Die Wilby Verschwörung - Ralph Nelson (1974)

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Die Wilby Verschwörung - Ralph Nelson (1974)

Beitragvon Nello Pazzafini » 29. Apr 2018, 22:30

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Die Wilby Verschwörung


OT: The Wilby Conspiracy

UK 1974

R: Ralph Nelson

D: Sydney Portier, Michael Caine, Nicol Williamson, Prunella Gee, Rutger Hauer

Shack Twala (Sydney Portier) wird, dank der glühenden Verteidigung von Rechtsanwältin Rina van Niekirk (Prunella Gee), in einem Gerichtsprozess freigesprochen. Twala, politischer Kämpfer gegen die Apartheid, hatte schon eine 10 jährige Gefängnisstrafe hinter sich. Um diesen Freispruch zu feiern begeben sich Twala, die Anwältin Niekirk und ihr Bekannter Keogh (Michael Caine) in ihr Büro, doch auf dem Weg dahin werden sie von einer Polizeikontrolle aufgehalten. Da Twala sich nicht ausweisen kann und nicht gebührend vor dem Polizisten buckelt kommt es zu einem Raufhandel. Nachdem die Polizisten niedergeschlagen wurden und die drei flüchten werden sie zur Fahndung ausgeschrieben. Twala muss von Kapstadt zurück nach Johannesburg um sich Diamanten zurückzuholen die er bei einem indischen Zahnarzt versteckt hatte. Diese Diamanten sollen verwendet werden um den Kampf von Anti Apartheidsführer Wilby zu finanzieren. Der Sicherheitsdienst ist hinter den beiden her und obwohl es gibt immer wieder Gelegenheiten gibt sie festzunehmen geschieht dies seltsamerweise nicht. Schnell wird ihnen klar das Major Horn (Nicol Williamson) eigentlich die Diamanten will….oder steckt noch mehr dahinter?

Die Wilby Verschwörung ist ein wunderbares Beispiel von Apartheidskritik verpackt in einem spannenden und unterhaltsamen „Roadmovie“. Das deutsche Videocover will uns zwar einen neuen „Flucht in Ketten“ verkaufen aber das ist natürlich Quatsch. Zumeist ein ernster Film der aber immer wieder auch köstlich unterhalten kann. Portier und Caine sind wirklich ein Traumpaar in diesem Werk und werden von einem groß aufspielenden Nicol Williamson als ultra rassistischen Major Horn gejagt. Ein ganz junger Rutger Hauer fliegt die Jungs über die Grenze nach Botswana, sein erster internationaler Filmauftritt in seiner Karriere.
Ich hatte meinen Spaß dem „Bantu Neger und dem weißen Rowdy“ (so werden sie im Polizeifunk gesucht) bei dem Treiben zu zusehen und kann den Film absolut empfehlen.
8/10 Diamanten für Wilby.

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Re: Die Wilby Verschwörung - Ralph Nelson (1974)

Beitragvon sergio petroni » 19. Mai 2018, 14:17

Die "Wilby-Verschwörung" beginnt in Kapstadt mit dem Freispruch von Shack Twala
(Sidney Poitier), der von der Anwältin Rina (Prunelle Gee) vertreten wird, die wiederum eine Affäre
mit dem britischen Gerichtsreporter Keogh (Michael Caine) hat. Als alle drei zusammen
den Freispruch feiern wollen, kommt es zu einer folgenreichen Polizeikontrolle,
die mit einem Handgemenge endet. Fortan befinden sich die drei auf der Flucht;
mit dem Ziel Johannesburg. Im weiteren Verlauf der Flucht sind die drei sogar
auf die Hilfe von Rinas Ehemann (Rutger Hauer), einem Piloten, angewiesen.
Dicht auf den Fersen der Flüchtigen befinden sich die undurchsichtigen Polizisten
Horn (Nicol Williamson) und Van Heerden (Rijk de Gooyer). Die beiden geben
dem Rassismus in Reihen der südafrikanischen Polizei ein aufdringlich unangenehmes
Gesicht. Hier wäre etwas weniger Schwarzweißzeichnung und Overacting vor allem seitens
de Gooyers wohl etwas mehr gewesen. Sei's drum.
Auf der anderen Seite bilden Caine und Poitier ein herrliches Buddyduo. Der oftmals locker gehaltene
und schwarzhumorige Unterton wird gegen Ende doch durch ein paar wohldosierte Härten
der Leichtigkeit beraubt.
Regieveteran Ralph Nelson hat mit "Die Wilby-Verschwörung" ein sehr gut guckbares südafrikanisches
Buddy-Roadmovie geschaffen, das mir nur dank Nellos Vorstellung in die Finger geraten ist.
6/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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