Rammbock - Marvin Kren (2010)

Moderator: jogiwan

Re: Rammbock - Marvin Krenn (2010)

Beitragvon horror1966 » 25. Sep 2012, 23:03

Onkel Joe hat geschrieben:
horror1966 hat geschrieben:Ich habe mich bisher immer erfolgreich vor dem Film gedrückt, da er mich nie richtig angesprochen hat. Nach euren Meinungen werde ich mir den Streifen jetzt aber wohl doch besorgen müssen.


Der wird dir bestimmt gefallen und für nen 5er bei Amazon schießt man echt nen Gewinner.



Der Film ist schon geordert. :thup:
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Re: Rammbock - Marvin Krenn (2010)

Beitragvon horror1966 » 4. Okt 2012, 20:19

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Rammbock
(Rammbock)
mit Sebastian Achilles, Ingrid Beerbaum, Carsten Behrendt, Melanie Berke, Sabrina Caramanna, Emily Cox, Glen Curtis, Michael Fuith, Mila Gach, Harald Geil, Anna Graczyk, Jörn Hentschel, Brigitte Kren
Regie: Marvin Kren
Drehbuch: Benjamin Hessler
Kamera: Moritz Schultheiß
Musik: Marco Dreckkötter / Stefan Will
FSK 16
Deutschland / Österreich / 2010

Ein schreckliches Virus vermehrt sich im Norden Europas in rasantem Tempo - die daran Erkrankten werden zu wütenden Bestien. Chaotische Zustände machen sich breit. Aus Angst vor Ansteckung und aggressiven Übergriffen verbarrikadieren sich die noch Gesunden oder flüchten an vermeintlich sichere Orte. Genau zu diesem Zeitpunkt trifft der 35-jährige Michael in Berlin ein, um seine Liebe, seine Ex-Freundin Gabi, zu besuchen. Einmal angekommen, bugsiert das Schicksal den 15-jährigen Harper in seine Obhut. Gegenseitig beschützen sie sich und andere vor tobenden Zombies. Dabei ist Michael vordergründig kein Actionheld, vielmehr ein Philanthrop mit stark ausgeprägtem Helfersyndrom - ein Liebender in Zeiten der Zombiekalypse. Doch während die Stadt im Chaos versinkt, fehlt von Gabi jede Spur.


Deutsche Horror-Produktionen gibt es selten genug, lediglich im Amateur-Bereich hat man sich hier in Fan-Kreisen durchaus einen Namen gemacht. Umso froher ist der Genre-Fan, wenn dann einmal ein Werk wie "Rammbock" daherkommt, der alles andere als billig erscheint und zudem auch noch eine richtig gelungene Inszenierung offenbart, die den Zuschauer sehr positiv stimmt. Die Story kann man ohne Weiteres als gelungenes Zombie-Drama bezeichnen, das insbesondere durch seine äußerst beklemmende Grundstimmung zu überzeugen weiß. Und diese entsteht durch die hoffnungslose Ausgangssituation der Protagonisten, die sich in einem Berliner Mehrfamilienhaus befinden und von Untoten umzingelt sind. Dieser räumlich sehr begrenzte Schauplatz sorgt dabei für eine atmosphärische Dichte, die man fast mit dem Messer schneiden kann. Selbst als Betrachter fühlt man sich in diesem Szenario äußerst befangen und nicht gerade wohl in seiner Haut, versetzt man sich doch sehr intensiv in die Lage der Darsteller, die sich nicht gerade rosig darstellt.

Ein weiterer Pluspunkt ist es ganz bestimmt, das "Rammbock" keine großen Erklärungen für die um sich greifende Seuche anbietet, so wird man von der Zombie-Invasion genau so unvorbereitet getroffen wie die Charaktere und dieser Überraschungseffekt sorgt für eine Beklemmung, die man die gesamte Laufzeit über unmöglich abstreifen kann. Und so entwickelt sich das Geschehen zu einem Erlebnis, an dem man auch wirklich teilnimmt. Man wird zu einem Teil der Ereignisse und hat nicht selten das Gefühl, sich höchstpersönlich in dem Zombie-haus zu befinden, aus dem es augenscheinlich kein Entrinnen gibt. Dennoch wird nach möglichen Lösungen gesucht und die Protagonisten versuchen sich einen Weg in die Freiheit zu suchen, ohne dabei zu wissen, was sie außerhalb des Hauses erwartet. Das geht jedoch nicht ohne Verluste ab und am Ende soll es nur Wenigen gelingen, der Zombie-Horde eventuell zu entkommen.

