Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon karlAbundzu » 14. Okt 2019, 13:11

SANTA SANGRE englOmU im Knio
Jodorowskys Familienfilm, sein Giallo/Slasher, seine religiöse Abrechnung, sein ZirkusPantominenfilm!
Eigentlich sein zugänglichster, da er einige Genregewohnheiten und traditionelle Erzählweisen beinhaltet, und das surreale fast ganz im Visionen/Halluzinationen/Traum-Bereich fallen.
Aber wie bei fast jedem Jodo wird man auch hier in diese seltsame gewalttätoge sexuelle Welt hineingezogen, die viel mit unserer Realität zu tun hat, aber eben doch nicht ist.
Klassiker, in dieser Qualität auf großer Leinwand ein großes Erlebnis.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon buxtebrawler » 21. Okt 2019, 09:22

Tochter des Teufels (5/10)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon purgatorio » 23. Okt 2019, 05:38

DER SAMURAI (Dtl. 2014, Regie: Till Kleinert)
Wow! Schräger Stoff, ansprechend gefilmt, eigenartig erzählt... unterhält und lässt einen grübelnd zurück. Wirkt. Angenehme 80 Min. :mrgreen:
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon Arkadin » 23. Okt 2019, 07:58

purgatorio hat geschrieben:DER SAMURAI (Dtl. 2014, Regie: Till Kleinert)
Wow! Schräger Stoff, ansprechend gefilmt, eigenartig erzählt... unterhält und lässt einen grübelnd zurück. Wirkt. Angenehme 80 Min. :mrgreen:


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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon jogiwan » 23. Okt 2019, 08:01

Arkadin hat geschrieben:
purgatorio hat geschrieben:DER SAMURAI (Dtl. 2014, Regie: Till Kleinert)
Wow! Schräger Stoff, ansprechend gefilmt, eigenartig erzählt... unterhält und lässt einen grübelnd zurück. Wirkt. Angenehme 80 Min. :mrgreen:


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Auf den bin ich auch schon sehr gespannt! :nick:
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon purgatorio » 23. Okt 2019, 09:27

jogiwan hat geschrieben:
Arkadin hat geschrieben:
purgatorio hat geschrieben:DER SAMURAI (Dtl. 2014, Regie: Till Kleinert)
Wow! Schräger Stoff, ansprechend gefilmt, eigenartig erzählt... unterhält und lässt einen grübelnd zurück. Wirkt. Angenehme 80 Min. :mrgreen:


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Auf den bin ich auch schon sehr gespannt! :nick:

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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon Arkadin » 23. Okt 2019, 09:33

Silent Rage - Das stumme Ungeheuer – Manchmal muss es einfach auf die 12 sein. Chuck Norris gegen den genmanipulierten, schier unzerstörbaren Serienkiller, der auf den Spuren von Vorhhees/Meyers seinem Hobby nachgeht. Norris ist da natürlich der ideale Gegenspieler. Hier wird er als unwiderstehlicher Frauenheld (der quasi nur mit dem Finger schnipsen und einmal schief lächeln braucht, dann liegt ihm die Schöne in den Armen, die nie wieder was mit ihm anfangen wollte). Dann darf er seinem dicken, völlig inkompetenten Hilfssheriff auf den Kopf tätscheln (wieso nimmt er diesen albernen Totalausfall überhaupt auf die gefährlichsten Missionen mit?). Zwischendurch macht er aus einer Rockergang Kleinholz. Das Ganze ist ebenso unterhaltsam, wie manchmal stimmungsvoll umgesetzt und definitiv ein Kind seiner Zeit. Man riecht quasi den verqualmten Plastik-Duft des Verleihtapes aus der ranzigen Videothek um der Ecke.

