paar andere Dinge des Vorgängers vernachlässigt, sodass ein durch und durch durchschnittlicher Film herausgekommen ist. Der zweite Teil um Jacob Goodnight ist weniger brutal, weniger blutig, alle Augen bleiben in ihren Höhlen und auch inhaltlich wird außer Stalk’n Slash und ein paar sympathische Figuren so gut wie gar nichts geboten, was aus der Masse vergleichbarer und austauschbarer Streifen herausstechen könnte. Teilweise wirkt das Geschehen auch noch arg gestreckt und mit dramaturgisch sinnlosen Dingen die Laufzeit ausgedehnt. Das reicht zwar immer noch um neunzig Minuten auf halbwegs passable Weise unterhalten zu werden, aber ansonsten braucht dieses vergleichsweise harmlose Sequel wohl kein Mensch.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 10. Nov 2019, 19:53

When the Cat comes

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Burgvogt Oliva beobachtet von seinem Turm aus die vielen Leute seiner kleinen Stadt und ihren charakterlichen Eigenheiten, ohne sie für ihre kleinen und großen Fehler zu verurteilen und erzählt den Kinder fantasievolle Geschichten über ferne Abenteuer und magische Katzen, die den Charakter des Menschen erkennen können. Eines Tages kommt auch eine Gruppe von Gauklern in die Stadt, die eine Katze dabeihaben, die eine Sonnenbrille trägt. Als diese Brille während einer abendlichen Vorstellung der Gaukler abgenommen wird, verfärbt sich jeder Besucher nach dem Blick der Katze in eine andere Farbe. Die Liebenden werden rot, die Neidigen werden gelb, die Diebe violett und die charakterlosen Menschen grau. Derart vor den anderen bloßgestellt verfallen die Menschen des Ortes in Panik und beschließen die Katze zu töten. Doch die Kinder des Ortes unter der Führung ihres herzensguten Lehrer Robert retten die Katze und erteilen den Bewohnern des Ortes eine Lektion.

Tschechoslowakische Parabel über die unterschiedlichen Charakterzüge der Menschen in einem kleinen Ort und eine magische Katze die diese für andere sichtbar macht. Was sich jetzt eventuell moralisch anhört ist aber ein schöner, fantasievoller und märchenhafter Film voller schöner Tricks, der auch stets sehr herzlich daherkommt. Während die Erwachsenen natürlich dabei sind, ihre negativen Seiten vor den anderen zu verstecken, sind die meisten Leute und alle Kinder des Ortes natürlich reinen Herzens und retten die Katze vor den bloßgestellten und wütenden Erwachsenen im turbulenten Finale. Dabei behandelt der Streifen nicht nur liebenswerte Eigenheiten der Menschen, sondern auch das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne und während der Schuldirektor die konservative Seite vertritt, ist der ambitionierte Lehrer Robert modern und aufgeschlossen und nimmt auch die jungen Erdenbürger und ihre Sorgen und Ängste ernst. Natürlich wirkt „When the Cat comes“ schon aufgrund seines Entstehungsjahres natürlich etwas antiquiert, aber die Botschaft gilt noch heute und ist zudem mit wunderbaren, teils exzentrischen Bildern versehen, die den Streifen zu einem außergewöhnlichen Ereignis machen.


Der Schatz der Vogelinsel

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Auf einer kleinen Insel gehen die Bewohner ihrer geregelten Arbeit nach und leben in Frieden und Harmonie miteinander. Eines Tages sieht jedoch ein junger Fischer das Boot eines reichen Mannes und strebt daraufhin selbst nach Reichtum. Er taucht jeden Tag um eine sagenumwobene Perle am Grund des Meeres zu suchen und findet eines Tages nach deinem Sturm einen entkräfteten Piraten, der ihm die Stelle eines verborgenen Schatzes verrät. Die Nachricht darüber verbreitet sich in Windeseile und als beschlossen wird, die unsäglichen Reichtümer unter den Inselbewohnern aufzuteilen ist das der Beginn vom Ende des harmonischen Lebens auf der Insel…