Im Nebenerzählstrang bietet der Film auch noch eine etwas tragische Liebesgeschichte an, die zum Ende hin sogar einen fast als skurril zu bezeichnenden Schlusspunkt erfährt, der einem schon ein gewisses Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Im Bezug auf den enthaltenen Härtegrad hält sich "Rammbock" eher bedeckt, was man schon aufgrund der 16er Freigabe erahnen konnte. Ein explizit dargestelltes Gewalt-Spektakel sollte man also nicht erwarten, dennoch sind einige blutige Passagen enthalten, die jedoch zu keiner Zeit den üblichen Rahmen sprengen. Dafür kann man die Darstellung der Zombies als sehr gelungen bezeichnen, die Masken wirken in keinster Weise billig oder schlecht, sonder hinterlassen einen äußerst gelungenen Eindruck. Auch das Schauspiel der Akteure ist absolut sehenswert und wirkt größtenteils glaubhaft und authentisch, so das man alles in allem von einem vollkommen überzeugendem Gesamtpaket sprechen kann, das Regisseur Marvin Kren hier auf die Beine gestellt hat. Im Sub-Genre des Zombiefilms kann man vor allem für deutsche Verhältnisse von einer kleinen Perle sprechen, denn dieser Film hinterlässt einen sehr nachhaltigen-und guten Eindruck beim Betrachter.

"Rammbock" zählt definitiv zu den Filmen, die man als positive Überraschung bezeichnen kann. Mit einer Laufzeit von gut einer Stunde hat man genau das richtige Maß gefunden, um das Geschehen nicht unnötig in die Länge zu ziehen und so auch den Spannungsbogen durchgehend aufrecht zu erhalten. Es entstehen keinerlei Längen und die Aufmerksamkeit des Zuschauers bleibt jederzeit konstant, was allein schon in der Faszination der Ereignisse begründet ist. Marvin Kren hat hier wirklich alles richtig gemacht und einen Genrebeitrag ins Leben gerufen, der wirklich zu begeistern vermag. Ausgestattet mit einer herausragenden Atmosphäre entwickelt sich ein bedrohliches Szenario mit Endzeitstimmung, das man nur jedem Fan ans Herz legen kann.


Fazit:


Gerade bei deutschen Produktionen im Bereich des Horrorfilms bin ich immer sehr skeptisch, doch "Rammbock" zerstört diese Skepsis schon nach wenigen Minuten. Endlich einmal wieder eine Produktion aus eigenen landen, die man als absolut sehens-und empfehlenswert einstufen kann und die richtig Spaß macht, obwohl die Ereignisse alles andere als lustig sind.


7,5/10
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Re: Rammbock - Marvin Krenn (2010)

Beitragvon purgatorio » 26. Okt 2014, 08:37

RAMMBOCK (RAMMBOCK, Deutschland, Österreich 2010, Regie: Marvin Kren)

Whoahhh – ein überraschend weiter Wurf für das deutsche Genre-Kino! Wirklich, ein toller kleiner Zombiefilm, der eigentlich alles richtig macht! Stimmung, Spannung, Setting, Schauspieler – alles passt in diesem 60minüter, der die ausbrechende Zombieapokalypse aus dem eingeschränkten Blickfeld eines Berliner Hinterhofs illustriert. Garniert wird das Ganze mit eins, zwei neuen Einfällen, die dem bekannten Grundstock auch innovative Möglichkeiten abverlangen. Was soll ich sagen? Ich bin begeistert! 8/10
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Re: Rammbock - Marvin Kren (2010)

Beitragvon karlAbundzu » 26. Okt 2014, 10:28

ja, toller kleiner spannender film, der fast alles richtig macht.
Auch Blutgletscher ist zu empfehlen.

Apropos empfehlen, kann man das n im Namen im Titel, das zu viel ist, wegeditieren?
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Rammbock - Marvin Kren (2010)

Beitragvon purgatorio » 9. Jul 2016, 07:36

RAMMBOCK (Deutschland, Österreich 2010, Regie: Marvin Kren)

Schon schräg, da produziert das ZDF, welches nur 20 Jahre vorher der Welt die Doku MAMA, PAPA, ZOMBIE bescherte, dieses Bonbon von Zombiefilm aus deutschen Landen. Ironie des Schicksals. Nach meiner gestrigen Zweitsichtung kann ich nur bestätigen: Ich mag den Film. Klein und fein, sehr modern, ordentlich beobachtet, hübsch deutsch und doch im Kontext der großen Zombietraditionslinien. Sehr, sehr angenehm das alles!
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Re: Rammbock - Marvin Kren (2010)

Beitragvon Arkadin » 17. Mär 2019, 16:32

Endlich mal gesehen. Sehr guter Zombiefilm aus deutschen Landen, der eigentlich alles richtig macht und seine begrenzte Lokalität (ein Hinterhofkomplex in Berlin) optimal ausnutzt und mehr auf die Charaktere, denn Effekte wert legt. Was nicht heißt, dass man bei den Zombieattacken nicht ordentlich durchgerüttelt wird. Ein gelungenes Beispiel dafür, was man machen kann, wenn man nicht unbedingt großes Hollywood-Kino machen will, sondern mit den gegeben Resourcen intelligent umgeht. Super.
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