Pod mocnym aniolem – Meisterwerk! Einer der besten, aber auch härtesten und traurigsten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Der Film wird komplett aus der Sicht des hemmungs- und hoffnungslosen Alkoholikers Jerzy (der großartige Robert Wieckiewicz, der seiner Galerie an erinnerungswürdigen Auftritten ein neues Highlight hinzufügt) gezeigt. Jerzy ist aber dermaßen dem Alkohol verfallen, dass man bald schon merkt, dass das, was er erlebt und erinnert, so gar nicht gewesen sein muss. Die Orientierung geht immer mehr verloren. Bald weiß man nicht mehr, wie oft Jerzy nun schon in der Entzugsklinik war, ob er wirklich ein erfolgreicher Schriftsteller ist, ob er nun selber diese lustige Geschichte erzählt hat oder das nur eine Erinnerung an ein anderes Gespräch ist. Sind die Figuren um ihn herum real oder nur Illusionen? Während Jerzy hier noch von der Romantik des Trinkens schwadroniert, sieht man ihn dort schon mit heruntergelassener Hose auf der Straße urinieren oder mit vollgeschissener Unterhose über dem Klo hängen. Auch die Geschichten seiner Mitpatienten im Entzug sind extrem unschön und zeigen ein Leben ganz unten, wo Würde und Selbstachtung schon lange im vollgekotzen Abfluss verschwunden sind. Ein starker, sehr gut inszenierter Film, der jeglicher - von Jerzy so gerne blumig beschworene – Trinkerromantik eine schroffe Abfuhr erteilt. Regie führt Wojciech Smarzowski, den ich für einen der besten lebenden Filmemacher halte und dessen bisherigen Werke ich uneingeschränkt empfehlen möchte. Momentan liegt noch sein „Wołyń“ bei mir zuhause, der tatsächlich auch eine deutsche Auswertung (als einziger seiner Filme) unter dem Titel „Sommer 1943 - Das Ende der Unschuld“ bekam. Da traue ich mich aber noch nicht ran, weil der selbst für Smarzowski-Verhältnise sehr hart sein soll. Und das soll was heißen, liegt mir doch sein „Róza“ noch immer sehr schwer im Magen.

Santa Sangre – Im Kino eine absolute Erfahrung. Hatte ich immer als Anhängsel an Jodorowskys Hauptwerk in Erinnerung. Der Film kann sich aber durchaus mit diesen messen, auch wenn er sehr viel gradliniger und konventioneller erzählt ist. Der surreal, delirierende Anfang mit dem Zirkus und der Sekte ist purer Jodorwosky. Die zweite Hälfte ein spannender, wenn auch etwas „normalerer“ Thriller. Ich meine, dass man hier mehr den Einfluss des Produzenten Claudio Argento merkt. Interessanterweise stellen wir nach dem Kinobesuch fest, dass sich alle vor dem Film noch gut sehr gut an die erste Hälfte erinnert, die zweite Hälfte aber größtenteils vergessen hatten. Trotzdem fand ich diese auch sehr gut als ich sie jetzt wiedersah. Gerade zum Ende hin war ich komplett in die Welt von „Santa Sangre“ hineingezogen und es fiel mir schwer, wieder herauszukommen. Stark.

Dark Waters – Hatte ich zuletzt Mitte der 90er gesehen und als sehr gut in Erinnerung gehabt. An diese Erinnerung kam das Wiedersehen nicht heran, trotzdem gefiel der Film trotz aller Schwächen (vor allem im Drehbuch, die Bilder bleiben toll). Ebenso spannend wie sinnlos ist die Frage, was da vom Regisseur noch gekommen wäre, hätte er jemals einen zweiten Film realisieren dürfen. Mehr woanders mal.

Parasite – Meine Herren, noch ein absolutes Meisterwerk! Zurecht Gewinner in Cannes und das Beste, was ich seit langem im (regulären) Kino gesehen habe. Was als merkwürdige Komödie beginnt, wandelt sich schnell in einen ausgesprochen bitteren Kommentar auf die immer tiefergehende Spaltung der Gesellschaft in arm und reich. Lustig, spannend, unheimlich, tragisch, bizarr, grotesk, tieftraurig, politisch. Bong Joon Ho schafft es als diese widersprüchlichen Gefühle in einen Film zu packen und diesen trotzdem aus einem Guss wirken zu lassen. Großes Kino, über das ich auch gar nicht viel schreiben möchte, da er einige Überraschungen enthält, die man besser nicht spoilern sollte.

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten – Nee, der gefiel mir nicht so. Eigentlich ist ja alles drin, was ich an bunter Sci-Fi mag und der Film kann erfreulicherweise seine Genese als Verfilmung eines populären französischen Comics (welches ich allerdings nicht kenne) nicht verleugnen. Auch ist er vollgestopft mit wunderbaren Ideen, Kreaturen und Designs. Allerdings ist das hier des Guten zu viel. Ich habe schon relativ früh die Orientierung verloren, wer warum weshalb mit wem. Auch die unterschiedlichen Welten in der „Stadt der tausend Planeten“ werden nur angerissen, ohne dass man jetzt genau weiß, was sie beinhalten. Und kaum glaubt man sich halbwegs orientiert zu haben, hetzt der Film schon zur nächsten Szene. Kaputtgemacht hat mir die Sache dann aber der extrem klinische CGI-Look (man sieht quasi ständig vor dem geistigen Auge die Schauspieler vor einer grünen Wand agieren) und die sehr, sehr unsympathische Hauptfigur. Valerian soll wohl ein flotter Frauenheld und Super-Typ sein, kommt aber nur arrogant und selbstverliebt ohne jegliche ironische Brechung rüber. Zudem ist Dane DeHaan meiner Meinung nach viel zu jung für die Rolle des Valerian, der ja so etwas wie ein Veteran sein soll. Dafür hat mir Cara Delevingne als seine Partnerin/love interst gefallen. Auch wenn mir ihr ständiges „Valeriaaaaaan“-Geschrei auf die Nerven ging. Schade.