Als „ein Film über den Fluch des Goldes und den Segen der Arbeit“ wird Karel Zemans „Der Schatz der Vogelinsel“ angekündigt, aber ganz so schlimm ist es natürlich nicht und die Arbeitspropaganda und die antimaterialistische Gesinnung wird auch nicht mit dem Holzhammer transportiert. Viel mehr bringt das Gold die schlechten Seiten der Menschen zutage und es wird im kleinen Rahmen demonstriert, warum nicht alle auf der Welt reich sein können und der Mensch auch eine Aufgabe braucht um nicht auf dumme Gedanken zu kommen. Das harmonische Gefüge auf der kleinen Insel kippt ja relativ rasch, als keiner mehr aufgrund des neuen Reichtums arbeiten möchte und alle nur noch auf der faulen Haut liegen. Doch der Reichtum ist so rasch wieder weg wie er gekommen ist und die Leutchen der Insel verinnerlichen ebenfalls ihre Lektion, die sie gelernt haben und gehen wieder brav ihrer für die Gemeinschaft wichtigen Tätigkeit nach. Abseits von der doch etwas dick aufgetragenen Botschaft, die man eher humorvoll betrachten sollte ist „Der Schatz der Vogelinsel“ aber ein fantasievoller Mix aus Zeichentrick und Puppenanimation, der auch heutzutage durchaus noch hübsch anzuschauen ist. Und das Beste: nach dem Film freut man sich glatt, wenn man am Montagmorgen wieder ins Büro darf… 😉
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 13. Nov 2019, 19:29

Marianne [Serie]

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Schriftstellerin Emma ist aufgrund ihrer Geschichten um Lizzie Larck und ihrem Kampf mit der Hexe Marianne sehr populär und wird von ihren Lesern vergöttert. Als sie die Romanserie beenden möchte und ihrer Geschichte ein eher dürftiges Ende aufsetzt, ist der künstlerisch ausgebrannten Autorin das Befinden der Fans schlichtweg egal. Bei der Präsentation ihres letzten Buches aus der Reihe bekommt sie allerdings Besuch von einer Jugendfreundin, die sich wenig später vor den Augen von Emma in den Freitod stürzt. Mit dem drastischen Tod, treten aber auch wieder die Geister der Vergangenheit wieder in Emmas Leben und als sie mit ihrer Assistentin den Ort ihrer Jugend aufsucht, geschehen erst recht mysteriöse Dinge…

Die französische Netflix-Serie „Marianne“ wird ja derzeit sehr gehypt, seitdem sich selbst Stephen King sehr wohlwollend auf Twitter über die Serie geäußert hat. Das King die Serie gefällt verwundert jedenfalls wenig, da der Inhalt genauso gut aus seinen Büchern stammen könnte. Eine gequälte Schriftstellerin, deren Schaffen sich quasi verselbstständigt ist ja nicht gerade neu und kennt man auch von anderen Filmen. Im Falle von „Marianne“ ist es auch die erste Folge, die wirklich höllisch gruselig ausgefallen ist und den Zuschauer mit Alpträumen zurücklässt. Leider halten die nachfolgenden Episoden nicht das ganz hohe Niveau des Auftakts und gegen Mitte wird es doch etwas konventionell und auch zu einem gewissen Grad vorhersehbar. Zwar ist die Serie für Horrorfreunde sehr funktional, aber statt dem Grauen zum Auftakt kommen ganz rasch die zahlreichen Jump-Scares und dramaturgisch nicht sonderliche wichtige Alptraumsequenzen, die den Zuschauer zwar zusammenzucken lassen, aber immer etwas zu sehr an Geisterbahn erinnern. Zwar lässt sich „Marianne“ dann immer noch gut gucken, aber irgendwie hat man das Gefühl, man sieht eine Art „Best-of-Horror“ der letzten Jahrzehnte anstatt etwas Eigenständiges und je länger man darüber nachdenkt, desto mehr Kritikpunkte und Vergleichsobjekte finde ich auch. „Marianne“ sieht gut aus, ist toll gespielt, sprunghaft und doch funktional, aber dann leider auch nicht mehr als ein Sammelsurium von sattsam bekannt vorkommenden Momenten aus vielen anderen Filmen.
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