Die Story - Eckhart Schmidt (1984)

Moderator: jogiwan

Die Story - Eckhart Schmidt (1984)

Beitragvon jogiwan » 26. Apr 2012, 13:23

Die Story

Bild

Originalstory: Die Story

Herstellungsland: Deutschland / 1984

Regie: Eckhart Schmidt

Darsteller: Tomi Davis, Sasa Thoman, Sabine von Maydell, Ulrich Tukur, Hub Martin, u.a.

Story:

Der junge Münchner Sensationsreporter Raoul Miller hat in seinem Kokain-Report eine Menge Leute angegriffen, die sich jetzt furchtbar rächen: Sie töten seine Freundin Raphaela und seine Eltern. Die Drogenmafia sorgt auch dafür, dass Raoul seinen guten Ruf verliert und zum Außenseiter wird.Aber Raoul gibt nicht auf... (quelle: ofdb.de)
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Re: Die Story - Eckhart Schmidt (1984)

Beitragvon Arkadin » 5. Apr 2016, 09:15

Irgendwie mag ich den Eckhardt Schmidt ja sehr gerne. "Die Story" ist nun wirklich kein Film, den man sich in seine Top10 stellen würde. Die Handlung hoffnungslos konstruiert, die Schauspieler zum Teil wirklich grenzwertig (Hauptdarsteller Tomi Davis hat nur diesen einen Film gedreht, sieht ölig aus und die Entscheidung, ihn nach 15 Minuten durch ein traumatisches Erlebnis verstummen zu lassen, dürfte während der Dreharbeiten und den Aufnahmen seiner ersten Dialoge entstanden sein). Der 80er-Soundtrack klingt erst cool, aber wenn der Gesang einsetzt, das gleiche Stück wieder und wieder und wieder an allen passenden und unpassenden Stellen eingesetzt wird, geht das schon ordentlich an die Nerven. Die hübschen Mädels, die immer wieder ohne echten Grund im Eva-Kostüm in Szene gesetzt werden (es gib eine lange Sequenz mit einem Nackt-Fotoshooting, welche so komplett sinnlos ist, dass man da eigentlich nur den Hut ziehen kann), kann man nun - je nach Gusto - als positiv oder negativ ankreiden. Trotzdem hatte ich meine Freude an dem Film, der sich zügellos diverser Noir-Elemente bedient (Schmidt ist eine riesiger Fan des klassischen Hollywood-Kinos), seinen Zeigefinger so hoch in die Luft reckt, dass es gerade der "touch too much" ist, der ihn von nervig in expressiv kippen lässt. Sehr schön auch, den Handlanger der Bösen immer im auffälligsten Auto überhaupt herumfahren bzw. sich "ganz unauffällig" irgendwo hinstellen zu lassen. Die Klamotten und Haartrachten sind natürlich der Zeit geschuldet, wirken aber so, als wären sie damals schon ein wenig zu stark auf "80er" getrimmt worden. Das Highlight ist natürlich ein blutjunger Ulrich Tukur, der als fieser Millionenerbe alles gibt und dessen Abgang zu den unglaublichsten Szenen der jüngeren deutschen Filmgeschichte gehört. Ach ja.. Sibylle Rauch spielt auch mit. Auch wenn es jetzt vielleicht nicht so klingt - ich mochte den Film wirklich.
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Re: Die Story - Eckhart Schmidt (1984)

Beitragvon jogiwan » 5. Apr 2016, 09:59

Arkadin hat geschrieben:Auch wenn es jetzt vielleicht nicht so klingt - ich mochte den Film wirklich.


Alle Eckhart Schmidt-Filme die ich kenne, haben in mir so ein seltsam, ambivalentes Gefühl ausgelöst. Irgendwie mag ich die Streifen nicht und dann wieder doch - fast so, als würden sie abstoßend und anziehend zugleich wirken, aber das ohne bewusst eine extreme Reaktion provozieren zu wollen. Klingt seltsam, aber genau das macht sein Schaffen irgendwie so eigen- und einzigartig!

:?
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Re: Die Story - Eckhart Schmidt (1984)

Beitragvon karlAbundzu » 12. Mär 2018, 17:36

Die verfluchten Lieben und aoffenen Wunden liessen mich meine Schmidt-Box herausholen, und Die Story habe ich mir noch gar nicht angeschaut.
Manchmal, wenn ich eine DVD schaue, mache ich mir so Notizen dabei: Hier mal ungefiltet.
"Schmidts Abrechnung mit der Journalie, im 80er NeonStil.
Schauspieler, Dialoge grenzwertig.
Hauptdarsteller wirkt, als ob sie lieber Falco gehabt hätten.
Aber wenn er nicht redet, ist er gut, zwischen jungen DeNiro und J. Lydon.
Schöner 80s Sound.
Kokain.
Die Frisur im Auto=kaputt! Koksverschmierte Gesichter!
So wie der Hauptcharakter durch die Story gejagt wird, ist es Noir.
Benny: Ehrlich!
Gute Kamera hier.
80er Lebensgefühl: Entweder sind die Leute verwirrt oder zynisch.
Tukurs unglaubliche Tanzszene inklusive Abgang (80er Tanz auf dem Vulkan?)"

Trotz der genannten Schwächen (Dialoge, Teil der Darsteller...) mochte ich den Film, eine kleine Perle.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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