Spasmo – Hatte ich auch vor Urzeiten mal gesehen und nur noch die Sache mit den Puppen und die finale Auflösung im Gedächtnis. Letztere erinnert ich auch richtig und war überrascht, wie offen und stimmig der Film darauf zusteuert. Im Rahmen eines Giallo war das sogar recht logisch. Ansonsten zeigt sich Lenzi hier wieder als talentierter Routinier, der keine Bilderwelten stürmt, aber genau weiß, wie man so einen Stoff stimmungsvoll und spannend umsetzt. Die Besatzung ist auch durch die Bank gut, besonders Robert Hoffmann weiß zu glänzen. Hat mir gefallen.

Joker – Gedanken direkt nach dem Kinobesuch: „So, heute also JOKER. Sehr, sehr guter Film. Grandios-brillanter Soundtrack. Phoenix hat mich auch voll überzeugt. Der Film lässt sich sehr viel Zeit, was ich schön fand. Die (überraschend wenigen) Gewaltausbrüche wirken dadurch noch intensiver. Der Look ist bis ins Detail 70er/frühe 80er. Ich habe bei neueren Filmen (auch wenn sie "retro" sind) schon ewig nicht mehr solch einen "Film-Look" gesehen. Gotham ist NYC, an klar. Daher auch viel Scorsese (passenderweise gab es den "Irishman" als Trailer vorweg). Was mich aber völlig begeistert hat sind seine vielen Deutungsmöglichkeiten. Mehr will ich dazu jetzt nicht schreiben, für die, die ihn noch nicht gesehen haben. Aber so oder so, funktioniert als Origin-Story, Comic-Verfilmung, Stand-Alone-Film ohne jegliche Verbindung zum Comic, Kommentar zu unserer Zeit, Psychogram oder einfach spannender Thriller. Zu den Kontroversen im Vorfeld: Wer da tatsächlich mit "Incel-Empowerment" gegen den Film argumentiert, hat ihn ganz offensichtlich nicht gesehen. So ein Quatsch. Zum Glitter-Song: Mag kontrovers sein, passt aber sehr gut - insbesondere, wenn man sich die Szene davor vor Augen führt. Arthur ist ein kranker Soziopath und imaginiert sich Musik eines anderen kranken Individuums. Zweitens: Der Film spielt - wenn man den Marquees glaubt - um 1982, damals war der Song in jedem Football-Stadion der USA in der Pause als Einstimmer und Anheizer zu hören. Das passt auch aus diesem Grunde schon sehr gut. Und Glitter ist ja "nur" Co-Autor.“ Jetzt zwei Tage später kann ich das noch immer so unterschreiben. Insbesondere das Thema „Arthur Fleck als unzuverlässiger Erzähler“ treibt mich noch immer um und ich finde es super, dass man Todd Philipps das alles so uneindeutig, vielschichtig und vor allem so frei zur Interpretation hat machen lassen. Wunderbarer Film der zu Gesprächen und Diskussion einlädt. Meine liebe Frau und ich haben auf jeden Fall noch lange über den Film und seine Deutungsmöglichkeiten gesprochen.
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon Lobbykiller » 24. Okt 2019, 02:24

Sie kamen von jenseits des Weltraums (UK 1967) R: Freddie Francis
-> Eine Pulp-Salve sondergleichen mit hohem Knuffel-Faktor. Da geh ich diesmal eher mit der Trebbin-Kritik konform als mit den anderen in der OFDB: "Ein Muss der schrägen Unterhaltung." :mrgreen: (4,5/5 = Pulp Galore)
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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon buxtebrawler » 28. Okt 2019, 10:27

Im Kino:

Bring back the 80s:
Joker (8-8,5/10)

Im Heimkino:

The Dark Knight Rises (7,5/10)
Die Stunde des Wolfs (4/10)
Baby Love (6,5/10)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

Beitragvon karlAbundzu » 28. Okt 2019, 14:20

Im Kino:
PARASITE (2019)
Der neue Boon Joon-ho, dessen SNowpiercer und The Host ich sehr schätze. Fängt an wie eine leicht groteske Sozial-Satire, entwickelt sich zu einer derben Groteske, fast zu einem Horrorthriller. Toll.

JOKER (2019)
EIn FIlm irgendwie im NY der 80er und doch eine Gegenwartsbeschreibung. EIn Joaquim Phoenix Tanzfilm. Eine Neu Oririgin im DCU.
Macht fast alles richtig, großartiger Film.

Ansehen!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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